Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11396

Et .
741 Hanavad .
»ine so gütige Gelegenheit gehabt , sich zu rächen . So groß ist die Ge , walt der Beredsamkeit ! werden'junge Redner ausrufen , welche ihre Materialien in dieser neuen Polyanthea zusammm gesucht haben / näm - lich in dem Wörterbuche des Moreri .
( E ) ( Bittet von seinen Freunden hat ihn verratherischer weise ermordcr . Z Er hat Thimbron geheißen , wie Diodor aus Sizilien sa - get , und er ist , wie Arrian will , aus Lacedämon gewesen . Er hat sich aller Haabseligkeiten des Harpalus bemächtiget . Andre sagen , es habe ein Reisender diesen Mord begangen ; ( Curtius , Lib . X . cap . II . ) andre messen ihn des Harpalus Hausgenossen ben ; ( Paufan . Lib . II . pag . 76 . ) und noch andre einem Macedonier . der Pausanias geheißen . Ebendaf .
Diese Veränderungen machen , daß man die Geduld verliert , und bringen den Geschichtschreibern Schande .
( F ) Die Nachricht , daß dieser von Athen versagt worden änderte Alexanders LLntschlufi , nach Europa zurück zu gehen , und die Athenienstr zu paaren zu treiben . ^ Quinrus Curtius be - richtet uns dieses . Iiis cogniti , , saget er , Rex Harpalo Athenienfibus - quc iuxta infeftus , clailein parari iubet ; Athenas protinus petiturus .
Quod confilium dum agitat , clam littcrae ei redduntur , Harpalum intrafle quidcm Athenas , pecunia conciliafle fibi principutn animos , mox contilio plcbis habito , iuflum vrbe excedere , ad Graecos milites peruenifl'e , a quibus interceptum et trucidatuin a quodam viatore r infidias . His Iaetus in Europatn traiiciendi confilium omifit .
. X . cap . II . Man müßte dumm seyn , wenn man nicht wahrnähme , v . , p hier eine große Lücke zwischen dem I und II Capit . des X B . des QuintuS Curtius ist ; denn welcher Geschichtschreiber ist von der gesunden Vernunft so entblößt , daß er vermögend wäre , auf die Art von einem Harpalus zu reden , wie Quintus Curtius in den erst gelesenen Worten davon geredet hat : wer ist , sage ich , vermögend , auf diese Art zu reden , ohne daß er vorläufig erkläret hätte , wer diese Person gewesen wäre , und was er für eine Unternehmung vorgehabt hätte ? Es ist nicht nöthiq , daß ich viel Worte davon mache : wer dieses nicht sieht , der ist nicht hig , die Ursachen zu begreifen , die ich anführen würde .
( G ) Alexander hatte sich des harpalus bedienet , Bücher t'onv mcn zu l^lfen . ] Plutarch belehret uns von dieser Sache ; man lese folgen - des , man wird darinnen finden , daß er diesem Prinzen nicht zu misfallen geglaubet hat , wenn er ihm Gedichte schickte , tüv Si ß<ßKim »<
tvn oguv b roit ccvu rcrct ; , Afir ct / . m IxeMvn naKtj / a ;
itvru rat tI * 3 ] T»AfTx >L> / < ) ) < / « { #>» SiSufäiißm . Aliorum libro - ruin quum in fuperioribus prouinciis non cflet ei facultas , nianda - uit Harpalo , vt mitteret . ille mißt ei Philifti libros , turipidisque et Sophoclis , etAefchyli tragoediaruni niagnam vim , Teleltis quoque Philoxenique dithyrambos . Plutarch . in Alexandro , p . 6 * 8 . D .
( H ) Das Grabmaal , welches - Harpalus einer von stinenSey - schläferinnen hat aufrichten lassen , i»k tofibac gcu>efl» . J Er harte unglaubliche Summen für die Purhionika verthan , fo lange sie gelebt ; nicht weniger hat er bey ihrem Begräbnisse verwendet . Das Leickenpränge ist unter der prächtigsten Musik von der Welt geschehen ; alles , was die Musik an Stimmen und Instrumenten geben kann , ist versammlet worden . Pofidonius , Lib . XXII . Hiftoriar . beym Athenäus IM XIIIB . 4yq S . Er hat ihr zwey prächtige Denkmäler , eines in Babylon , und das andre nahe bey Athen , ausrichten lassen . Er hat über - 00 Talente darauf verwendet : er hat dieser Frau unter dem Namen der Venus Py - thionika , einen Tempel und einen Wald geweihet . TW , « hoAuvsn «
( pfAoc »««» Kirf t»v ßupov n< / 3«v ( Ki ) c Aufus hic eft qui de amicitia
tua gloriaretur , illi et lucum et templum confecrare , aedtmquc il - lam et aram Pythioniccs Veneris nuncupare . Theopompus injEpift . ad Alexandr . beym Athenäus ebendaselbst 595 Seite . Das Grabmaal , das er ihr in Attika auf dem Woge von Eleusis machen lassen . hat alle überrroffen , die da herum waren . Man sollte es für das Giabmaal et»
„ es der größte« , Männer gehalten haben , die aus Athen entsprossen wa , ren . Wie groß muß nicht die Verwunderung der Fremden gewesen seyn , wenn sie erfahren , daß es einer Hure ihres gewesen ? Was sen sie von den Atheniensern geurtheilet haben ? Diese Betrachtung ist vom DicäarchuS . »In libris de Defcenfu in antrum Trophoniuir , beym Athenäus * 94 Seite . Ein Schriftsteller , der vollkommene Erkeimmiß von diesen Materien gehabt , versichert , daß der Pythionika Grabmaal auf dem Wege von Eleusis , das allerfchönste von allen alten Denkmalern gewesen , die man in Griechenland hat sehen können , dt rjj tain» «»« .
JävhVw iroiijaoH rfarm cwce * E & >iciy iy ; v 3 ( ac fi & Anx Vt
morttiac monumcntum pofucrit omniuni , quae in Graecia vetcrum operum quod fpefletur digniflimum . Paufanias , Lib . I . p . 36 . . Es ist auch wahr , daß man den Absichten des harpalus nicht getreulich gesol , get ist ; man hat nicht alle Summen auf dieses Denkmaal verwendet , die er dazu bestimmet hatte . Charikle ? . Phoeions Schwiegersohn , hatte aus des Harpalus Bitte , die Atissicht dieses Denkmaals über sich genommen , und die dreyßig Talente nicht verwendet . die er ihm in die Hände gege - ben hatte . Er hat sich auf zweverley Art beschimpft : > , da er die sicht eines DenkmaalS über sich genommen , das für eine . Hure bestimmet war ; da er sich einen Thell des ihm anvertrauten Geldes zugeeignet
hat . MviffiSov ini xgttiJATen xoäwüv inntxitcn StAixgottra^e t« Xa -
jikA« T1 ) V ItiiUahm . «ff * v ii Ttjv vxHfylav rav - rtpi , 'iyevv ? ^«x«Tvj'n ( i / viv 0 t & $0 ( trurttxt<2r«i . 3icih ( vh yk ( > tu vCv I» e' ? * * «'« , p ßxii^ontj 1% Sssot n' ( E'Aft / a - r»« , ) Siv ejjmv räv tfi & xovrx rctX & VTm aftov , cea rü Xgr & Af AoyfoJ - ifvou cparlw « ! « ro ejyov 15 * o th Xx ( ika { w . Qiimn Harpalus monu - mentum fumtuofum locare vellet faciendum , eius rei demandauit Charicli curam . Hoc Ministerium per fe turpe foedauit infuper fe - pulcrum abfolutura . Exftat eniin et hac aetate in Hermio , qua Athe - nis Eleufina itur , neque in eo triginta talenta , quantam fummam ex - penfam tulifle in id opus Harpalo autumant Chariclem , comparent . Plutarch . in Phocione , pag . 751 . D . PansaniaS bekennet , daß er nichts , weder von dem Vaterlande' , noch von der Familie der Pythionika , wisse , sondern nur , daß sie das Handwerk einer Buhlschwester in Athen und Corinth getrieben habe . Athenäus wußte ein wenig mehr davon . Er saget , daß sie der Baechis , der Flötenspielerinn , Magd gewesen , und daß sie sich nach diesem bey der Kupplerinn von Thraeien einschreiben lassen , die zu Aegina gewohnt , und daß sie ihr nach Athen gesolget sey , wohin sie ihr Hurenhaus verleget hat ; so daß Pythionika eine dreysache Skia - Vinn , und eine dreysache Hure gewesen ; «« yh«$on w «Ä . « rglirtgvov adrij / ; Vt non folutn ter niancipium , fed etiam ter fcortum fuerit . Athen . Lib . XIII . p . 595 . aus dem TheopompuS , in Epik , ad Alexandrum .
( I ) XYiiv deucht nicht , daß ein gewisses Murren wider die Vorsehung , - - - unser» - Harpalus betrifft . ^ Hier sind die Worte des Cicero , de Natura Deor . Lib . III . cap . XXXIV . Diogenes quidem Cynicus dicere folebat , Harpalum , qui temporibus illis prae - do felix habebatur , contra Dcos teftimonium dicere , quod in illa for - tuna tam diu viueret . Ich bin der Meynung des Menage : der Har» palus Cicerone , der Scirpalns des Diogenes von Laerz , Lib . VI . in gen . num . 74 . und der Scirtalus dcs'Suidas in myt» , : , scheinen mir ein einziger und einerlei ; Men , ch zu seyn : nun ist der Scirpalus des Diogenes von Laerz , und der Scirtalus des Suidas , ein berufener See - räubcr gewesen , der den Diogenes Cynicus gefangen und verkauft hat : ich glaube also , daß der Harpalus des Cicero , ein Seeräuber , und kein Heerführer Alexanders des großen gewesen . Der Character , den Cieero dem Harpalus gegeben har , schicket sich keineswegeö für den Heerführer Alexanders . Der Harpalus , von welchem Cicero redet , ist ein beschriee - ner Räuber gewesen , der wegen des Glückes , das seine Raubereyen be - ständig begleitet hat , eben so bekannt gewesen ist , als wegen seiner Räu - bereyen selbst : seine lange Glückseligkeit ist bekannt gewesen , wie aus der Folgerung erhellet , die Diogenes daraus gezogen hat ; angesehen man sich sehr lächerlich machen würde , wenn man in einer Stadt so nrtheilen wollte , wo die guten Prisen eines Seeräubers , nur etivan seit vier oder fünf Jahren bekannt sind . Man füge dazu , daß uns nichts so sehr ver - anlasse , über den guten Fortgang der Bösen zu murren ; als wenn man durch eben diesen glücklichen Fortgang ihrer Unternehmungen , selbst im» glücklich wird . Man sehe hierüber die Anmerkung ( L ) in dem Artikel Diagoras , der Gottesleugner . Wenn also ein Räuber ist . dessen lang« unterbliebene Strafe den Diogenes zu der Klage , welche Cicero erzählet hat , bewegen können ; so ist es sonder Zweifel derjenige , dessen Sklave Diogenes geworden war : da er nun der Gefangene eines Seeräuber« , und nicht des Statthalters von Babylon geworden war ; so muß man daraus schließen , daß er den Seeräuber , der ihn gefangen genommen , für den Zeugen gehalten , den man wider das Daseyit der Götter aufführen könne . ES ist also umsonst , daß der P . LeScalopier seinen Lesern vorre - det : es sey Harpalus der Statthalter von Babylon . nachdem er dem Könige , seinem Herrn , die Schätze geraubet , nicht lange ungestraft geblio . ben . Lefcalop . Commentar . in Ciceron . de Natura Deorum , Liv . III . p . 683 . ES ist umsonst , daß er saget , es habe dieser Dieb hierauf nichts anders gezeiget , als vaß er immer aus einem Unglücke in da« andre gefal» len , und daß er mit Verlauf eines Jahres elendiglich ermordet worden : er spricht hierinnen wider sich selber , und jeniehr er seinen Zweck zu be - haupten vermeynet , destomehr entfernet er sich von seinem Gegenstände : denn es ist hier die Rede von einem Diebe , welcher lange Zeit glücklich gewesen . Der Einwurf ist dieser : ihr führet uns einen Dieb an , der fast gleich nach vollbrachter Thar seine Strafe erhalten : dieß heißt nicht ant - worten , sondern vielmehr arbeiten , und ohne i ! ä selbst wahrzunehmen aus einer Schwierigkeit , die an sich selbst nichts ist , den Einfältigen ei . nen Stein des Anstoßes machen . Es ist für diese ein Aergerniß . wenn sie sehen , daß man einem Gottesverächter antwortet , indem man die ganze Fraqe verkehret . Und ist also der Schluß des Jesuiten nicht erbaulich ? Omitte Harpalum , fume Diogenem : ne querere , quod regiae pecu - niae praedovnum annum viuat in fua fortuna : querere , quod praedo diuinae prouidentiae in fua impietate longam vitam viuat : Ted que id certe conquercnduin eft , nam longavita miferrimi canisomni - bus infefti , omnibus exofi longum supplicium fuit , longioris tarnen fupplicii breue prteludium . Lefcalop . in Cicer . de Nat . Deor . Lib . III .
p . 6X2 .
( K ) Man findet bey dem Eusebius einen Fehler , den ich an , führen will . ] Er saget unter dem dritten Jahre der >> , Olympias . daß Harpalus »ach Asien geflohen sey , Harpalus fugit in Afiam . Scaliger fallt dieser Zeitrechnung bey , aber er ändert Afiam durch Atticam : es ist gewiß , daß , wenn Eusebius nicht Atticam genennet , er es doch hätte nen - nen sollen . Bongars hatte eö geändert , fugit ex Afia . In luftin . Lib . XII . cap . V .
Harmvad ( Isaac Ben ) ein berühmter Rabbine zu Ende des XII Jahrhunderts . Er hat etwas geschrieben , man weis nickt recht was es styl , soll . Man theilet ihm zwo wunderwürdige Eigenschaften zu ; denn man sager , daß er den Leuten am Gesichte ansehen können , ob sie eine Seele gehabt , welche aus einem andern Körper gekommen , oder ob sie eine gehabt , welche in dem Augenblicke , da sie mir ihrem Körper vereiniget worden , zu seyn , angefangen hat ; und auch noch , daß , ob er wohl blind ge . wesen , er dennoch durch den Geruch sicher unterscheiden können , ob jemand am Leben wäre , oder nicht a . Das Urlheil des D . Bartolom über diese Stelle ist etwas grob ( A ) .
<0 Aus der Biblioth . Rabbinica de« Bartolom . Toni . III , pag . 888 , 889 .
( A ) Das Urtheil desp . Aarrolocci über diese Stelle ist etwa« grob . Z Nachdem er diese Worte aus dem Rabbinen ReXanati angefüh^ rct , et licet fuiflet caectis , fenfibiliter pereipiebat ex aere , an iite fuif - let viuus an vero mortuus , so füget er hinzu , popnofeere cadauer cx olfadhi mira res apud Iudaeos : quia cum ludaei male olentes inter fe continuo verfentur , illorum olfaciendi fenfus videtur deprauatus , vt inter cadaueris et latrinarnm malum öderem diftinguere nefeiant ,
nifi prodigium fiat . Bartoloccius , Bibliothecae Rabbinicae , Tom . II I , pag . 889 - Dieß ist eine üble Art zu scherzen , und wenn man sich von ler unnützen Spitzfindigkeit und faulen Ausflüchten besreyen will : s» wird man erkennen , daß der Geruch dieses Rabbinen etwas sehr besonders müsse gehabt haben ; im Falle er durch solchen , den Unterschied , von wel - chem hier die Rede ist , habe machen können . Denn man muß nicht ver - langen , daß man habe sagen wollen , daß er unterschieden habe , ob ein ' Mensch ,

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