Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10867

Guise .
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sts Ronigreicheg nach Saserne geführet hatte , um die Unruhen in Deutschland * u skillen , und diejenigen zu bändigen , welche die Niederlande und andere Erblanver de» - Hause« Oesterreich be - unruhigen wollten : welches von besagtem Reuige so übel auf - genommen worden , Saß er nach seiner Zurkckkunft au« der fangenschaft ; u St . Gever befohlen , ihn gefangen ; u senen : und er würde ihm solches , ohne die Vorbirre und Vorstellung des Connestable , übeljbelohnet haben . Auch ist ihm seine Unrcrneh , mung , wider den Zustand der Regierung von Burgund , bey Lebzeiten Philipp ChabotS , Admirals und Statthalters des be , sagten Landes , nicht allein be / dem Adel , sondern auch bey dem Ronige selbst , ? um großen Schimpfe gediehen : denn dieß sind zween sehr verhaßte puncre in Frankreich , der Rrone einen Nachtheil zu erweisen , und etwas wider den Stand eines Edel , manns , bey seinem JLcben , ; uunternehmen : welche den Varer und Sohn , nach dem Gutachten dieses großen Roniges Franciscus so verhaßt gemacht , daß sie , ohne das BKndniß und die Gewogen - heit der Frau von Valenrinois , außer aller - Hoffnung gewesen , sich empor zu bringen . Ich wundere mich , warum er nicht dazu ge - seher : baß der König seinem Nachfolger , kurz vor seinem Tode , eingeprä , get hat , den Guisen keine Bedienungen zu geben . Einige Geschicht - schreiber reden von dieser Sache : Renaudie vergißt sie auch nicht . Hier sind seine Worte im Thuanus : Liu« rei memoria cum tenarillime in krsncisci pru - Zentillimi principiz animo , quamdiu vixit , hacfilFct , inoriens ille inter falutaria praecepta , quae de pofteritate ac regno folicitus Henrico F . dedit , imprimis cum momiit , vt fibi a Guifia - norutii ambitione caueret , ac proinde eos publica ? rei gubemaculis ne admoucret . Libr . XXIV . p . 490 . Siehe hier Ullten den Artikel des . Herzogs von Guise , des Enkels von diesem .
( * ) Thuanus hatte kurz vorher gesaget , daß Claudius die terschaft von Champagne und Brie erhalten , durch Vorschub des Car - dinals , Johanns , seines Bruders» welcher viel bey dem Könige zu sagen hatte .
( C ) * * * und daß er ihm nicht erlaubet , als prinx erkannt 5» werden . ^ Der Präsident de la Place , den ich bereits angeführet ha« be , erzählet eine Rede , die an Catherinen von Medicis , vom Ludwig gnier , Herrn de la Planche , gerichtet gewesen : . Die französischen iLdelleute , saget Ludwig Regnier , ehren die auslandischen Prinzen , so lange sie in ihren Schranken bleiben ; allein außer diesem kon , nen sie dieselben nicht leiden , noch vielweniger für Prinzen ecken * nen , oder gestehen , daß sie etwas anders , als Herren und Edelleure sind . Zvieß ist durch das Urtheil des ver> ? orbqnen Roniges ciscus bekräftiget worden , als sich der - Herzog von Aumale ver , mablte ; denn er hat nicht erlauben wollen , daß sich seine Braut an ihrem - Hochzeittage , alseine prinzeßinn kleiden dorfen , und gesaget ; daß er die Ehre keinen andern mittheilen wollte , die nur den Prinzen vom Geblüte und den - Herzogen von Lothringen zu« käme . Und wenn sie ja Prinzen spielen wollten , so sollten sie dieselben außerhalb dieses Ronigreiches auf ihre Unkosten spie» len . Und der - Herr von Guise / der sich viel Mühe gegeben , das Gberjägeramr zu erhalten , welches nwor auch von schlech ? ten Edellemen verwaltet worden , hat sich« gefallen laßen , daß seine Schwiegertochter , am Tage ihr»s Veylager» , zu Fontaine , bleau , keine Schleppe gehabt . De la Place , Comment . etc . fol . 59 .
Siehe auch l'Hiftoirede Peftat de France fous Praneois II , vom Lud , wig Regnier , Herrn de la Planche , p . 399 . Wir werden sehen , daß Heinrich der II nicht in die Fußrapfen seines Vaters getreten ist , und daß auch Franciscus der I selbst zuweilen gelinder gewesen . Z>er verstorben« Ronig Lranciscus , dieß sind die Worte des Herrn de la Planche , beym de la Place , fol . 60 . und ebendas . hat bey Sem Einzüge der Rom - ginn Alienor , die Mademoiselle von Guise , die nach diesem R6 , niginn von Sclx>rtland geworden , zwar als eine prinzeßinn , nach seinem bloßen Gefallen , kleiden lassen ; allein bey dem Äcv - lager ihres Bruders har er auch gezeiget , wie es sein rville nicht sey , daß solche« Folgerungen haben sollte . Und wen» der Ronig , auf die Ueberredung der - Herzoginn von Valenti , nois , von welcher alle die heutigen Guisen ihre Hoheit halten haben , um dieselbe zu erheben , die alte Ordnung über« schritten hat , Saß nämlich kein Frauenzimmer an ihrem - Hoch - ze»trage , als Prinzeßinn gekleidet seyn Sorfte , wenn sie nicht die Tochter , oder Gcmahlinn eines Prinzen vom Geblüte wäre ; so ist e» doch gewiß , daß er fest beschlossen gehabt , sie , wenn ev beym Leben geblieben , dagegen auch wiederum zu ernicdriqen . ES sind noch zwey andere Dinge in RegnierS Discurse , die angeführet ZU werden verdienen . Der Herr von Sr . Paul har niemals den Sbevm von Guise , Claudius von Lothringen . sich Prinz nennen boren , daß er nicht zu jemand von den Seinigen gepger : er rede deutsch auf franzosisch : und daß er allezeit , wenn er eigentlich französisch re , den , und sich Prinz nennen wollte , darzu senen solle , von Lothringen . Ebendas . fol . 59 vcrio . Dieß ist eins ; das andere werden wir auf dem 60 Bl . sehen . Der alte Gebrauch der parlemenrer , auch ves pa , risifchkn , ist allezeit gewesen , zu verhindern , daß sich kein einzi» ger den Namen Prinz zueignen dorfen , der nicht vom Geblüte gewesen . Dieses ist auch in den Personen der besagten - Herren von Guise beobachtet worden , wenn sie vor dem Präsidenten ( Li * 5et rechtliche Verfahren gehabt , welcher bey vollem Verhöre zr» ihrem Sachwalter gesager , der ihm den Titel , Prinzen , beygele« get , daß er in Frankreich niemanden , als den Primen vom blüte zukäme , und befohlen , daß er sogleich ausgestrichen wer , den müssen . Hier sind die eigenen Worte des de la Planche , p . 400 , derHistone unter Franciscus dem II . So gar im vollen Parlemente ist einem Sachwalter , der für den verstorbenen Herrn von Guise rechtlich e nqebracht» und ihm den Titel des Prinzen gegeben hatte , gesaget und anbefohlen worden , diesen Titel stehenden Fuße« auszustreichen : welches man zum Theile für eine Ursache der Absehung des Präsidenten Li , et , und der V . - rfol , gung des Cardinals von Lothringen gehalten , jedoch ohne ( ich alaube et muß heißen unter ) einem andern Verwände .
( v ) Er hat sich - - * namentlich in der Schlacht bey iNarignan hervorgerhan . ^ Franciscus der I , hat sie >5 , 5 über die Schweizer gewonnen . , , Als Claudius , Herzog von Guise , welcher in Ab» „ Wesenheit des Herzogs Carls von Geldern , seines mütterlichen Oheims , „ die Lanzenknechte commandirt , zu Boden geleat worden , so har ihm ein „ deutscher Edelmann , sein Waffenträger , das Leben mir Verlust des sei , „ nigen gerettet , indem er seinen Körper bedeckt , und die nach ihm gefnhr , „ ten Stöße aufgefangen hat . , , Mezerai , Abrege Chronol . Tom . IV , pag . 480 . Man sehe des P . Anselm ? , Palais de la Gloire , pag 442 . der d>eses auf eine viel vortheilhafcere Art für den Herzog von Guise erzählet .
Gmse , ( Franciscus von Lothringen , Herzog von ) der älteste Sohn des vorhergehenden , ist einer von den größten Feld -
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Eroberung vi Widerwärtigkeiter .
Aufführung verschaffet hat . Seine und seines Bruders , ' des Cardinals Carls von Lothringen , Herrschsucht' , die noch viel dentlicher war , als die Seinige gewesen , haben Frankreich in eine abscheuliche Verwüstung qestürzet : auszer daß der blutdürstig ge Geist , von dem sie wider diejenigen gereizet worden , die man Hugonotten nennte , zu den bürgerlichen Kriegen Anlaß gab , die Frankreich so vielmal auf das äußerste gebracht haben . Dieser Haß war anfänglich nur eine politische Verstellung : denn wenn
die man mit Unrecht und Gewalt an sich reißt ; man kann den verhaßten Namen eines Tyrannen auch verdienen , wenn man sich des Ansehens bemächtiget , welches nur den Prinzen vom Geblüte gehöret , und wenn man sie von dem Antheile ausschließt , den sie , unter der Minderjährigkeit eines Königes , an der Regierung haben sollen . Dieses haben nun die Guisen , unter der Regierung Franciscus des II , des Gemahlsihrer Nichtel gethan , indem sie die Schwäche dieses Prinzen , ohne die geringste Beobachtungdes Wohlstandes , gemiebrauchet . Man will so gar , daß sie Vorhabens gewesen , die vornehmsten Prinzen vom Geblüte hinrichten zu lassen ( 8 ) . Diese , mit einer Verfolgung wlder die reformine Kirche verschwisterte Tyranney , gebahr die berufene Vcrfchroö - rung von Amboise , welche zu nichts , als zur Vermehrung ihrer Gewalt , diente . Sie kamen so weit , daß sie den zweyken zen vom Geblüte zum Tode verdammten ; und ohne Zweifel wäre das Urtheil , nebst einer gänzlichen Niedcrmetzlung der Refor - mitten des Königreiches , vollstreckt worden , wenn Franciscus der II ein wenig länger gelebet hätte b . Nach seinem'Tode hatten die Herren von Guise nicht Ansehen genug , zu verhindern , daß wanden Hugonotten nicht die Gewisse , , sfreyheit , vermöge des Befehls , zugestanden hätte , den man das Edict vom Jenner nennet c . Allein , da sie diese Duldung nicht verhindern konnten , wie bey der Versammlung der Vornehmen ( C ) , unter Franciscus dem II , so haben sie Mittel gefunden , diesen Be - fehl durch das Blutbad zu Vassy zu vernichten . Man mag sagen , was man will , daß dieses keine zuvor überlegte Sache gewe -
Unser Herzog von Guise hatte die " Geschicklichkeit , / sich allen Ruhm von der Schlacht bey Dreur zuzueignen ; und'nach allen Wahrscheinlichkeiten wollte er sich durch die Eroberung von Orleans , in den Stand setzen , die resormirte Religion gar auszu - rotten , als er vom Poltrot ermordet ward . Er ist an seiner Verwundung i , den 24 des Hornungs , 156z , vier und vierzig Iah - re alt , gestorben ' ( E ) Man saget , er habe auf den , Todberte bethcuert , daß er keinen Theil an dem Blutbade zu Vassy qehabe f ' allein ich weis nicht , od eine solche Betheurung den Beweisen die Wage halten kann , die man von dem Gegen - theile hat ( F ) . Die Scribentcn von seiner Partey loben ihn außerordentlich , wegen eines christlichen Grundsa^es , den er , wie sie sagen , wider einen resormirten Menschen , angeführet , der ihn zu ermorden gesucht . Dieser Grundsaß schickte sich in seinen Mund sehr schlecht ( G ) . Es wäre zu wünschen , daß die Resormirten nicht so viel Lasterschriften und so viel Satiren , wider diesen Herzoq und wider den Cardinal , seinen Bruder , hätten drucken lassen ( H ) . Sie haben bierinnen weder nach den Re . geln des Evangelii noch der Klugheit gemäß , gehandelt ; angesehen dergleichen Schriften einen sehr mächtigen Feind immer mehr und mehr reizten ( I ) , und ihm Scheingrunde gaben , seinen Hay zu nähren , und die Verfolgung zu verdoppeln ( K ) . Es wäre ungerecht , der ganzen Gemeinschaft die Ungeduld einiger Privatpersonen und ihren allzugroßen Küöel zum Schreibe ! , II V« ? nd . SS SS beyzu -

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