Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11129

Hadrian der Vl . 7IS
( E ) Hco der XAieß ihm Begnadigungsbricfe ausfertigen ; ab de gewesen , allrvo er seine übrige Lebenszeit , mit Veranderunq lein er hat nicht darauf getrauert Varillaö hat beobachtet , daß dem seines verborgenen Schlupfwinkels , zugebracht , so sehr ist er Nock Cardinale Hadrian zwey Dinge zum Mistrauen Anlaß gegeben : da« von der Wahrsagung des Zauberers eingenommen gewesen Es find eine , daß er und der Cardinal Soderin , , cder ; n raujcnd Thalern hier zwey Dinge aus dem Paul Iovius entlehnet : das übriae ist viel - Geldbuße verdammet worden , ob sie sich gleich zu des Pabstes Füßen leicht von des Verfassers eigener Erfindung . Hadrianus , trepido fu . warfen , und der Pabst «n vollem Consistorio erkläret hatte , daß er den fpicacique ingenio vir , Leonis dementia diffidens , ab vrbe mefloris mit>chuldigen Cardinalen der Verschwörung vergeben wollte : wenn sie habiti , profeäus , vsque ad vitae exitiim nullo perfequente latebras ihr Verbrechen ohne Anstand bekennen , und in Gegenwart ih - mutauit . lomus , Libr . IV . Vitae Leon . X . Guieciardin ist noch nickt rer Mitbrüder um Vergebung bitten würden ; das andere sind so umständlich , als Paul JoviuS . ^driano partitofi occuTtamente die Merkmaale deS Widerwillens gewesen , die sich indem Gesichte quello che s'avenifie di lui , non fu mai piu , che fi fapefle , ne tro' JLeo de« X , wider seinenXVillen , gexeiget . Siehedie 283 und2840 . vato ne vednto in luogo alcuno . Libr . XIIL fol . m . 384 verfo Er der Anecdoten von Florenz . saget dieses unter dem >5 , 7 Jahre , woraus man schließen kann , daß die
( F ) man hat niemals gewiß erfahren können , wo er hinge - Gespräche des Pierius Valerianns , de infelicitate Litteratorum , i« , k kommen tf ? . ] ES ist gut , hierüber den Pierius Valeria»«« zu hören , geschrieben worden . Moreri hat die Flucht unserS Hadrians ins
der unfern Cardinal in seinem Verzeichnisse der unglücklichen Gelehrten Jahr geseht . Warum ist er der Zeitrechnung Guicciardins nicht qesol -
fast oben an setzet . Noflu clarn fugam arripnit , neque quo abierit , get ? Er schicket diesen Flüchtling nachVenediq und nach Riva in denKir -
iieque vbi fit , quatiiordecim iam annoruni fpatio quispiam potiut chensprengel von Trident . Ich fürchte sehr , daß er die Verbannunä
explorare . Er fetzet dazu , daß man geglaubt , eS habe ihn fein Diener unter Julius dem II , mit der Verbannung unter Leo dem X ver -
ermordet , um sich da« Geld zuzueignen , welche« dieser Cardinal in seinem menget . J '
Brustlätze vernähet hatte . Conftans tarnen opinio est , tum infiito in interiorem toracem auro oneratum , comitis fanjuli perfidia oppref - . . " ^Ü . 1 fnf , . , i , . - Lu „ „ in i Ucberseyung de« alten
tum , auraque furrepto cadauer in folitariu . n aliquem locum abie - ZZ«« " « Ewtjn ammo profequi coeptum iam
öum occiiltari . Oldo - ni bemerket , das , man ihn de« Purpurs und sei - ad vcrb»m
ner geistlichen Pfründen entsetzet ; daß er in die Türkey geflohen ; und ^ . , " Erocrila temporis in
daß er daselbst unbekannt gestorben , ohne daß man weder den Tag , noch Z " ^ ne afPirarc q " i -
das Jahr erfahren . Sub Leone contumax fpoliatus est purpura et fa - £ audent , detrufetit , atque ammus inquies nihil agere non poflet ,
cerdotiis , quare necis niet» perterritus inPThraciam fugit , ibique hif ^n\£c ^ " adm inPraef - ad Cir°lum Pnn " P«» »ifpa .
obfcurus et latens diem claufit extremum , incertum , quo menfe vel mae' e m " a
anno . Oldoin . in Athen . Rom . p . 303 . Hiermit kömmt Leander Albert ( H ) Er hat sich ins Versmachcn gemenget . Z Wir haben fein
fit seiner Beschreibung Italiens uberein . I^ottra inMper aetate , saget kleines Gedicht , de Venatione , und dasjenige , das zum Titel hat : Iter
er , magna iiluftrandae patriae principia iecerat Adrianus Cardinalis Iiilii II . Pontificis Roinani , ohne die Verse zum Lobe der Jungfrau
»x hac vrbe ( Comettö ) cum litterarum . ftudio < . . t . um caeremoniarum , Maria und die Beschreibung des Pallastes zu rechnen , welcher nahe bei»
leä qiii metu Leonis X Eontif . Max . clajn Roma profeflus , exinde dem Vntican erbauet wurde , und heutige« Taqe« von dem Hause Colon -
nunquam appaniit . Der Urber der Anecdoten von Florenz saget p . - 84 . na besessen wird . Man nennet es den englischen Pallast , weil ihn der
daß der Cardinal Hadrian , als ein Schnitter verkleidet , aus Rom ge - Cardinal Hadrian dem Konige von England vermachet hat . Siehe 01 .
gangen : daß er nur des Nachts gegangen , bis er pi seinem llaiv doin . Athen . Rom . p . 30z .
Hadrian der VI , war 1459 zu Utrecht gebohren - ( A ) . Der Verstand , den man von seiner Kindheit an bey ihm gesvü - ret , vermochte seinen Vater ( B ) , ihn den Studien zu wldmen^ob er gleich keine Mittel hatte , ihn auf den Schulen zu unterhat - ten . Allein die Universität zu Löwen ersetzte diesen hauslichen Mangel . Der junge Mensch fand daselbst eine Stelle in einem Colle - gio , wo man eine gewisse Anzahl Schüler umsonst ernährete . Man erzähletj daß er bey dem Scheine der Lampe gelesen ( C ) , bie in den Kirchen , oder auf den Ecken der Straßen angezündet waren . Dieß war zugleich ein Zeichen seiner Armuth und seines siudierbegierigen Geistes . Er nahm in allen Arten der Wissenschaften sehr zu ; und wenn er kein Poet ( D ) , und kein guter Scribent wurde , so geschah es , weil er sich nicht darum bekümmerte . Seine Sitten waren unsträflich , und man hat niemals einen Menschen gesehen , der sich weniger in Haickel gemlschet . Dle Pfarre , die man ihm in Holland gab ( E ) , hat ihn gesucht ; ohne , daß er daran gedacht . Der bloße Ruf von feiner Frömmigkeit und seiner Wissenschaft arbeitete bey denen für ibn , die ihn erhoben Er erhielt den Dottorhut in der Gottesgelahrtheir zu Löwen , den 21 des Brachmonats , 1491 . Ein wenig hernach wurde er Domherr zu Sr . Peter , und öffentlicher Lehrer der Gottesgelahrtheit in eben derselben Stadt ; und dann Dechant zu St . Peter , und Vicekanjler der Universität . Man zog ihn aus diesem Universitatenlebeli , 1507 , nach Hose , und dieses , um ihn zum Lehrmeister des Erzherzogs Carls zu machen , der damals 7 Jahr alt war / . Er brachte ihn im Laterne nicht sehr weit ( 5 ) ; und inan hat sagen wollen , daß Chievreö , dieses jungen Prinzen Hofmeister , Ursache daran geweftn < Es >st gemeiniglich den dern nichts unangenehmer , als das Studieren ; die Leibesübungen sind eine ganz andere ^>ache für sie . Man hat also gesaget : das' Cbievres , der seinen Untergebenen zu gewinnen , und allen Ruhm von seiner Zunahme allein zu haben gesuchet , ihn , in Anse - hung seiner Neigung und seiner Starke ausgebessert , und sich nicht viel darum bekümmert hat , ob er durch die Voilesungen des Professors von Löwen etwas gewönne . Dem fey , wie «hm wolle , so hat der Lehrmeister dennoch solche prächtige Belohnungen erhalten , daß niemals ein Mensch von dieser Bedienung ansehnlichere bekommen hat ; denn das Ansehen Carls des V hat ibn zur pabstlichen Würde erhoben ( G ) , Vorher wurde er als Abgesandter nach Spanien , an den König Ferdinand geschicket , und einige sagen , daß er die Sachen mit weit mehr Geschicklichkeit geführet ( H ) , als man von einem Menschen vermuthen sollen , der die Universitatslust so lange eingesogen hatte . Er besänftigte diesen Monarchen wieder , der sehr misvergnügt über die Auf - führung seines Schwiegersohns gegen ihn , und über die Ergebenheit gewesen , die der Adel gegen die österreichischen Prinzen bezeuget batte Hadrian vernichtete diese Übeln Eindrückungen , davon die Folgen zu fürchten ivaren , und wurde kurz darauf mit dem Bischofthume von Tortosa beehret ( I ) , ohne daß er dieserwegen aufhörte , Abgesandter zu seyii . Er hat diese Verrichtungen bi'6 an Ferdinands Tod verwaltet e , worauf er die Regierung mit dem Cardinale Ximenes gerheilet f ( K ) . Es ist wahr , daß sein Antheil der kleinste gewesen , gelinde von der Sache zu reden s : allein es kam eine Zeit , da siine Gewalt viel größer den . Ximenes wollte allzusehr den Herren spielen : dieserwegen schickte ihn der Erzherzog Carl nach Hause , da er in Person überkam , von seinen spanischen Königreichen Besch zu nehmen : und einige Zeit darauf ubergab er die Verwaltung derselben dem Hadrian , auf eine fthr rühmliche Art ; ich will sagen ; als er nach Deutschland gereiset , wohin ihn die kaiserliche Krone be - rief K Hadrian befand sich in großer Verwirrung über die Regierung so vieler Königreiche , weil , ich eine gefährliche Verrärberey darinnen anspann , die er zu übersteigen nicht vermögend gewesen wäre , wenn man ihm nicht zweenRegierungsgehülfen , nämlich den Connestable und Amiranten von Castilien , zugegeben hatte . Der Einfall der Franzosen in Navarra war eine große Unru - he in seiner Statthalterschaft . Er half sich mit Ehren daraus : und er genoß das Vergnügen , Navarra wieder erhalten zu ben , als er die Zeitung von seiner Erwählung zur päbstlichen Würde erhielt ^ch habe noch nicht gesaget , daß ihm Leo der X . i - l ? , den Cardinalshut gegeben hatte . Nach seinem Tode liefen die verschiedenen Rotten des Conclave , durch die Wahl drians , zu Ende k , welches dem Volke zu Rom sehr mißfiel ( L ) . . Der neue Pabst , der sich in Catalonien zu Schiffe geschet , kam den 30 August in Ron : an CM ) . Er wollte seinen Namen nicht verändern ; und er hat in allen Dingen eine große Ent - fernungvon derPra ^ ^ liche Regierung hat
aunaen Anlaß gegeben , die ihn für einen Menschenfeind haben halten lassen ( 0 ) . Die Italiener haben heftige Lästerungen , wider SSI in die Welt geschrieben ( ? ) : und auch diejenigen , welche ihm wegen der Sitten Nichts ubels nachreden können ; sondern seine Frömmigkeit und seinen Eifer zugestehen müssen , haben gesaget : daß er nicht geschickt gewesen , Pabst zu seyn ( QJ . Auch L J , ' , bec seine Mäßigkeit hat man Spöttereyen getrieben ( R ) . Die üreude , die man über seinen Tod blicken lassen , ist im ein großes Lob für ihn ( 8 ) . Ich kann nicht eigentlich sagen , . ob es Katholiken oder Protestanten gewesen , die zuerst vor - SS ! S ? n daß er erlaubet , den Göttem des Heidenthuins zu opfern , damit die Pest aufhören sollen ( T ) . Guicciardin ist d ? imiae nickt gewesen , der ihn am meisten verschonet hat ; denn er g - sbt vor ^aß d . e , en . gen , die diesem Barbam die pabstli -
( I ) Mtti> Mittho . ölß blirch viÖClfcl Uflb licbpplcälltlrt W ♦
und daß sie , d leget , welcher ,
cs . s „ ; , nci ist in ver ^ircye vev vr , / V« . " « " V >i , us UIO Hl , unv
^ die ^irch - Maria dell' anima gebracht worden . Wilhelm Enkevort , der einzige Cardinal , den er gemacht har , hat
Üll - genommen , und ihm ein prächtiges Grabmaal aufrichten lassen » . Wir müssen nicht vergesst : , daß
* m . 'E ? ist - in w - nig s - ichm , dch ein Mensch , der seine Erhebung denWissen " . II Vand . * 2 Mfren

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.