Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11099

712 Hadi
Gründe zu Tristans Muthmaßung . Komment . ttiftoriqurs , Tom . I , pah . 456 . Ich weis nicht , warum Casaubon über den Sparlian pag . 7 . diese Worte Tiphilins getadelt hat . ^ u jtipmis A'a ? ««»«
" a^b w«« ; denn wenn er lange genug geschrieen , so muß er endlich doch stehen , daß dieseWorte bedeuten können , es sey Hadrian , Hadrian AfersSohn gewesen . Dieß ist ohne Zweifel ihre wahrhafte und natürliche Bedeu - tung , wie Salmastus über den Spartian p . 7 . bezeuget . Also würde man sehr Unrecht thun , wenn man den Xiphilin tadeln wollte , als wenn er in Dions Auszuge dasjenige verfälscht hätte , was Hadrians Geschlechtsregister be - trifft , und aus einer spanischen Familie eine afticanische gemacht hätte . Es ist wahr , daß Cedrenus , welcher Xiphilins Sinn nicht wohl begriffen , hier die Gelegenheit zu einer großen Lügen gefunden hat ; denn er hat aejäget , daß der Kaiser Hadrian von Herkunft ein Asricaner gewesen . Wir müssen nicht vergessen , daß Domitia Paulina , Hadrians Mutter , zu Cadix gebohren gewesen . Gadibus orta . Spartian . in Vita Adriani .
( l ) ) Trajan sein Anverwandter . Z Hadrians Vater ist mit dem Trajan Geschwisterkind gewesen ; denn er war ein Sohn der Ulpia der Schwester des Marcus Ulpius Trajanus , Kaisers Trajan« Vater . Man sehe den Casaubon in seiner Auslegung über den Spartian . Die Ver - wandtschaft ist nach dem Eutropiuö geringer , welcher saget , daß Hadrians Mutter Trajan« Base gewesen . Eum Traianus quamquatn confo - brinae filium vinens noluerat adoptare . Eutrop . Libr . VIII , p . m . 89 .
( ß ) s * s Er bat eine tTidncl dieses Prinzen gehcirarher . ] Wir werden an einein andern Orte sagen , wer sie gewesen , und wie sie sich bey ihrer Heirarh befunden . Hier ist genug , zu sagen , daß sich nigen betriegen , wie ConstalNinus , Manasses , Glyeas , I . Tzetzes , welche Tristan anführet , versichern , daß Hadrian mit Trajan» Tochter vermählt gewesen . Es scheint nicht , daß Trajan Kinder gehabt , noch daß Hadrian eine andere Gemahlinn , als die Sabina , die Tochter von tiner Nichte ! TrajanS gehabt hätte . Der Urheber der Chronike von Alexandrien hat eine kurzwellige Hirngeburt vorgegeben , nämlich daß der Kaiser Hadrian sich mit der Tochter desjenigen Aquila vermählt , der eine Übersetzung der Bibel gemacht hat . EpiphaninS scheint eben dasselbe gesagt zu haben . De Ponderib . et Mcnf . cap . XIV , wo er gesaget , * { ni
über machet P . Petav diese Anmerkung : Qiiac vox cum alibi a mc lcfta non fuerit , vel trirv3«fjv fignificat , vel wSefS filium , affinem certe , nos focerum reddidinnis , quafi irtv3tfev legeretur , qiiomodo Alexandrini Chronici fcriptorem hic legifle fufpicor : nam pag . 598 . ex hoc Epiphanii loco hiftoriam Aquilae Pontici referens : AxüAa ? , inquit , lyntfi^fra o« ijy irtväi ? of XSfitvü r» ßxeutwt . Tristan , Com . ment . Hift . Tom . I , pag . 45s . beschuldiget diesen Chronikenschrelber von Alexandrien , er habe gesager , daß Hadrian nachdem Epipbanius ein Grieche von Geburr und ursprünglich von Sinope gewesen . Es ist aber höchst falsch , daß Epiphanius dieß saget : er saget dieß nur vom Aquila .
( ? ) Die Reden , die er für den Trajan gemacht , haben sein An - sehen vermehrt . Z Ich will Spartlans Worte anfuhren . Dcfun & o quidem Sura , Traiani ei f Adrinno ) familiarhas crenit , caufa prae - cipne orationum , quas pro imperatore dictauerar . Casaubon beutet dieses di & auerat auf den Sura , welches anfänglich den Schluß des Ge - schichtschreibers erbärmlich zu machen scheint : denn heißt diese ? gut schließen , wenn man saget : nach dem Tode des Sura ist die Vertraulichkeit - Hadrians bey dem Trajan viel großer geworden , vornehmlich wegen der Reden , die Sura für den Raiftr gemacht haltet Wenn man aber genau darauf sieht , so findet man , daß es SpartianS Ausdrü - ckungen , nach dem Casaubon , nur an der Nettigkeit fehlet . Jener hat nicht sagen wollen , daß dieselben Reden , ich sage eben dieselben , die Sura verfertiget hatte , Hadrians Gnade vermehrt haben , er hat nur von denen Reden gesprochen , die deS Sura seinen gleich gewesen . Also geht Ca - saubons Auslegung in der Thal nicht von des SalmasiuS seiner ab , wel - che sehr gut ift Hier ist der Sinn davon . - Hadrian hat sich weiter in die Freundschaft Trajans eingeschmeichelt , weil er ihm eben dieselben Dienste geleistet , Sic ihm Sura in Verfertigung der Re - den geleistet hatte . Ich wollte nicht gern den Text verandern , wie ihn Salmastus verändert , noch mit ihm voraus setzen , daß dem Hadrian die Gunst der Plotina nöthig gewesen , um zu erhalten , daß ihm der Kaiser die Verfertigung der Reden auftragen möchte . Dieß ist keine so erha - bene Würde in Absicht auf den Hadrian gewesen , daß er dazu nicht ders , al« durch eine solche Verbitte hätte gelangen können . Man hat schlechte Lehrer der Redekunst darzu gebraucht , wie diese Stelle Spartians in dem Leben des AeliuS Berus bezeuget : Aeliiis Orationem pulcherrimam qnae hodieque legitur , finc per fe , fine per feriniorum aut D1C E N - di magistros parafiet . Domitian hat seine Briefe , seine Reden und seine Befehle von andern machen lassen . Sueton . in dessen Leben , XX Cap . Nero hatte die Leichenrede des Claudius nicht gemacht , die er gehalten hat ; Seneea hatte sie aufgesetzt : Tacit . Annal . Libr . XIII , cap . III . Es ist wahr , daß die Alten , als großeVergleichungsmacherzwi - schen dem Gegenwärtigen und Vergangenen , sich haben angelegen seyn lassen , zu beobachten , daß vor dem Nero kein Prinz nöthig gehabt , sich einer geborgten Beredsamkeit zu bedienen . Tacitus berichtet uns dieses im Iii Cap . des XIII Buchs seiner Jahrbücher : Adiiotabant feniores , saget er , quibus otiofnm eft , vetera et praefentia contenderc , primim» ex iis , qui renim potiti eflent , Neronem alienae facundiae egiiifie . Spanheim beobachtet , daß die römischen Kaiser ihren Quästoren zuwei - len das Amt aufgetragen' , nicht allein ihre Reden , u verfertigen , sondern dieselben auch für sie herzusagen , wie solcl ? cs Sueton un - ter andern vom Nero und auch vom August bemerket . Span - heim in den Noten über die Kaiser Julians , p . 232 . Uebrigens ist es , wenn wir dem Kaiser Julian in seinen Kaisern glauben dörfen , nicht aus Unwissenheit , sondern aus einer Faulheit geschehen , daß sich Trajan des Sura bedient hat .
( G ) Er hat sich begnügt , daß der Euphrat dem Raiserthume , ur Greine dienen sollte . ] Der heil . Augustin hat sich dieser That Hadrians bedienet , die Götzendiener durchzuziehen , welche gesaget , daß der Gott Terminus bey Erbauung des Capirols dem Jupiter selbst nicht weichen wollen , und daß dieses eine Vorbedeutung gewesen , daß die Gren - zen deS römischen Reiches niemals rückwärts gehen würden . Euer Gvtt Terminus , saget Augustin , de Cinit . Dei , Libr . V , cap . XXIX . auf eine angenehme Art zu ihnen , hat sich mehr vor dem Hadrian , dem Könige der Menschen , als vorm Jupiter , dem Könige der Götter gefürchtet . Poftea in Orientalibus partibus Hadriatu voluntate mutati Amt
mini imperii Romani . Hie namqnc tres prouincias nobile« , Arme - niam , Mefopotamiam , Afiyriam , Perfarum conceflit imperio , vtDeus ille Terminus , qui Romanos terminos fecundum illos tuebatur , et per illud pulcherrimum aufpicium loco non cefferat Ioui , plus Hadrianum regem hominum quam regem deorum timui ( Te videatur , ES ist keine Wahrscheinlichkeit , daß die Berlassung dieser Eroberungen eine Wirkung des Neides Hadrians gegen den Trajan gewesen : gleichwohl hat eS Eu - tropius Libr . VIII , pag . 90 . gestiget : Traiani gloriae inuidens , ftatim Prouincias tres rcliquit quas Traianus addiderat . Denn was hätte man zum Nachruhme des Verstorbenen rühmlichers thun können , als zu zeigen , daß man die Sache nicht auf dem Puncte zu erhalten vermocht , wohin er sie gebracht hatte ? Man muß also urtheilen , daß die Unmög - lichkeit , diese eroberten Länder zu behalten , den Hadrian zu diesem Opfer bewogen habe . Omnia trans Euphratem ac Tigrim reliquit exemplo , vt dicebat , Catonis , qui Macedonas liberos pronunciauit , quia teneri non poterant . Spartian . in Adriano . Er hat lieber bey der Verglei - chung einbüßen wollen , die man zwischen seinem Vorfahren und ihm ina« chen würde , als das Reich den Unordnungen aussetzen , die es von allen Seiten bedroheten . Ammian Marcellin hat gesaget , es hätte vor dem Jovian kein einziger Kaiser noch Bürgermeister den Feinden eine Handbreit Erde abgetreten . Valesius über diesen Schriftsteller XXV B . IX Cap . 4Z9 S . giebt vor , daß er diese« hätte sagen können , und daß Casaubon Unrecht gehabt , ihn deswegen zu tadeln . Siehe die Anmerkung CD ) des Artikels Jovian .
( H ) & eine Freigebigkeiten - - - - sind die alleraußeror - dentlichstcn . ] „ Es scheint , daß er überhaupt alles dasjenige , was die „ Privatpersonen in Rom und Italien schuldig gewesen , und was man „ in den Provinzen , seit sechszehn Jahren schuldig geworden , durchge - „ heuds erlassen habe ; zum wenigsten in den kaiserlichen Provinzen : denn „ Spartian und eine Aufschrift von »8 Jahre , scheinen es auf diese ein - „ zuschränken . , - - Er hat auf dem trojanischen Platze alle Schuld - „ verschreibungen und Denkschriften derjenigen Dinge , deren Erlassung „ er verwilliget hatte , verbrannt , damit man deswegen ins Zukünftige kei - „ ne Untersuchung befürchten dürste . Diese Erlassung hat sich auf unsägli , „ che Summen belaufen , und geschickte Leute , welche dasjenige , was man „ davon in den Historienschreibern angemerkt , auf den Werth der Mün - „ zen unserer Zeit gesetzet , lasten es bis auf zwey und zwanzig Millionen „ und ; 00000 Ducaten steigen . Diese Freygebigkeit hatte bis auf ihn „ keine Exempel gehabt : das Andenken davon hat sich nicht allein in den „ Geschichtschreibern sondern auch in den berühmten Aufschriften diese« „ und des folgenden Jahres erhalten , wo sie zu Stande gekommen seyn „ kann , und in denen Schaumünzen , die unö den Hadrian mit einer Fackel „ in der Hand vorstellen , wie er die erlassenen Schuldverschreibungen in „ Brand stecken will . , . Ich habe dieses aus dem Tillemont abgeschrie , ben , Hiftoires des Empereurs , Tom . II , pag . 408 , 409 . brüssel . Ausg . Er führet den Spartian im Leben Adrians , die Anale & a des P . Ma - billon , Tom . IV , { > . 485 , 486 . den Onuphrius , in Faftis , pag . 220 . und den Spanheiin de Numifmat . pag . 811 an . Man kann in seinen An - merkungen die Untersuchung vieler Schwierigkeiten hierbey sehen . Ich lasse mich darüber nicht ein : ich will lieber diese Betrachtung machen , daß kein Freudenfeuer wegen einer eroberten Stadt , oder einer gewönne - nen Schlacht , eine solche Amnuth in Ansehung de« Volks gehabt haben kann , als ein solches Feuer Hadrians . Ich habe irgendwo gelesen , daß , da der Abgesandte von Venedig , vor Heinrichen dem IV , die Papier« verbrannt , worinnen er sich zu verschiedenen der Republik schuldigen men bekannt hatte , dieser Prinz , der einen Gefallen an sinnreichen Sprü - chen gehabt , qesaget : daß er niemals ein scboneres Feuer gesehen härte . AgesilauS , EphoruS zu Lacedämon , hat sich bey einer gleichen Gelegenheit eben dieses Gedankens bedient , k« } ™
yfafiHctTtict ffvvursviyKccyrft 'U ecy' ( a»t « xAäfiu xuAiei , Yjtf nityrci cviShrtc elf } * , r / t - K^au v . äf3ifa>t ( ai Q & oyof , el piv ir Kit tot yjj Su - viiTixo } , irsfinaTÜvTts anij^Sav , i Ii A yyclAuot , uaitiq ifvßfl^uv , mk iipt ) iu^xKivcm geftas in forum debitorum fyngraphas , quas claria appellant , omnes coacematas concremauerunt . Sublata flamma pecuniofi et foenera - tores , qui ibi deambulabant , digrelfi funt . At Agefilaus , quafi illu - dens illis , negauit clarius fe lumen vel ignem lucidiorem vidifle . Plut . in Ägide , pag . 801 B , Man sehe oben die Anmerkung ( FF ) bey dem Artikel Carl der V .
sl ) Nach der Rindesannehmungdes ß , . 'Veens , hat er sich nacb Tibur begeben , wo er prächtige Gebäude aufführen lasten . ] Aurelius Victor in Caefaribus , pag . ni . 129 . beschreibt das weichliche Leben sehr lebhaft , welches dieser Kaiser in dieser Einsamkeit geführt , in währender Zeit Luciu« Aelius Cäsar in Rom regiert ; allein er begeht einen schandlichen ZeitrechnungSschnitzer . Er giebt zu erkennen , daß sich Hadrian damals in der schandlichen Liebe deS Antinous herum gewälzet : dieß heißt nicht wissen , daß des Antinous Tod vor dieser Kindesanneh - mung des Aelius VcruS hergegangen ist : Rus proprium Tibur fecet fit , permifla vrbe Lucio Aelio Caefari , ipfe vti beatis locupletibus mos , palatia exftruere , curare epulas , figna , tabulas piöas . Lasset UNS eine Stelle Spartians in Adriano , cap . XXVI , pag . m . 215 . beyfügen : Tiburtinam villam mire exaedificauit , ita vt in ea et prouinciarum et locorum celeberrima nomina inferiberet : velut Lyceuni , Acade - miarn , Prytaneum , Canopum , Poecilen , Tempe vocaret . Et vt nihil praetermitteret , etiain inferos finxit .
( K ) Seine Wassersucht hat ihn - - - - so verdrießlich ge» macht , daß er dadurch wie rasend geworden . ^ Auf diese Zeit muß man dasjenige beziehen , was Lampridius saget , daß Hadrian eine Stadt nach seinem Namen genennet hat , die Oresta geheißen , und daß seine Thorheit durch dieses Mittel ein wenig vergangen ist . Es hatte ihm ein Orakel diesen Rath gegeben . Et Oreftam quidem vrbem Hadrianus fuo nomini vindicari iuflit eo tempore , quo furore coeperit laborarc , vt ex refponfo quum ei diflum eilet , vt in furiofi alieuius domum vel nomen irreperet . Nam ex eo emollitam infaniani ferunr , per quam multos Senatores occidi fuflerat , quibus feruatis Antoninus Pii men meruit , quod eos poft ad senatum adduxit , quos omnes iuffu prineipis interfedlos credebant . Lamprid . in Vita HeJiogab . p . ni . 809 . Tristan , Comment . Hift . pag . 453 . hat bey dieser Stelle zweymal sehr schändlich gestrauchelt . Er mißt dem Lampridius bey , versichert zu haben , daß Hadrian von seinem Wahnwitze geheilt worden , nachdem er die Sradt

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