Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11198

7 - 2 Hagar . Hay .
Heinrich Stephan machet eine Erzählung , die hiermit eine Verwandt - - schast hat . Man ist , saget er , Apologie pourHerodote Livr . I , ch . XXI . p . m . 254 , - 55 . si> rvcir gekommen , daß man verlanget , ( wie jemand ge - schrieben ) es mochte ihnen bey vcn ( Dbtcnbädbttn erlaubt werde , jenigen Glieder ju belasten , die das tverkxeug des Bösen sen , welches man bekannte . Und da einem von denen , die dieses verlanger , von einem Bischöfe die große Schändlichkeit vorgc - stellet worden , die dadurch verursac ! ? et werden würde , wenn , h - nen Manns - und Frauenspersonen ihre Schaamglieder zeigen müßten : so hat er zur Antwort gegeben , daß , wenn man es nicht für unehrbar hielte , daß die Beichtvater mit den Augen de« stes ( welche weit kostbarer , als dic Augen des Fleisches , sind . ) nicht allein die Gliedmaßen , welche die schändlichen Tharen be - ganqen , sondern auch die von denselben begangenen Unflatbereyen , unaufhörlich betrachteten , die ihnen in der Beichte entdecket wer - den : so konnte man es um so viel weniger für vnehrbar halten , daß sie diese Glieder auch mit den leiblichen Augen sahen . Ueber , dieß hat er angeführt , daß der Beichtvater , der einen geistlichen Arzt vorstellte , seinen Rranken anrühren müsse ; wie der leibliche Arzt denjenigen anrührt und befühlt , den er besuchet , rvobey er sein Gewasche mit Lästerung und lLntbeiligung des Textes des heil . Tvangelii vermischet ; und auch diese U ? orte unsers - Heilan - des , Jesu Christi , angeführt : Gehe hin , und zeige dich dem ster ; als wenn sie gewohnt gewesen , sich auszuziehen , und sich dem Priester nackend zu zeigen .
Boileau , der Doetor , hat dasjenige erzählet , was unfern Hadrian be - trifft : Inter exempla , saget er Hiftoria Flagellanthim , pag . - >8 , - 1 ? . tarn infauttae noritiae recenfere non pertirnefeani , Hiftoriam hominis cucullati et cordigcri conuentus Brugenlis anno circiter MDLXVI cui iiomen erat Cornelio Adriafeni ( er hätte - Hadriansin sagen sollen , wie Meterens Uebersetzer gethan hat ) origine Dordracenfis , aduerfus haereticos Guezios ftoinachofiffimi concionatoris ; quipuellas ceu foe . minas quasdam Sacramento fidelitatis et obedientiae iibi adltriöas et fpecie pietatis deuotas non quidem afperatis et nodofis fimibus ber a bat , fed nudata earura femora , et nates inhoneftis vibicibus ro - rantes , virgis betuleis aut viminei» ictibus mollitcr infliäis perfrica -
bat , vti refert Eniannel Meteren Hiftoriae Belgicae fol . cliij . et cliv . edit . Amftelodamenfi» anni 1570 . Ich weis nicht , daß es eine solche Ausqabe vom Meteren giebt . Es ist in seiner merkwürdigen Historie der Flagellanten , wo er sich dieser Worte bedient . Der französische Dol - metscher hat sie nicht wohl verstanden ; denn er übersetzet sie so : „ Unter „ allen kläglichen Beyspielen einer strengen Gottesfurcht , will ich mich «nicht scheuen , hier nach Meterens Zeugnisse Hiftoriae Belg . fol . CLIII et CLIV , amsterd . Ausgabe von 1570 . ) „ die Historie eines gewissen „ Cornelius Adriasem gebürtig von Sorbrecht , eines Franeiscaners zu „ Brügges , um das > ; 66 Jahr , und eines sehr hitzigen Predigers wider die „ Ketzer , die Bettler ( Gueux ) genannt , zu erzählen : dieser Mönch hat etli< „ che Jungfern und Frauen gehabt , die unter dem Scheine der Religion und „ unter dem Eidschwure der Treue und des Gehorsams , ihm so ergeben „ gewesen , daß er sie nicht nur mit Stricken geschlagen , darinnen große „ Knoten geweftn ; sondern noch überdieß ihre Lenden und Hinterbacken „ mit Ruthen von Weiden oder Birken ganz gelinde gepeitschet hat . , . Es ist so wenig wahr , daß diese lateinischen Worte bedeuten sollten , es habe sich dieser Mönch Stricke mit großen Knoten bedient , daß es viel - mehr gleich das Gegentheil sager .
( B ) ü - sifl nicht» , wozu diese Leute nicht vermögend waren , un , ter dem Vorwande der Andacht , dasLrauenvolk zu überreden . ^ Ich habe in fcett Anmerkungen der Artikel Lratricelli und Guillemcte , von dieser großen Gelehrigkeit des weiblichen Geschlechtes geredet .
( C ) George Tassander , , - - hat sich genothiget gesehen , sich freiwillig zu verbannen . ] Die Stelle , die ich zum Beweise da , von geben will , enthält einen Einschluß ) der das Peitschen betrifft , davon ich hier oben geredet habe : Quum ante annos circiter XL . ( also redet Vuleanius in der Zuschrift zu Leiden , den , des 1595 Jahres unterschrie - ben , über den Traetat des Nilus , de Primatu Papae ) Georgius Caflän - der vir doöiflimus Brugia Flandrorum commiuii vtriusque noftrum patria , publicum bonarum litterarum profeflbrem agens , vt collegac cuiusdam Ali , qui facras ibidem litteras docebat , ( illiiis inquam furiofi Theologi , a quo poftea , cum fe in Seraphicam familiam dedillet , fa - mofa illa Gynopygica difciplina Cornelianae nomen inuenit ) calum . niis cederet , voluntarium fibi ipfi exilium indixiflet .
Hagnr , siehe Agar .
Hat ) , eine Familie aus Schottland . Sie hat den Anfang ihres Adels einer sehr berühmten That zu verdanken . Man giebt vor , daß , da die Danen unter der Regierung Kenneths des III , ungefähr ums 980 Jahr , einen Einfall in Schott - land gethan , eine Schlacht zwischen ihnen und den Schottländern geliefert worden bey welcher die ledern so gleich die Flucht ergriffen , und sich nach der Küste von Perth gewendet . Sie mu^en durch einen sehr engen Weg zwischen dem Gebirge und dem Flusse Tay gehen . Ein Bauer , dcr sich mit seinen zween Söhnen daselbst befand , drey unerschrockene Männer , machte sich zum Meister von dem hohlen Wege ; er ermahnte die Flüchtigen , den Feinden die Stirne wiederum hubiethen , und widersetzte sich dem Durchgange derer , die ihre Flucht fortsetzen wollten . Er that noch mehr ; er waffnete sich mit allem , was ihm unter die Hände kam , und fiel in Begleitung seiner zweenen Söhne , die sich mit einem Stücke von ihrem Pfluge bewehrt gemacht , mit solcher Heftigkeit auf die Danen zu , und munterte die Flüchtigen durch sein Beyspiel dermaßen auf , daß sich der Sieg für die Schottlander erklärte . Der Feind wurde seiner Seits wieder in die Flucht getrieben , und Schottland vor der Dienstbarkeit bewahret , darein es die Dänen zu bringen willens wären . Dieser Bauer , J ? er seit diesem unter dem Namen Hap bekannt worden , ist der Stifter der Familie gewesen , davon ich rede . Er und feine Söhne haben sich auf eine außerordentliche Art in dem Gefechte hcrvorgethan ; sie setzten alles in Schrecken , und richteten überall ein großes Metzeln an , wo sie fochten . Diese schone That , welche das Heil des Vaterlandes gewesen , erhielt eine würdige Belohnung ( A ) , und seit dieser Zeit ist diese Fa - milie eine von den berühmtesten des Königreiches gewesen . . Sie hat viel Aeste hervorgebracht ( B ) , und verschiedene Personen von großem Verdienste ( C ) . Der Graf von Errol ist heutiges Tages das Haupt derselben . Er ist mit Annen Drummont , der Schwester des Grafen von Perth , vermahlt b .
a ) Der Ort , wo sie geliefert worden , heißt Lieurtie . Aus einer dem Buchhändler ertheilten Nachricht .
gelegenheiten Roberts Druse mit einer vollkommenen Treue ergeben , und ihm so große Dienste geleistet , daß er dafür 1310 , mit dem Amte eines Erbgroßeomiestables von Schottland belohnet worden ; und endlich , da . mit er diese Wurde anstandig bekleiden sollte , hat er von eben demselben Prinzen verschiedene Guter in der Landschaft Aberdeen erhalten . Die - ses Amt ist bestandig bey der Familie geblieben : itzo besitzt es der Graf von Errol , den man für den 19 seines Hauses rechnet , 'der es ge , Nossen hat . Nicolas Mylord ist izz - mit 280 Edelleuten seiner Familie in der Schlacht bey Duplin erschlagen worden , da er diePartey des Königes David Brüse wider den Eduard Balliol unterstützet . Da« vid Mylord - Hay , sein Nachfolger hat den König David Brüse in dem Kriege wider die Engländer begleitet , nnd ist >z^4 in der Schlacht bey Durham geblieben . Thomas Mylord - Hay ist mit der Tochter des Königes Roberts des II , vermählt gewesen , oie ihm ungefähr 1376 die Baronie von Jnchtuthill in der Landschaft Perth zum Brautschahe zu - gebracht hat . N>ilhelm Mylord - Hay , ist 142z , nebst einigen andern Edelleuten abgeordnet worden , die Mittel zu überlegen , die Freyheit de« Königs Jaeobs des I , wieder zu erhalten , den man in England bewachte . Er hat diese Sache zu Stande gebracht , und ist kurz darauf zum Grafen von Errol gemacht worden . Wilhelm - Ha / , Graf von Errol , Groß - connestabel von Schottland und Sheriff der Provinz Aberdeen , hat Ja - eoben den IV , in der Schlacht bey Floudon 151z , begleitet , und ist dabey nebst seinen Prinzen , er und sieben und achtzig Edelleure seines Namens , geblieben . Lranciscus - Ha / , Graf von Errol , welcher der Königinn Maria und der romischen Religion beständig qesolget , war sehr großen Widerwärtigkeiten unterworfen : man hat seine Hauser niedergerissen , man hat seine Landgüter geplündert , man hat ihn endlich gar gefangen gefetzt : allein unter dem Könige Jacob dem VI , dem Sohne der Koni - ginn Maria , kam er wieder in Gnaden . Er ist einer von den fchottlän , dischen Herren gewesen , die man '604 , nach England geschickt , die Ver , ttnignng der benden Kronen einzurichten . Sein Soh» hat der Krönung Carls des I in Schottland >6 ? z beygewohnt . Gilbert - Hay , Graf von Errol , hat viel Theil an der Freundschaft Carls des I gehabt , und ist nach der Herstellung Carls des II , im Parlemente zn Edimburg sehr anze - sehen gewesen . Johann - Hav , Graf von Errel , itziger Großconnestablt ron Schottland , ist fein Sohn . ( Aus obengemeldeter Nachricht . )
HüY , ( Johann ) ein fchottländischer Jesuit , b . 'gab sich 1566 in die Gesellschaft» , hielt fein Probejahr zu Rom und that das vierte Gelübde . Er lehrte an verschiedenen Oettern in Pohlen , in Frankreich , und in den Niederlanden . Sein vor -
nehm ster
( A ) Diese schone That , - - hat eine würdige Äelohnung erhalten , j Hav ist von dem ganzen Kriegsvolke in den Pailasr desKö niges geführet worden , und hat daselbst in der Verjammlung des Parle - mentö den allerhöchsten Grad des Adels erhalten . Der König hat ihm einen ansehnlichen Theil von der Beute der Feinde , und an guten Lande - reyen alles gegeben , was der Flug eines Falken einschloß . Das heißt , daß man einen Falken losgelassen , uudAcht gegeben , wo er ruhen würde , und daß man dem Hay alle die Länder gegeben , die zwischen dem Orte , wo der Falke seinen Flug angefangen , und dem , wo er geruhet , gegeben hat . Dieser letzte Ort heißt noch der Falkenstein . Durch dieses Mittel ward Hay mit dem allersruchtbarsten Striche von Schottland versorgt , der längst dem Flusse Tay gelegen war , wo man die Schlacht geliefert hatte . Der König Kenneth hat ihm ein Wapen von Silber mit drey rothen Schildchen gegeben , zum Zeichen , daß die Tapferkeit dreyer Männer das Königreich gerettet hatte . ( Aus derselben Nachricht . )
( B ) Diese Familie - - - hat verschiedene Aeste bracht . j Dieft haben sich nicht allein in Schottland und England , son - dern auch tn Frankreich und vornehmlich in der Normandie ausgebrei - tet Pelisson - 46 S . in der Historie von der französischen Akademie sa - get folgendes : Paul Hay , Herr von Chatelet , war aus dem alten Haufe von Hay in Britannien , welches sich rühmet , von sechs hundert Jahren aus dem Hause der Grafen von Carlile , eines der berühmtesten in Schott - land , entsprossen zu seyn . Ich will nur der Linien von Tweedale und von Kinnouel gedenken , die noch bestehen . ( Aus der gedachten Nachricht . )
( C ) = = * und verschiedene Personen von grosiem ste . j Man kann nichts von dem Zustande sagen , darinnen sich dieses HauS seit der Regierung Kenneths des III . bis zu der Regierung Ro - berts Brüse befunden ; denn König Edouard der I von Engsand , der sich den Zwiespalt in Schottland zu Nutzen gemacht , da Robert Brüse und Johann Balliol mit einander um die Krone stritten , hat einen Einfall in das Königreich gethan , und nicht allein die öffentlichen Acten , sondern auch die Schriften und Urkunden der Privachänfer weggeführt . Die von dem Haufe Hay sind nebst vielen andern weqaefnhret worden . Un - ter währendem diesem innerlichen Kriege , hat sich Robert Hay den An -
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