Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10874

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Guise .
beyzuntesien ( L ) , Dieser Herzog von Guise , war zum Herzoge von Aumale , und Statthalter über das Delphinat 1547 gs - macht worden 5 . Er ist Ritter des Ordens , Oberhofmeister , Oberkammerherr , und Oberjägermeister von Frankreich sen h . Seine Baronie von Ioinville , die ein Lehn von der Stadt Vaßi war ist 1552 zum Fürstenthume erhoben worden * , und man hat etliche Dörfer dazu geschlagen , die unter dieselbe Stadt gehörten Er hat Annen von Este , die Tochter Herkuls von Este , des andern dieses Namens , Herzogs von Ferrara , den 4 des Christmonats 1549 geheiratbet « , und viel Kin - der von ihr gehabt .
Wenn dasjenige wahr ist , was man in der Historie der reformirten Kirchen liest , so hat er ein wenlg vor seinem Absterben zu erkennen gegeben , wie er nicht geglaubet , daß die Tugend seiner Gemahlinn ohne allen Makel erhalten worden ( M ) .
<0 Maria Stuart , die Tochter Jacobs des V , Königes von Schottland . 6 ) Siehe Maimbourg , Hiftoire du Calvinifme , Lib . II . p . 1J7 . u . f . Holl , Ausg . c ) Er ist den 17 Jenner gegeben worden , d ) Poltrot hat ihn bey der Belagerung von Orleans , den >8 des Hornungs 1563 , mit einem Pistol geschossen . <• ) Er ist auf dem Schlosse zu Barr , den 17 des Hornungs >519 , gebohren worden . ? . An . filme , Hift . des grans Officiers , p . 424 . f ) Maimbourg , Hift . du Calvin . Lib . IV . p . m . 259 . g ) P . Anlehne , Hift . des grans Officiers , p . 424 . b~ ) Ebenda ! ' 42 ; S . * ' ) Beza , Hift . Eeclef . p . 751 . Lib . IV . 4 ) Baudrand in Geograph . / ) Beze , HifiEcclef . Liv . IV . p . 721 . m ) P . Anfeluie , Hift . des grans Offieiers , p . 425 .
CA ) Wenn die Gulstn bey Oer partey von der Glaubensver - besferung ein großer Glücke hätten hoffen können , so würden sie dieselbe außer Zweifel ergriffen Habens Der Urheber eines kleinen Romans , der Prinz von Conde betitelt , der in Frankreich >67 ; ans Licht getreteil ist , führet gedachten Prinzen von Conde ein . der den Admi - ral von Chatillon also anredet . Die Religio» , von welcher ihr seyv . und welcher ich nur darum zugethan bin , weil die Guisen nickt davon sind ; ( denn ick verheelc es euck nickt , daß , wenn es ihnen einfiele , - Hugonotten ; u werden , ick de»» Tag darauf ein Rathslike seyn würde . ) Diese Religion , sage ick . verbierhet dieselbe eine»n rccktsckaffen Menschen , da« allcrsckonske Frauenzimmer ; u lieben , das man sehen kann' ! Man kann diesem Prinzen Unrecht thun , indem man ihm diese Sprache in den Mund leget ; allein es ist , überhaupt zu reden , ge - wiß , daß die Häupter der großen Parteyen sich zu keiner Sache entschließen , als weil sich ihre Nebenbuhler zu einer entgegen gesetzten verbündlich chet haben . Und man darf nicht zweifeln , daß sich die Guisen in ihrer Re - ligion nicht wohl befestiget hatten , weil sie ihre allerfurchtbarsten Feinde bey der andern Partey gesehen . Wenn der Prinz von Conde , und die Chatillons einen großen Eifer , zur Ausrottung der Protestanten , nommen Härten , und wenn ihnen dieses etwas in die Hände gegeben hat - te , die Guisen zu unterdrücken : so dürfen wir nicht zweifeln , daß diese nicht die römische Kirche verlassen haben würden . um sich an der Spitze der Hugonotten , furchtbar zu mache» , . Man will , daß sie einige Zeit über diese Sache zweifelhast gewesen : Varillas , der es verneinet , will gute Gründe dazu haben . Hiftoue de PHerefie , Liv . XXIII . p . m . »zi . aufs rj6o Jahr . „ Hier ist der Ort . einen um so viel gefährlichem Jrr - „ th» : m } U widerlegen , da die allergeschicktesten Historie» , schreib« ben nicht allezeit vermieden haben . Mai , saget , daß das Haus von „ Guise bey dieser Begebenheit , davon die Rede ist , ( nämlich nach dein „ Tode Heinrichs des II , ) zu Rache gegangen , cb es ihm vortheilhafter „ sey , katholisch zu bleiben , oder sich an die Spitze der Calvinisten zu len ; und daß es nach einer genauen Untersuchung seiner Angelegenhei - „ ten , die alte Religion der neuen vorgezogen hatte . Die »wem Brüder „ Du Puy , die wegen ihrer Fähigkeit so berühmt gewesen , haben dieje Sa« „ che allen Gelehrten ins Ohr gesetzet , die sie auf der Bibliothek des Königes „ besuchet , als das wichtigste Geheimniß der Historie von Frankreich . Sie „ haben behauptet , daß dieses Geheimniß in dem Buche wider die Ligue „ des Herzogs Gonzaga von NeverS enthalte ! , wäre . Sie hatten dieses „ Buch vollkommen schön binden lassen , und es als einen Schatz aufbe - „ wahrt . Gleichwohl hat man „ ach ihrem Tode dieses Buch mit so viel „ cirößerer Aufmerksamkeit und Neubegierde untersucht , da man sich des - „ sen erinnert , was man von ihnen sagen hören , und was man nicht dar - „ innen gefunden hat . Ueberdieß hat Marin le Roy , Herr von Gom - „ berville , der den Druck der Nachrichten des Herzogs von Nevers „ über sich genommen , dasselbe Buch geborget , es abgeschrieben , und in „ den ersten Band seiner Nachrichten gesetzet . ( « ) Gleichwohl befindet „ sich nichts von dieser erdichteten Berathschlagung des Hauses vonGuije „ darinnen , ob es gleich dem Gomberville nicht unbekannt gewesen , was „ die Du Puy davon gesaget hatten . E» , dlich sind damals alle Umstan , „ de behülflich gewesen , zu überreden , daß diese Sache erdichtet wäre : denn „ das Haus von Gnise hätte an der einen Seite nichts gewoimen , und „ an der andern Seite alles verlohren , wenn es calvmistifch geworden . Es „ hätte nichts gewonnen , weil diese Parrey . wenn es zu derselben getreten „ wäre , nicht unterlasse» , haben würde , dasselbe mir Ausschließung der zween „ ersten Prinzen vom Geblüte , und vornehmlich des Prinzen von Conde , „ zu ihrem Haupte zu erwählen ; derallzuherrschsiichtigwar . als daß er das „ Commando einem Fremden in einer Partey abtreten sollen . die er zum „ Theil angestiftet , und worinnen er bereits alle seine Anstalten gemacht „ hatte , alle Dinge im Namen seines Bruders zu thun , und sein Nach - „ folger zu seyn , im Fall er wieder zu der katl>vlischtn Gemeinschaft zurück „ kehrte . Wenn auch nberdieß die Prinzen vom Geblüte gegen das Haus „ von Guise , bcy einem so zarten Puncte , diese Gefälligkeit gehabt hätten , „ so würden die drey Chatillons doch nicht von gleicher Neigung gewesen „ seyn ; und sich alsdann in der allgemeinenAufsicht über die calvinisti« „ sehe Lehre fest gesetzet haben , die ihnen nach der Uebertretung des Kö - „ nigs von Navärra , lind dem Tode des Prinzen von Conde , so feyerlich „ aufgetragen worden . „
§ C<0 Nicht in dem ersten Bande , sondern in dem andern . Uebri - gens enthält das Original dieses Traetats , welcher aus 51z S . in 8 , steht , in der That nicht ein Wort von demjenigen , was die Herren Du Puy , nach dem Vorgeben des Varillas , sich freuten darinnen gefunden zn haben . Es ist 1590 , ohne Namen des Orts , und des Druckers , allein »ermuthlich vom Jamet Metaver , und zu Tours , gedruckt , wohin dieser geschickte Buchdrucker , Heinrich dem III , gefolget war . Crit . Anmerk .
Ich wollte diesen Gründen des Varillas , ohne Schwierigkeit nachge - ben , ob ich gleich weis , daß diejenigen . welche Nachrichten herausgeben , daraus weglassen , und darzu setzen , was ihnen gut dünkt . Dieses haben die Tagebuchschreiber zu Leipzig in ihrem Jenner »69» , 29 Seite , wider den Varillas bemerket . Ich sehe die Zeit nicht , wo sich die Guisen hät - ten einbilden können , daß ihnen die Verlassung der katholischen Lehre hätte vortheilhaft seyn können , und sie haben niemals weniger Ursache gehabt , auf diese Gedanken zu kommen , als unter der Regierung Fran - ciscus IL Woher wäre denn die Berathschlagung gekommen , welche
die Herren Du Puy ihren Freunden , als ein großes Geheimniß berich - tet ? Dasjenige finde ich sehr wahrscheinlich , daß die Guisen , weim sie die Chatillons bey der katholischen Partey in größerm Aiisehen , als sich , gesehen hätten , zu der Hugonottischen Partey ubergetreten seyn würden ; denn allem An ( eben nach , haben sie nur wegen der zeitlichen Güter , sich an die röinische Kirche gehalten , und nur darum einen Widerwillen ge . - gen die andre Partey blicken lassen , damit sie die Herzen des Pöbels , und die Zuneigung der Clerisey gewinnen wollen . Ich rede von der Zeit , da die besonder» , Zänkereyen , nnd die Lästerschristen das Innere von der Maschine , noch nicht in Bewegung gesetzer hatten ; deni , da sie endlich der Staatshaß bey der Partey , die sie verfolget , zum Abscheu gemacht , so haben sie dieselbe in rechtem Ernste gehaßt , nnd sich gleichwohl nach Erfordern der Staatsursachen verschmitzt verstellt . Ich habe in einer von denen Schriften gelesrn , die in dieser Zeit erschienen find ( * ) , daß der Cardinal , Carl von Lothringen zu verstehen gegeben , daß der Herr von Anmale , sein Bruder , nach seinem Rathe , den Kirchen in Burgund und Champagne , in allem demjenigen Vorschub thun sollte , was er nach diesem Befehle thun könnte : daß er zu Chalons in seiner Gegenwart die Unter - suchungen verbrennen lassen , die seit der letzten Friedenserklärung , wider die Reformirten angestellt gewesen ; daß er gewußt , daß die Frau von Guise , seine Schwester , reformirt gewesen , und daß sie den Herrn von Guise , ihren Sohn , heimlich in den , augspurgischen Glaubensbekenntnisse unterweisen lassen , und dieses hat er gesager , misfällt mir keineswegs . Man hat ihm unrer andern Dingen geantwortet : Ick weis wohl , daß ihr einige deutscke Fürsten in dieser Meinung unterhaltet , daß ihr euren Neffen in ihrem Glaubensbekenntnijse unterweisen lasset : allein nur darum , damit ihr Gelegenheit habet , ihm die vier Daronien des Bifckofthums Men , 5» versckaffen , und ihn zum Reicksfürsten 5» macken , und bey dieser Gelegenheit , habet ihr ihn auck bey eurer letzten - Huldigung , die Rede an den Adel , deutsck halten laflen , um die Gunst de« Landes , nack und nack Zugewinnen . Reponfe a l'Epitre de Charles de Vaudemont , folio D . iiii . Einige Seite» , zuvor , hatte man ihn» vorgeworfen , daß er mit einer Hand den Sraatöbediente» , von Deutschland , zu Saverne vergoß dete silberne Becher gegeben , und mit der andern das Blutbad zu Vaßi ausgeführet hätte . Bey der Bluthochzeit zu Paris , har der Herzog von Guise , über hundert Hugenotten in seinen Pallast ausgenommen , die er zu seinen Diensten zu gewinnen geglauber . Mezerai Abrege chronolog . Tom . V . p . 157 .
( * ) Sie ist 1565 gedruckt , und hat zum Titel : Reponfe a I'Epiftre de Charles de Vaudemont , Cardinal de Lorraine . Dieser Brief war unter dem Namen eines Edelmannes , aus dem Hennegau herauSgege - ben worden ; so wohl die Tragung des Gewehrs , welche der Cardinal im Jenner , , wider die Verordnungen Sr . Majestät erlaubet , zu entschuldi - gen , als de» , Marschall von Monmorency anzuklagen .
Der Urheber der Antwort , auf den Brief des Cardinals von Lothrin - gen , ist etn guter Protestant gewesen . Allein hier ist dasjenige , was er von dem Hasse bekennt , den die Reformirten wider die Guisen gefaßt hatten . Der allgemeine Bevfall aller unsrcr Rirclien ist , saget er , Reponfe a l'Epitre de Charles de Vaudemont , folio C . iii . und wird es beständig seyn , allen denen parreyen die Srirne zu bicthen , bey welcken ihr mittelbar oder unmittelbar seyn werdet , und sick zur parrey aller eurer Leinde zu scklagen , sie mögen von einer Religion seyn , von wa» für einer sie wollen . Und es wundert mick , wie ihr unsern^villen nock nickt wisset , da er dem pabste nickt unbekannt if ? : angesehen er letzthin gegen den Bischof von Auxerre erklarer , daß er gern hundert tausend Thaler drum ge - ben wollte , wenn ihr ein - Hugonotte würdet ; in der Vers , cke« rung , daß wir , wegen der unversöhnlichen Feindschaft , die wir gegen euck haben , unsre Religion verlassen würden , wenn ihv von derselben warer . N ? cil denn diese allgemeine Genchmhal - tung aller unsrer Rircken , euck zu widerstehen , von nichts als von einer besonder» Gutigkeir Gottes herkommen kann : so soU len wir gewiß hoffen , daß er uns vor den Wirkungen eurer Anschlage bewahren wird , vermöge welcker ihr eine todt - licke Rriegsrüstung wider unsre Güter , Altare und Leben macket .
Man merke diese Worte des Brantome wohl . Der Cardinal von Lothringen „ ist sehr gottesfürchtig , und deswege» , von ben Hugenotten „ sehr gehaßt gewesen : allein gleichwohl har man ihn für sehr heimlich „ und scheinheilig in seiner Religion gehalten , welcher er sich zu seinerH» . „ heir bedienet hat ; denn ich habe ihn öfters von dem augjpiirgischen „ Glaubensbekenntnisse reden , und es ihn halb billigen , ja predigen hö - „ ren , mehr einigen Herren Deutschen zu gefallen , als wegen einiger an - , „ dem Ursachen , so wie man gesaget ; wie ich einsmals zu Reims in ei - „ ner Charwoche , und vor feiner Frau Mutter öffentlich gesehen , wo er „ sich schön hören lassen . „ Eloge du Duc deGuife , im III Th . seiner Memoires , p . m . 13J . Man füge hier die Anmerkung ( QJ des Artikels Lothringen bey .
Die Stelle , die ich anführen will , ist eben so merkwürdig . Ich neh - me sie aus einer Schrift , welche Du PleßiS Mornai , im Monate April 1589 , zur Rechtfertigung Heinrichs des III , wegen seiner Vereinigung mit dem Könige von Navarra , aufgesetzec hat . Es betrifft das Gefthrey der Ligue , wegen dieser Verbindung des Königes , und der Hugonotten z»
antwor -

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