Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11256

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nen , und sick Nuyen m schaffen , und Geschenke und« ? ohltha - ten von Eurer Majestät zu erhalten , als Bücher zu machen und zu lesen ; da ich alle« und völlig auf die Vollendung dieses ZVerkes gewendet , welches ick verladen , nackdcm ick vier Jahre zu dessen Erbauung angewendet , viele Tage mir Studieren und Ropfdreckcn in der Einsamkeit zurück geleger , nack vielem Ava - cken , und nackdcm ick viele halbe Nackte ohne Scklaf zuge - brackt , nack vielem Lesen , Durckblarcern . Umkehren und Ver , gleicken vieler lateinischen , französischen und iralicniscken Bücker , so wohl alter als neuer , nach vielem Durchsuchen der Denkmäler , Papiere , Titeln , Schreiben und Pergamenten . Ich habe so viel Mühe dabey gehabt , Sire , daß wenn ick bey der Uebernehmung dieses U ? erkes die Arbeit gewußt und überleget hätte , die darzu erfordert worden , und die ick dazu gebrauckt : so würde ick mick gegen * £w . Majestät entschuldiget haben , und weder Ge - schenke , noch Versprechung , noch Begierde oder - Hoffnung zur Eh - re , u«m Ruhme , oder Vortheile würden mick zur Unternehmung Sesselben bewogen haben . Er weist hierauf in der Vorrede die Un - Vollkommenheiten der Geschichtschreiber sehr weilläuftig , die er zu Rathe ziehen müssen , und dann sehet er dazu : Aus allen diesen rungen , Veränderungen , rveitläuftigkeiren und Irrgängen , Sire , bin ick gekommen , und habe die - Historie von Frankreich , und der Ronige , dero Vorfahren , aufs ? e gemackc , als mir nur moglick qewesen . Ick habe sie freylick nickt so gut macken kon - nen , als sie es würdig ist , und ick habe ihr nickt ihre Vollkom - menhcir geben können : denn ick will weder die Todten . nock ihre V^erke radeln , um den meinigen / Lob und Vortheil zu sckaffen . Allein so will ick nur ohne Vorurrheil und Pralerey sagen , daß ick etwas gerhan habe , was nock von keinem andern gethan , und von unsern Franzosen gesehen worden , und ick habe der - Historie von Frankreick einen Rock angezogen , womir sie sick noch niemals gesckmücker hat - - - Es werden einige die - Historie von Frankreick , so gut und bester als ick , andere aber auch schlimmer macken ; wenn ick nun unter denselben nickt den ersten Rang gewinne , so bin ick dock versickert , nickt in den ler ; - ten geseyet zu werden . Ick habe das Mittel gefunden , aus sem ungeheuer» - Hauftn der alten - Historien , den Rern zu ziehen , ihre Ueberflüßigkeit , Aussckweifung und Länge in nothigen und nickt überflüßigen Dingen , einzuziehen , und , da ick unsern - Historien und Chroniken nickt trauen wollen , dasjenige aus Fremden , den Gericktsbückern der Parlemenrshofe , und den Recknungskammern , den Rirckcnregistern . undetlickcnBückern , die nur von einigen meiner Freunde geliehen worden , zu neh , men , was ick zu meiner Marerie dienlich zu fcjrn , erkannt habe . Mein einziges Ziel ist die Xvahrheir gewesen , welcke das Auge der - Historie ist , u s . w . Er wiederholet in seiner Vorrede einen guten Theil dieser Dinge : Ich habe , saget er . fünf Jahr daran gearbei - ter ; und habe viele Tage und halbe Nachte darauf verwendet , viel dachen , Studieren und Einsamkeit sind dazu gebraucht , und viele Bücker , Charten . Denkschriften , Papiere und Urkunden dabey gelesen , durchstankert , und hin und wieder geworfen worden . Ick habe viele lareiniscke , französische und italienische Bücher
{ gehabt , welcke die - Hi fror im von Frankreick , England , Deutsch - and , Italien , Spanien , Flandern , Sckottland , Burgund , tagne , Anjou . Berry . Guienne , die heiligen Rriege in Asien und Europa , die Leben der pabste und Raiser abhandeln , und un - zählige andre , nebst unendlicke» Manuscripten , und andern ten Urkunden . Aus allem diesem habe ich den Rern gezogen , und ihn über den Rolben meiner Urtheilskrafr und Arbeit distilliret , und ick zeige cuck die Distillarion durck dieses mein
man wissen , was er von dem Fortgange seines Werkes gesaget , so lese man folgendes : In der Zueignungsschrist der Historie von Frankreich , Ausgabe von 1584 . «Meine Historie , die ihren Neid , und „ den Neid aller dner überwunden hat , welche übel von ihr geredet ha - „ den , wird so lange leben , als die französische Sprache leben , und in Dero „ Frankreich im Schwange gehen wird . Seit der ersten Ausgabe , ist die - „ selbe verschledenemale . so wohl in Dero Königreiche , als außer demsel - , . ben , in verschiedenen Banden und Schriften gedruckt , und vom Peter „ Boulanger ( * ) , Lehrer der Jugend in dem Collegio zu Lvudun , einem „ frommen und sehr gelehrten Manne , der in seinen lateinischen Schriften „ die Reinigfeit und Änmuth des Cicero , besser zeiget , als irgend ein Mensch „ in Europa , ins Latein übersehet worden . Allein , Sire , da ich meine Historie „ von neuem vermehret , und von innen vergrößert habe , wodurch sie an „ einigen Orten auf zween bis drey Bogen , und an andern weniger an - „ geschwollen , so erwartet er diesen Druck , um noch dasjenige seiner la - „ miuscben Uebersetznng beyzusügen , was ich dazu gesetzet habe , so daß . . Sie , Sire , die ihrigen und die Fremden diese Historie bald in lateini - „ scher Sprache sehen werden . , . Man füge hierzu noch diesen Ansang der Vorrede , in der ersten Auegabe : Ick habe gewünschet daß euck meine - Historie von Frankreick so angenehm feyn möchte , als mir deren Ausführung Mühe und Arbeit gemacker hat . Mein Wunsch ist nickt ganz eitel gewesen ; denn sie hat den Verstand : - gen dermaßen gefallen , daß sie se : r d : eser 5e , r oft und in denen Bänden , so wohl in - als außerhalb Frankreick gedruckt , und von allen geschickten Männern in Frankreick , und von vie - len Fremden gelesen und widergelesen worden . - - - Allein , meine Leser , da ick den guten Fortgang , und die gute Aufnahme meiner Arbeit so wohl von den Fremden , als den unsrigen , und daß sie so oft wieder gedruckt und verlangt worden , gesehen : so habe ick sie vcrbtsserr'und viel vermehret , auck mir vielen merk - würdigen Untersuckungen ausgeziert . In der Ziieigiiiingsschrist seines StaatS und Fortgangs der sraniosischen Sachen an Heinrichen den III , von >58o , drucket er sich auf diese Art aus ( * * ) . „ Ich , Sire , „ bin der erste unter den Franzosen . der eine Historie von Frankreich ge - „ macht , und durch schöne Schriften die Hoheit und Ehre unserer Könige „ gewiesen hat : denn zuvor war nur im aken Plunder von Chroniken „ davon geredet worden . Meine Werke sind von der ganzen Christenheit „ gesehen und gelegen , und in verschiedene Sprachen gebracht worden , und „ in dero Königreiche , hat ein sehr geehrter Mann , die Historie von „ Frankreich ins Latein übersetzet , welche bereit ist , ans Licht zu treten , „ um Ew . Majestät in einem lateinischen Kleide überreicht zu werden .
„ Ich bin nicht von denjenigen kühnen und Nnwissenden ScribenteN , die „ alle Tage Bücher in die Welt bringen , die große Wälder davon ma - „ chen , und bey ihrem finstern Studieren , dabey sie das Licht von den Ge - „ schässten der Welt nicht zu sehen bekommen , zum Nachtheile und wider „ die allergeheimsten und wichtigsten Staatsgeschässte des Rothes dieser „ Zeit kühne reden und schreiben , von allem nach ihren Leidenschaften für «einen und wider den andern urtheilen , diejenigen loben , die ihnen Geld „ geben , die aus einem großen Feldherrn und dem Haupte des Kriegsheers , „ einen schlechten Troßbuben machen , und von nichts als dem Verkaufe „ ihrer stolzen Schriften leben . Dergleichen Schriftsteller werden auch „ dieselben vor ihnen sterben sehen , und ihrem Leichenbegängnisse mit „ Schande beywohnen müssen . Ich habe erfahren , Sire , u . s . w . Man findet die Folge dieser Stelle oben in der Anmerkung ( 0 ) . Wir wol - len den Anfang von der Vorrede in ebendemselben Buche sehen . Viele unter euck , meine Leser , welcke dieses gegenwärtige neue N ? erk sehen werden , welcke» ick von neuem übersehen und viel vermeh» rer und ausgeziert habe , werden es zuvor in vermiedenen rungen von Banden und Schriften , seit dessen ersten Ausgabe von >570 gedruckt gesehen haben . Denn seit dieser Zeit ist kern Jahr vergangen , da es nickt wieder gedruckt worden wäre ( t ) , da es denen Vergnügen gemackt , die es gesehen haben , und das - jenige für gut halten , was gut ist . Wenn er eben dieses Buch dem Könige Heinrich dem IV , 1594 zuschreibt , so redet er darinnen diesen Prinzen also an : Es hat die rvelt durcklaufen und gesehen , es ist in - und außerhalb dero Rönigreickes wohl aufgenommen wor - den , und die Fremden haben es in ihrer Sprache reden lassen .
C * ) Siehe sein Lob im Sammarthan , Ob . I . p . 44 . wo von dieser Übersetzung gereder wird . Er ist der Vater des Julius Cäsar Bullen - gerus gewesen .
( * * ) Ebendaselbst in der Zuschrift des Staats und Fortgangs der ftanzösischen Sachen , nach der Ausgabe von 1580 . Er hatte bereits ge , saget : Ick habe allen diesen puncrcn in meinem großen Werke der - Historie von Lrankreick eine Genüge gethan , die ick Ihnen , Sire , zugeschrieben habe , und die in der ganzen Christenheit herum geht .
( t ) Weiter unten redet er also : Ich muß euck sagen , daß der Buckdrucker , der e« seit zehn Jahren alle Jahre wiedergedruckr , es von neuem wieder hat wollen drucken lassen . Man merke , daß diese Vorrede 1580 geschrieben gewesen .
Die Begierde nach Belohnungen betreffend , so hat man sie ganz deut , lich in denen Stellen sehen können , die ich bereits angesühret habe : lein noch deutlicher wird man es in dieser sehen : aus der Zueignungs - schrift der Historie von Frankreich . Ausgabe von 1584 : Ick habe die , ses Werk in vier wintern gemacker , zu einer Iahrszeir , die zum sckreiben und studieren gesckickr ist ; und ick habe wenig Som - merrage dabey angewendet , die mir die Arbeit des Sckreibens und Studieren« nickt ertragen zu können sckeinen , als wie die kurzen und kalten Tage , die ick da^u angewendet habe . Ick fürckre auck , mir dadurck eine Erkaltung zugezogen zu haben ; wenn die Sonne Eurer Majestät ihm durck die Srralen ihrer Freigebigkeiten und wohlthaten nicht einige Warme giebr . Es findet sich in dero Königreiche kein einziger Gelehrter , der sich in einiger Wissenschaft hervor thur , oder erwan ein schönes Werk gemackt hat , der nickt Gutes von ihnen genossen härre : und alle dero alten Diener sind in Ehrenämter und würden ge - siner , und von dero rvohlrhacen und Geschenken angefüller und reick belohnet . Ick bin Oer erste , der die - Historie der Aö , nige , vero Vorfahren geschrieben bar , und ( vielleicht der einzige , der sie in eine sckäne Ordnung und Sprache aebrackt , und unrer dero Dienern , bin ick von den ersten und ältesten : und gleick - wohl bin ick der erste und der lettte , der nock zu versorgen ist , und nickt der leyre am Verdienste . Ick habe gearbeitet , und arbeite gemeiniglick für das gemeine Evesen mehr , als für mick , und habe mick " nickt allein auf« Bückerschreiben gelegt , sondern ich bin auck zu einigen Reisen in fremden Ländern , und bey den Gesckäffcen gebrauckt worden , die ick feit neun und zwanzig Jahren gesehen habe , ( seme Zueignunöschrift ist den isten August „ »4 unterschrieben , ) da ick ein - Hofmann bin , ick habe gelerner , wie man - Historien schreiben , von Ronigen reden , und die Staarssa« cken abbandeln und sckreiben muß . Dieß ist die Sprache eines miSvergnügten Schriftstellers , der sich beklagt , daß er durch seine Feder - geburten weder Neichthum erworben hat , noch zu Ehrenstellen befördert worden ist , und welcher bitter , daß endlich diese so gewünschte und sowohl verdiente Belohnung kommen möge . Man findet eben diese Klage zu Ende einer Vorrede des Staats und Fortganges der französischen Sachen , die er 1580 herrniSgegeben hat . Ick habe diese Mühe übernommen , saget er , dem gemeinen Wesen zu dienen , welchen ich durck mein Arbeilen genuNt zu haben meyne . hierüber empfinde ick ein besondres Vergnügen ; dem : ick habe in dieser Absicht gearbei - rer . Auch ist dieses alle die Belohnung , die ich davon habe , und ick würde wegen dieser lepten Arbeit sehr vergnügt seyn , wenn ick erfahren sollte , daß sie euck angenehm seyn würde .
Man mag von dem , was ich iho anführen werde , glauben , was man will , ich führe meinen Urheber an . Garafle , Recherche des Recherche» , pag . 941 . 942 ; „ Heinrich der große - - - gab eine« Tages dem „ Herrn Du Haillan eine Antwort - - - denn wie DuHaillan . ein „ Mensch - - - der prahlerisch - - und seinem Munde unterrhan „ gewesen - - - eines Tages zu dem verstorbenen Könige sehr frey „ geredet : so hat er sich , bei , Beklagung über die wenige Besoldung , die er . . von seiner Frengebigkeit genösse , zu ihm zu sagen sich unterstanden : Sire , „ sie wissen , daß ich als öffentlicher Geschichtschreiber , mir welchem Titel „ mich eure Majestät zu beehren geruhet , zwo Federn habe ; die erste ist „ von Golde , die andre von Eisen : mit meiner goldenen Feder , mache „ ich diejenigen unsterblich , die mir gutes thun und Ehre geben , und mit „ meiner eisernen Feder beflecke ich den Ruhm derer , welche die Verdienste „ meiner Arbeiten nicht erkennen . Aus diese Anrede har der König , wel - . . cher den Fehler dieses Menschen kannte , dessen Gurgel nicht zu ersatti» „ gen , und der überdieß pralerisch war , ihm mit einer königlichen und „ wunderbaren Geschwindigkeit geantwortet : Herr Du Haillan . mir
deucht

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