Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10858

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Guise .
seinem Kloster damit nicht zurechte kommen können . Der Baron le Roy setzte dazu , daß sich unter währender Belagerung ein Laienbru - der dieses Mosters zum Constabel aufgeworfen , und gezeiqet , daß er die Erfahrung nicht vergessen hätte , die er ehemals in dieser Kunst erlanget ; daß man , da ein Ueberlaufer diese« in dem französischen Lager erzählet , viele Bonibm auf dieses Kloster gespielet , welche dasselbe in Brand ge - steckt , so , daß des Jacob von Guise Mannscript , nebst dem Büchervorra - the der Mönche , dadurch verzehret worden . \
( B ) Moreri hat etliche Schnitzer gemacht . ] L Jacob von se ist nicht von Valenciennes , sondern von Möns gebürtig gewesen . Im
Guise , eine Stadt in der Piccardie , an dem Flusse Olse , in dem Kirchensprengel von Laon , war ein altes Erbgut der jüngstgebohrnen , aus dem Hause Lothringen , und wurde im Jenner , 1527 , zu einem Herzogthuine und zu einer herzoglichen Paine erhoben Sie hat die verschiedenen Abwechselungen der Waffen , unter den Kriegen Franciscus des l und Carls des V , ren . Sie wurde 1556 mit Sturme erobert . Das S " " fc~ " " . . . -
wegen die Kriegsbefehlhaber unehrlich gemacht worden b
Vorbeygehen merke man , daß sich la Croix Du Maine , welcher p . >88 . gemuthmaßet , daß er von Guise gewesen , betrogen hat ; überdieß weis er nicht , daß dieser Mönch im XIV Jahrhunderte gelebe» hat . II . Er hät - te uns nicht sagen sollen , daß er entweder 1398 , oder 1399 , gestorben wäre ; denn auf diese Art haben die Scribenten das Sterbejahr de« Jacob von Guise nicht geändert . Ihre Veränderungen bestehen darin - nen , daß die einen das Jahr mit oem Jenner , und die andern nach Ostern angefangen . Nach diesem ist er 1398 / und nach jenem 1399 storben . Valer . Andr . Bibl . Belg , p . 411 .
j , welches sich halten konnte , ergab sich schändlicher Weise , wes - unehrlich gemacht ivorden b . Allein 1543 hob Ferdinand von Gonzaga , der sie belagert hatte , auf die erhaltene Kundschaft von dem Anmärsche Franciscus des I , die Belagerung auf , und wurde bey seinem Abzüge so eilig ver - - folget , daß man 2000 Mann von seinem Nachzuge erlegte , und eine Menge Gefangene machte c . jm 1636 Jahre fanden es die Spanier , die einige Eroberungen in der Piccardie gemacht hatten , nicht für rathsam , Guise zu belagern , und befürchteten den beherzten Widerstand des Grafen Guebriant , welcher darinnen commandirte d . Sie konnten sich 1650 nicht zu Metstern davon machen , ob ihnen gleich alles günstig zu seyn schien . Man sehe das Buch , der Triumph der Gradr Guise betittelt . Es ist vom Johann Baptista von Verdun , einem Mmoriten , aufgefetzet , und 1687 Zu Paris gedruckt worden ; das Tagebuch der Gelehrten redet davon e . Wir wollen anderswo sagen f : daß der Marquis von Bougi , die vornehmste Ursache gewesen , war - um diese Unternehmung der Spanier krebsgängig geworden .
a ) Du Chesne Antiqw . des Villes de France , p . m . 438 . S ) Mezerai , Abrege chronol . Tom . IV . p . 595 - c ) Ebendas . Hiftoire de France , Tom . II . p . 1021 . d~ ) Le Laboureur , Hift . du Marechal de Guebriant . e ) den 17 May , 1688 . Man verbessere darinnen , in der holländischen Ausgabe , di» Ziffer >550 , die statt 1650 gesetzet worden . / ) In der Anmerkung < & ) , bey dem Artikel Reverend .
Guise , ( Claudius von Lothringen , Herzog von ) der andere Sohn des Renatus , Herzogs von Lothringen , ließ sich in Frankreich nieder , nachdem er vergeblich gesucht hatte , saget man , seinen ältesten Bruder , Anton , von der väterlichen Erbschaft auszuschließen ( A ) . Weil er sehr b'eherztund von großen Verdienste» war , so setzte er sich m ungemeine Hochachtung . Er vermahlte sich mit einer Prinzeßinn vom Geblüte « , und gelangte zu großen Bedienungen , ^hm zu Liebe hat man die Grafschaft Guise zum Herzoatbume und zur Pairie erhoben . Man hatte dergleichen Erhebungen nur für die Prinzen vom Geblüte gethan . Man ajebt vor , daß Franciscus der I . bey einigen Vorfällen , einen Verdruß wider ihn gefaßt ( k ) , und daß er ihm nicht erlaubet , für einen Prinz erkannt zu werden ( C ) , noch alle Merkzeichen desselben anzunehmen . Dem sen . wie ihm wolle , so ist Claudius von Lothringen so mächtig geworden , daß er ein Haus gestiftet , welches die rechtmäßigen Nachfolger fast vom Throne gebracht hätte . Er ist 1550 gestorben , und hat sechs Söbne und vier Töchter hinterlassen , davon die älteste Jacob Stuarten , den V die - seö Namens , König von Schottland , geheirath« hat . Er hat sich bey verschiedenen großen Kriegsverrichtungen , und nament - lich in der Schlacht bey Marignan , hcrvorgechan' ( D ) . Johann , sein Bruder , den man den Cardinal vo» , Lothringen nennet , hat ihm zu einer großen Stütze gedienet .
<0 Antonetten von Bourbon , die Schwester Carls^ Herzogs von Ventome , den 18 April , 151z . Anselme , Hill . Genealog , p . zzx . P ) Siehe unten in der Anmerkung ( B ) , die angeführte Stelle .
CA ) Er hat vergeblich gesucht , saget man , seinen ältesten Vru , der , Amon , von der väterlichen Erbschaft auszuschließen . ] Dieß belehret uns Thuanus , wenn er die Rede anführet , di« Renaudie unter währender Verschwörung zu Amboife , > ; 6o , an seine MMchuldigen halten haben soll . Als Renatus , Herzog von Lothringen , Margarethen von Harcourt , Wilhelms von Hareourt . Grafens von Tancarville , Tochter und Erbinn von Tanearville . geheirathet . so hat er sie , vermöge der Ehstifrung verbunden , ihm ihre Güter schenkungsweise zu übergeben . Hierauf hat er sie unter dem Vonvande ihrer Häßlichkeit , und ferner unrer dem Borwande ihrer Unfruchtbarkeit , auf eine grausame Art verstoßen , und ihr ihre Güter nicht wieder gegeben , sich auch noch vor ihrem Absterben mit der Schwester des Herzogs von Geldern vermahlet . Aus dieser andern Ebe hat e ? unter andern Kindern , den Anton , der ihm gesolget , und unfern Claudius gehabt . Dieser , welcher nach dem Tode der Marga - retha von harcourt gebohren war , hat begehret , daß Anton , als ein bey Lebzeiten dieser Dame gebohrner , für ein Hurkind und der Erbfolge un - fähig gehalten werden müßte , so , daß er sich nicht gescheitet , leine eigene Mutter zu veruuehren , und sie für eine Beyschläserinn auszugeben , in so ferne er nur dadurch , zum Nachtheile seines ältesten Bruders . Herzog von Lotbrinqen werden konnte . Da ihm dieser Versuch fehl schlug , so hat er sein Vaterland verlassen . und sich nach Frankreich begeben . Et Claudius quidem . . - Antoniurn fratrem , quod is viua reta ex Philippa natus eilet , tanquatn ex adulterio proereatum Lotha - ringiae fucceflione deiieere voluit , ne communis quidem rnatris pu - dori parcens ; quod cum fruftra tentaflet , et in patria impius eile non pofl'et , fp« iniquas fecuni in Galliam - - - attulit . nus , Libr . XXIV . p . 49° - aufs >560 Jahr . . Ich weis nicht Eigentlich , ob alles dieses wahr ist , und ich traue nicht gern allem demjenigen , was die Redner in denen Umständen sagen , darinnen sich Renaudie befunden hat : Min ich bin gewiß , daß sich ein sehr ehrgeiziger - Mensch wenig um die Scha . de seiner Mutter bekümmert , wenn er große Vortheile daraus Mm kann . Ich will etliche Worte des Thuanus anfuhren . die einige Dunkelheit zu haben scheinen . Cum pnmo h . m . lat . s nuptus Margan - tam Gulielmi Haricuriani Tancaruillae Comitis filiam et amphffimo - rum bonorum , quae Lotharingi hodie in Caletenh agro poHident , heredem duxifiet , et tabulis dotalib . ad donationem lllorum bonorum adegiflet , poftea deformitatem et ex deformitate fterilitatem caufla - tus , miferani feminam repudiauit , et tarnen bona retinuit . Libr . XXIV . p . 489 . aufs 1560 Jahr . iEs geirrt , Thuanus wolle sagen , daß die zwo Verwendungen des Herzogs von Lothringen eine auf die andere gegründet gewesen , daß man nämlich anfänglich die Faßlichkeit der Margarethen . und zum andern angeführet , daß sie ihre Häßlichkeit un - fruchtbar gemachet . Dieß müßte ein schlechter Naturkündiger fenn , der also schließen wollte ; denn es ist keine Verbindung unter der Häßlich - keit und Unfruchtbarkeit einer Frauen , als welche die Bosheit eines all - uuartlichen Ehinannes darunter machen kann , indem er seiner Gemah - lim die ehliche Pflicht nicht leistet . Vielleicht hat der Herzog Rena , tiis die gute Veranstaltung getroffen , daß ihm . auf bedürfenden Fall , der Vorwand der Unfruchtbarkeit nicht fehlen könnte : allein ich bin versi - chert daß Thuans Redensart nichts andere bedeutet , als daß der Her - zo« . nachdem er sich des Vorwandes der Häßlichkeit bedienet , eine
re Ursache seiner Ehestheidung angeführet , nämlich , daß ihm seine Ge - mahlinn keine Kinder gebohren .
Ich weis nicht , ob Aarillas einen andern Grund , als des Renaudie Rebe , gehabt ; allein dem sey , wie ihm wolle , so ist es doch gut , denselben anzuführen . Hiftoire de Henri III . Livr . XII . j» . m . 311 . 312 . , , D» „ Herzog Claudius von Lothringen im Srande war , von seinen eigener , „ Angelegenheiten zu urtheilen : so hat er vorgegeben , daß die Herzoglhümer , „ Lothringen und Barr , ihm zugehörten ; weil sein ältester Bruder , An - „ ron , niä ) t ehlich wäre , da er bey Lebzeiten der ersten Gemahlinn seines „ Vaters gebohren worden . ( Varillas nenner sieJohanna von ^arcourt - Tancarville . ) „ Eben dieser Claudius hatte sich nicht gescheuet , es Leuten „ zu sagen , die es dem Herzoge Renatus wieder hinterbracht ; und diese „ Betrachtung hat die Furcht bey ihm erwecket , daß seine zween ältesten „ Söhne einander nach dem Leben stehen möchten . Er hätte kein bes - „ ser Mittel ausfündig machen können , als daß er den Claudius nach „ Frankreich geschicket , ihn daselbst mit Antonetten von Bourbon , des Gra - „ fen von Vendome ältesten Tochter , zu vermählen , und ihm alle Güter „ zu übergeben , die er in diesem Königreiche hatte , und deren Anzahl so „ groß war , daß derselben Verzeichnis in dem Vertrage , zwischen dem „ von Lomenie , zwo ganze Seiten enthalt , und so wichtig , daß die Ein - „ fünfte davon fast eben so groß , als der Herzogtümer , Lothringen und „ Barr , gewesen . , , Beloi saget gerade das Gegenrheil : denn er versi - chert , daß der erske - Herzog von Guise nur vierzehn bis fünfzehn tausend Pfund Einkünfte gehabt , da er sich mir Antonetten von Bourbon vermählet . Apologie Catholique , fol . 10 verfo .
( B ) Franciscus der I hat bey einigen Vorfallen Verdruß vo» der ihn gefaßt . ] Renaudie versichert es in seiner Rede : er saget , daß Claudius von Lothringen , da cr das Kriegsvolk , ohne Befehl de« Köni - ges , aus derjenigen Landschaft gehen lassen , darüber er Statthalter ge - wesen . den König dermaßen zum Zorne gereizet , daß man seine Gnade nicht anders , als durch die Bedingung erhalten können , daß er nicht mehr bey Hofe erscheinen sollte . Der Vorwand , dessen cr sich bedienet , diese Kriegsvol^r aus semer Statthalterschaft Champagne zu ziehen , ist dieser gewesen : Er hat die Widertaufer zurück treiben wollen , welche Einfälle in die Länder des Herzogs von Lothringen gethan halten . Thuan . Libr . XXIV . p . 490 . Antonio ab Anabaptiftis , vti aiebat , infeftato , iniuf . fu regis ex praefedhira fua auxiliareis copias adduxit . Quod adeo impatientertulit Francilcus , qtii his praeludiis patientiam fuani ten - tari interpretabatur , vt nifi inloannis fratris ( * ) et Annae Momo - rantii , qui faftum exeufauit , gratiam , nunquam eam iniuriam con - donaturus fuifle credatur 1 quam tarnen ea lege remifit , vt Claudius in pofterum aula abftineret , neque in ftium confpechitn veniret . Wie ich bereits gesaget habe , so traue ich der Rede des Renaudie nicht recht : allein ein Theil von demjenigen , was er saget , findet sich in ei - nem guten Geschichtschreiber : wir wollen uns daran halten . Der ntg Franciscus , saget der Präsident de la Place , Commentaires de l'e - ftat de la Religion et Reptiblique , Livr . II . fol . 54 verfo , aufs ij6o Jahr , hat keine gute tNcynung von den , Vater haben kon , nen , ( d . i . vom Claudius , Herzoge von Guise . ) seit dem er erfahren , daß er , währender ftiner Gefangenschaft , die Rriegsmacht die ,
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