Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11279

HMBeigh . Halicarnaß . Hall .
wenn man einmal an einem Hofe erhört seyn will . Wenn der Cardinal Richelieu so gewesen , wie man ihn in der Historie von der französische« Akademie vorstellet , so ist er ein Phönix gewesen . Er hat dem Mainard niemals Gutes erwiesen , und dieses ist zum Theile darum geschehen . - - - weil er lieber gesehen , daß man ihn um nichts gebethen , und ihm die Ehre gelassen , aus eigner Bewegung zu geben . Peliß " . Hift . de l'Academie Fran$ . x . w . 278 .
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gemeldet hat , daß das gemeine Wesen täglich sehe , wie diejenigen , die et - was suchen , solches mit Ungestüm und vieler Pralsucht thun . Es schieht darum , weil sie wissen , daß sie ohne dasselbe nichts erhalten wur - den . Diejenigen sind unglücklich , die durch den ersten Ab>chlag sich ab - schrecken lassen , und welche in ihren Bittschriften nicht laut schreyen kon - nen . Du Haillan hat die Welt gekannt , wenn es auf die hier oben an - gezeigte Art angekommen . Man muß sich oft beklagen und oft betteln ,
Hali - Beigh , erster Dolmetscher an dem Hofe des Großsultans im XVII Jahrhunderte , war als ein Christ in Pohlen aebohren ; da er aber von den Tartarn sehr jung gefangen wurde , so ist er an die Türken verkauft worden , die ihn in ihrer ligion im Serail erzogen . Er hat in seinem Lande Albrecht Doborvoki geheißen ( A ) . Er hat viel Sprachen gelernet ( B ) , und ist ziemlich geschickt geworden , Bücher zu schreiben ( C ) . Er hat vielen Umgang mit den Engländern gehabt , die ihn ver - mocht , etliche Werke in die türkische Sprache zu übersetzen Er hatte große Lust , in den Schoost der Kirche zu kehren ; allein er ist vor der Ausführung dieses schönen Vorsatzes gestorben b . Stehe die Zusätze des Moreri .
<0 Siehe die Anmerkung ( C ) . b ) A<ä . Erudit . Lipf . >691 , t>ag . 236 .
viele Dinge von ihm erhalten habe , die er in seinem Buche von dem ge« genwärtigen Staate des ottomannischen Reichs erzahlt hat . Wenn er ihn bey allem zu Rathe gezogen hätte , was er saget , so würde er nicht vor - gegeben haben , daß sich die mahometanischen Frauen keine Hoffnung machten , ins Paradies zu kommen . Hali - Beigh behauptet vielmehr dae Gegenrheil in dem Werke , welches Hyde ans Licht gegeben hat . Rycau - tuin rcfellit , docuitque mulieresTiircicas omnino f perare , fealiquan - do aeque ac viros in Paradifum receptum iri , quod ifte pag . 271 ne - gauerat . $agebud ) von Leipzig , im Monate May 1691 , »26S . Ricaut let unter andern Dingen ( Etat prelcnt de l'Empire Ottoman . p . 406 , 407 ) er habe von diesem Dolmetscher erfahren : daß es Türken gebe , welch» glauben , daß Sie Seelen der verstorbenen Manncr in die Rörper solcher Thiere führen , deren Temperament dem Rörper am nach , sten käme , den sie verlassen hatten . Ein Würzkramer hat eine« Ta - ges zum Hali - Beigh gesaget : daß er Gott nebst seinen Ärüdern von gleicher - ^andthiernng dache , ( weil alle diejenigen , welche dieser händler in Constantinvpel kannte , daß sie mit derMeynung von der See - lenwanderung einaenommen wären , Würzhändler gewesen ) daß ihre Scc , len , nach ihrem Tode , die Thre haben mochten , in die Rorpcr eini - ger Rameele 5» fahren , weil dieses maßige . arbeitsame , geduldige , sanftmülhige Thiere waren , nnd die ihnen ihre Specereyen aus den allcrentfermcstenL . ändcrn desGriento ? ulrtlgen . U ? er sollte nicht vermuchen , daß nach dem Verlaufe von dreymusend dreyhnndert und fünf und sechzig Jahren , und nachdem sie nach und nach aus einem Rameele in das andre gefahren , dieselbe nicht noch einmal i» einen viel reinern und vollkommenern menschlichen Rärper fahren würden , al« darinnen sie im Anfange gewesen . Dieß ist das Lrede» des U7ür ; handlers gewesen . Man saget auch , daß die meisten Lhineser dieser XYieyawio sehr anhangen . Man hat unter den Werken des Barrow , , die nach seinem Tode herausgekonnnen sind , eine englische Nachricht , von einer Verschwörung , die im Serrail wider Kio - sen , Mahomets des IV Großmutter , gemacht worden . Albrechr Bvbo - vius , LNusicus de«Gerrails und ein Augenzeuge dieser Vegeben - heit , hat diese Nachricht aufgesetzt . Siehe Liblintb . Univerf . Tom . X , pag . 62 .
Halicarnaß , die Hauptstadt des Königreichs Carien , war eine Pflanzstadt der Amier " ( A ) . Sie hat sich unter den zwoen Artemisien , und dem Mausoluö , der letztern Gemahle , berühmt gemacht . Das Grabmahl dieses Prinzen ist daselbst eine große Zierde gewesen ; denn es ist unter die sieben Wunderwerke der Welt gerechnet worden . Der Brunnen SalmaciS ist eine andre Seltsamkeit von Halikarnaß gewesen . Es haben wenig Städte an dieser Seeküste dem Alexander so viel Wider - stand gethan , als diese b . Die Ursache war , daß man für ihre gute Befestigung gesorgt hatte . Vitruvius c belehret uns einige Unistände von ihrer Bauart , und namentlich , was ihre Häfen betrifft . Meursius , so gelehrt er auch gewesen , hat dasjenige auf ilween Hafen von Rhodus gedeutet^ , was Vitruvius nur von denen zu Halikarnaß saget . Alexander ist genöthiget gewesen , diese Stadt In die Asche zu legen , in wahrende Zeit sich die Besatzung noch tapfer in den Festungswerken vertheidigte . Hero - dot und Dionysius von Halikarnaß sind in dieser Stadt gebohren gewesen .
Strabo , Lib . XrV . p . 451 . Pomp . Mela , Lib . I , c . 16 . t ) Freinshem . Supplem . in Curtium , Llb , II , c . 5 und 10 . c ) Lib . II , c . '8 . <0 In Rhodo , pag . 36 .
( A ) obortius . Bespier , sein Ueberseher verbessert ihn , und nennet ihn , Remarques curieules pag . 667 . BohoniiiSjtueil Thomas Smith ihn psg . 39 seines Briefs de Ivo - rib . Turc . also schreibt . Es ist wahr , daß an diesem Orte Bozonius steht , allein die Druckfehler bemerken , daß man Bohomus lesen müsse . Priot , der erste Uebersetzer des Rieaut , hat Robovms gejetzet .
Er hat viel Sprachen gelernet . ] Es wird mir erlaubt fepn , den Urheber des alten und neuen Laeedämons hier der Länge nach ren : Man sehe , saget er pag . «1 Holl . Ausg . wie Fornem , Panagi - otto , la Fontaine , und alle die andern Dolmetscher Oer Pforte vor - sichtig sind , wenn sie mit den Sraatsbedicnten der christlichen Prinzen oder mit den Acuten von ihrem Gefolge unterhandeln . Der berufene pohlnische Renegare - Halybey , welcher , seinen Abfall ausgenommen , und , sittlicher weise ; u reden , einer der ehrlichsten Manner der XPelt ist , erkläret sich nicht deutlicher gegen die Franken , ob er gleich ihr großer Freund ist , und es sehr wohl thun konnte , da er >8 verschiedene Sprachen redet .
( C ) s - ? Und ist ziemlich geschickt geworden , Bücher ; »
Schreiben . ] Er hat auf die Bitte des Thomas Smith , einen Traerat eTurcarum liturgia , peregrinatione Meccanä' , circumcifione , aegro - toruin vifitatione , etc . gemacht , welches Hyde , dem eS Thomas Smith überliefert , herausgegeben hat . In dem Anhange der Itinerum mundi des Abraham Peritsol , zu Oxford , >691 . Siehe das Tagebuch von Leipzig , im Monate May 1691 , 226 S . Hali - Beigh hat ungefähr >6 , 3 auf chen des Basire de» Catechijmus der englischen Kirche in die türkische Sprache überseht . Er hat in eben dieser Sprache , aus die Bitte des Le - vin Warnerus , die ganze Bibel übersetzt , der diese Übersetzung nach den geschickt , sie daselbst drucken zu lasse , , . Es ist aber nicht geschehen . Al - lein das Manuserivt wird i» der Bibliothek zu Leiden verrrahrt . Ich übergehe eine türkische Sprachlehre , und ein türkisches Wörterbuch , die von demselben Dolmetscher gemacht worden . Ricaut bekennt , daß er
( A ) Sie war eine Pflanzstadt der Argier . ] Der Fuhrer der Cc - tonte hat Authes geheißen , und ist aus der Stadt Trezene abgereist . Ltrabc»Lib . XIV . CallimachusbeymStephanus . PausaniasimIIB . pag . ? z nennet ihn Antha , und machet ihn zu Neptuns Sohne ; er eignet
ihm nicht zu , daß er diese Pflanzvölker selbst geführt hätte ; sondern fei * nen Nachkommen . Dem fey , wie ihm wolle , so sind die von Halikarnaß 'av$hc3oi zugenamt worden . Stephan , in 'a3#v« ( .
Hall ( Joseph ) einer voll den'allerberühmtesten Prälaten , die England im XVII Jahrhunderte gehabt , ist erstlich Pro - fefsor der Redekunst auf der Akademie zu Cambridge , und dann nach und nach Prediger zu Halstede , Dechant zu Worcester , Bischof zu Exeter , und endlich Bischof zu Norwich gewesen Er war Abgeordneter bey dem Synodo zu Dordrecht , und hat demselben einige Zeit beyaewohnt ; allein er fiel in eine Krankheit , und ward genöthiget , die berühmte Versammlung zu verlassen ( A ) . Er hat viel Bücher herausgegeben , davon einige vom Theodor Jaquemot aus dem Englischen ins Französische übersetzt worden . Man findet darinnen schone Gedanken , eine sehr Hute Sittenlehre , und auch viel Geist . Er ist 1656 zwey und achtzig Jahre alt , gestorben K Er hat das Studieren so sehr geliebt , daß er gewünschet hat , es möchte ihm seine Gesund - heit erlauben , darinnen recht zu viel zu thun ( B ) . Seme Schriften bezeugen , daß er bey sich eräugender Gelegenheit sehr hißig wider das Pabstchnn gewesen ( C ) . Nichts desto weniger ist er mit denen nicht sehr zuftieden aewesen , die sich ohne die aüßer - sie Notwendigkeit von dem großen Haufen abgerissen . Was er vom Armimus gesagt hat , ist ein Beweis davon ( D ) . Er hat die Spaltungen der Protestanten beweint , und etwas wegen der Mittel geschrieben , dieselben zu endigen . Dieses hat dem großen Friedensstifter Duräus sehr gefallen ( E ) . ^ Unter andern Religionsstreitigkeiten hat er auch die von dem Gelübde des ehlosen Standes abgehandelt ( F ) , und als er erfahren , daß Marcus Antonius von Dominis den Vorsatz hatte , aus England wieder nach Italien zu gehen : so hat er einen Brief an ihn geschrieben , worinnen er ihm die Notwendigkeit vorgestellt , sich von der römischen Kirche abgesondert zu halten . Dieser ganze Brief ist der Antwort des Marcus Antonius von Dominis eingeschaltet worden c . Seine gemischten Briefe sind ein gutes Werk ; sie sind ohne Unterschrift der Zeit ; weil er sie aber dein Prinzen Heinrich A , dem ältesten Sohne Jacobs des I , zugeschrieben hat , so muß man schließen , daß sie vor dem 1613 Jahre ben worden . Er bemerket in seiner Zueignungsschrifr , daß es bey den Engländern noch nicht gewöhnlich sey , Discurse in For« me der Briefe heraus zu geben , wie man bey andern Nationen thate . Man eignet ihm in dem Verzeichnisse der Bibliothek von Oxford ein Buch zu , welches betitelt ist : Mundus alter et idem ( G ) , fiue Terra auftralis antehac feinper incognita , longis itineribus peregrini Academici nuperrime luftrata , Authore mercvrio b r i t a n n i c o . Er hat die Reisen der englischen Edelleuce in fremde Länder nicht gebilliget , und ein Buch darüber gemacht , welches er dem Ades zugeschrieben hat ( H ) . Sein christlicher Seneca ist in verschiedene Sprachen übersehet worden . Dieß ist eine sehr grundliche Ab ? Handlung .
- ) Witt» .

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