Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11280

m .
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s ) Witte , in Diario Biograph , des WintermonatS , 1612 gestorben ist .
O Ebend . c ) Siehe das Journal der Gelehrten vom q August 1667 . <0 Welcher den 6
CA ) Cgc ward genothiget , den Synodum zu Dordrechtzu ver^ Ein Priester , der wider ihn geschrieben , hat . nicht ermangelt , ihn wegen dieser Disputation anzufallen ; allein Joseph Hall hat ihm gc - antwortet , Apologie pour l'honneur du Mariage des Perfonnes Eccle - fiartiques , fol . B . , verfo . ( Ich bediene mich der Uebersetzung Jaque - mots , die zu Genf 1665 gedruckt worden . ) „ Er selbst oder ein anderer «von seinen verwegene» und flatterhaften Gefährten - - - mögen „ sagen , worinnen ich denjenigen Schande erwiesen , die mich abgeschickt „ haben . Es ist mir ein großer Verdruß , daß die Notwendigkeit meiner «Gesundheit , ja meines Lebens , mich so frühzeitig davon weggerufen hat ; «weil ich aber der Nothwendigkeit des Todes , oder dieser Abreise weichen „ müssen , so mögen die andern urtheilen , ob ich mit mehrer Unpäßlichkeit „ als Neyfalle äbgereifet bin , so unwillig ich auch darüber gewesen . , , Neceflltate propellente proditio eft ea tacere , quae quis ftudiofe per - fecerit . Chryfoft . in illa : Vtinam tolerafietis etc .
( B ) <£v bat das Studieren so sehr geliebt , daß er gewünscht / es möchte ihm seine Gesundheit erlauben , darinnen zu viel zu thun . ] Dieser Umstand seines Lebens findet sich in einem von seinen Briefen . Epiftres meslees II Dec . p . 195 , genf . Ausg . von 1627 , nachJa - quemots Uebersetzung . Fürchtet nicht , schreibt er an einen Freund , daß ich allzusehr im Studieren arbeite . Ich habe einen Rörper , der mir bicrinnen allzusehr zuwider ist ; so daß meine Freunde nickt nörhig haben , ( ich deswegen ; u bekümmern . Es ist nichts , wo - rinnen ich eher ausschweifen würde , wenn ich nur mir getraute , die Gesundheit meines Leibes Hindanzu senen , um die Kegierde meines Geistes zu sättigen . Allein in wahrender Zeit , da ich mich zwinge , und die Schatte dertvisienschaft suche , so giebt mir meine Schwachheit einen Verweis , und saget : Es ist besser , sich mit einer kleinen Wissenschaft zu begnügen , als sich seiner Gesundheit zu ben . Ich beruhige mich auch und erleide die Entbehrung der Glückseligkeit gcd»ldig , die ich mir erwählt hatte . Wie glucklid ) ist man , wenn man bey e>ner zu den Studien geneigten Seele , auch einen Körper hat , der den Folgen einer langen und scharfen Anstrengung des Geistes widerstehen kann ! Da Joseph Hall nicht damit versehen gewesen , so bat er sich regiert , wie kluge Leute i» dergleichen Falle thun sollen : er hat seine Neigung gezähmt , sobald ihn fein Körper erinnert , daß dieses zu ftiner Gesundheit nölhig wäre . Diejenigen , welche die Natur zwingen , und sich bey ihren Büchern annageln wollen , wenn sie gleich empfinden , daß das Studieren ihr Geblüt allzusehr erhitzt , und ihnen den Kopf wüste machet , weichen mehr , als sie sollen , von dem Grundsatze ab , daß das Le - ben nicht darinnen besteht , daß man lebet , sondern daß man gesund sey .
At noftri bene computentur anni ,
Et quanttun tetricae tulere febres ,
Aut languor grauis , aut mali dolores ,
A vita mcliore feparentur ;
Infantes fiimus , et fenes videmur .
Aetatem Priamique , Neftorisque Longam qui putat efie , Martiane ,
Multum decipiturque , falliturque .
Non eft viuere , fed valere vita .
Martial . Epigr . I . XX , Lib . VI . Und wenn sie der Eifer zum Dienste des gemeinen Wesens aufmunterte , ihre Gesundheit zu verabsäumen , so wäre dieses ein unordentlicher Eifer ; denn sie können der Republik der Gelehrten weit nutzlicher ftyn , wenn sie ihre Kräfte schonen , als wenn sie dieselben nicht schonen : man kömmt viel weiter , wenn man jeden Tag ein wenig arbeitet , als wenn man sich einige Wochen hinter einander auf eine sehr hartnäckichte Arbeit leget , die uns sehr lange Beschwerlichkeiten zuzieht . Derjenige ist glücklich , ich sage es noch einmal , der so stark ist , daß er alle Tage vierzehn bis fünf - zehn Stunden studieren kann , ohne krank zu werden . Eine unzählige Menge gelehrter Leute müssen dieser Glückseligkeit entbehren ; eine sehr kleine Anzahl derselben , pauci , quos aequus amauit Iupiler , besitzen sie .
Vnus et alter Forfitan haec fperant iuuencs , quibus artebenigna ,
Et meliore luto finxit praecordia Titan .
Iuuen . Sat . XIV , v . zz .
( C ) Er war sehr hitzig wider das pabfftfnim . ] Seine mischten Briese , vornehmlich aber der > in der 1 Decadc , der 4 in der - , und der 1 in der 5 können zureichende Beweise von dieser Sache geben . Ich will nur eine Stelle daraus anziehen ; und eine solche erkiesen , wel - che zeigen wird , daß der Verfasser besonders den Jesuiten jehr gehäßig ge - wesen . Man merke , daß ich sie aus einem Briefe nehme , der die Beob - achtungen enthält , die Joseph Hall ungefähr 1610 bey seiner Reise in den spanischen Niederlanden , gemacht hat . Die Beschreibungen der Reisen , den a - ben uns gemeiniglich ihren herrschenden Geschmack zu erkennen , ob sie Alterthumsliebhaber , Naturkuudiger , Erdbeschreiber , Ingenieurs , Andächtige oder Scheinheilige , u . d . m . sind . Halls seine zeiget nichts , als Rcligionsstreitigkeiten . Er hat auch bekannt , daß er weiter nichts be - richten wollen , als was er , als ein Gottesgelehrter . bemerket hat . Epift . Meslees , Dec . I , p . 62 . Allein wir wollen zur Sache schreiten nnd an - führen , was wir versprochen haben . Mpir haben auf unserm Xvege viel verwüstete Rircken gesehen , wovon nichts als die kläglichen Denkmäler übrig waren , die den Vorbeyreisinden Zuerkennen gaben , daß an diesen wertern Andacht und Feindseligkeit ben worden war . <2> erbarmenswürdige Spuren des Krieges ! des vergossenen Dlutes , der Verwüstung und Verheerung zu geschwei - qcn'die rvutk hat an diesen Oertern das gethan , was der Geldgeiz und die Ehrsucht uns gern thun wollten , aber nicht thun wer - den > denn io lange als dielVahrheit von innen herrschen wird , wird sie die Mauern von außen verwahren . Und in der Thar , < der Pöbel mag sagen , was er will ) fo har d . e Abgotterey diese Mauern niförMerirtm ( * ) und Nicht die XTutb . rvenn es keine
der Erde gleich zu machen , so würden siechet von fich selbst eingefallen seyn . als so viele Gott - losigkeiten uytcr hrcm Dacbe verborgen haben . D . eß sind Schauspiele nicht sowohl der Grausamkeit , als vielmehr der Gerechtigkeit : der Grausamkeit des Menschen , der Gerechtigkeit I l Sand .
Gottes . Allein ich erstaune , daß die Rirchen fallen , und die Schulen der Jesuiten sich überall erheben . Es ist keine Stadt , wo man nicht dergleichen bauet , oder in welchen sie nicht schon erbauet wären . XDobec kommt dieses i Ist die Andacht nicht «ben so nöthig in der Polices Diese JLeutt ( eben wie man vom Fuchse saget ) machen ihre Sachen besser , wenn sie von dem Men» sehen am meisten verflucht werden . Reine Secte ist von ihren eig - nen Anhängern so verflucht , noch von allen so gebaßt , noch ist ihr von den unsrtgen mehr - Hinderniß in den Weg gelegt worden : und nichts desto weniger wachsen diese böse Pflanzen imUeber« flusse . rver lange Ze , r leben sollte , der wird sehen , daß sie ihre eiq , nen AnHanger fürchten und scheuen werden , die sie iyo hasten ; er wird sehen , sage , ch , daß diese sieben magern Rühe alle fette Thiere verschlingen werden , die um die Cyber weiden , leb pro - pbezeye . was Pharao getraumet hat . Der Ausgang wird meine STfeputng rechtfertigen . Hall , Epiftres Meslees , Decade I 62 11 f S Man merke , daß ich in der Anmerkung Ol ) bey dem Artikel JLwfias , eine andre Stelle aus eben diesem Briefe desJoseph Hall anführe " >j« - se Prophezeyuug hat ihre Wirkung zwar noch nicht gehabt : Die Macke der Jesuiten aber hat sich seit dieser Zeit , trotz aller Bestrebungen ihrer Widersacher , vermehrt ; allein diese sind noch sehr furchtbar , und machen ihnen viel zu schaffen . Diejenigen , welche den Traetat lesen , den Joseph Hall betitelt hat , keinFriede mit Rom , werden von seinem Eifer " gegen dasPabstthum überzeugt seyn . Er ist nach der französisch ? » Uebersekuna des Jaquemol zu Genf 1629 in 12 gedruckt worden . Man seh ? auch seine ernsthafte Abrachung , dem pabstthume anzuhangen , an U ? . D . den Aufrührer u . s . w . Jaquemots französische Uebersetzung davon ist 11S29 zu Genf gedruckt worden .
( * ) Dieß ist ein falscher Gedanke ; denn diese Abgötterey hat an sei - ner Zerstörung der Kirchen in denen Ländern Schuld gehabt , wo die Reli - gionskriege nicht gewütet haben .
( D ) '< - - Nichts desto weniger ist er mit denen nicht sehr zufrieden gewesen , die sich - - - von Sem Stamme des Sau - mes abreißen . Dasjenige »st ein Beweis davon , was er vom Arminius gesagt hat . ] Der I Br . in dem z Zehnten , ist an Smithm und Roben , die - Häupter der Spaltung , geschrieben , die vor kurzem in Amsterdam vorgegangen war . Er stellet ihnen pag . sehr lebhaft vor , daß sie ihrer Mutter , der englischen Kirche , keine größere Ge - walt antbun könnten , als wenn sie von derselben entliefen , daß sie , wenn sie auch noch so lasterhaft seyn sollte , dennoch ihre Mut - ter wäre . Dieses müsse ihnen zur zureichenden Ursache dienen , ihren Zustand zu beweinen , für sie zu betben , sich zu bemühen , sie wieder zu rechte zu bringen , und nickt , sie zu fliehen . Dieses rvi , der die Natur lauftnde Verfahren ist schändlich . Sie haben das Geboth angeführt : Gehe an» vonSabel ; ( ebend . pag . 16 ) allein er hat ihnen geantwortet : daß die Kirche , von der sie sich trenneten , schon davon ausgegangen wäre . , , Babylon , fahrt er pag . 17 fort , empfindet es selbst „ und sieht wohl , daß es verlassen ist , und es beklaget sich bey der ganze» „ Welt , daß wir es nicht allein verlassen , sondern auch geplündert haben < - - Wenn ihr nicht freywillig blind seyn wollet , so könnet ihr noch „ die Schutthaufen seiner niedergerissenen Altäre , die Asche seiner Göken " bild - r . die Verdammung seiner Jrrthümer , und die Rache seiner Abscheu " lichketten fthen - , - Wo sind denn die großen Gebäude dieser ver -
„ fluchten Stadt ? - - - Wo sind die verfaulte» Stüken ( nicht „ durch die Lange der Zeit , sondern durch die Verderbniß verfault ) von den „ Verwandlungen de ? Brodts , den Anbethungen der Bilder , dieser Menge „ der Sacramente , der Gewalt der Ablasse , der Nothwendigkeit der Beich - „ ten , den Nutzen der Wallfahrten , der gezwungenen und gebilligten Unwis - „ senheit , und diesen unbekannten Andachten ? Wo sind die tiefen Gewöl« „ ber oderMinen der Martern und derFegeseuerzund allesdas . was von „ diesen Heuchlern entweder zum Nutzen oder zum Ruhme wider Gott „ und seinen Christum erfunden worden ? Ist nicht dieses alles unter i»n6 „ ausgerottet und im Staube begraben ? Ist die Majestät dieser Götter „ nicht schon vor langer Zeit zum öffentlichen Gelächter des Volks ausae - „ letzet worden , eben wie man es mit dem Michra und dem Serani« „ macht hat ? Ebend . 18 , 19 ® . Sie haben angeführt . daßdeenZK „ Kirche . wegen der gebilligten Zeremonien beständig in der Vo£ . . stadt Babylons bliebe . Ebend . 20 S . Er antwoZt ihn n unter andern , daß sie bey einem solchen Schlüsse Babylon überall finden wür - den . Wolltet chr von Genf fliehen , fraget er sie pag » . weil man Vaselbs ? in dem Sacramente des Nachtmahls ungesäuert ÄroS empfangt . - , * Diese Gewohnheit ist 162 ; abgeschaffet worden . 8pon , Illftoire de Geneve , Pag_ni . 373 . Machet eine kleine Verglei - „ chung des Ortes , den ihr verlassen habet , mit demjenigen , den ihr erkiest „ habet ; nur mache euch die Furcht , eine allzugeschwinde Reue zu zei - „ gen , wcht bey dieser Sache parteyisch . Da , wo ihr seyd , ist ein gemei - „ ner Schlupfwinkel aller Secten , aller Kehereyen , wenn es nicht viel« „ mehr ein Mischmasch ist ; da ihr hingegen hier unter einer fteyen und «heitern Luft des Evangelii lebet , und nicht von dieser verhaßten Zu'am . „ meiisetzuug der jüdischen , arrianischen und wiedertäuferischen Lehre be - „ unruhiget werdet , und dort lebet ihr gleichsam in dem Pflanzgar / en fo ! „ cher Secten , wo nicht in was ärgerm . Jhr seydnichtwerth daümanMie „ leiden mit euch hat . wenn ihr euer Elend billigen wollet . Ihr könnet . , ^ „ sagen , daß die englische Kirche ( wenn sie nicht die eurige M i nickt wie „ Paradies in Vergleich» . , g mit Amsterdam wäre . Ebmd - 2 u
- Wer gewinnt bey dieser Absonderung , als Rom und die ^ölleJ »Wa« für Prolereyen machen sie über diesen Vortheil , wem , sie sehen' , „ daß die eignen Kinder unsrer Mutter , sie der Uneinigkeit beschuldigen , „ daß wir täglich durch unsre Zw . espalten geschwächet werden , daß der „ unwissendePobel eine so handq , eifTtdicllrfadie hat , uns nicht zu trauen . " 1 ' durch seine Gnade die Augen eröffnen ,
» . damit ihr die Ungerechtiakeit dieses Eifers sehen mögender ench verführt " . i\t ' e ' '01T roir & , ure Seele allzuspät finden , daß es tausend , „ mal beljer jey , eine Eeremonie zu erdulden , als eine Kirche zu zergliedern : „ und gewiß , den Hurereyen undTodtschlägen wird es gelinder ergeben „ als einer solchen Absonderung . , . Ebend . »4 . S .
Man kann allem diesem noch die ( gründe beyfügen , die er in dem « Br . de« VI Zehnten giebr , ( er ist «n SV . geschrieben , um ihm diese 3 t i j - Abson -

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