Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-11039

706
Guise .
ihm die Ehre gethan hatte , zu bewilligen , daß man den Spaniern 4000 Gefangene Zurückschickte , darunter doch auch wichtige Leute waren . Aus des Labardäus X B . ? ; <5 S - aufs > 6 ; a Jahr , Dem sey , wie ihm wolle , so hat er sich mehr auf die Liebe , als aus den Krieg , gelegt . Er ist viel verliebter in das Fräulein von pons nach Paris zurück men , als er vor feiner Gefangenschaft gewesen rvar , und er bat so gar beschlossen , sie ZU heirarhen . ( Intrigue , Galantes de la Cour de France , pag . 251 ) allein , da er erfahren , daß sie ihm untreu wäre , so ist er ihr sehr schimpflich begegnet : <£r hat so gar einen proceß wider sie angestellt , und vor Gerichte , Ohrengehenkc , die auf ; oooo Thaler geschönt worden , und kostbare Tapeten zurückge - fordert , die er ihr geschenkt hatte ; allein es ist ihm nicht gelun - gen , wie er es sich eingebildet hatte . Der Verlust seines Protestes hat feinen Zorn verdoppelt , und er hat sich vorgenommen , sie in ih - rem eigenen ^aufezu beschimpfen . Ebend . - ; z S Sie hat Nachricht davon bekommen , und sich vor dieser Beschimpfung bewahrt , Sie hat sich einige Zeit daraufaußerhalb des Königreichs begeben . Nachdem der Her - zog von Guise ihre Abreise erfahren , ( ebend , p . - 54 ) so ist er aus der Flotte des Königes am Boll» gegangen , um eine zwcyre Reise nacbNeapolis zu thun . Man merke , daß er zu seiner Entschuldigung einen Bericht von diesem armseligen Fcldzuge bekannt gemacht hat . Man findet ihn in dem Recueil Hiftorique de diverses Pieces in Holland 1666 in 12 gedruckt . Nach seiner Zurückkunst in Frankreich , hat er sich in das Fräulein von Gorce verliebt , die ihn treu geliebt , und sich nach seinem Tode in das Rloster der Carmelirer begeben , wo sie das Ordenskleid an - genommen . Intrig . Gal . de la Cour de France , p . 258 . Alles dieses Beweist uns , daß . wenn er ein Held gewesener solches nicht nach den Be - «rissen des Corneille , sondern nach den Begriffen des Racine und des Qui - naut gewesen . Er ist bestandig ein verliebter Held , ( siehe das Leben der Henriette Silvie von Moliere , P . I , pag . 55 , 56 und P . II , pag . 162 , 163 ) und zuweilen dem Helden der Aeneis ahnlich gewesen . Er hat alle Vor - rechte eines Ehmanns genossen ; er hat seine Beyschläferinn glauben las - sen , daß sie seine Ehftau wäre , und gleichwohl nicht gewollt , daß sie es seyn sollen . Hier ist sie derDido ähnlich .
Nec iam furtiinim Dido meditatur amorem :
Coniugium vocat hoc , praetexit nomine culpam .
Virgil . Aen . Libr . IV . verf . 171 .
Und hier ist er dem Aencas gleich .
Nec coniugis vnquatn Praetendi taedas aut haec in faedera veni . Ebend . Vers ZZ8 -
Siehe in der Anmerkung ( B ) des Artikels Garnache , einen Herzog von Nemours , und ein Fräulein von Rohan , in einem gleichen Falle , wie hier der Herzog von Guise und die Gräfinn vo» Bossu . Dieserwegen wollen wir nicht sagen , daß seine Begebenheiten heldenmäßig sind : Es befindet sich nichts darbey , welches man nicht auch oft unter den Bürgern und gemeinen Edelleuten sieht .
( ? ) Man saget , es hätten die Frauen , die ihn geliebt , - - - ohne ihn ; u sehen , erkennen können , ob er gegenwärtig gewesen . ^ Ich gebe dieses für feine gewisse Sache aus , ich will nur anfuhren , was ich gelesen habe . Diese zwey Verliebte , nämlich der Herzog von Guise und die Grafinn von Bossu , müssen einander sehr geliebt haben , und ich verwundre mich , daß sich ihre £ . iebe eher als ihr / Leben ge , endiget hat . Sie haben eine geheime Ahndung gehabt , die ihnen ihre Ankunft einander lange zuvor gemelo« t , ehe sie einander noch gesehen , und sie mögen urcheilcn , wenn es ihnen beliebt , meine Frau , ob diese Ahndung ricbtig gewesen . Der - Herzog war über den Grafen von * * * eifersüchtig geworden , der in der Thal in die Grasinn sehr verliebt und wie man weis , eine von den wohlgemachresten Mannspersonen von der Welt war . Sie aber bar ihn nicht geliebt , und was man auch davon sagen wollen , so hat mir doci^Angelike geschworen , daß Sie Frau von * * * öm - Herzog von * * * allein geliebt habe . Allein er ist seines Glücks nicht so überzeugt gewesen , wie er wohl st / n sol» len ; und da er alle Tage Nachrichten erhalten , daß sein sehr ver - liebter Nebenbuhler sehr fleißig bey ihr wäre : so hat er sen , die Sache selbst zu untersuchen , ohne von ihnen erkannt zu werden ; und ist deswegen ins geheim nach Brüssel gegangen . Man harte damals große Lustbarkeiten , wegen der Geburt eines Prinzen , angestellt , der in Spanien gebohren , und Balthasar ge - nennet worden war . Diese Zeitrechnung ist falsch ; denn Balthasar ist , 6 - s gebohren worden ; der Herzog von Guise ist damals nur > ; Jahre alt gewesen , und man merke , daß der P . Anselm auf der 441 S . seines Buchs , Palais de l'Honncur , saget , daß er im Christmonate 1641 Hono - rinen von Berghes , eine Tochter des Grafen von Grimberghen , die Wir - we AlbrechtS Maximilians von Hennin , Grafen« von Dossiir . geheirathct . Der Herzog hat bey seiner Ankunft erfahren , daß verschiedene junge Herren deS Landes eine Mummney von Indianern angestellet hätten ; . daher hat er auf diese Art verkleidet , zu der Frau Gräsym von Cante - IWir gehen wollen , wo eine große Gesellschaft gehalten werden sollte : Er hat sich , ohne große Mühe , ein solches Kleid bringen lassen ; denn eS „ war kein Geboth , dieselben zu verheelen . Er hat sich eines aus gleiche „ Art machen lassen ; er hat sich unter den Haufen dieser verlarvten Leute „ gemischt , und ist nebst ihnen in den Tanzsaal gegangen . Er hat da - „ selbst die Frau von * * * die seinen Augen viel schöner , als jemals , „ vorgekommen , und den Herrn Grafen von * * * t»ep ihr gesehen ; denn „ er ist beständig in den Gesellschaften bey ihr gewesen , und sie hat ihm „ solches wegen der Ehrerbiethung nicht verwehren können , die man sei - „ nem Stande schuldig war - - So bald der Herzog eingetreten
„ war , hat die Gräfinn diejenige gewisse Bewegung empfunden , die seine „ Gegenwart bey ihr zu erregen pflegte . Sie hat dieselbe nicht für be - „ trieglich halten können : und , ungeachtet ihr Liebhaber ihr von einer er - „ dichteten Reise geschrieben hatte , ihn sogleich neugierig unter den Mas - „ ken gesucht , und zwar so genau , bis sie ihn endlich entdeckt . Dieses hat „ ihre Sachen sehr ruchtbar gemacht ; denn die Geliebte konnte in der er - „ sten Freude , ihn wider zu sehen , ihre Empfindungen nicht verstellen ; und „ der Liebhaber war auch so außer sich , daß er die Ursachen vergessen , wes - „ wegen er seine Liebe noch verborgen halten sollte - - - Ich habe „ einen Originalbrief des Herzogs übet diese Wirkung der natürlichen „ Mitleidenschaft ( Sympathie ) gesehen , weicher nach meiner Meynung „ einer von den schönsten Briefen ist , die man schreiben kann . Er hat ; , fich darinnen über die Uebermaaße seines Glückes beklaget : denn er hat „ wohl erkannt , daß dieses etwas sehr großes wäre , auf eine solche Art „ von seiner Liebsten errathen zu werden . Allein er hat gesagt : daß ihm „ dieses das Vergnügen raube , zu sehen , was in ihrem Herzen vorgienge , „ ohne daß sie begierig gewesen , ihm dasselbe zu zeigen . Derqleichen Ent - „ deckungen sind nach seinem Erachten , eine von den vollkommensten „ Freuden gewesen , die ein Liebhaber empfinden kann ; und nichts hat „ ihm für eine zarte Seele rührender zu seyn geschienen , als diese Ergie» „ ßungen der Zärtlichkeit und Aufrichtigkeit , wo man die Kunst und Be - „ hutsamkeit nicht verdächtig halten kann , daß sie den gerii . gsren Theil „ dabey hätten . , , Vie de Henriette Sylvie de Moliere , P . Vi , iji und s . S . Holl . Ausg . von »674 .
( G ) <£c ist nach Joinville in das Grabmaa ! seiner Vorfahre«» gebracht worden . ^ Ich habe in der Anführung ( k ) des Artikels ( Fnmciseus , Herzog von ) Guise , gesagt , daß die Baronie Zoinville 1552 . zum Fürstenthume erhoben worden , Sie ist durch die Heirath des Fern von Lothringen , des I dieses Namens , mit Margarethen von Zoinvill« , der ältesten Tochter Heinrichs des V dieses Namens , Grafen von Baude - mont , und Herrn von Joinville , an das Haus Lothringen gekommen , wel - cher Fern in der Schlacht bey Azincourt 1415 erschlagen worden . An - felme Hill , des grands Officiers , p . 45 ; . Renatus der II , Herzog von Lo - thringen , har vermöge seines letzten Willens , den 25 May i ; c>6 unterschrie - ben , die Güter Guise , Elbeuf , Aumale , Maienne , Joinville und andre , die er in Frankeich hatte , feinem jüngsten Sohne , Claudius hinterlassen . Siehe leMinifte're du Cardinal de Richelieu , Tom . I , v . m . 437 . Es ist in der Kirche des h . Laurentius zu Joinville , wo die Grabmähler der Herzoge von Guise gezeigt werden . Man sehe im Remi Belle«» , auf dem 134 Bl . des I Th . seiner Werke , nach der lion . AuSg . von 1592 , die Beschreibung von des Claudius seinem .
( H ) Seine zwo Schwestern sind nach diesem unvcrmählt gs - storben , ^ Eine hat Maria geheißen , den > ; August >615 gebohren . und hat in der Welt , unter dem Namen der Mademoiselle von Guise . gelebt . Anselme , Hift . des grans Officiefs , pag . 428 . Ich habe in dem Bucht Etat de France , betitelt , gelesen , daß sie sich Hoffnung auf die lung mit dem Könige von Pohlen Uladislaus gemacht . Die andre hat Francisca Renata geheißen , den 10 Jenner 1621 gebohren , und ist eine Nonne geworden . Sie ist Aebtifiinn zum heil . Petrus in Rheims , und nach diesem zu Monrmarrre gewesen . Anselme , Hill , de» grans Officiers , p . 428 . Nach dem Tode dieser beyden Töchter ist vcn der Linie von Guise weder ein mannlicher noch weiblicher Nachkomme mehr übrig gewesen : und eS ist merkwürdig , daß , obgleich die vier ersten Herzoge die - fes Namens , ein jeder viele Söhne gehabt , dennoch ihre ganze Nachkom - menschaft , bis auf des Renatus von Lothringen , Marquis von Elbeuf , des achten Sohnes Claudius , des ersten Herzogs von Guise seine gänzlich er - loschen ist . Alle lochringische Prinzen , die heutiges Tages in Frankreich sind , sind von diesem Renatus entsprossen . Es sind deren noch eine gro - ße Anzahl und in blühendem Stande , Wenn man einen den Titel Hi - r ? zog von Guise führen laßt , so wird dieß eine sehr schwere Last seyn . Ue - brigens weis ich nicht , wem itzo dieses Herzogthum eigentlich zugehört ich habe die Nachrichten nicht zeitig genug erhalten kömmt , die ich gen der Folgen von dem Testamente der Prinzeßinn von Guise verlangt habe . Sie ist eine ziemlich lange Zeit Herzoginn dieses Namens sen , als sie im Monate März >688 gestorben ist . Sie hat vermöge ihres letzten Willens das Herzogthum Guise , welches hundert tausend Pfund Einkünfte trägt , nebst dem Flirstenthume Joinville , das fast nicht weiuger einträgt , und ihren schönen Pallast zu Paris , dem jüngsten Sohne des Herzogs von Lochringen unter der Bedingung vermacht , daß er diesen Manien führen , und mit Erlaubniß des Königes , in Frankreich leben soll - te . Mercure Hiftor . et Polit . Märzmonat >688 , pag . 279 . Der tungsschreiber , der diese Dinge bekannt gemacht hat , setzet noch folgendes dazu , „ Allem außer , daß diese Schenkung dem Könige nicht angenehm „ ist ; so giebt auch der Herzog von Elböuf vor , daß ihm dieses , als dem „ nächsten Erben von der männlichen Seite , Nachtheil bringe . Also hat „ er zur Vernichtung derselben , vornehmlich in Absicht auf das Herzog - , , thum Guise , Klage erhoben und behauptet , daß die Verstorbenen zu sei - „ nem Nachtheile nicht darüber verordnen können . - - - Ebendas . „ * 8o Seite . Man hat die Verstorbene in Verdacht , daß sie eine Ge - „ wissensehe mit dem Herrn von Montresor gehabt , einem vornehmen „ und wackern Edelmann ? . Man hat auch gesagt , daß sie Kinder mit „ einander gehabt , davon noch zwo Töchter übrig sind . Dieses Gerüchte „ hat sich hauptsächlich vor 4 Jahren ausgebreitet , als diese Prinzeßim» „ zum besten des Prinzen von Hareourt , eine Schenkung qemacht hat , „ weiche gleichwohl keine Wirkung gehabt . Man wollte , daß das Geld , „ das ihm gegeben werden sollen , zur Verbeirathung dieser zwo Töchter „ bestimmt gewesen ; allein , es mögen dieselben seit diesem gestorben , oder „ alles dieses nur zurLust erfunden gewesen seyn , so ist es doch gewiß , daß , U» ihrem Testamente nichts davon gedacht worden . „ Ebendaselbst 28t Seite .
Gmse , ( Ludwig von Lothringen , Cardinal von ) Es sind drey Cardinale von diesem Namen gewesen . Der erste war des Francifcus von Lothringen , Herzogs von Guise , Bruder . Der andre war der Sohn dieses Herzogs . Moreri hat von beyden geredet % und nichts von dem dritten gesagt : dieß ist die Ursache . daß ich nur von diesem reden werde . Er war der Sohn des zu Blois ermordeten Heinrichs von Lothringen , Herzogs von Guise , und 1575 gebohren . Er hatre ein so kriegerisches Gemütb , daß er nichts eifriger , als die Gefechte , hegehrte , ob er gleich ein Geistlicher , ein Cardinal und Erzbischos zu Rheims war . Er folgte dem Könige bey dem Kriegszuge nach Poitou 1621 , und rhat sich unter den tapfersten und beherztesten Edelleuten des Kriegsheers in dem Angriffe einer Vorstadt bey der Belagerung St . Johann von Angeli hervor K Da er einige Tage darauf

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.