Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11347

Nymphen beygeleget ; die mit ihnen lebten , und mit ihnen stürben , sich zuweilen sehen ließen , und sich also auch von den Baumen ab - sondern könnten , ob sie gleich ihre Wohnung darinnen hätten . Herx Bayle saget uns davon nichts . Wer aber auf dem Wege fortgehen will , den uns der Herr von Fontenelle in seiner Obferv . de l'Oqgine des Fables , die ich in der deutschen Gesellschaft , II B . der eigenen Schr . u . Uebers verdeutschet habe , gewiesen hat , der könnte so da - von philosophiren . Die ersten wilden Menschen in Griechenland lebten in den Waldern . als der natürlichsten Behausung indischer Thiere . In kalten Ländern war das Laub nicht zureichend . die Menschen des Winters vor der Kälte zu schützen . Sie suchten also hole Bäume , darinnen sie sich besser vor Wind und Regen bergen konnten . Die Eichen wachsen dicker , al« alle Baume in diesen Ländern : wie ich denn selbst eine von der Dicke in meinem Vaterlande gesehen habe , die vier bis fünf Klaftern im Umfange hatte ; ob sie gleich halb vom Wetterstrale verzehret war . Eine che Eiche nun , konnte eine ziemlich weite Hölung habe» , darinnen sich bequem jemand aufhalten konnte . Nun sebe man , daß sich ein solches wildes Weibsbild darinnen aufgehalten , 'als schon einige dere Menschen sich in Gesellschaft begeben ; so ist nichts natürlicher gewesen , als sie eine Dryas , eine Bewohnerinn der Eiche zu nen - nen . Und da niemand sie kannte , oder ihr Alter wußte , sie auch ziemlich wilde aussah : so hat man sie leicht mit ihrem Baume für gleich alt ausgeben können . Hat nun irgend eine , der man ihre« Baum abhauen wollen , um die Verfchonung desselben gebethen , weil es ihre Wohnung war , und sie sonst keine Zuflucht wußte : so ist vollends die ganze Fabel , von den Hamadryaden , fertig . Daß eine solche Hamadrya« sich sehen lassen , und jemanden die letzte Gunst bewilligen können , das versteht sich von sich selbst . Und von ei , ner oder zwo , haben die Poeten leicht so viele , als sie nur gewollt , machen können . Wenn man eine solche Nymphe irgend Key einem Brunnen oder Flusse gesehen , wie sie trinken oder sich baden wollen : so hat man sie eine Najade genennet , wie gleich folgen wird . G .
( E ) Die Poeten haben manchmal Sie - Hamadr / aden für Sie Najaden genommen . ] Dieses hat PropertiuS in der XX Elegie des I B . gethan , wenn er von denen Nymphen redet , die Hertuls Liebling ent - führet haben : er nennet sie bald Hamadryaden , bald Dryaden , gleich - wohl sind es die Nymphen eines Brunnens gewesen . OvidiuS nennet ganz umgekehrt diejenigen Nymphen Najaden , deren Schicksal von ei» nem Baume abhieng :
Naida vulncribus fuccidit in arbore fa & is ; lila per« : faturn Naiados arbor erat .
Ouidius , Faft . Libr . IV . v . 231 .
Hanno . 737
Beyläufig will ich bemerken , daß es noch gewöhnlicher gnvesen , die Hcu madryaden und Dryaden wechselweise mit einander zu vermengen . E< ist in dem Hercules Oeteus ein Austritt , wo man die Wirkungen von dem Gesänge des Orpheus beschrieben hat . Man saget , unter andern Dingen , daselbst , daß die Dryaden ihre Bäume verlassen haben , und ihm nachgelaufen sind :
Et quercum fugicns fiiatn Ad vatein propcrat Drya» .
Seneca , in Herc . Oeteo , v . ioyi . p . m . 322 .
Es ist einigermaßen wahrscheinlich , daß von eben denselben Nymphen geredet wird , die mit einem Baume zugleich entstanden und vergangen sind , un5> die man , eige . tlich zu reden , Hamadryaden und nicht Drya« den genennet hat . Die Sage enthält nicht beständig , daß diese Nym - phen «ich niemals von ihren Bäumen , auch nicht einmal einige ten hatten absondern können . Also hat Seneca schon voraus sehen kön . nen , daß sie dieselben verlassen haben , um des Orpheus Gesang anzuhj - ren . Man merke , daß sich Servius betrogen hat , wenn er geglaubet , daß der Poet StatiuS in diesen Versen des VI B . der Thebai« , v»n den Hamadryaden geredet hatte :
Linquunt flentes dileäa locorum Oda , cana pale , , Siluanusque arbiter vmbtae ,
Seinideumque pecus , migrantibus adgemit illis Silua , nec atnplexae diinittunt robora Nymphae .
Verf . 110 . p . m .
Es ist gewiß , daß die Nymphen , davon hier die Rede ist , diejenigen qgi rocfcn sind , die man eigentlich Dryaden genennet , und also hat Servius Unrecht gehabt , das nec amplexae diinittunt robora Nymphae aus die Hamadryaden zu deuten , deren Character er durch diese Worte gege - den hatte : Hamadryades cum arboribus et nafcuntur et pereunt , vnde plerumque , caefa arbore , fanguis emanat , Seruiiis in Aeneid ! Libr . III . v . 34 . BarthiuS hat den Jrrthum dieses Sprachlehrers nicht wahrgenommen , ob er gleich eine Stelle anführet , die sehr geschickt ge - wesen wäre , dieselbe zu erkennen zu geben : Pulcra notatio in Commen . tario antiquo , saget er in Stat . Theb . Libr . VI . v . 113 . p . zzy . Tom . III . Diniittunt . ] Non cum effethi intellige , dimittunt enim omni , no , auamuis fero dimittant . Sed diuturnitatein manifellat amoris , non abfcefllflc Nymphas , nifi penitus proftratis arboribus . Sic fole ! mus dicere : Ille modum non facit plorandi , non facit alius finem ridendi , cum diutius rideat aut fleat . Zeigen diese Worte nicht klarlich , daß Statins nicht von derselben Gattung von Nymphen redet , die Servius beschrieben hat , und die nothwendig sterben müssen , wenn ihre Baume umgehauen worden ?
HaNN0 , Feldherr der Carthaginenser , bekam Befehl , nach Africa zu gehenEr kam durch die Meerenge , die wir die von & U ; , in den Occan , und entdeckte viele Landerb . Er hätte seine Schiffahrt weiter sortgeseßet , wenn eö ihm nicht an iebensmi»
braltar nennen
ich will sagen , daß er bis an das äußerste Arabiens gekommen sey . . geführet worden ; allein man hat derselben nicht viel Glauben bey -
» - v ist wegen der Zeit nicht einig , darinnen er gelebet hat ( 0 ) , und man
hat nicht den geringsten Beweis , daß ihn die Carthaginenfer hätten hinrichten lassen . Er hat in dem Tempel der ^uno die Hau - te etlicher wilden Frauen aufgehenkt , die auf seinen Befehl geschunden worden . Man sehe dle letzte Anmerkung
« ) Siehe die Anmerkung ( B ) . V ) Siehe denPlinius und Pomponius Mela , die ich in derAnm . ( A ) angeführet . c ) In der ange , führten Stelle , aus dem Solinus .
( A ) Er hatte seine Schiffahrt fortgefttzet , wenn es ihm nicht «n Lebensmitteln gemangelt hätte . Einige versichern , daß er sie vollendet hätte . ] Zwo Stellen , die eine aus dem Pomponius Mela und die andere aus dem Plinius , werden hier unsere Ausleger seyn : Hanno Carthaginenfis exploratum uiilliis a fuis , cum per Oceani oftiuin exifiet , magnam partem eins circumueöus , non fe niare fed commeatum defeciilc , memoratu retulerat . Pomp . Mela , Libr . III . cap . IX . p . 63 . Ausgabe de« Jsaac VoßiuS . Hier sind auch die Worte des Plinius , Libr . II . cap . LXVII . p . m . 220 . 221 . Et Hanno , Car - thaginis potentia florente , circitmueöus a Gadibus ad finem Ära - biae , nauigationem eam prodidit fcripto . Salmasius behauptet , eS habe sich Plinius geirret , und Hanno seine Entdeckungen nicht bis ins rothe Meer , sondern nur bis an die gorgadischen Inseln getrieben . Sal - maf . Exercitat . Plin . p . 1242 . 1244 . Jsaac VoßiuS geht nicht weit von dieser Meynung ab : er glaubet , daß die Insel , die man heutiges Tages St . Anna nennet , der 'Schiffahrt diese« carthaginensischen Feld - Herrn das Ziel gesetzet hat . Ifaac . Voflius in Melam , Libr . III . cap . IX . p . 305 .
( B ) Er hat eine Beschreibung , , - ; allein man hat der - selben nicht viel Glauben beygeleget . ] Plinius . der sonst , wie die ganze Welt weis , viel nachsieht , hat sich nicht enthalten können , zu sa - gen , daß dieser Schriftsteller sehr viel Fabeln vorgebracht habe . Euere , saget er in de« V B . I Cap . p . 523 . 524 . et Hannonis Carthaginenfium ducis commentarii , Punicis rebus florentiffimis explorare ambitum Africae iufli : quem fecuti plerique Graecis noftrisque , et alia quae - dam fabulofa , et vrbes multas ab eo conditas ibi prodidere , quarum nec memoria vlla nec veftigium exftat . Man sehe auch den Athenäus , III B . p - . Von dessen Worten siehe den Voßius von den griechischen Geschichtschreibern , 5 . 4 S .
( C ) - - Es ist etwas davon übrig . ^ Sigismund Geleniu« hat es zu Basel , bey Froben , , 533 . griechisch drucken lassen . Man hat eine andere Ausgabe in derselben Stadt , >559 , mit der lateinischen Ueber - sekung und einigen Noten Conrad Gesner« gemachet . Unterdessen sa - ge'r Salmasiu« , daß dieses Werk den Griechen niemals bekannt gewesen zu seyn schiene Scriptum illud non videtur innotuifie . Etenim fi veniflet in no'titiam ac manus Graecorum , totam eam meridiani Ocea - ni oram minimc reliqniAent intadhm . Salmaf . Exercitat . Plin . p . 242 . Er hat also die von mir in der vorhergehenden Anmerkung angeführte Stelle des Plinius , und die Stelle des Buches . « ? > TZ' pArtn , de auditionibui admirandis , n . cht gekannt , Hanno führet wird . Man gedenket dessen auch in dem Auszuge de« Artemido - rus von Ephesus . Dieß sind Veyspiele , die uns b^ckn . daß^nge . die man schr leicht wissen kann , denjenigen unbekannt sind , dle dle größte
ll Dans .
Belesenheit und das weitläuftigste Gedächtniß haben . Jsaac VoßiuS hat dem Salmasiu« diesen Fehler nicht übersehen , in Melam , p . 302 . Der P . Harduin in Ind . Autor , Plinian . p . 113 . hat ihn auch nicht ver« gessen . Man merke , daß man >674 - dasjenige zu Leiden herausgegeben , was Gesner 155 ? zu Basel hatte drucken lassen ; ich will sage» , den Pe . riplus des Hanno , mit seiner lateinischen Uebersetznng und seinen Noten und dem Africa des Johann von Leon . Allein Berkelius hat diesem ei - nige Anmerkungen beygefüget . die au« dem II Theile der Geographiae Sacrae Bocharts genommen worden . Dasselbe Werkchen Hannon« ( man kann e« wohl so nennen ; denn eS machet in der Ausgabe von Ox - ford , 1698 , in 8 . nicht sich« halbe Seiten aus , ) ist 169« zu j^svrd . durch Hudson« Besorgung , mit verschiedenen andern Schriften von dieser Art , in dem I Bande der Geographiae veteris Scriptorum Graecorum mino - nun herausgegeben worden . DodwellS Dissertationen , die diesem Ban - de vorgeseher worden , und weitläuftig von diesen alten griechischen Schrift - stellern handeln , sind voller Gelehrsamkeit . Diejenige , welche den Han - no betrifft , ist nicht die geringste an Wichtigkeit . Dodwel alauber nicht , daß dieser carthaginensische Feldherr den Periphu gemacht hat , den man unter seinem Namen hätte . Er eignet ihn einem gewissen chen aus Sicilien zu , der ein großer Gönner des Ruhms von Carthago gewesen . Er glaubet auch , daß der Periplu , , der heutiges Tages den Namen Hannons führet , von demjenigen sehr unterschieden sey , den die Alten gehabt haben . Man merke , daß man in der Vorrede vor der oxfordischen Ausgabe nicht gesaget , daß Bokler den Hanno mit Noten , , 661 , herausgegeben habe .
( D ) Man ist wegen der Zeit nicht einig , in welcher er gelebet har . Z Nach dem Plinius ist es damals geschehen . als die Sachen der Carthaginenfer am meisten geblühet haben . Diese« ist uichestimmt , gleichwohl findetVoßiue . de Hiftor . Graecis , p . ziz , darinnen eine wich - tige Ursache , zu schließen , daß unser Hanno weder derjenige , davon Justin im XX B . redet , noch derjenige , der das Haupt der Partey in CaÄ , aqo . unter währendem andern punischen Kriege , gewesen ( * ) ; sondern jenige , der wider den Agathokles geschickt worden , wie uns Znstm im XXIIB . berichtet . Der - Hanno , im XX B . Justin« , ist nach Sicilien wider den Tyrannen Dionysius geschickt worden : die Gallier harten die Stadt Rom bereits erobert ; ( luftin . Libr . XX . cap . vk . j und sie ha , ben sie im 366 Jahre , nach ihrer Stiftung , eingenommen . Eben dieser Hanno ist einige Zeit darauf mit seiner ganzen Familie hingerichtet wor , den , weil er sich zum Meister von Carthago machen wollen . Ebendas . XXI B . I V Cap . Ich weis nicht , ob diese Stadt zur selben Zeit nicht eben so blühend gewesen ist , al« da ein anderer - Hanno wider den Aga - thokles geschickt worden . Ebendas . XXIl B . VI Cap . Er hat da« Leben in einer Schlacht , im 443 Jahre Roms , verlobren . Ich sehe also keine Gewißheit in den Gedanken de« Voßiu« . Man merke , daß die von ihm Aaa aa ange>

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