Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10761

Guichenon .
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riis repngnante , quorum nulluni in tota vita ipfi vnquam cxcidifle perhibent quidam . Imperialis , in MufaeoHiftorico , pag . 99 . Siehe auch das Leben Guieeiardm« , vom Remizio Eiorentino . Man eignet ihm in Gesnns Auözuge , eine italienische Historie zu . vrbis ttaliae , zu Venedig 1569 gedruckt .
( M ) Sein Neffe , Ludwig Guicciardin , hat sich in der blik der Gelehrten berühmt gemacht . J Außer den zweyen Wer - ken . davon man sogleich die Titel gesehe» ^ hat er noch herausgegeben ; Loinmcntarii dellc cofe piii memorabili feguite in Europa , special , mente in quefti Paefi baffi , dalla pace di Cambrai del M . D . XXIX in - lino a tutto I'Anno M . D . L . Ich habe die Ausgabe von Venedig , apprefib Domenico Farri 1566 in 4 . Der Urheber hat dieses Buch dem Großherzoge von Florenz zugeschrieben : seine Zueigmingsschrift ist zu Antwerpen den 1 Ienner > ; 5 ; unterschrieben . Diese Historie ist vom Peter Paul Kerkhoviu« ins Latein übersetzet , und bald darauf von der Defcrizione di tutti i Paefi bafli , altrimenti detti Germania inferiore , begleitet worden . Seine Uebersetzung ist zu Antwerpen > ; 66 in 8 der gedruckt worden . Valer . Andreas , Biblioth . Belgic . p . 754 . Diese Beschreibung der Niederlande ist ein sehr gutes Buch ; der Urheber hat lange Zeit in diesem Lande gewohnt , sich ungemeine Mühe genommen , von allen Dingen Erkundigungen einzuziehen , und sich selbst an die Oer - tcr btgeben , so viel als ihm möglich gewesen , damit er nichts sagen wol - len , davon er nicht genügsame Gewißheit gehabt . Er hat dreyAusgaben von diesem Werke gegeben : die letzte ist von > ; 87 , und übertrifft die andre so sehr , als die andre die erste . Dieses Buch ist vom Belieferet ins sche , und vom Johann Brant , Rathsherrn in Antwerpen , und vom Regnier VitelliuS ins Latein übersetzet worden . Johann Brants Ue - bersehung ist nicht herausgegeben worden ; der Verfasser hat sie unter - druckt , da ihm andre zuvorgekommen waren . Ebendas . 467 S . Ghilini hat etwas davon gewußt : allein er hat sich auf eine seltsame Art ver , wirrt , wenn er es erzählet . Er saget : Keynero Vitellio , e avanti di lui Giovanni Branzio Senatorc di Anverza , che dal Vitellio fii pre - venuto la traduflero dal Francefe nel Latino . Teatro , Tom . I . p . 150 . Seine Worte sind voller Fehler ; zum ersten bedeuten sie , daß Brants Uebersetzung ans Licht gegeben worden : denn wenn man von einem Buche redet , davon man nicht ausdrucklich bemerket , daß es nicht heraus - gegeben worden : so will man dadurch zu verstehen geben , daß eS aus der Presse gekommen ist . Dieser erste Schnitzer wird von einem abscheuli -
chen Mischmasche begleitet . Man versichert uns , daß Brants tzung vor des Vitellius seiner hergegangen ist , und daß Bitellius dem Brant zuvor gekommen . Diese Dinge können unmöglich bey einander bestehen , wenn man , wie Ghilini , die Verfertigung und den Druck zu unterscheiden vergißt . Man merke auch , daß Valerius Andreas nicht saget , daß Brant dieses Buch eher übersetzet , als sich Vitellius gleichfalls auf diese Arbeit gelegt hat ; er sagte nur , daß man ihm mit dem Drucke zuvor gekommen wäre . Ex ItalicaLatinam fächin , quia in edendo ab aliis praeuentus preinere maluit . Biblioth . Belg . p . 467 . Endlich ist es nicht wahr , daß die französische Uebersetzung dem Vitellius und Brant zum Originale gedienet hat . Jener saget zu Anfange seiner Uebersehnng , daß er nach dem Italienischen gearbeitet hat . Ex Idioroate Italico ad exemplar tertium ac pofiremum ab ipfo autorc recognitum - - in Latinum fermonem conuerfa ; und Valerius Andreas versichert eben das - selbe vom Brant . Ich habe seine Worte angeführet Ghilini ist in alle diese Fehler gefallen , weil er dem Swertius blindlings gefolget ist . Siebe Athen . Belg . p . jao . Pocciantius , de Script . Flor . p . ng . versichert , daß Guicciar , bin die lateinische und griechische Sprache , die Mathematik und Alterthümer verstanden hat . Thnanus lobet die Beschreibung der Niederlande sehr , und meldet uns eine sehr merkwürdige Sache ; daß nämlich der Herzog von Alba , den Ludwig Guiceiardin ins Gefängniß setzen lassen , weil er ein Buch über die Bewegungsursachen geschrieben . die zur Abschaffung der Fasten Anlaß geben könnten . Man kann daraus das wilde Gemüthe , und den entsetzlichen Hochmnth dieses Herzogs erkennen ; denn Guic - ciardin hatte dieses Buch lediglich aus seinen Befehl geschrieben : allein weil er ihm das Manuscript davon nicht selbst »bergab , und dieser aufge - blafetic Spanier es durch die dritte Hand erhielt ; so hat er sich w ! der den Urheber auf das äußerste erzürnt , und ihn auf eine schimpfliche Art gefangen gesekt . Guicciardin ist von einer Person verrathen worden , die sich ein Verdienst aus seinem Fleiße machen wollte , und da« M« - nuscript überreichte , das man ihr anvertrauet hatte . In carcerem ignoininiofum ob id conieckus , quod Albanus poftca excufauit , cum diceret , non tarn ob confilium optimo viro fuccenfere , quam quod illud iutlu fuo ; nam fatebatur , cum fcriptis mandaflet , non peripfum fcriptorem , fed per alias mantis in fuas praepoftera perfidi hominis gratiam fuam aucupantis diligentia , illud perueniflet . Thuanus , Lib . XCVI . zu Ende pag . m . 515 auf« i ; »9 Jahr . Er ist zu Antwerpen , den 22 März > ; »9 , sechs und sechzig Jahre alt gestorben .
Guichenott , ( Samuel ) Sachwalter zu Bourg in Bresse , verdienet einen ansehnlichen Plah unter den Histonenschrei - bern die im XVII Jahrhunderte geblühet haben . Er war zu Macon gebohren . Er hat 1650 , die Historie von Bresse heraus - aeaobm , worauf er an der genealogischen Historie , des Hauses von Savoyen , gearbeitet , und sie 1660 zu Lion , in zween großen ^oliobanden herausqeaeben hat . Er hat in eben demselben ^ahre em larennsches Buch , BibhothecaSebufiana betitelt , geben CA ) Diese drey Werke sind in ihrer Art sehr gut , und haben ihn der Belohnungen wurdlg gemacht , damit er begnadiget worden " . Le Laboureur gesteht es , allein auf eine solche Art , die dm französischen Hos der Undankbarkeit gegen seine Historien . Mroiher tu MtfiiilbiVien scheint ( B ) . Er war reformin gewesen ( - ) , und ist in der römischen Gemeinschaft , den 8 desHerbstmo - naw . Ä , M bat ( C ) .
Man bat mir Schuld aeqeben , ich hätte mit Unrecht geglaubet , daß er ein Hugonotte gewesen . Die Widerlegung dieser Critik ist in den Nachrichten von Trevour , im Monate Jenner 170z , erschiene« ! ; allem lch will noch etwas stärkere , als alles dieses lagen : ich will einen reformirten Prediger anführen , welcher dem Guichenon öffentlich vorgeworfen hat , daß er die refor - mirte Religion abgeschworen hätte . Er bedienet sich sehr harter Redensarten ( D ) ; welches zu erkennen geben kann , daß er seiner Sache sehr gewiß gewesen ist .
a ) Seine Titel sind , Herr von Painessuyt , Rath und Historienschreiber de« Königes , und Sr . königl . Hoheit . Lomes Palatino , Ritter des Reichs , und des heil . Ordens de - heil . Moritz und Lazarus , b ) Nach der Amsterdamer Ausgabe , p . 59 .
CA ) lLr bat t t t ein Buch , Bibliotheca Sebufiana , betitelt , herausgegeben . ) Es ist ein O . uartante von 448 Seiten , zu Lion ge - - druckt ; damit man zureichend beweisen kann , wovon es handelt , so muß ich hier den ganzen Titel davon hersetzen : Bibliotheca Sebuliana , fiue variarum chartarum , diplomatum , fundationum , priuilegiorum , do - nationum et immunitatum a fuinmis Pontificibus , Imperatoribiis , Re - gibus , Ducibus , Marchionibus , Comitibus , et Proceribus , Ecclcfiis , Monafteriis et aliis locis , aut perfonis conceflärum nusquam antea editaruin * , mifcellae Centuriae II . Ex Archiuis Regiis , Monafterio - rum tabulariis et codicibus inanufcriptis ad hiftoriae lucem collegit , et ad locorum explicationem et familiarum illuftrium Cognitionen ! notis illuftrauit S . Guichenon , Dominus de Painefliiyt , Regi a Confi . Iiis , Franciae , Sabaudiae , et Dombarum Hiftoriographus , Eques au - ratus et Lomes Palatinus , Sacrae Religionis SS . Mauritii et Lazari
( B ) Äc Laboureur - - - die den französischen ^of der Undankbarkeit gegen seine Historienschreiber ; u beschuldigen scheint . ^ Hier sind seine Worte : in dem I Bande der Zusätze zum Castelnau . 752 S . „ Zur selben Zeit , da sie ( nämlich die Herzoginn von „ Savoyen , Ludwigs des XIII Schwester , ) ihre Gren - ffn durch ihre Sie - „ ge erweiterte , hat sie an der genealogischen Historie der Herzoge von „ Savoyenarbeiten lassen . Man saget alles was zu sagen ist , ihre Wahl und „ auch das Werk selbst wohl zu loben , welches itzo unter der Presse ist , ( le „ Laboureur hat dieses >6 , 9 geschrieben , ) wenn man den Urheber davon , „ den Herrn Gmchenon nennet , der ehmals Bresse , sein Vaterland , durch „ eine so vortreffliche Sammlung seiner Alterthümer , und die Historie „ seiner alten Herren , und des ganzen Adels dieser Landschaft berühmt „ gemacht hat . Wenn diese Prinzeßinn nicht des großen Heinrichs de« „ IV Tochter gewesen wäre , so wurde ich mich wegen unserer Nation „ schämen , zu sagen , daß sie unter währender dieser Unternehmung , durch „ die Ehre , die er von ihr erhalten , bezeuget hätte , daß die Herzen der „ Regenten nicht allemal nach dem Umfange ihrer Staaten zu messen „ sind ; und daß der Stand eines Historienschreibers von Savoyen , heu - . . tiges Tages der rühmlichste und glücklichste von der Welt ist . »
§ ( - - ) Es hat Flüchtlinge von diesem Namen gegeben , und es giebt derselben annoch im Brandenburgischen . Sie sind aus der Nachbarschaft von Chatillon les DombeS . Lrit . Anmerk .
( C ) man beschuldiget ibn de« gelehrten Diebstahls . ) Die Beschuldigung ist in diesen Worten des Varillas enthalten . „ Ich rede „ im eilften Buche von den Ansprüchen des Herzogs von Savoyen . und —des Bischofs von Genf , auf die Stadt , davon er den Namen führet , „ und ich bekenne , daß mir GuichenonS Arbeit viel genutzet hat . Nicht
„ daß ich diese Schriftsteller , nicht dem durchlauchtigen Hause von Savoyen „ allzueraeben gefunden hätte , davon er ein gebohrner Unterthan gewe - . „ fen : allein da ihn diese Neigung nicht abgehalten hatte , alle gedrückten „ und gesä>riebenen Bücher zu lesen , die zu seinem Werke dienten ; so habe „ ich mangelhafte Stücke darinnen gelesen , die ich noch niemals gesehen „ h'atte . ^edennoch erlaubet mir die Aufrichtigkeit nicht , einen von sei - „ nen Fehlern zu verheelen , der mir so grob vorkömmt , daß es erstaunlich „ ist , warum niemand darauf gefallen , ihm denselben zu verweisen . Er „ wirft dem Wilhelm Paradin in seiner Vorrede vor , daß er fast seine „ ganze Historie von Savoyen , aus der alten Chronike dieses Hauses , und „ der Historie de« Hieronymus Champier genommen , ohne weder den ei - „ nen , noch den andern von diesen Schriftstellern , jemals anzuführen : „ gleichwohl habe ich bemerket , daß Guichenon in eben dieselbe Undank - „ barkeit verfallen ist , deren er den Paradin beschuldiget . Man kennet „ die italienische Historie de« Proveditor« Nani zur Gütige , und gesteht , „ daß zu unsrer Zeit , wenige seiner Zierlichkeit und Feine beykommen . „ Wenn man sich die Muhe nimmt , sie gegen dasjenige zu halten , wa« „ Guichenon von den letzten Herzogen von Savoyen vorgebracht hat : so „ wird man sehen , daß er sie von Wort zu Wort , in seinen letzten Band ein , „ gerücket hat , ohne daß er daran gedacht hätte , dem Geschichtschreiber „ Gerechtigkeit zu erweisen , den er abgeschrieben hat . „ Zn der Borrede de« III Bande« seiner Historie der Ketzerey .
( D ) Ütin refotmittec Prediger hat dem Guichenon öffentlich vorqervorfen . daß er die reformirre Religion abgeschworen här , te . " Er bedienet sich sehr harter Redensarten . ^ Man betrachte nUr den Einschluß in der Stelle , die ich anfuhren will : „ Guichenon - hat unlängst eine große Historie m Dreyen starken Foliobän - „ den an« Licht gegeben , worinnen er , wider Wissen und Gewissen , alle« „ daSjeniqe »«gescheut verfälschet , was das Recht , die Unschuld und „ die Aufführung dieser Waldenser so wohl überhaupt , als in« besondre „ betrifft ; und er schämet sich nicht , leine gedingte Feder anzündenden , „ so wohl die Wahrheit der Blutbäder von 16 ? ? , und dasjenige zu „ leugnen , wa« er zur Rechtfert'gung dieser Gläubigen dienlich z» ! eyn „ awubet , und die größte Grausamkeit und Untreu ihrerFemde , sin große „ Tbaten der Hülfe und Gelindigkeit auszugeben . ( Dieses kommt „ mir ? o>» einem Renegaten nicht seltsam vor , der von der er« „ kannten Wahrheit abgefallen , und , u der pavtey Oer Lügen „ übergetreten ist . „ Jean Leger , Hiftoire generale des Eglifes Vau . doifrs , zu Ende der Vorrede . leid . Ausq von >669 , in 5o ! io . Dieses get Johann Leger , Prediger und Ausseher der waldensischen Kirchen , in ver Vorrede . Wir wollen auch sehen , was er in dem Buche selbst saget , wenn er seinen Vetter , Anton Leger , rechtfertigen will , von welchem Guichenon , als von einem rottirerischen Geiste redet , der verschiedener
Verbrs»

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