Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11365

Hardenberg . Harpalyce . Harpalycus .
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„ auf gewisse Art in dem Herzen verdauet würde . Daß es das Fleisch „ Christi nach dem Geheimnisse genennet worden , ob es gleich weder ner - „ vigt , noch mit Muskeln versehen , noch belebet wäre . Auf eben diesel - „ ben Grunde hat er auch , nebst euch , ein wirkliches und versöhnendes „ Opfer des Leibes und Blute« Christi , und die Anbethung des Sacra - „ mentes bauen wollen . Und ob er gleich durch dieses Mittel alle strei - „ tige Parteyen vergleichen wollen , so ist er doch weder von den Papt - „ steil , noch von den Lutheranern , noch von den Unsrigen gehöret wor - „ den : niemand hat seine Hirngeburten für gründliche Dinge erkennen „ wollen , und seine Speculationen sind in Rauch verschwunden , wie die „ eurigen auch thun werden . „ River , Reponfes a troi * Lettres du Sieur de la Milletiere , 62 u , f . S . Da Milletiere geantwortet , daß er dielen Schriftsteller nicht kenne , so hat Rivetus geantwortet : „ Dieser , , - Harchius , von welchem ich mit ihm geredet , und in dessen Schriften ich „ lacherliche Possen gefunden , die den seinigen ähnlich sind , sollte ihm eben so . . gut bekannt gewesen sevn , als das Tn'allacricon , ( dieses Buch fend , stehe unten den Artikel poiner . ) welches vom Grotius angeprie - „ sen , und mit den Büchern des Milletiere verbunden worden . Dicfi sind „ zwey im L576 Jahre zusammen gedruckte Stücke , ohne Namen de« „ Ortes uud des Buchdruckers , ob gleich ans der ersten Ausgabe , von dem „ Buche des - Harchins , die Stadt Xvorms steht . „ Ebend . p . 14 ; . > , , 4 .
( * ) Dieß ist ein Druckfehler , anstatt - Harchius . Uebrigens weis ich nicht , warum man ihn zu einem Jülicher machet ; denn er ist von Ber - gen in Hennegau gewesen : vielleicht hat er die Arzneykunst im Lande Jülich getrieben ; vielleicht hat sich auch Rivetus eingebildet , dafjMonten . fis das Herzogthum Berg bedeute , welches er wegen der Nachbarschaft und ihres gemeinschaftlichen Herrn mit Jülich vermenget hat .
( C ) Wir wollen einen allgemeinen Segriff von seiner VClzy , nung geben . ] Ich nehme es aus einem Briese , den Andreas Rivetus den - > ? des Heumvnats , 1641 , an den Milletiere geschrieben hat . „ Eure „ Unterscheidungen der Materie und des Geheimnisses , unter «lArri»
„ und ve> ) Tov , empfindlich und verständlich , reißen alles um . was ihr „ bauen wollet , ohne zu beweisen , wie man mit dem leiblichen Mpnde ein „ Geheinnuß essen kann , das keine Marerie hat ; und wie die Substanz „ eines Körpers bleibt , wenn die Materie nicht mehr ist : welches ich in „ eurem Schatze der reichen Begriffe nicht erkläret finde . Ich habe vor „ mehr als dreyßig Jahren etwas dergleichen in der Schrift eines gewis - „ sen Arztes , aus dem jülichischen Lande , Namens Tsitrckius ( * ) , wesen , mit dessen Kalbe ihr gepflügt zu haben scheint . Er hat gewollt ,
„ daß der Leib , den die Kirche im Brodle giebt , der Leib des ewigen AZor - „ res sey , welcher , da er auf eine wunderbare Art in das Brodt gekom - „ men , in das Wesen desjenigen Fleisches verwandelt würde , das er „ mir in den Himmel genommen hatte ; daß es ein Fleisch von gleicher „ Art sey , mit welchem die Substanz unsers Fleisches genähret worden .
„ Er hat es , wie ihr , geistliches und verständliches Fleisch genennet .
„ Er hat gesaget : daß das Fleisch , welches alle Tage vom Brodte und „ Weine erschaffen , und durch die Gläubigen von dem Altare genommen „ würde , was die Narur betrifft , demjenigen Fleische gleich wäre , welche«
„ Christus im Himmel hat , und welches lebendig machet , wegen der Gott - „ lichkeit , die sich mit dem Brodte auf eine Art vermischet , die nicht aus - „ gedrückt werden könnte . Er hat gewollt , daß die Calvimsten durch die „ Lehren de« heil . Augustins erkannt hätten , daß die Sacramente , das „ wahrhafte Fleisch Christi in sich haben , ob es gleich geistlich ; welche«
»in seiner Art mit dem Munde , nebst dem Brodte , gegessen , und
Hardenberg , ( Albrecht ) ein protestantischer Prediger zu Bremen , im XVI Jahrhunderte , ist dem augspurgischen Glau - bensbekenntnisse achtzehen Jahre gefolget , und hat sich endlich mit solchem Fortgange für die calvinistische Lehre erkläret , daß er dieselbe , ungeachtet der Widerseßungen seiner Amtsgenossen und des Raths , in der Stadt eingeführet hat . Er hatte sich derge - stalt in das Gemüth des Volkes eingeschmeichelt ( Ä ) , daß es sich für ihn wider das Lutherthum erkläret ; so , daß die Obrigkeit , die sich dem augspurgischen Glaubensbekenntnisse abzusagen geweigert , abgesetzet und verbannet worden . Sie sind alle in ihrer Verbannunggestorben " . Der Schriftsteller , der mich diese Dinge lehret , verwies seine Leser in ein Werk , welches Dithmar Kencheliuö , Bürgermeister von Bremen , seit seiner Verbannung aufgeschet und betitelt hat : Brem ; , dilucida , ac vera Nar - ratio , de initiis et progreffu Controuerfiae , Bremae a Dolore Alberto Hardenbergio motae , oppofita recenti Scripto eiusdem Hardenberg» de Vbiquitate et Coena Domini . Hardenberg hat seinen Sieg nicht lange genossen : er ist , als ein auf - rührischerSacramentirer , von der lutherischen Partey , welche die Oberhand wieder bekam , auö Bremen verjaget worden b . Er hat ein Leben des Wesselius geschrieben , welches gedruckt worden .
a ) An« dem George Braun , in Cacholicornmlremoncnlnim vefentione , p . 46 . 49 . b~ ) Au« eben demselben , auf der 164 S .
( A ) Er bat sich solchergestalt in da« Gemütb des Volkes Bremam introduxit . Quod vt comtnodius faceret , ( vt fcribit Dithma -
eingefchrtieicbelt . ] Dieß ist das wahrhafte Mittel , die Sachen zu ver - ru , Xenckeliuz , eiusdem cimtatis conful , Iibello contra Hardenbergium
ändern : ein von dem Volke unterstützter Prediger , ist vermögend , alle edito ) in intimam populi , liofpitwn , plebeiorum , muliercularum ,
Gattungen der Veränderungen einzuführen . Man giebt vor , daß sich puellarum , faniulorum denique et ancillarum familiaritatem fe infi -
dieser hier so gemein gemacht , daß er auch nicht versäumet , die Gewo - nuans , auram populärem captauit , adeoque vt expublico fiiggeftu non
genheit der Knechte und 'Mägde zu erlangen ; worauf er sich kein Ge - modo praedicantes collegas ioculariter irridere , fed ipfos etiam fena -
wissen gemacht , die Rathsherren und Bürgermeister in seinen Predigten tores et confules nominatim taxare , eorumque autoritatem apud ple -
mit Namen zu tadeln , und ihre Gewalt bey dem Pöbel zu schwächen , dem imminuere non vereretur . Georg . Braunius , in Catholicor . Tre -
Caliiini haerefim , fenatu , et reliquis fuis Lutheranis collegis inuitis , monenfium Defenfione , p . 46 . 47 .
Harpalyce , war das allerfchönste Mägdchen in Argos . Clymenuö , ihr Vater , wurde so verliebt in sie , daß , da er er . fahren^ daß die Bestrebungen , die er zur Ueberwindung dieser Leidenschaft anwendete , dieselbe nur vermehrten , weiter auf nichts , als aufMittel dachte , dieselbe zu vergnügen . Er bestach also die Amme seiner Tochter , und genoß durch ihre Vermittlung insgeheim des geliebten Gegenstandes . Einige Zeit hernach meldete sich der Schwiegersohn , dem er Harpalycen versprochen hatte . Sogleich wurden alle prachtige Anstalten zur Hochzeit gemacht : die Heirath wurde vollzogen ; der Gemahl reisete mit seiner Ehgattinn nach seiner Wohnung ab . Hier geschah es , daß es dem Clymenus reuete , seine Einwilligung zu dieser Heirath gegeben zu ha - ben . Seine Liebe machte ihn so rasend , daß er , vor Endigung der Reise , seinen Schwiegersohn aus dem Wege räumte , und
e - ' - - " < - - <• " - ^ ^ ° " - t— " ^'ich stellte sie Betrachtungen über
zu rächen , ihren jüngsten Bru -
seine Tochter »ach Argoö zurück führte , wo er sich öffentlich , als ihr Ehmänn aufführte . Endlich stellte sie Betrachtungen über die Schändlichkeiten an , die sie von ihrem Vater erlitten hatte ; und rödtete , um sich deswegen zu rächen , ihren jüngsten Bru - der ( A ) , und gab ihm denselben zu - effen ; woraus sie , nachdem sie die Götter gebethen , sie aus der Welt zu nehmen , in einen Vo -
gel verwandelt worden ( B ) . Clymenus wurde von diesen Zufallen so zu Boden geschlagen , daß er sich selbst entleibte wird noch andere Har'palycen , in dem Artikel Harpalpcuo finden .
a ) Aus dem Euphorion , den Parthenius , im XIII Cap . feiner Brottcorum , oder verliebten Historien angeführer
Man
( A ) Sie todrete ihren jüngsten Bruder . ] Hygin erzahlet im GL VI Cap . daß sie ihren eigenen Sohn getödret , den sie vom Clymenu« gehabt , und er fetzet dazu , daß sie denselben von ihrem Barer essen lassen , und daßsie dieser , da er eserfahren , getödtet habe . Man muß im CCVI Cap . dieses Schriftstellers filiam verbessern , und filimn dafür setzen , wie in den CCXXXVIII , CCXXXIX und CCXLVI Capiteln steht . Außer dieser Ungleichheit , finde ich noch eine andere unter ihm und dem Parthenius . Dieser sager , e« sey der Harpalyce Barer des Theleu« Sohn gewesen , und habe in Arges gewohnet ; jener machet ihn zum Sohne des Schö - neu« und zum Könige von Arkadien . Ebendas . und im CCXLVI Cap . Im CXLII Ca» , steht Cöneus , und nicht Schonen» . Weil er ihn aber im CCXXXVIII Cap . zum Sohne des Veneus machet , so kann man gewiß seyn , daß man anstatt Schöne»« , durchgängig ( peneus lesen müsse ; denn wir erfahren aus des Apollodoru« I Bund des Antoninu« Liberali« , II Cap . daß Oeneu« einen Sohn , mit Nomen Clymenu« , gehabt .
( B ) Sie ist in einen Vogel verwandelt worden . ]
Fehler der Mythologisten .
ES herrschen zween große Fehler in den . fabelhaften Erfindungen der alten Griechen : der eine ist . daß sie die Htmptzwischensälle nicht sam unterschieden haben ; verändere ist , daß sie nicht die geringste Gleich - formigkeit in den Umständen zu beobachten gewußt haben . Kaum fin - det man zween Schriftsteller . welche bey Abhandlung einer Sache . - we . gen der Eigenschaften und der Namen der Personen , wegen der Zeiten und der Oerter einig sind . Wenn man durch diese« Mittel den Ueber - fiuß hat zeigen wollen , so hat man es unrecht angegriffen ; die Unsrucht , barkeit der Hauptsache wird sehr schwerlich durch die Mannigfaltigkeit der Nebendinge ersetzet . Anfänglich scheint es zwar , daß uns Eu - phorion und Parthenius hier etwas neues geben wollen ; allein man ge - be nur Achtung : es ist nichts anders , als der Tereus in einem andern Austritte und mit andern Personen .
jp ( \£PClh ) CU$ / König der Amymnäer " in Thracien , hatte eine Tochter , Namens Harpalpce , die mit der Milch einer Kuh und Stute ernähret worden ( A ) , und die er bey guter Zeit zur Führung der Waffen gewöhnet . Sie wurde dadurch eine sehr gute Kriegerinn , und er befand sich wohl dabey ; denn wenn ihm seine Tochter nicht zu Hülse gekommen wäre , als ihn Neo - ptolemuS , des Achilles Sohn , angegriffen ( B ) und verwundet hatte : so wäre er ohne Hülfe verlohren gewesen : allein Harpalyce griff den Feind zu so gelegener Zeit an , daß sie ihn in die Flucht trieb . Ihr Vater , den sie so glücklich von diesem fremden Krie - ge vefreyet hatte b , kam einige Zeit darauf in einem bürgerlichen Kriege um : feine Unrerthanen verjagten und tödteten ihn end> 'ich Harpalyce rettete sich in die Wälder , und legte sich aufs Rauben . Sie kam wie der Blitz ; und wenn man ihr zu Pser - de nachsehte das geraubte Vieb wieder zu bekommen , so konnte man sie nicht einholen . Sie hat nicht anders , als in Nehm ge . fangen werden können , die man ihr gestellct , als wie man die Hirsche fangt . Man bat sie getödtet ; allein es ist denen rheuer zu stehen gekommen die es gethan haben : denn es erhob sich so gleich ein Streit in der Nachbarschaft , weil man wissen wollte , wem daß gestohine Vieb maebörte . Man kam zu Schlägen , und es blieben von beyden Theilen viele auf dem Plahe . Seit die . ser Zeit hat man es als eine Gewohnheit eingeführet , daß man sich bey dem Grabe dieses Mägdchens versammlet , und zur Ver - söhnung ihres Todes Ritterspicle daselbst gehalten hat . Es hat eine Harpalpce gegeben , die sich sterblich in den Iphiklus H Vand . ' Aaa aa 2 verliebt

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