Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11218

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Haillan .
Francifcnfti fl ; imgleichen Ducum Lotharingorum a Carolo primo vsque ad Carolum tertium verfibus Latinis exprefläe . Du Verdier , Bibl . Frart^ - . p . 117 . Für eine Uebersetzung kann ich den Tractat , von den Pflichten der Menschen , halten , der in dreycn Buchen , zu Blois , >560 , in z gedruckt worden ; denn er hat sie aus den Pflichten Cice - ronS genommen . Er hat chn in eben demselben Jahre zu Paris , bey Friedrich Morel , in 8 herausgegeben . Die romiftbe - Historie des Kutropius , welche in zehn Büchern , alles dasjenige enthalt , was so wohlzu Friedens - alsRriegszcircn , vom 2lnfange Ronis , bis ins iiiq Jahr dersttben Stadl vorgegangen iß , aus Ocm teinischen Übersetzer . Acht Jahre darauf hat er bey Peter l'Huillier zu Paris in 4 drucken lassen ; die Jleben Oer größten , testen und vortrefflichste» Feldherren und Personen , unter de« Griechen und Barbarn , vom Aemilius Probus beschrieben , und aus dem Latein übersetzet . Du Verdier , Biblioth . Francoife , jpag . 116 .
( C ) ( St hat von Carln dem IX , 1571 , den Titel eines Geschieht - schreibers von Frankreich erhalten . ] Er belehret uns dieses selbst »n einer Zuschrift , die zu Paris im^cumonate , 1576 , unterschrieben ist . Denn er redet Heinrichen dem III in der Vorrede der Historie von Frankreich also an : i£a ifi nunmehro fünf Jahre , daß , »aclidem der sel . Röin'g , Sero - Herr Bruder , Lure Mas . und die Rönigin» , dero Frau Mutter , mein Xverk , von dem Staate und Fortgänge 0er franzosischen Sachen , gedruckt , und die zrvey ersten Bücher , der Historie von Frankreich , »»gedruckt , und also nur im nuskripte gesehen , es besagtem Röttige , auf dero und dero Frau Mutter gcrhane Bitte bey ihm , gefallen , mir zu befehlen , und Sure Mas . haben es mir auch selbst befohlen , d , e - Historie der Ronige von Lrankreich , dero Vorfahren , in französischer Spra - che zu schreiben , die vor diesem von unser» Franzosen sthr schlecht und nachlaßig beschrieben , oder von den Fremden nei - visch abgehandelt worden . Um mir Mittel und , Much zur ternehmung dieses U ? erks zu geben , so hat es , auf die Vorsiel - lung und das Bitte» des - Herrn von Villequier , welcher meine Schriften und »»ich allezeit geliebet hat / und der heutiges Tages fast der einzige würdige Zeuge der langen Dienste ist , die ich ih - nen von dero Rindhcir a» , auf mehr als einerley Arr , gerhan ha - be , dem Ronige , dero - Herrn Bruder , gefallen , mir den Gehalt eines - Historienschreibers von Frankreich zu geben , und mir viel Gures und viele Beförderung zu versprechen , wie auch Eure Mas . mir die Versicherung gegeben , Ihrer Seit» dergleichen zu thun und zu zeigen , daß meine treuen und langen Dienste und meine ordentlichen Arbeite» ihre Früchte einerndren sollten . Wie diese Stelle zum Beweise dessen dienen kann , was ich in dem Texte des Ar , tikels vorgegeben habe , daß nämlich Du Haillan in den Diensten des Her - zogs von Anjou gewesen , so habe ich nichts abkürzen wollen ; damit es aber nicht zweymal geschehen darf , so will ich hier noch einen stärkern Beweis anführen : Nachdem dieser Geschichtschreiber gesaget , daß Heinrich der
III allezeit die U ? ahrheit gerne gehöret , und gesaget , daß er den Gelehrten die - Hoffnung gegeben , er würde einmal ihre Stütze se / n , und daß er zuweilen die - Historien hören und lesen wollen ; so setzet er dazu : „ Dieses kann ich mit Wahrheit sage» , weil ich es „ von dero Kindheit an erkannt , zu welcher Zeit ich diese Ehre genossen , mich „ dero Person zu nahem , ihnen Dienste zu leisten , in meinem Stande „ «ich» der schlechteste zu seyn . und manchmal mit ihnen von verschiede - „ nen schönen Historien , so wohl der Könige , dero Vorfahren , als der an - „ dem Königreiche und Staaten zu sprechen , „ Die Stelle , die ich aus seinem Staate und Fortgänge der ftanzosischen Sachen nehmen will , ist noch deutlicher : Ich habe , saget er , da er Heinrichen dem III an - redet , aus der Wahrung , die ich genossin . und der Mitcheiluna Her Geschaffte erfahren , die ich bey ihnen in einer Zeit von zwölf Jahren , vor dero Gelangunz zur Rrone , gesehen , und aus ver - fchiedenen Sachen , die ich zum Dienste der Ronige , dero Vor - fahren , und dero eignen , so wohl außer - als innerhalb dero Ro - nigreichs , unter - Händen gehabt , wie man von Ronigen und ih , ren Geschafften reden und schreiben muß . Du Haillan , in der Zu - schrift deS Etat et Succes des Affaires de France , an Heinrich III , nach der Ausgabe von , ; so . Man sehe auch in der Anmerkung ( L ) , die Stelle , wo er sich beklaget , der einzige zu seyn , den Heinrich der III nicht beste - dett hat .
Man merke , daß er >571 zu Paris , die summarische - Historie dee Graft» und - Herzoge von Ansou , vom Gottsried Grisegonnelle . bis auf - Heinrichen , einen Sobn und Bruder des Roniges von Frankreich , und - Herzog« vo»An>ou , vonBourbonnois und von Äuvergne , herausgegeben hat . Dt» Verdier , Bibl . Francj . p . »6 . Er hat auch in eben demselben Jahre die Versprechung und den Snr - rvurf der - Historie von Frankreich , bekannt gemacht . Du Verdier Vau - Privas , der mich dieses belehret , sager nichts von einem Werke , das Du Haillan 1570 herausgegeben . und zum Titel hat : von dem Glücke und der Tapferkeit der Franzosen , nebst einem schen Discurst über den Entwurf der - Historie von Frankreich . La Croix du Maine , p . 30 . Er hat in eben diesem Jahre ein Buch , De l'Etat et Succes des affaires de France , herausgegeben , welches un« zähligemal wieder unter die Preffe gegeben worden , und welches er dem Herzoge von Anjou zugeschrieben hat . Hier ist dasjenige , was er seinen Lesern in der Zuschrift an Heinrichen den III» nach der Ausgabe von 158° , davon meldet : „ Dieses Werk , von dem Staate und Fortgänge „ der französischen Sachen , das ich euch in einem neuen Kleide darbiethe , „ und welches viel weitläufiger und schöner ist , als dasjenige , das es vor „ zehn Jahren bey seiner Geburt getragen , ist euch so . wie eS gebohren „ gewesen , und sebr klein überreichet worden . Zwey Jahre darauf habe „ ich eS aus der Kindheit gezogen , und es in einem längern Kleide , auf „ eure»« Befehl , dem verstorbenen König Carl , eurem Bruder , zugeeig - „ net . „ Also redet er in der Zuschrift einer Ausgabe , die dieses Werk unter einem ganz neuen , viel großer» , viel schönern und viel prächti - gern Rleide , als e« jemals gehabt , erscheinen lassen Ebend . Der Urheber hat es noch 1594 wieder übersehen , verwehret , und Heinrichen dem
IV zugeeignet . Zeiler versichert , daß dieses Werk sehr oft angeführet und
Silobet wird , und daß er in seinem CXC SBriefe dasjenige gesaget , was ubignedavonMtheilet . Martin . Zeillerii« , de Hift . Chronol . etc . P . II , p . 71 . Ich habe diesen Brief nicht gesehen ; allein ich bin versichert , daß
man darinnen einen Fehler vorgiebt : denn Aubigne fället in der Vorre» de , die Zeiler anführet , Aubigpiaeus praefatione in hiftoriarum fua> mm partera primam , nicht ein einiges Urtheil von den Schriften des Haillan ; er nennet ihn nur . Seine Critik betrifft niemanden , als den Popeliniere und den Thuanus . Dieses ist also eine große Vollbrin - gungSsimde Martin Zeilers . Die Unterlassungssünde ist nicht kleiner ; denn dieser Schriftsteller hat nicht gewußt , daß Du Haillan die Hi - storie von Frankreich geschrieben hat . König hat es eben so wenig gewußt .
( D ) - Heinrich der III - , - hat sei» Vergnüge» durch liche und ansehnliche Begnadigungen blicken lassen , die er dem Verfasser erwiesen . ) La Popeliniere redet nicht von dem Titel eines Historienschreiberö von Frankreich , der dem Du Haillan von Carln dem IX beygeleget worden , sondern er berühret nur die Belohnungen Hein - richs des III . Man kann diese Auslassung , in Ansehung des Unter , schiedes , unter einem bloßen Titel und einer Bedienung , die mit einem AmtStitel und mit Besoldungen versehen ist , entschuldigen . Nun war es eine solche Bedienung , womit Heinrich der III den Haillan beehret hatte Dem sey wie ihm wolle . Hier sind die Worte des la Popeliniere , Livr . I de l'Hiftoire nouvelle des Francois , p . 375 . - Heinrich der III , der er , ste von de» alte» und »euer» Prinzen , hat nicht allein de» - Herr» Du - Haillan , von Bourdeaux , einen Secretär von der Rammer , mit verschiedene» Mittel» begnadiget , die er ihm zur Erkennt - lichkeit für die gehabte Mühe , bey seiner ersten Sammlung der französische» - Historie , gegeben ; sondern er hat ihn auch seit diesem niit dem Titel eines ersten - Historicnschreibers vo» reich beehret , welcher als ein formliches Amt aufgerichter wor , den ; nebst einer damit verknüpfte» jährliche» Besoldung vo» zwölf hundert Thalern , uns Rathsbedienung in seinem geheim - te» und Sraatsrarhe , auf die Vorstellungen des Ranzler« Tbi - vecny , damit er i» der iLrkcnnrniß und lLrzäblung der wichtig - ste» Sache» des Rönigreichs bessern Unterricht erhalten könnte . Also hat - Heinrich der III de» bloße» , schlechte» und leeren Titel eines Geschichrschreibers , zuerst auf den Grad und auf den an - sehnliche» Titel eines - Historienschreibers von Frankreich , in der Person des Bernard von Girard , - Herr» Du - Haillan , erhoben ; nachdem er ihm seine - Historie vo» Frankreich überreichet imö zugeschrieben hatte , die von ihm aus den vorhergehende» Schrift - stellern zusammen getragen , und als die erste Saninilung der - Hi - storie französisch gekleidet worden . Wir lesen in dem Mercure Franjois , Tom . II . p . m . 61 . daß - Heinrich der III dem Du lan , zur iLrkeimrlichkeit der bey dem ersten Buche seiner franzö - sische» - Historie angewendete» Bemühung , mit dem Amte eines Secretärs , bey seiner Rentkammer begnadiget hat . Ich weis nicht , was dieses für ein erstes Buch der französischen Historie ist , da» auf diese Art vergolten worden : denn Du Haillan hat die Historie von Frankreich auf einmal herausgegeben , und saget in seiner Zueignungs , schrift nicht , daß er bereits einige Begnadigung erhalten hätte . Er saget nur , daß ihm Carl der IX den Tirel eines Historienschreibers , mit scho - nen Versprechungen gegeben ; und daß ihm Heinrich der III , damaliger Herzog von Anjou , auch einige Wohlthaten versprochen hätte . ( Siehe seine Worte oben in der Anmerkung ( C ) , zu Anfange . ) Ich bilde mir ein , daß der Verfertiger des Mercurs , sich vor dem Tadel gefürchtet , daß er die Worte des la Popeliniere , von Worte zu Worte , gestohlen , und sich dagegen zu verwahren , dieselben mit einigen Veränderungen ange - führet hat ; allein er ist dabey nicht glücklich gewesen . Er hat die erste Sainmlung seiner ftanzosischen Historie , in das erste Buch seiner Historie verwandelt . Allein , diese zwo Redensarten sind sehr unterschie - den : die erste» bedeutet , daß Du Haillan der erste gewesen , der seine Sammlung der ftanzosischen Historie herausgegeben hat : die andere be , deutet , daß das erste Buch der französischen Historie , welche Du Haillan geschrieben , allein , vor allen den ander» gedruckt worden , lleberdieß tzet der Urheber des Mercurs voraus , daß dieses erste Buch dem Du Haillan die Bedienung eines Secrecärs , bey der Rentkammer Heinrichs des III verschaffet hat ; allein Popeliniere , das Original des MercurS , saget dieses nicht ; er setzet voraus , daß Du Haillan bereits Secretär bey der Rentkammer gewesen , ehe er noch die Historie von Frankreich herausgegeben hat . Nichts destoweniger müssen wir gestehen , daß seine Erzählung ein wenig verwirrt ist : er hat ein Senden , hineingeflicket , und dieß ist eine Verwirrung ; dieß ist ein Ausdruck , der sich übel zu den folgenden Worten schicket . Der Mercur setzet darzu : I . daß dieser Hi , storienschreiber , nach der Belohnung des ersten Buches , eine bessere er - halten , nachdem er Heinrichen dem III seine Historie von Frankreick ) zu - geschrieben hatte ; denn er ist mit der Bedienung eine« Rache« und - Historienschreibers vo» Frankreich beehret worden ; II . daß er hierauf den Staat und Fortgang der französischen Sachen , gema , chet hätte ; dieß ist falsch ; diese« Buch ist schon vor Carls des IX Tode gedruckt worden . Man sehe oben in der Anmerkung ( C ) , gegen das Ende , die Worte der Zuschrift des Du Haillan ; III . daß er mit der Bc - dienung eines Genealogiste» der Ritter von dem Örden des heil .

. . - A
boife , in der Preface Apologetique des Oeuvres d'Abelard . Man merke , daß er sich in der ersten Ausgabe seiner Historie den bloßen Titel eines Historienschreibers von Frankreich giebt ; allein in der letzten hat er sich Rath des Röniges , Secretär seiner Einkünfte , und Rammer und - Hisrorienschreiber vo» Frankreich benennet . Man merke auch , daß er 1584 noch nicht belohnt gewesen . Seine Klage darüber wird man unten in der Anmerkung ( L ) sehen .
( E ) Die Ursachen , die ih» bewogen , seine tt>erke mit Tarln dem VII zu endige» , bemerke» , daß er die pflichten eines - Histo - riensthreibers verstanden hat . 1 Ich verstehe hauptsächlich die Be» trachtung . die er darüber gemachet hat , daß man sich einer verdrießlichen Wahl aussetzet , wenn man die Historie derjenigen Monarchen beschrei - ben will , die vor kurzer Zeit gestorben sind . Man muß entweder die Wahrheit verheelen , oder Leute beleidigen , von wdchm man alles zu be - fürchten hat . Die erste von diesen Schwierigkeiten beleidiget die Ehre und das Gewissen des Geschichtschreibers ; die andere läuft wider die Klugheit ; es ist also besser , nichts zu sagen . Dieß ist eine von den Ur - fachen des Du Haillan , in Ansehung der Regierungen , die Ludwig dem XII gefolget sind . Siehe die Vorrede t» seiner Historie von Frankreich .

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