Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10779

68o Guyer .
Verbrechen sdwlöict ist . „ Ts wird mir , diesen Guichmon zu wider - „ ge und Feder vermiethen könne , alles zu sagen und zu schreiben , Mi
, legen , zureichend seyn , wenn ich sage , daß er selbst in der reformirren „ diejenigen wollen , deren Lohnknecht er ist . Ich weis auch ganz gewiß ,
Religion gebohren und erzogen worden . und daß er selbst einen Theil „ daß er sich nicht unterstanden , eine Zeile in sein Buch zu setzen , die in
. . seiner Studien mit gedachtem Leger zurück ««leget , dessen großer Ge - „ Turin nicht etlichemal gepruset worden , noch alles dasjenige hinein zu
, fährte er gewesen ist ; wie mir Leger aus seinem eignen Munde gesager „ sticken abgeschlagen hat , was mit dem Orakeln des Marquis von Pia ,
, 'hat , der aber nach diesem , um zu den Ehrenstellen zu gelangen , die er „ nesso , und des Präsidenten Truquis , ( im ersten Theile auf der 164 S .
'iko besitzt , das Kleid umgewandt , und die erkannte Wahrheit verleng - „ nennet er ihn Truchis , ) übereingekommen : und ich habe den Beweis
'' „ et hat , die Messe anzunehmen , indem er zu seinem Wahlspruche das be - „ davon in Händen . „ Ebendas . Part . II . p . 68 . 69 .
kannte italienische Sprüchwort angenommen : Guelfo io fiii , e Gibbelin Er widerleget ihn p . 262 . ebendas . ( siehe auch die in 1S ) wegen zwoer
'm'appello a chi piu ini dara volterö il mantello . Denn niemand Sachen , und bemerket noch , daß er ein Mensch »st , der Ver Relü
„ zweifelt , daß derjenige , ver seine Seele für das BroOt verkaust , gion falsches Gutes erwiesen , und die erkannte Wahrheit , wegen
„ und seine Erstgeburt , für ein Linsengericht , nicht auch seine Zun - irrdischer Vortheile , verleugnet hat .
Gumt , ( Franciscus ) war von Angers , aus einer sehr guten Familie ( A ) , und einer von den besten Kunstrichtern , die im XVII Jahrhunderte gelebt haben . Er war 1575 gebohren ( B ) , und noch ein Kind , als er seinen Vater und seine Mutter verlohr . Das wenige Vermögen , das sie ihm hinterlassen , war , durch die üble Verwaltung seiner Vormünder , fast ganzlich ge - schmolzen . Dieses , anstatt , daß es ihn von dem Studieren abschrecken sollte , trieb ihn vielmehr an , sich mit desto größerer Aem - sigkeit darauf zu legen : und wie er glaubte , daß ihm der Aufenthalt zu Paris , Mittel darbiethen würde , seinen Wih und seine Ur - theilskrast , durch den Umgang mit gelehrten Leuten , vollkommen zu machen , so that er diese Reise 1599 . Er zögerte nicht lange , sich die Freundschaft Christophs und Augustins Du Puy , der zween ältesten Söhne des Claudius Du Puy " , zu erwerben , welche die Zierde und Pfeiler der schönen Wissenschaften gewesen . Die Bekanntschaften , die er nach diesem mit Petent und Jacoben Du Puy , den Söhnen ebendesselben Claudius Puy , gemacht , waren ihm ungemein vortheilhaft , in den Wissenschaften sehr zu - zunehmen : denn die geschicktesten Leute , die sich in Paris befanden , besuchten diese zween Brüder öfters , und eine aute Anzahl derselben kamen täglich bey dem Präsidenten Thuanuö zusammen , wobey die Herren Du Puy gewisser maßen , die Wirthsstelle vertraten . Nach dem Tode dieses Präsidenten , haben sie die Unterredungen an eben demselben Orte fortgesetzt . Guyet fand sich sehr ordentlich bey diesen Versammlungen ein . Er that 1608 eine Reise nach Rom , und legte sich so stark auf die italienische Sprache , daß er sich fähig machte , Verse in dieser Srache zu verfertigen , welche die besten Poeten von der Nation ihrer Feder nicht unwürdig schätzen konnten . Er erneuerte mit dem Regnier h , der damals bey dem Cardinale von Joyeuse war , die Be« kanntschaft , die er bereits in Paris mit ihm gehabt hatte ; und setzte sich bey dem Cardinale Du Perron , und Gabriel von l'Au - beSpine , Bischöfe von Orleans , in große Hochachturm , dem er mehr als einmal , bey der Erklärung verschiedener schweren Stel - len , so wohl der heiligen Schrift , als der weltlichen Scribenten , Hülfe geleistet hat . Er kam durch Deutschland nach Paris zu - rück , und zu dem Herzoge von Epernon ins Haus , die Aufsicht über die Studien des Abtes von Granselve zu haben , der nach diesen : unter dem Namen des Cardinals de la Valette , so bekannt geworden ist c . Wie er die griechischen und lateinischen Schriftsteller aus dem Grunde verstund , so erkieste er dasjenige , was sie an : geschicktesten für seinen Schüler hatten , und erklarte es ihm ; nicht als ein Pedant , sondern auf eine Art , wie sie ein Mensch , welcher zu großen Bedienungen bestimmet ist , einmal , brauchen soll . Dieser Schüler machte sich die Lehren eines so geschickten Meisters sehr zu Nutze ; und faßte soviel
tung gegen ihn , daß er ihm allemal seine wichtigsten Geschaffte anvertraute . Er nahm ihn mit sich nach Rom , als er nach seiner Cardinalswurde dahin ging , und verschaffte ihm eine gute Pfründe , außer derjenigen , die ihm bereits ertheilet worden war d . Guyer wollte nach seiner Zurückkunft in Paris , lieber als eine Privatperson , als bey dem Cardinale de la Valette , leben , und er - wählte das Collegium von Burgund zu seiner Wohnung . Daselbst hat er bis an seinen Tod aelebt , und weiter an nichts , als an seine Studien gedacht , und sich begnügt , diesem Cardinale , so lange er in Paris war , seine Aufwartung tu machen ; denn t'Ht * zu der Armee und in die Provinzen zu begleiten , dazu hat er sich niemals entschließen können . Er hatte alle Tage mit den ren Du Puv Unterredungen , welche in dem thuanischen Pallaste , ganz nahe bey dem Collegio von Burgund wohnten : allein nach der Aoreise des Rigaut , begaben sie sich in die Bibliothek des Königes , wo sie nach diesem ihre Unterredungen hielten . Seine vornehmste Beschafftigung war ein Werk , worinnen er zeigen wollte , daß die lateinische Sprache von der griechischen abge» leitet wäre , und daß alle Stammwörter dieser letztern nur aus einer Sylbe bestünden . Er ist der erste gewesen , der auf diese Gedanken gefallen war ; also wollte er auch allein den Ruhm der Ausführung haben ; daher hat er die Versuche von seiner Arbeit niemanden gewiesen . So lange und beständig auch sein Fleiß bey der Verfertigung dieses Werkes war , so ist er doch ganz unnütz« lich gewesen ; denn man hat nach seinem Tode nichts , als eine weitläuftige Sammlung von griechischen und lateinischen Wörtern , gefunden ' , ohne Ordnung und Zusammenhang , und ohne die geringste Vorrede , die seinen Entwurf erkläret hätte : so daß er auch gegen das Papier selbst das Mistrauen gehabt zu haben scheint , welches ihn abgehalten , seinen Freunden seinen Entwurf , seine Lehrart und seine Grundsatze zu erklären . Er Har auch an andern Dingen gearbeitet ; die Randglossen seines Horaz , seines Virgilius , seines Lucanus , seines Plautuö , seines MartialS , seines Philoxenus , seines Hesychiuö , u . s . w . waren voller critischen Anmerkungen ( C ) , worinnen er sich viele Freyheit genommen ( D ) ; denn er hat alle diejenigen . als untergeschobene Verse ver , worfen , die ihm den Witz des Urhebers nicht zu erkennen zu geben schienen . Seine Noten über den Terentius hat man an , vollkommensten gesunden ; sie sind auch in der Straßburger Ausgabe 1657 ans Licht getreten , da sie dem gelehrten Bökler vom Jacob Du Puy zugeschickt worden . Er hat das Glück gehabt , daß er sich den Ruhm eines sehr gelehrten Mannes erworben , ob er gleich noch nichts hatte drucken lassen : und er ist so weise gewesen , sich der Streitigkeiten zu überheben , worinnen er sich hätte einlassen müssen , wenn er Bücher herausgegeben hätte ( E ) . Er stund selten von demjenigen ab . was er vorgebracht hatte . Er erhitzte sich , wenn malt ihm widersprach , und ließ alsdann sehr kurzweilige Spöttereyen fahren . Er hatte ein sehr glückliches Gedachtniß : er war freymüthig , auftichtig , und ein ehrlicher Mann . Er hatte sich , 6z6 den Stein schneiden lassen , und die Schmerzen dieser Operation , mit einer unglaublichen Standhaftigkeit überstanden . Außer diesem hat er fast nicht die geringste Beschwerlichkeit bey einem sehr langen Leben empfunden , und er ist so glücklich gewesen , von einem Steckflusse weggerückt zu werden , welcher , da er ungefähr drey oder vier Tage daran zugebracht , ihm Gelegenheit gegeben , seiner gewöhnlichen Verrichtung gen , als Pfarrer des Kirchspiels , wahrzunehmen . Er ist unter den Händen Jacobs Du Puy , und des Menage , seines Lands - manneS , den , 2 April 1655 / , achtzig Jahre alt gestorben . Sein Leben * ist sehr vernünftig , und zierlich in Latein , durch Portnern , einen Rathsherrn von Regenfpurg , beschrieben worden h . Ich habe alles daraus genommen , was man hier ge - lesen hat .
a ) Er war >594 gestorben , b ) Ein durch seine Satiren berühmter französischer Poete . e ) Er ist 1621 Cardinal geworden . d~ ) Eine von diesen zwoen Pftünden ist das Pri erat des h . Andradins bey Bourdeaur gewesen . Siehe l'Hift . de l'Academie Francoife , p . 111 . 269 . , ) Sie enthielt 2 ; Lagen Papier in Folio , von einer sehr reinlichen und leserlichen Schrift , f ) Reinefms , Epift . ad Daiimium , p . 170 . hat sich betrogen , wenn er 1657 setzet g ) Es steht »or der Auslegung des Guyet über den Terenz , der mit B'öklerS seinen zu Straßburg . 657 gedruckt worden , io Er hat sich unter dem Namen Antomui Pcriander Rhoetus , verkappt . Siehe Place , de Scriptor . Anonymis et Pfendon . p . 236 .
( A ) fgc war aus einet sehr guten Familie . ) Er hat zween er dem Lezin Guyet einen Sohn , Namen« Andreas , giebt , und daß er Vettern gehabt , den Lezin Guyet und Martial Guyet : jener , ein Rath von zween Andreassen redet , davon der eine 1550 Bürgermeister zu An« bey dem Obergerichte zu Angers , hat eine Landkarte von der Provinz gers , und der andre in ebenderselben Stadt > ; i9Schöppe gewesen . Der Anjou , und dieser französische Verse gemacht . Siehe la Croir Du Mai - letztere von diesen ziveen Andreassen , kann unmöglich der Sohn von dem - ne , pag . 312 . Dieses giebt Portner vor . Ich aber finde dabey einige jenigen seyn , der die Landkarte von Anjou gemacht hat , weil der Urheber Schwierigkeit , wenn ich es gegen dasjenige halte , was mich Menage in dieser Karte 1515 gebohren ist . Aus eben diesem Grunde ist es nicht den Anmerkungen über das Leben Wilhelms Menage , pag . 292 . belehret , wahrscheinlich , daß er des andern Andreas Vater gewesen ; allein sie daß nämlich Lezin Guyet , Rath bey dem Obergerichte zu AngerS , und könnten wohl alle beyde Söhne eines Lezin Guyet seyn , der 149z Schöp - Urheber von der ersten Landkarte der Provinz Anjou , >493 Schöppe zu pe zu AngerS gewesen wäre . Dem sey wie ihm wolle . so giebt Menage AngerS gewesen . Allein diese Schwierigkeit verschwindet , wenn ich des dieser Familie das Lob des Alters : er kömmt , nachdem er verschiedene andre la Croix Du Maine französische Bibliothek 2« ? S . zu Rache ziehe , der Personen dieses Namens genennet , auf unfern Franciscus Guyet , und mir berichtet , daß Lezin Guyet 1515 den , z Hornung gebohren worden , nennet ibn ven gelehrtesten von Sei» Angevinern , die zu seiner Hierauf zweifle ich nicht mehr , daß entweder der Buchdrucker des Me - Rennmiß gekommen sind .
nage , eine Ziffer für die andre gesetzt , oder daß Menage einen Lezin Guyet , ( B ) Er war 157s gebohren . ) Man weis dieses allein nach dem der dem ältesten Bruder MartialS voran gegangen , für denjenigen ge - Zeugnisse seiner Erben ; denli er für seine Person hat auch seinen Freun - nemmen , der die Landkarte von Anjou gemacht hat ; denn ich sehe , daß dm da« Jahr seiner Geburt beständig verheelt ; er hat nicht für so alt ge -
halttn

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.