Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10986

CA ) Man fagtt , daß ( ich die Herzoginn von Montpensier iit diesen itmgen - Herzog von Guise , ibren Neffen . verliebt habe . Z Menage redet in den Menagianen Part . II . p . m . 57 also davon . „ Die Frau „ von Montpensier hat ihren Neffen , den Herzog von Guise , den Sohn „ Heinrichs mit der Schramme , sehr gelieb ? t . Ich habe chknals sehr „ verliebte Briefe gesehen , die sie an ihn geschrieben hat . Daher ruft der „ Herold in der menippischen Satire , wenn Man einem jeden seinen Platz „ anweist , der Frau von Montpensier zu : Setzet euch neben euren Neffen ! Menage hat sich alles desjenigen nicht wohl erinnert , was der He . old saget ; er hat noch einen sehr merkwürdigen Anhang davon vergessen . In dem Catholicon steht : verwittibte Frau von Montpensier , als Prinzeßinn eures Hauptes , ftyer euch neben euren Neffen . Man sehe die Betrachtung , die der Urheber von den neuen Anmerkungen , über diese menippifche Satire gemacht hat , 590 . 391 Seite , Ausgabe von 1699 .
( B ) Er hat die L , igue eines von ihren tapfersten - Leuten be - raubet , indem er den braven . St . Pol mit seiner eigenen - Hand getödtet . ] „ St . Paul , ein glücklicher Soldat , der durch seine Tapfer - „ feit und durch seine Aufführung in dem Kriegshandwerke , den Adel - „ stand erlanget hatte , , , ( Maimb . Hift . de la Ligiie , p . 460 . ) ist einer von den vier Marschallen von Frankreich gewesen , die der Herzog von Majenne , 159z , gemacht hatte . Dieser Herzog hatte ihm , nach dem Tode des - Herzogs von Guise , durch den dieser Feldherr empor gekommen war , die Statthalterschaft von gne aufgetragen , wo er , nachdem er sich zum Meister von Reims , Mezieres und von Vitry gemacht , die Rühnheit ge - habt , sich Oes - Herzogrhums Retelois mir Gewaltzu bemächri - gen , und als - Herzog davon Besin zu nehmen , kraft der kung , die er , wie er vorgab , vom Pabste erhalten hätte ; wie es der Ronig aus dem L . ager vor Chartres , an den - Herzog von Nevers geschrieben . Endlich aber bar ihn sein unerträglicher - Hochminh , nebst der Trranney , die er in der Landschaft ausge - übet , durch die - Hand vea jungen - Herzogs von Guise ums - ben gebracht , der ibn mir einem Degenstöße , den er ihm gleich durchs - Herz gab , zu seinen Lüsten geleger . Dieses geschah um , weil , da ihn dieser Prinz sehr hoflich gebethen , die Soldaten aus Reims zu ziehen , die er zu seiner Sicherheit hinein geleger hatte , dieser vermeynte Marschall , der , ungeachtet seinxs drusses darüber , durchaus Meister darinnen bleiben wollte , die - Hand an sein Degengefäße geleger und trotzig geantwortet , daß er es nicht tbun würde . Maimb . Hift . de la Ligue , p . 460 . Es ist etwas gewöhnliches , daß die Tapfern , welche die Partey ihres rechtmäßi - gen Prinzen verlassen , in einem Aufrühre ein wenig nach der Unab - hnnglichkeit streben . Allein sie erfahren sehr oft , daß das Haupt des Aufruhrs mehr Unterthanigkeit fordert , als der rechtmäßige Herr selbst . Ich glaube , daß Heinrich der IV viel gelinder gegen die stechen Reden des St . Pol gewesen seyn würde , als der Herzog von Guise . Man merke , daß Mezerai dem Herzoge alle Sckuld bcvleget , welcher , saget er Ab ? . Chronol . Tom . VI . p . 124 . da er den Raub dieses Tapfern zu fei , ner Bequemlichkeit haben wollen , eines Tages auf der Srraße zu Reims einen Zank mir ihm angefangen , und ihm den Degen durch den ILtib gestoßen . Siehe unten in der Anmerkung ( G ) , jenige , was Maria von Medieis von dieser That des Herzogs von Guise gesagct hat . Eben dieser Hiftorienschreiber beobachtet , daß St . Pol dem Vater dieses Herzogs , den Tag vor der Versperrung zu Paris , das Leben gerettet hat . Man bewundere seine Erkenntlichkeit für diesen großen Dienst !
( C ) Man hat ibn genothigct , Frankreich zu verladen . Dieß ist eine Xvirkung der weisen Staatskunst des Tardinals von Ri - chelieu gewesen . ] Man hatte eine klagliche Erfahrung von der großen Gewalt des guisischen Namens gehabt , auch noch nach der Zeit , da die Ligue nicht mehr bestund . Dieses Haus ist gewisser maßen ein Staat in dem Staate gewesen , und man hat zu befürchten gehabt , daß die Thorheit und der falsche Eifer der Unterlhanen allezeit einen Abgort dar - aus machen möchte , so bald sich nur Religionskriege erhüben . Also hat die Klugheit erfordert , daß man dieses Ansehen einigermaßen erniedrigte ; der erste StaatSbediente hat , unter der Regierung Ludwigs des Ge - rechten , gehörige Anstalten dawider zu machen gewußt .
( v ) Er hat verschiedene Rinder mit ihr erzielt . ] Ich will hier nur von den Söhnen reden . Die Tochter kann man in der letzten Anmerkung des folgenden Artikels , sehen . Der Prinz von Joinville , ftin ältester Sohn , ist zu Florenz , den 7 des Wintermonats , 1639 , > " nem 28 Jahre , unverheirathet gestorben . Anfelme , Hift . des grands Oßiciers , p . 42» . Sein andrer Sohn hat Heinrich geheißen . Ich re - de in dem folgenden Artikel von ihm . Der dritte hat Carl Ludwig geheißen , und den Namen eines Herzogs von Joyeuse gefiihret , und ist in Italien , ohne Gemahlinn . den > ; Marz , 1637 , gestorben . Hierauf hat Ludwig , ihr Bruder , den Titel eines Herzogs von Joyeuse angenom , men : er war 1622 gebohren . Er ist Oberkämmerer von Frankreich ge« wesen , und hat sich zu Toulon , im Wintermonate , >649 , mit Franciseen Marien von Valois , dereinzigen Tochter und Erbinn Ludwig Emanuels von Valois , Herzogs von EngouleSme , vermählet . Er ist zu Paris , den 27 des HerbstmonatS , 165 - 4 , an einer Wunde gestorben , die er indem Angriffe einer feindlichen Partey . bey Arras erhalten hatte . Eben - daselbst . Sein Sohn , Ludwig Joseph von Lothringen , Herzog von Guise , von Joyeuse und Engouleme , de : , 7 August , 1650 gebohren , hat fich 1667 mir Elisabethen von Orleans , der andern Tochter GastonS von Frankreich , Herzogs von Orleans , vermählet , und ist an den Kinderpo - cken zu Paris , den 30 des Heumonats , 1671 , gestorben . ( Ebend . 459 , 46° S . ) Er hinterließ einen Sobn . Namens Franciscus Josephus von Lothringen verzog von Alenzon , von Guise , von Joyeuse und Angou , leme , der den - 8 August . - 670 , gebohren war . ( ebendaselbst , 460 . Seite , ) und den 16 März , '675 , Morden ist . Etat de la France , 680 . Tom . 1 p m wj " Damals ist kein männlicher Erbe von dieser be , rühmten Seitenlinie des Hauses von Lothringen mehr übrig gewesen . Es sind aber noch viele von den andern lüngern Aesten dieser Linie von Guise übrig . Man ziehe die lebte Anmerkung des folgenden Artikels M Rache , und merk " , daß Roger von Lothringen , der fünfte Sohn nn - ftrs Carls , Herzogs von Guise , als Ritter von Maltha , den 6 des Herbst - monats , 1653 , in seinem dreißigsten Jahre zu Cambray gestorben ist . Anleime , Hift . des grands Oßiciers , p . 42S .
Guise . 701
( E ) Ich werde eine Anmerkung wegen des - Herzogs von The , vreuse , desDrüders dieses - Herzog« von Guift , machen . ] Er har Claudius von Lothringen geheißen , und ist der andere Sohn , Heinrich« , Herzogs von Guise gewesen . Er war den 5 des Brachmonats / 1578 , ge - bohren , und hat anfanglich den Titel eines Prinzen von Joinville gefüh - ret . Er hat sich 1596 bey der Belagerung von Fere , und , 597 bey der von Amiens hervorgethan . Einige Hofstreiche , Hie ihn mit dem Konige veruneinigten , haben ihn genöchiget , dem Kriege m Ungarn nachzuge - hen . Er ist zum Herzoge von Chevreuse und Pair von Frankreich im Monate März , 1612 , erkläret , und zum Ritter des heil . Geistes den 1 Jenner , 1620 , gemacht worden . Er hat 1621 bev den Belageningen von Sr . Johann d'Angeli , von Monrauban , u . s . w . gedienet , und ist mit der Bedienung eines Oberkammerhemi und Obersalkeniers von Frankreich beehret worden . Er ist nach und nach Statthalter von Ober - und Niedermarche , von Auverqne , von Bourbvn und vonderPie» cardie gewesen . Er bar sich als Bevollmächtigter des Königes von Groß - britannien , mit der Prinzeßinn Henrietten Marien vonFrankreich , i6 - 5> vermählet , und sie mir einem prächtigen Gefolge nach England geführet . Er hat sich bey der Belagerung von Rochelle , , 62g . bchmden . Er ist am Schlage zu Paris , den 24 Jenner , 1657 , ohne Hinterlassung männlicher Er» den , gestorben . Er hatte lauter Töchter gehabt . Anfelme , Hift . des grands Oftic . p . 458 . 459 . Er hatte sich 1622 mir Marien vonRohan , derWitwe des Connestables von Luines , und der ältesten Tochter Herkul« von Rohan Herzogs von Mombazon vermählet . Ebendas . Dich ist die Herzoginn von Chevreuse , die unter den Streitigkeiten des Hofes Ludwigs Hea Gerechten , und unter dem bürgerlichen Kriege zu Paris , und unter Ludwigen dem XIV , so viel von sich zu reden gemacht hat . Der Car - dinal Richelieu hat sie verweisen lassen : sie ist nach Lothringen geflüchtet» , und von da nach Brüssel gegangen . Sie hatte , nach Ludwigs des Xlll Tode , die Erlaubniß . wieder nach Frankreich zukommen , und säumte nicht» mit Hülse ihrer Stiefmutter , sich in Staatsverwirrungen zu mengen . Wir werden in der Anmerkung ( 0 ) , des folgenden Artikels , die Beweise davon sehen . Sie hatte , unter währender Gefangenschaft der Prinzen» versprochen , daß ihre Tochter mit dem Prinzen von Conti vermählet werden sollte . Priolo , Libr . V . cap . XL . und Libr . VI . cap . IV . Es ist aber nichts daraus geworden .
( ? ) - - : und eine andere über den Ritter von Gmft . 1 Er ist desjenigen von Guise Sohn gewesen , den man zu Blois , 1588 , gemacht ; er ist nach seinem Tode gebohren , und Lranciscus Alerandee Paris genennet worden . Anselme , Hift . des grands Officiers , 'p . 427 . Er hat den 5 Jenner , 1613 , auf der Straße zu Paris , den Baron von Lux , und 511 Ende des Monats den Sohn desselben Baron ? getödtet , ohne daß ihm deswegen weder durch den Hof , noch durch die Richter , die geringste Verdrüßlichkeit gemachet worden : so groß ist damals das hen dieses Hauses gewesen ! Augier , den ich anführen will , wird es uns belehren . Vrai et ancien Ufage des Duels , p . 553 . „ Der Ritter von „ Guise und der Baron von Lux begegneten einander eines Morgens auf „ der großen Stroße St . Honorius , der Baron zu Fuße ( * ) , und der ter zu Pferde ; welcher abgestiegen , und zu dem Barone , indem er den „ Degen zog , gesaget , 'daß er seinen auch ziehen solle . Der Baron hat an „ nichts weniger gedacht , und sich nicht einbilden können , daß es sein Ernst „ wäre : gleichwohl ergriff er seinen Degen , allein mit schlechter Wirr „ kung ; er war schon alt , und hatte die Fechtschule allzulange verlassen» „ als daß er sich gegen einen jungen Prinzen schlagen sollte , der seine litt „ bungen erstlich vollendet hatte . Es hat ihm auch der Ritter nur einen „ einzigen Stoß , quer durch den Leib , versetzet , davon er todt in einen „ Schusterladen fiel . Er setzte sich gelassen wieder auf sein Pferd , und „ ritte Schritt vor Schritt nach dem großen Stalle des Königes , als „ wenn nichts vorgefallen wäre . Also hat der Baron von Lux sein Ler „ ben eingebüßer , weil er sich gerühmet haben soll , daß er sich in dem Ra - „ the befunden , der zu BloiS wider den verstorbenen Herzog vonGuife „ gehalten worden - - - Er hatte einen Sohn , der mit dem Herzoge von „ Guise gleiches Alters war , welcher die Zeitung von diesem Zufalle mit „ einer Betrübniß aufgenommen , die ein Sohn über den Tod eines Va - „ ters billig empfinden soll . - - - - Jedermann redete verschiedent - „ lich davon , - was er thun würde , wenn er an seiner Stelle wäre , und „ ein jeder würde viel Schwierigkeit dabey gesunden haben . Er hatte „ mit einem Prinzen zu thun , den er tödten müßte , oder der ihn rödten . . wurde . Wenn er ihn todcete , so hätte er keinen Fuß breit Erde in der „ Christenheit gesunden , der ihm nach seinem Tode einige Sicherheit ge - „ geben hätte ; und wenn er auch von demjenigen getödtet werden sollte , „ der seinem Vater das Licht ausgeblasen , so konnte ihm das noch nicht „ genug seyn . Lieber durch die Gerechtigkeit , als durch den Degen Re - „ chenschasc zu fordern ; daran durfteer nicht einmal gedenken . 'Der „ Ritter befand sich in dem Pallaste von Guise , woraus ihn niemand brin , „ gen konnte , und wo niemand nicht einmal nach ihm fragen dorfte . Es „ ist ein Unglück für Edelleute , wenn sie Handel mit Prinzen haben ; „ dieß sind eiserne Gesäße gegen einen irdenen Topf , der , ohne sie zu zer - „ brechen , nicht an dieselben stoßen kann . Gleichwohl ist der König allen „ seinen Unterthanen die Gerechtigkeit schuldig , und auch die Prinzen „ sind davon nicht ausgenommen . , , Ebendas 540 S . Die Partey . wel - che der junge Baron ergriffen , ist gewesen , den Ritter von Guise zum Zweykampfe herauszufordern . Dieser Abforderungsbrief ist ibn» von feinem Srallmeitier überbracbr worden , der Hie ihm von seinem - Herrn aufgetragene Verrichtung würdiglich ausaerich , tet . Die Sache ist aber gefährlich gewesen ; denn wenn er er - kannt worden wäre , und man nur ein wenig Xvind von seinem Vorbaben gehabt barre , so würden die allerhöchsten Fenster in dem Pallaste von Guise für ihn viel zu niedrig gewesen s vn - al - lem , er hat sich so früh daselbst eingefunden , daß nochjedermann schlief . iLr , st m des Rltters Zimmer noch eher , als der Tag» gekommen ; er hat ibn aufgeweckt , und im Namen des Sarons von Lux , unterthanig gebrrhen , u . s . w . Ebendas . 542 Seite . Der Ritter hat ( ich «n dem angewiesenen Orte eingefunden , und seinen Feind erleget , und . st wieder nach dem Pallaste von Guise zurückgekeh - rer , wo er von den Schlagern bev - Hofe besucker worden . i£s sind viele Verse über diesen Zweykampf , unter dem Namen Pa - tiß und & . uct£ ) ot , geniätbet rvorden , rrctl Oec Xittct ( Suife peu ris geheißen . Mercure Francis , Tom . III . p . jo . Man merke , daß sich die Poeten für denUeberwinder erkläret haben . Sie haben geschrie - ben , daß der Ritter aus einer lebhafte» Empfindlichkeit , den mit Recht erjümten Degen demjenigen durch de» Leib gejaget , der sich eitler Weise Tt tt i gerühmet

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