Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10703

Guesclin .
673
Hofes mit nach Guienne gegangen , zu einer Zeit überfallen , da sie bald Besitz von der Würde der ersten Staatsdame bey der Komginn zu me» gedacht ; denn man hat damals an der Vermählung des Königes mir der Jnfantin» von Spanien nicht mehr gezweifelt .
Wenn man die Briefe dieses Doctors wieder drucket , so wird man wohl thun , wenn man Verbesserungsnoten und ein gutes alphabetisches Register dazu füget . Allein wir dürfen sein Werk noch nicht verlassen , ohne daß wir dasjenige aus einem von seinen bereits angezogenen Briefen ziehen , was die Familie von Guebriant betrifft . Er saget , daß die Gräfin» von Moret , Heinrichs des IV , Beyschläferin» , im Euphormio veg Darclaius unter dem Namen der Casina berühmt ist ; da es an dem Orte ist , wo sie mit dem Grafen von Cesi - Sancy vermählt worden , der nach diesem Abgesandter 5uTonstantinopel gewesen ; und daß man selbst die Beschreibung einer 'Heirathsverbindung eines schen sieht , der gern ein - Hahnrey seyn wollen , und der verspricht und sich verbindet , solches ; u leiden ; daß sie sich ungefähr 161» mir dem Marquis von Vardes , dem Sohne des ehrlichen Sradt - Halters de la Chapelle , wieder vermahlt hat , u . s . w . Er hätte sa , gen sollen de la Capelle , ( Moreri saget auch la Ehapelle unter dem Ar - rikel Du Bec . ) diese Stadthalterschast ist auch von demjenigen besessen worden , der die Gräfinn von Moret geheirathet hat . Man könnte dazu setzen , daß Heinrich der IV , dem Grafen von Cesi versprochen hat , diese Gräfinn nach der Hochtzeitnacht zu verlassen , und daß dieses Verspre - chen auch erfüllet worden . Hift . des Amours d' Aleandre num . 70 . Die Noten sagen , daß dieser Graf Philipp von Harlai geheißen , und daß er im Maymonate >652 , ein und siebenzig Jahre alt gestorben ist . Der Euphormio . ! läßt dieses nicht versprechen : allein er läßt vermittelst des ContractS versprechen , daß man die Braut nicht mehr berühren wolle . Dieser besondere Umstand hätte vom Patin nicht sollen vergessen werden . Uebrigens bekriegt sich derjenige , ( siehe die leidensche Ausgabe beym Ha - ckius 1674 in 8 . ) der den Schlüssel zum Euphormio gegeben hat , wenn er den Olympio , der sich diesen Heirathsbedingungen unterworfen hat , für den Grafen von Moret nimmt .
( l ) Man wird « - - den Irrthun» eines deutschen Scri« denken sehen . ] Die Historie des Priolo ist das anderemal zu Leipzig i6z6 wieder gedruckt worden . Man hat Noten eines Professors , Na - mens Frankenstein , dazu gefügt , die zwar nicht von allen Fehlern frey sind , aber gleichwohl einen Mann zu erkennen geben , der für einen Fremden wohl unterrichtet gewesen . Nachdem dieser Professor gesaget , daß Priolo die Marschallinn von Guebriant oft eines allzugroßen Ehr - geize« beschuldige , ( ich habe diese Beschuldigung nur an zwo Stellen bemer - ket , davon das von Frankensteinen gemachte Register der Materien , ob es gleich sehr weitläufig ist , nur eine einzige anzeiget . ) so setzet er dazu , daß sie einen herrlichen Beweis davon gegeben , da sie an dem Hofe des Königes eben dieselben Ehrenbezeigungen verlangt , die man der Erzher , zoginn von Oesterreich daselbst erwiesen , als sie ihre mit dem Könige ver< lobte Tochter dahin geführet . Er führet den Wicquefvrt im II B . vom Abgesandten , im 8 Abschnitte 1 ) 4 S - an . Allein außerdem , daß er die 200 S . und nicht die 154 anfuhren sollen , so hätte er auch die 594 S . des IB . anführen sollen , wo diese Erzherzoginn als Mutter der Königinn von Pohlen betitelt wird , die sie überbracht hat . Sie bekriegen sich alle
beyde , was den Titel dieser Erzherzogin» betrifft ; denn sie ist nicht die Mutter der Verlobten gewesen , die sie dem Könige von Pohlen zugeführt hat . Diese Verlobte ist des Kaisers Ferdinands des II Tochter , und Kai - fers Ferdinands , des III , Schwester gewesen . Also müßte es die Kaiserinn und nicht die Erzherzoginn von Oesterreich gewesen seyn , welche die Königinn von Pohlen überbracht hätte , wenn es wahr wäre , daß diese Königinn von ihrer Mutter geführt worden . Wenn man überdieß vollkommen richtig seyn wollte , so müßte man sagen , die Erzherzogin« von Jnspruck . und nicht die Erzherzogin» von Oesterreich . Endlich bemerke ich , daß le Laboureur nicht saget , e6 Härte diese Marschallinn diese Gleichheit der Ehrenbezeigungen gefordert ; er saget nur , daß sie dieselbe nach dem Wil - len des Königes von Pohlen erhalten hat : allein dieses hat mehr Wie - quefort , als der Professor von Leipzig , zu verantworten . Mau sehe , was ich in der Anmerkung ( D ) davon gesaget habe .
CK ) Sie hat ihre Hcirach für nichriq erklären lassen . ] Nichts ist geschickter , als dieses , ihren Ehrgeiz zu beweisen . Der Graf von briant versprach viel , er stund bey Hose in Hochachtung , und seine Gabe zum Kriege ließ ihn große Bedienungen hoffen . Das war ein Mann für unsere Renata Du Bec : sie hat voraus gesehen , daß er befördert werden ( * ) , und sie Gelegenheit finden würde , sich in die Staats - Handel zu mischen , in währender Zeit er die Armeen commandirre : also hat sie ihn . ungeachtet er nicht reich war , Heirathen wollen , und sich dieser , wegen von ihrem ersten Manne scheiden lasten . Labardäuö wird uns diese Sache in schönem Latein erzählen . Haee mulier animo fnpra fexuin valido eft , cui videlicet nee prima , nec magna vsqiie fuit fienti vulgo nuiUerum folet , rei familiaris enra : primas , qnia iinparem animo , ficuti rebatur , virum nac\a erat , nuptias dedignata eft , atque infirmas efle contendit , maluitque fe I . Budae Guebriani virtutis , quam alte - rins amplioris rei , cuins rationem , vt fere fit , filiam collocando pa - rentes habuerant , fociam eile . Ex illa fecum , atque ex gloria vir» poft illa multis rebus praeclare geftis celeberrimi communJcara ita crenere mulieri animi , vti magna , atque infolita nioliretur . de Rcb . Gallic . Libr . IX , pag . 619 . aufs >6si Jahr .
( * ) Diese mir vielem Geiste begabte Dame hat ihn mit soviel größerm Vergnügen angenommen , da sie seinen Adel kannte und voraus'gesehen , daß ihn seine schönen Eigenschaften gar bald zu den größten Staatsbe - dienungen erheben würde» . Le Laboureur , Hift . du Mare'chal de Guebriant , Liv . I , ch . VII , pag . u .
( L ) Sie ist ihrem Gemahle ; ur Schaltung des Marschalsta - be« sehr nünlich gewesen . ] Wir haben gesehen , daß dieses nach dem Labardäus keine Frau gewesen , die sich nach der Weise der Personen >h - res Geschlechtes , der Haushaltung sehr angenommen ; sie bat lieber mit dem Hofe zu thun gehabt . Allein le Laboureur in der Historie des Mar - schalls von Guebriant u S . beobachtet , daß er als ein Zeuge von der unvergleichlichen Sorge reden könne , mir welcher sie um die Nothwendigkeiren für das Rriegsheer ihres Gemahls bev den Staarsbedienren angehalten ; und ick kann versickern , sehet >>r daiu , daß ihr die Xvürde einer Marschallinn von Frankreich mit dop - pchcm Rechte ; u gekommen ; theils wegen ihres Gemahls , rhcils wegen des AncheUs , den sie an dem Glücke seiner Waffen ge - habt hat .
Guesclin
Mm ,
sind noch . . . WM»
gleichen hervorgebracht hat . Unser Du Guesclin ist ein Breragner gewesen , und hat unrer währender Gefangenschaft des Königes Johann , und der Regierung Carls des V . Frankreich sehr wichtige Dienste geleistet . Nachdem er dem Könige Heinrich von Castilien nach Spanien zu Hülfe gegangen , so hat er außerordentliche Dinge daselbst gechau . Er ist wieder nach Frankreich zurück gegangen , da Heinrich der Krone durch t>en Tod Don Pedro , des grausamen , seines Nebenbuhlers , versichert war ; und er bat sich sehr angelegen seyn lassen , den Englandern mit einem unvergleichlichen Glücke vieles Land wieder abzunehmen . Er ist iz8o , ungefähr sechs und sechszig Jahre alt , gestorben K Er ist ein kleiner sehr häßlicher Mann gewesen ( A ) . Man ziehe sein Leben zu Rathe , das vom du Chatelet herausgeaeben worden ( B ) .
Es ist besser , als dasjenige , das 1618 in sehr alt gallischer Sprache herausgegeben worden , und woraus ich eine sehr seltsame Stelle anführen will , ' die einigen Reliqionsstreircrn zum Beweise gedient hat ( C ) , daß die Layen das Recht gehabt , in gewissen Nothfallen das Nachtmahl auözutheilen .
<0 Man findet diesen Namen in den französischen Buchern auf vierzehn Arten geschrieben . Guido Ludouicus Longolius , in Gc - nealogia Longoliorum , beym Menage in Vita Petri Aerodii , p . 6 . f ) P . Anfclme , Hiftoire des grands Officiersj p . z ? .
( A ) Er ist ein kleiner sehr haßlicher Mann gewesen . ] „ Die „ kleine Leibesgestalt nebst der Häßlichkeit Bertrands Du Guesclin , ha - , . ben ihn nicht gehindert , Connestabel von Frankreich zu werden , und er „ ist darum nicht weniger hochgehalten worden . Vielmehr hat man zu „ seinem Vortheile gesaget : daß ihn die Natur darum so gemacht zu haben „ schiene , weil sie befürchtet , daß er sonst etwas mit dem weiblichen Ge , „ schlechte gemein haben möchte . Und wenn er alle seine Morgenstunden „ mit Zurechtmachung seiner Peruque , da er doch nichr damit gebohren „ war , zugebracht hätte : so würde er nimmermehr die nnverlöschliche Lam - „ pe , noch das Grabmaal verdient haben , das ihm der König , sein Herr „ zu seinen Füßen in S . Denis geben lassen . „ La Mothe le Vayer , Lettre CXIV , Tom . XII , pag .
( v ) Man 5l'ehe sein Leben ; u Rache , das vom Du Chatelet herausgegeben worden . ^ Menard hat 1618 eine Historie dieses alten Heiden herausgegeben , die * 387 geschrieben worden : allein in diese muß man den Leser nicht verweisen , sondern in diejenige , davon das Tagebuch der Gelehrten den 21 des Brachmonats 1666 einen Auszug gegeben hat . Sie ist vor kurzem zu Paris in Folio durch Paul Hai , Herrn Du telet herausgegeben worden : also muß man die Buchstaben P . H . und D . C . erklären , die auf dem Titel sieben - sie ist in eine bessere Grd - nung gebrachtes die andere , die Spracbe ifi darinnen lich reiner und zierlicher , und sie ist auch mir einer Menge von Beweisen bereichert .
storie von demHmn Be'rttänd Du GueSclin Connestable von Frankreich ist zu Paris bey Sebastian Cramoisi >6 . 8 gedruckt worden . ) haben w , r „ ein sehr merkwürdiges Beyspiel von dieser L . ayencvmn»umon , und einen
11 Band .
. . sehr deutlichen Beweis , daß sie lange im Gebrauche gewesen Denn „ Vertrank Du Guesclin , Connestabel von Frankreich , der unter der „ Regierung Johanns und Carls de« V , der Könige von Frankreich ge - „ lebt , berichtet uns in der Beschreibung der Schlacht bey Pontval>n , wo „ er einen herrlichen Sieg über die Engländer erkalten , daß die Solda - „ ten , ehe sie zum Handgemenge gekommen , einander gebeichtet , und das „ Nachtmahl gereichet . Allein es ist besser , daß ich diese Historie mir „ den eignen Worten des Urhebers und in der damals üblichen Sprache „ vorstelle . An demselben playe frühstückten sie da - , 2örodt und „ den U ? ein , den sie mit sich gebracht hatten . Und sie nahmen „ ein jeder von demselben Brodr und bezeichneten es mit dem Na« „ inen des heil . Sacramcnts . Und nach Sieftm , da sie einer dem „ andern ihre Sünden gedeichter halten , so brauchten sie es anstatt „ Oes Nachtmahls ( efconimichement ) ( « ) . Hierauf sprachen sie „ einige Gebeche , worinnen sie Gott geberhcn , daß er sie vordem , . Tode ( demahaing ) und der Gefangenschaft bewahren sollte Grotius hat sich dieser Stelle in einer Dissertation bedient , die , 6z« 'de Coenae Adminiftratione , vbipaftores non lum , gedruckt worden Man sehe die allgemeine Bibliothek p . »5 und 116 des IV Bandes .
§ £0 Das wahre Wort ist accommichement . ein Wort , das sich nach dem Borel im Froissard befindet , und von adcomnnmicare herkömmt . Man findet noch viel altere Spuren von dieser Communis» in »»fern alten Romanen , unter andern im XXXVI Cap . des wieder hergestellten Galenus , wo der todtlich verwundete Roland , der in einem Koruacker liegt , sich selbst mit drey grünen Komsprießchen , iin Name» der drey Personen der allerheiligsten Dreyeinigkeit communicirt ( efcommiche ) wo sich diese» alte Wort erhalten hat , ein Kind die Butterschnitte abschwaken läßt , so saget niati , qii'ils'eft laifle engom - mkhtr fa niarande . Crit . Anmerk .
Qq qq
Guevara

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.