Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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ruw . betuelt , von ihm aufgestyt worden , da er nock ein Nestori - aner gewesen ist . Die Zusätze des Moreri , unter dcm Artikel Ebed , Jesu , bemerken , daß daSVerzeichniß der syrischen Seribenren ( dießist ohne Zweifel dasjenige , davon Hebedjesu Urheber ist ) zu Rom 165z Syrilch , mit der lateinischen Uebersetzung , und den Noten Abrahams EechellensiS her - ausgegeben worden . Daß dieses Verzeichniß vieler Werke gedenke , die vom Hebedjesu syrisch geschrieben worden ; daß man in dem Bücher - saale des Baticans zwey von ihm verfertigte , und von seiner eignen Hand geschriebene syrische Gedichre aufbewahre , worinnen er wegen seiner Wie - dervereinigung Rechenschaft qiebt u . f . n> . Aubert MirauS , Polit . Ec - cles . pax . 217 , erzählet , daß das Bildniß diese« Patriarchen in dem ste deSVaticans unter diejenigen Cardinäle und Prälaren gesetzt worden , die Alexander« den III begleitet haben , als er zu Venedig von dcm Kai - ser Friedrich die Unterthanigkeitsbezeigungen erhielt .
( C ) i & t hat eine andre Reise nach Rom gethan . Z Ich wundre mich , daß weder FraPaolo , noch sein Tadler , der Cardinal Pallavicini , noä ) ein einziger von vielen andern Schriftstellern , die ich wegen des He - bedjesu zu Rache gezogen habe , von der Reise geredet haben , die er unter Julius dem III nach Rom gethan hat . Dieß ist kein überfiüßiger , oder unnützlicher Umstand gewesen , und ich bin überredet , daß sie ihn nicht ausgelassen haben würden , wenn sie ihn gewußt hätten .
( I ) ) Kr bar der Rirckenversammlung ju Tridenr beygewoh - net . ] Ich habe diese Lügen anderswo widerlegt . Hier ist genug dazu >u seben , daß es keinen so kleinen Scribenten giebt , der nicht die größ - ten Schriftsteller zuweilen zum Straucheln bringt . Vermuth - ltch ist Peter Strozza , Pauls des V Secretär , von einem schlech - ten Chronikenschreiber betrogen worden ; und ohne Zweifel haben Moni , und vor ihmArnauld . t'erpetuite - lesend« ! , Liv . V , ch . X , auf da " Wort dieses Secretärs vorgegeben , daß Hebedjesu dieser Kirchenversammlung beygewohnt hat .
( L ) Denha Simon - - - ist gezwungen gewesen , Caremi - wm zu verlassen . ] Dieses hat sich zu der Zeit eräuget , da Leonhard Abel , Bischof von Sidon , als apostolischer Nuntius nach der Levanre ge - Zangen ist . Siehe Aub . le Mire , 31s u . f . S . seines Status Politiae Ec -
Hegesilochus . Heidanus .
clefiafticae , zn Lion 1620 gedruckt . Er war zu Maltha gebohren , und hat die arabische Sprache vollkommen verstanden , die aleichsam die Mut - tersprache dieser Insel ist . Er ist zu Rom 1605 oder 1606 gestorben . Er hat ein Werk von dem Zustande der morgenländischen Christen verfertiget , davon Aubert Miräus , aus dem ich diese ganzeAnmerkung abschreibe , be - kennet , daß er viele Dinge angeführt habe , die man in der Notitia Epi - fcopatuum liest . Er setzet dazu , daß sich dieses Werk Leo , hard Abele im Manuscripte unter dem Düchervorrathe des verstorbenen Cardinals 2k scaniuS ColonnaLSeschützerS der Kirchen in der Levante , befinde , die durch die Beyfügung der Bücher des CardinalS Wilhelm Sirlet ansehnlich ver - mehrt worden .
( F ) Die folgenden Noten werden von demjenigen Reckensckast geben , was in Oer Erzählung p . Paulsbcurtheilet worden ist . ] Dieser Schriftsteller erzählet , daß man die Briefe desCardinalS AmulluS gelesen , ver als Vescküyer der morgenlandiscken Christen , der Rirckenversammlung die Zeitung von des Abdißi Ankunft ge - meldet bar - - Er hat erzählet , daß die Volker , die diesim Prälaten umerthani^ wären , von den h . Aposteln Thomas und Thaddäus in demckristlicken Glauben unterwiesen worden , u . s . w . Era - Paolo , Hift . du Concile de Trenke , Livr . VI , p . 557 , nach AmelotS Ue» bersetzung . Der Geschichtschreiber sehet dazu , daß man hierauf das GlaubenSbekenntniß dieses Patriarchen , und endlich die Briefe sen habe , die er an Sie Rirckenversammlung gerichtet , um sich zu entschuldigen , daß er nickt dahin kommen können , u . f . w . Siehe den Artikel Abdißi . Der Carduial Pallavieini , ttilior . Lone . l'rident . Lib . XVIII , c . 9 , num . 5 , erzählet dieses viel weitläufiger und richtiger ; denn er vermischt dasjenige , was Amulius auf Befehl des Pabstes gesagt hat , mir den Folgerungen nicht , die er selbst aus den Erzählungen dieses ne - storianischen Pralaten gezogen hat . Es scheint nicht , daß P . Paul diesen Un . terjchied gemacht hätte . Allein sein Hauptfehler besteht darinnen , daß er ver - sichert , man habe den Briefe gelesen , den Abdißi an die Knchenversamm» lung geschrieben hätte . Pallavicin behauptet , daß dieser Brief niemals an - der« als in der Einbildung des P . Pauls bestanden habe . Sed haec epi - ftola non in alia pagina , nifi in Suauiana iniaginatione fuit exarata . Ebendaselbst , num . g .
ist einer von denen gewesen , die tausend Gewaltthaten auf der Insel Nhodus verübet haben , da der mokratische Staat durch das Ansehen des Königes von Carien , Mausolus , in einen aristokratischen verwandelt wurde Athenäus hat uns ein Muster von dem liederlichen Leben dieser neuen Herrn erhalten h . Sie haben mit den Ehweibern der an - gesehensten Bürger Ehbruch getrieben , und verschiedene Knaben geschändet . Endlich haben sie ihre Ungebundenheit so weit ge - trieben , daß sie um die Ehre der Frauen gewürfelt haben ( A ) ; sie haben zur Regel eingefübret , daß der Verspielet verbunden seyn sollte , dem Gewinner , die Frau , darum gespielet worden , zuzuführen , und alle Kunstgriffe anzuwenden , ihm dieselbe in die Arme zu liefern . Man hat keine Betrügereyen beym Spiele gelitten ; die Ueberredungen und Gewaltthaten mußten et , um * der folgen , sie mußten einander folgen oder vorgehen , nachdem es der Fall erforderte , bis zur wirklichen Bezahlung desjenigen , was aufs Spiel gesetzt worden war . Derjenige , der diese neue Art eines Glücksspiels am öftersten und unverschämtesten ge - trieben hat , ist Hegesilochus gewesen Seine Völlerey und andere Unordnungen haben ihn zu den Geschafften so unvermögend ge - macht , daß er auch seine Würde verlohren hat , und selbst von seinen Freunden , als ein Ehrloser angesehen worden ist . Man muß ihn mit demjenigen Hcgesilochuo nicht vermengen , der wegen der Rhodier Abgesandter zu Rom gewesen ist ( B ) , nachdem er unter ihnen die vornehmste Staatswürde besessen hatte ( C ) . Dieser hat zur Zeit des Perseus , Königes von Macedonien , und der andre zur Zeit des Philippus , Alexanders des großen Vater , gelebt .
< - ) Siehe Liban . in Argum . Orat . Demofth . pro Rhodior . Libertate . b~ ) Athen . Lib . X , c . 12 , p . 444 , aus dem TheopompuS .
c ) t«üt ) ) v t« ) v hvssfay * tixi^ev vj / j tSv aaa«v 'ptilwv n« { . ii iitff zahfaxif ivrof o ' Hyt / elAoze ; . Telleris fic luferunt Rhodioruin
quidani , fcd apertiflime et faepiflime ( in der lionischen Ausgabe von 1957 steht faeuiffime ) Hegefilochus ipfe . Athen . Lib . X , c . 12 , aus dem TheopompuS , pag . 445 .
( A ) Er ist einer von denen Rhodiern gewesen - - - wel - cke die Ungebundenheit so weit getrieben , vafi sie um Sie führe der Frauen gewürfelt haben . ] Der Abt Lancelot von Perou - fe hat hier ein gut Mittel gehabt , die Hoggidiam zu erheben ; denn nach meinem Erachten hat man zu unsrer Zeit in keinem Lande von Europa eine Unordnung gesehen , die der Rhodier ihrer gleich wäre . Ich habe wohl gelesen , daß die Lakeyen eines großen StaatSbedienten , der nicht vor allzu langen Jahren gestorben ist , mit Würfeln oder Karren um die Hauptmannsstellen gespielet haben : allein außer , daß dieses sehr unge - wiß ist , so läuft es auch nur auf etwas weniges hinaus ; daß nämlich ein jeder von diesen Lakeyen bey ihre»« Anfange des Jahrs zu seinem Neu - jahrSgeschenke das Versprechen erhalten hat , daß man auf seinen Für - spruch eine gewisse Anzahl Cvmpagnien vergeben welle , worauf sie da - rum mit einander gespielet haben ; und wenn einer oder der andre eine Compagnie verlohren hat . so hat nicht er , sondern der Gewinner , dieselbe vergeben lassen . Bey aller dieser Unordnung ist leicht zu verhindern ge - wesen , daß die Bestallungen solchen Leuten gegeben worden , die nicht zum Dienste geschickt waren . Also ist dieses nicht im geringsten mir der Lie - berlichkeit dieser kleinen Tyrannen von RhoduS zu vergleichen ; welche um die Jungferschaften und Hahnreyschetsten der Vornehmsten spielten ,
und dem Verspieler nicht eher Ruhe ließen , als bis er den Raub überliefert harte . Sie haben nicht nur die Ehre der schönsten Frauen aufs Spiel gesetzt , welche , nach dem eingeführlen Gebrauche , von der Männer ihrer unabtrennlich ist : Sie haben auch ihre eigne aufs Spiel gesetzt ; denn der Verspiel« hat das Handwerk eines Kupplers verrichten müssen . Hierüber hätte man wohl ausrufen mögen : 0 tempora , o mores !
( ö ) Ein andrer - Hegesilockus ist der Rhodier Abgesand , ter zu Rom gewesen . ) DiestS lehret uns Polybius Excerpt . ex gat . cap . LXIV . In den Manuseripten hatte Gesilockus gestanden ; al - lein da Fulvius Ursinus in den Noten über diese Excerpta in des Titus L>vius4Z B . bemerkt hat , daß eben dieser Rhodier den Namen - Hegesilua gehabt : so hat er diese zween Schriftsteller einen durch den andern verbes - lert ; er hat ihnen allen beyden den Namen - Hegesilockus wiederge - geben .
( C ) Er hat die hockst« Staatswürde gehabt . ) Sie hat »Lvr - .
vtla geheißen , ( siehe Meurfius de Rhodo , pag . 6 ? ) und man hat dieses Amt durch das Wort ausgedruckt . Die Lateiner haben die -
jenigen Prytanes genennt , die dieses Amt bekleidet haben . Quadraginta nauibus autore Hegefilocho comparatis , saget Titus Livius im XLIIB . qui cum in fummo magiftratu esset ( Prytaniain ipfi vocant ) .
Heidanus ( Abraham ) Professor der Gotteögelahrtheit zu Leiden , war zu Frankenthal in der Pfalz , den 10 August 1597 gebohren . Er trieb seine ersten Studien zu Amsterdam , wohin sein Vater , Caspar Heidanus . 1608 zum Predigtamte war be - rufen worden . Ein Engländer , Namens Matthäus Schladuö , der damals Recwr von der Schule zu Amsterdam war , wen - dete eine besondre Fürsorge auf den Abrahain Heldanus , der v«el zu versprechen schien . Daniel Colonius ließ sich den Fortgang dieses Schülers nicht mit wenigerm Eifer angelegen seyn , als er zu Leiden , n dem wallonischen Collegio seiner Aussicht übergeben ward . Colonius , der nicht von denjenigen hitzigen Köpfen war , welche wollten , daß man die Sachen aufs äußerste getrieben hätte , als die arminianifchen Streitigkeiten zu entstehen ansingen , brachte sich in den Verdacht , als wenn er etwas auf diese Seite hinge ( A ) ; so daß es viele Personen übel nahmen , daß Caspar Heidanuö seinen Sohn unter einem solchen Lehrmeister studieren ließ . Allein die Verwegenheit solcher Lästerungen brachte eine Wirkung hervor , die der Erwartung der Eiferer ganz zu - wider war . Der Prediger zu Amsterdam ließ seinen Sohn beym Colonius , seinem alten Freunde , dessen Rechtgläubigkeit ihm bekannt war ; er ließ ihn daselbst , sage ich , um seinem Freunde dadurch ein glaubwürdiges Zeugniß von der Gleichförmigkeit rer Meynungen zu geben . Der Schüler nahm beym Colonius sehr zu , und machte es nicht , wie der größte Theil der andern , die sich nur den Kopf mit der Streitigkeit über die 5 Artikel der Remonstranten anfüllten« . Er lernte dieses und das übrige . Er wurde bey dem Synodo der wallonischen Kirche 16 , 8 zum Candidaten des Predigtamts angenommen , und predigte in verschiedenen fran - zösischen Kirchen mit gutem Beyfalle der Zuhörer . Er predigte auch in etliche» , flamäiidischei , Kirchen mit gleichem Erfolge . Er reifere zwey Jahre , und sah einen Theil von Deutschland , der Schweiz , von Frankreich und England . Ein wenig nach fei - ner Zurückkunst wurde er zum Predigtamte befördert , und übte dasselbe zu Naerden bis ins 1627 Jahr , da er den Beruf des Kirchengerichts von Leiden annahm . Er war mit der Tochter eines von den vornehmsten Kaufleuten zu Amsterdam verlobt , da er Besitz von dieser neuen Kirche nahm , und feyerre nicht lange hernach sein Hochzeitfest . Er predigte wohl , und dieses nebst

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