Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11297

7Z2 Hall .
Absonderung zu widerrathen ) und die Lobsprüche , die er über den Nach« r»hm des Junius , in einem andern Briefe , ausschüttet . Euer berühm - ter Junius hat nicht« unvergleicklickers , als die / liebe zum den , gehabt ; mir was für Gelassenheit des ( Beifies hat er nicht geantwortet , wenn ihn unsere Separatisten herausgefordert ha« ben^ ? und mit wie viel ernsthaftem Ungestüme hat er sie nickt zur Mäßigung ermahnt i u . f . » . Hall , Ep . VII , Dec . VI , p . 499 . In dlesem Briese beweinet er die Zwiespalten der Gottesgelehrten zu Lei - d . n , und beschreibt das Böse auf eine nachdrückliche Art , nxl - ch ; s die Kirche durch diese Gattung von bürgerlichen Kriegen leidet .
Hier ist die Ermahnung , die er an den Professor richtet , der zu diesen SMungenAnlaß gegeben hat . „ Wenn ich einige Gewalt über diesen „ gelehrten und scharfsinnigen Arminius haben könnte , so würde ich ihn „ auf diese Art bitten und beschwören . Ach weh ! daß eine so weise Per - „ son den Werth des Friedens nicht weis ; daß ein fi> edler Sohn der Kir - „ che mit Bekundung und Zerreißung des Leibes seiner Mutter ans Licht „ gekommen «st ! Worauf zielen doch diese spitzfindigen Neuerungen ? „ Wenn sie ihn berühmt , und die Kirch ? elend machen , wer wird Gewinn „ und Nutzen davon haben ? Ist denn die Seltsamkeit so kostbar , daß sie „ so rheuer zu stehen kommen muß , daß man auch ihrentwegen die Si - - ' „ cherheit und Ruhe unsrer gemeinschaftlichen Mutter zu Grunde richtet ? „ Wenn dasjenige Wahrheit ist , was du vorgiebst ; warum würdest du der „ einzige seyn ? Meynest du denn , daß es bis hieher keine andre Augen , „ als die deinigen , gegeben hat , die wegen dieses Gegenstandes so verklärt „ gewesen wären ? Wo hat sich diese heilige Wahrheit vor den sorgsälti« „ gen Nachforschern derselben so lange verborgen gehalten , daß sie sich dir „ ifto zuerst entdecket , da du sie nicht gesucht hast ? Hat das Evangelium „ in der Welt so lange geleuchtet , und dieselbe erleuchtet , und einige Win« „ kel unbesucht gelassen ? Zurück mit allen neuen Wahrheiten ; sie können „ zwar schön und scheinbar , aber nicht heilsam und gründlich seyn ; eS , . werden dich manche wegen derselben bewundern können , aber niemand „ wird dich segnen . Jedoch wir wollen den Fall setzen , daß einige von „ diesen Puncten nicht weniger wahrhaftig als merkwürdig sind ; warum „ müssen die ernsthaften Gesänge der Harmonie unsers Friedens , durch „ dergleichen unnützliche Fugen und Triller beunruhiget und unterbrochen „ werden ? Vielleicht wäre ein ruhiger Irrthum besser , als eine oder die „ andre unordentliche Wahrheit ! Wer verbindet uns denn , alleszu sägen , „ was wir denken ? Wollte Gott , daß du allein weise wärest , wenn nur „ die Kirche bestandig erhalten würde ! Haben unsre Widersacher nicht zu - „ vor über unsre Zwistigkeiten genug gezanket ? Haben sie sich nicht satt - „ sam mit nnserm Raube bereichert ? Um des theuern Namens unsrer ge - „ meinen Bäter willen , was denkest du zu thun , Arminius ? Was ha - „ den doch diese neuerregten Streitigkeiten sür einen Endzweck ? Wer „ wird Nutzen davon haben , als diejenigen , welche uns lästern , und sich „ durch den Fall der Wahrheit befestigen ? Wer wird verderbet und zu „ Grunde gerichtet werden , als deine Brüder ? Ich beschwöre dich bey „ dem kostbaren und blutigen Lösegeld ? unsers Heilandes , und bey derjeni - „ gen erschrecklichen Erscheinung , die wir eines Tages vor dem großen „ Richterstuhle des Sohnes Gottes thun müssen , an dich selbst und an die , »z«rstre»ten und getrennten Glieder der Kirche zu denken ; gieb doch ja nicht „ zu , daß diejenigen schönen Eigenschaften , damit dich Gott begäbet hat , dem „ Schwachen ein Stein des Anstoßes werden , der sie zum straucheln , fal - „ len und irren beweget . Um Gottes willen , entweder sage nichts , oder „ sage einerley . Wie viele große Geister giebt es , die keine Umwege gesu«
„ chet haben , und wo mit ihren Gefährten selig sind ? Es sey dir nicht „ verächtlich , mir vielen in den Himmel einzugehen . Was würde er auf ei , „ nen so ausdrücklichen Befehl erwiedern können ? Ebend . 501 u . f . S Wir müssen nicht vergessen , daß die Widersacher des Arminius , nach sei - nem Vorgeben , allzugroße Bewegung qcmachr haben . Weder Gomarus , setzet er pag . 50 ? dazu , noch die andern von der verehrungswürdi - aen Brüderschaft der ehrwürdigen Gottesgelehrten . sind bey ner so wichtigen Sacke «rumm gewesen . Jdi furchte vielmehr , daß bey einigen von diesen Tumulten all ; « vieles Carmen gema - thet worden . Es können dabey wohl viel Heute zum Zanken gewesen seyn , aber nicht tum Sitten . Die Menge der Kittenden ist gemeiniglich macktig ; und wie vielmehr bey gereckten Be - wegungen - - - Die rveisheit und ckristlicke Liebe könnten uns lehren , das Vorurtbeil der Streitigkeiten zu vermeiden . - Haben wir nur diese zwo Tugenden , so werden die Irrungen we - der uns . nock der Kirche durch uns schaden : allem ack leider ! unsere Eigenliebe ist allzustark für diese zwo ; diese allein öffnet dem Zanke Thür und Thore , und übersckwemmet die gefällige aber fiack umschanzte Rircke . Die Menschen halten die Mey , nungen hock , weil sie ihre sind , und wollen , daß die tvahrheit derselben Magd , aber nickt Regentinn seyn fall . Sie wollen , daß dasjenige , was sie behauptet haben , für wahr gelten soll : der Sieg wird gesuckt , nicht die GenugtHuung ; der Sieg des hebers , nicht der Sacke . Derimige ist seltsam , der so wohl nack - zuqeben , als zu antworten und zu bcscbuloigen weis . Ebend ; o6 , <07 S Dieß sind vortreffliche Gedanken , welche meinen Artikeln des Arminius und Gomarus zu einem schönen Zusähe dienen . Siehe die Anmerkung ( E ) bey dem Artikel Arminius , und die Anmerkung Ein Brief , den er an einen sehr unbeständigen Menschen wegen der Religion qeschrieben hat , kann uns überzeugen , daß er begierigst gewün - schet , es möchte eine vollkommene Einigkeit in der Kirche herrschen kön - nen . Ihr seyd , saget er zu dieser ^Person ( im 5 Br . des III Zehnten 82 S ) bald von der Parrey der Römischen , bald von der unsri - gen , bald 5wiscken beyden , so wohl wider die eine , als andre .
Unsre rvidersacker halten dafür , ihr seyd von der unsrigen , und wir urlheilen ibr seyd von der ihrigen - rvas halt euck
denn ab 1 Sind es unsre Spaltunqcn ? Ick sehe , daß ihr den Ropf aufwerft , und durck eure Gcbcrden stillschweigend zu er - kennen gehet , daß diests die Ursacke euer« Ekels ist . U ? ollte Gott , daß ick diesinpunct mit Wahrheit leugnen , oder mitTHra - nen ausloscken könnte . Allein ich gebe ihn mit nickt wenigerm
Betrübnisie , als ihr mit Beleidigung zu . In der That kam , man nickts erbarmen« - und beweinenswürdigers auf dem Erd> boden sehen , als die innerlicken Streitigkeiten eines einigen Glau , bens . Hierauf widerleget er den Vorwand , den man aus diesen widri - genMeynungen nehmen könnte , sich zu keiner Partey zu halten : und er behauptet , daß nicht allein die Gemeinschaften nicht von Spaltungen be - fteyt sind , sondern daß auch jede Privatperson denselben ausgesetzt sey . Man zeige mir eine Rircke , die sick über keine Zerstreuung be , klagt hatte , oder einige Familie , ja einige Brüderschaft , wo ein Mensch allezeit mit sick selbst einig ist . Man sehe , ob sie die Braut Christi in demjenigen himmlischen Braurliede oder - Hock - zcitgesange nickt eine >unge - Hindinn auf den Bergen der Zwietracht nennet . Man sage mir also , wo soll man hingehen , die Xvahr - heit ; u ( lieben , wenn man nickt gestehen will , daß die Wahrheit da sey , wo kein Zwiespalt ist 1 Vielleicht ; u Rom , in der , wegen der daselbst herrschenden Einigkeit und des Friedens halben be - rühmten Stadt^ Numehro sehe man , wie glücklick man gewählt , was man sick für Nuyen geschafft hat ! Bellarmin selbst , ein u n ver - werflicker Zeuge und ohne Ausnahme , hat in seinen eignen Schriften 237 ZVidersprechungen der Lehre unter den romisckrn Gottesgelehrten offentlicl ? bekannt und gezahlt . Ebend . 86 , 87 S . „ Wenn euch unsre Kirche , fährt er pag . 89 fort , wegen ihrer Streitigkeit „ misfällr , so muß euch die ihrige noch mehr missallen : wenn ihr nicht „ fteywillig ungläubig oder parteyisch seyn wollet ; oder weil euch ein „ Uebel »veniger unangenehm ist , weil es verborgen ist . „ Er hatte pag . 88 gesagt : daß die Papisten nicht weniger Streitigkeiten hätten , dieselben aber mehr erstickten . Sie schlagen sich insgeheim und ohne Lärmen , da hingegen alle unsre Schlachten im sreyen Felde geschehen . „ Was wollet „ ihr also thun ? Wollet ihr eine Kirche für euch alleine seyn ? Ach ! mit „ was für Widersprechungen seyd ihr selbst angesüllet ! mit wie viel wi - „ drigen Beratschlagungen ! wie oft seyd ihr wider euch selbst im Zanke „ und Streite ? „
Wir wollen hier beylaufig beobachten , daß ihm dasjenige , was er hier vom Bellarmin saget , bestritten worden ; ein englischer Priester hat vorge - geben , daß dieses eine allzuunverschamte Bejahung sey . Jofeph . Hall , Apologie pour le Maria ge des Ecclefiaftiques , Reponfe a l'AvertiJfe - ment . Joseph Hall hat ebendaselbst unter andern Dingen geantwortet , daß er die 237 Widersprechungen nach der Recknung gezählt hätte , die Pappus davon gemackt hat , und daß sein Friede Roms , >oz dersel , ben zahle . Dieser Friede Roms ist ein Buch vom Joseph Hall . Man hätte ihn auf diese Art zur Rede setzen können : wenn ihr die Rechnung des Pappus richtig gefunden habet ; warum begnügt ihr euch , in diesem letztern Buche nur >oz Widersprüche einzuwenden ? Und wenn ihr si« nicht richtig gefunden ; warum werfet ihr ihm denn in euerm Briefe 237 Streitigkeiten vor ?
( E ) Dieß hat dem großen Friedensstifter Duraus viel Vergnü - gen gemackt . ] Er hat 1634 die Gutachten einiger französischen tesgelehrten und dreyer englischen Bischöfe über die Art , der Vereinigung der Protestanten , herausgegeben . Unser Joseph Hall war einer von diesen dreyen Bischöfen . Davenant und Mvrron sind die zween andern gewesen . Der Irenicorum Traöatuum Prodromus , den Duräuö 1662 hat drucken lassen , enthält zwo Schriften Joseph dalls . Die eine hat zum Titel : Columba Noae oliuam adferens iaftatiflunae Chrifti Arcae , praefertim aduerfus machinariones Pontificiorum . Dieß ist eine Predigt , die er vor einem Synodo zu London gehalten . Die andre ist betitelt : Pax terris , continens varia ad Concordiam in - tcr Chrirtianos hoc tempore fuadendam Confilia et Argumenta .
( F ) hat unter andern Religionsstreitigkeitcn die vom Ge , lübde des chloftn Stanvcs abgehandelt . ] Sein III Br . des II Zehn , tens ist betitelt , Sckuyrede wegen der Ehe der geistlicken perso - nen . Sie hat dem Urheber nur drey Stunden und drey Bogen Papier gekostet . Iofeph Hall , iti der Vorrede , der Apologie pour I honneur du Mariage des Ecclefiaftiques . Er ist von 23 © . in 12 . in der französischen Uebersetzung Jaquemors . Zwölf Jahre nach feiner Herausgabe , hat ihn ein englischer Priester durch eine Schrift von Z80 S . widerleget . Ebend . Joseph Hall hat ihm mit einer ungemeinen Geschwindigkeit durch ein Buch geantwortet , welches er betitelt hat : Sckutzsckrift für die Ehre des Ehstandcs der geistlichen Personen wider die boshaften Ver - leumdungen des cker Xvidersacker , und stine verstchrten Anhänger sehen können : wie eine wohl eingericktete Ehe nicht die Ursacke der Unwissen - heit und Dumml ) eit unserer Geister , nock der Mäßigkeit unserer - Hände sey . Ebendaselbst . Ungeachtet er verheirathec gewesen , so hat er dennoch diese Antwort in sehr kurzer Zeit vollendet , und sie zweymal mit seiner eignen - Hand abgeschrieben , ob er sckon hieran sam nur zum Zeiwertreibe und zur Erholung von wicktigern Geschafften seines Berufs gearbeitet hat , die ihn damals mehr , als gewöhnlick drangen . Ebendas . Dieses giebt uns Ursache , zu muthmaßen , daß sich der englische Priester des allgemeinen Sabes be - dient hat , daß der Ehstand sehr vom Studieren abhalte . Siehe die An , merkung ( B ) bey dem Artikel Usserius ( Heinrich ) . Es sind dem Hall etliche Ausdnickungm entwischet , welche zu bedeuten scheinen ; daß di» Enthaltnng unmöglich sey : und man hat ihn durch die daraus gezoge - nen Folgerungen ein wenig verwirrt . Hier ist einer von den Einwürfen des englischen Priesters . Siehe l' Apologie de Hall pour le Manage des Ecclefiaftiques , pag . 71 , 72 . Man ziehe auch den XXI Brief der Fortietzunq von der allgemeinen Critik Maimbourgs , <588 S . zu Rache , ^err - Hall ist außer Landes , in Frankreick gewesen ; daß Fleisch ist sckwack , die Versuchungen sind mannichfaltig : wenn er dasje , nige für eine große Beschimpfung und Veracknmg genommen hatte , wenn man ihn damals oder vor seinem Ehstande , wegen einiger Unehrbarkeit . im Verdackte gehabt ; wenn - Herr - Hall ob« ne Besckwerung so lange Zeit hat keusch leben können ; warum sollte er nickt nock langer also haben leben könnend Er antwortet , daß dieser Schluß nichts tauge , und vergleicht ihn mit den folgenden : „ Ein guter Schwimmer kann seinen Athem unter dem Wasser einige „ Minuten lang zurück halten ; warum sollte er ihn nicht auch eine gute
Stunde

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.