Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10638

666 Guarin .
Deila Fabrica del tiwuüo . Es wird von nepote , miter der 1529 Num . gier dem Worte Neffe eben den Verstand giebt , den da« Wort nepv»
flcrcbct . im Lateinischen har , oder den ihm andere franzosische Schriftsteller gegeben
( f ) Herr Bayle giebt vor , Grangier widerspreche sich , wenn er dem haben . und welchen dieses Wort in Versm , in der mehrern Zakl , hat .
Gnidoguerra den Namen eines Neffen ( nevcu ) des Gualdrade giebt , Diese Worte Grangiers , daher iff er ein Neffe Oer Gu»ldr«de ,
und zugleich anzeiget , daß dieser Guidoguerra seines Sohnes Sohn ge - heißen also , daher stammet er oonGualdrade« . Etit . Awn . Biblioch .
wesen . Allein , das heißt sich irren . Es ist augenscheinlich , daß Gran - Francoif . Toni . XXX . Part . IL p - 199 ,
GuavM t gebürtig von Verona , und ein Schüler des Emanuel Chryfi>loras , ist einer von den ersten gewesen , welche die schönen Wissenschaften in Italien im XV JahrHunderte wieder Hergestellt haben ( A ) . Er bat die lateinische und griechische Spra - che wohl verstanden , und sie mit vielem Ruhme erstlich zu Venedig und daim zu Ferrara gelehret Pabst Nicolaus der V hat ihm Befehl gegeben , den Strabo zu übersetzen h ( B ) . Diese Übersetzung ist für dieselbe Zeit gut gewesen ; eben dieses wollen wir von andern Uebersetztingen Guarins sagen , welche er von einigen Lebensbeschreibungen und Werkchen Plutarchs ge - macht hat . Er ist zu Ferrara dm 14 des Chrisimonars , 1460 , gestorben Nicht alle seine Schriften sind Uebersetzungen ( C ) .
a ) Voffius , de Hift . Latin . 9 . 584 . i ) Gesner , in Bibl . foL 285 . 0 Voffius , de Hiftor . Latin , p . 584 .
( A ) Er iff einer von den ersten gewesen , welche die schonen Grundsaye der Redekunst , Ueberseyungen und andere Dücher U ? issenschaften in Italien im XV Jahrhunderte wieder herge - in den Schwung gebracht hat ; allein , noch mehr durch die große steller Habens Dieses ist das Lob , welches ihm Leander Alberti , in De - Anzahl seiner Schüler , die sich von Ferrara , wo er gclehrer yat , lcript . Italiae , p . m . 722 . giebt . Hier ist eine Stelle des Paul Zovius , wel - durch gan ? Italien «»»gebreitet haben , den alten Traumereyen che zum andern Zeugen dienen wird : Ab hoc infigni viro , graecae der vergangenen Seit den Rrieg anzukündigen , und der Jugend latinaequc litterae oblcuris illis temporibiu antiqui feculi normam , begreiflich ) U machen :
auadrataeque ftruchirac ordinem et diu quaefitiim decus reeeperunt . . . . _ .
Elog . cap . XC . PoggiuS hat es erkannt , daß die Italiener unserm Gna - * enCa tot anäorum miHe indeprenfa per annos . Cbend .
rin große Verbindlichkeiten schuldig sind : Vir dofliflimi« , saget er II Dasjenlqe . was er nach diesem säget , ist eben so merkwürdig . Naiirfe ,
in Pnilelphum Inuechua , da er von ihm redet , atqi * humamifim . is , Addit / aHift deLouisXIj p . Jedermann , der mConstantmo , cuius ftudia et praettans cioÄrins plurimlim Itaiis profuerunt . Lorenz gewesen , die griecbis . Sprache zu lernen , kam als im Triumphe
Valla , beym Poggius , Im Vallam Innetf . nennet den Guarin und Leon - zurück , unv wurde für ein neues Xvunoerwerk gehalten , welche»
hard die allergelehrtesten Manner ihrer Zeit . Philelphus , Lpistola ad sas , cnige bezeuget , was Johann Unqheretus öder Pannomus .
xiauium Llondum anno lq ; o , beyn . Voßius , de ttlft . Latm . p . 585 . giebt Bischof von Fünfkirchen , von derZurückkunft Guarins , des V« -
dem Guarin das Lob eines sehr » . redten Mannes . xonescrs , in Europa sager :
Gabriel Naude , Addition , a l'Hiftoire de Louis XI . p . 179 . biethet mir einen guten Zusatz dar . Cr s^get , daß'Boccaz , da er an Oer - Her - - - - Vagus omnia nmior
stellung der schönen rvissmsch^frcn gearbeitet , den Fortgang der - Gymnafia Itahae centeno murmiire complet ,
selben dermaßen befördert Hab ? , daß er . nach seinem 1 , 75 erfolg - Affulfifie virum genuna qui Pallade folus
tat Absterben , in dieser Unternehmung einen Johann von Ra - Polleat , et duplicem praeftet fitientibus hauftum .
venna zum Nachfolger gehabt , der zuerst die Schulen in Vene - In Panegyrico citato .
„ » . «ifTÄ'J - Äreafi»
Peron s , g 1 ■ ltnrernehmunq getrieben worden ; er hat dem Gregorius TiphernaS
^ " ichts nachgeben wollen , der Strabonö Asien übersehet hatte ; tZeserwe -
Iamis Pannonius , in eius Paneg . Z^Zor . ^ti^p°7«5^ " ^^lbenErdbeschreiberS übersetzet . Veffius ,
denn er iff es , eigentlich zu reden , gewesen , der die Beredsamkeit ( C ) Nicht alle seine Schriften sind Uebersiyungen . Z Er hat et« und Philosophie , so wohl durch seine Reisen nach Constantino - liche grammatische Traetate , etliche Briefe , etliche Reden und etlich« pel , wo er die griechische Sprache erlernet , als durch seine Verse herausgegeben . Gesner . in BibL fol . 285 .
Guarini , ( Baptista ) ein Sohn des vorhergehenden , ist den Fußtapfen seines Vaters nachgegangen , und hat sich in der Erkenntniß der gelehrten Sprachen sehr berühmt gemacht . Er hat sie lange Zeit zu Ferrara mit großem Ruhme gelehret , und etliche Bücher herausgegeben , die seine Ehre sehr'wobl behauptet haben ( A ) .
Er ist 1494 noch am Leben gewesen , und er war damals drey und dreyßig ^ahre alt^ da er die Verrichtungen , als Professor der schonen Wissenschafcen^verwaltete , ivorinnen er seinem Vater gefolget war Die Stelle , in welcher uns Gesner dieses vs - lehret , ist vom Heinrich Stephan nicht wohl verstanden worden ( Bj ,
„ ) Siehe die Anmerkung ( B ) .
( Ä ) Er hat etliche Bücher herausgegeben , die seine Ähre clarnifi'e Ferrariae ait , vbi patris fucceflor iam per annos tres et tri . trobl behauptet haben . ] Einen Traetar , de 8e6ta Kpicuri , einen ßmta lingiiam Vtramqüe florcntiflime doceret ) feripfifle canonismata «mbecn de Ordine docendi ( * ) , einen andern , de Regno admiftran - in lingua Graeca . Hcnr . Steph . in Dialogo de bene inftitiiendis Grae - do Noten über die Fastos des Ovidius und den Catullus , Reden , Brie - cae LinguaeStudiis , p . >>6 . Dieses saget Heinrich Stephan , und fol - fe Verse und die Uebersetzung etlicher Reden des Demosthenes und des gendes findet man in Gesners Bibliothek , ijo S . Claret vsque ho - heil Greaorius von Nazianz U . s . w . Gcmcr . in Bibl . fol . 130 . die Ferrariae , vbi patri fuccedens , iam per annos tres et triginta
' . —« , o . vtramqüe linguam florcntiflime docet et varia confcribit . Kann man
* ? " 7 rES ilr " — m'' * " u> " te fäW ? SStaTS & nSWiKd2S^S2 ? S !
«rten , hat drucken lassen . und gleichwohl hat Heinrich Stephan dieses vorqegeben , und eben hier -
( B ) Die Stelle , in welcher uns Gesner dieses belehret , ist vom innen hat er sich schändlich betrogen . Er hätte das Wort hodie auf da» «Heinrich Stephan nicht wohl verstanden worden . ] Wir wollen 1494 Jahr beziehen sollen , das Gesner am Rande bey dieser Stelle be» seine Worte mit Gesners seinen vergleichen : Memini rae in Biblio - merket hat . Es ist höchst falsch , daß unser Guarin 1545 am Le - thecographia Gesneri legere , Guarinuin patrem ( nam fuit et Baptifta ben gewesen , welches die Zeit ist , da Gesners Bibliothek herausgekom - Guarinus eius filius , quem Gesnerus , etiamnum fe de illo feribente , men ist ,
Guarin , oder Guarini , ( Baptista ) zu Ferrara , 1538 gebohren . Er hat sich durch seine Tragl'comödie vom ? Äl ! or k ! äo bekannter gemacht , als durch alle seine andern Werke , und durch seine ansehnlichen Bedienungen ( A ) , die ihm der Herzog , sein Herr , gegeben hat . Dieses Stücke war fein liebstes Werk ; er hat solches durch den Zorn deutlich gewiesen , dar - cfn er wider einen Kunstrichter geriech ( R ) , der ihn nur verdeckter Weise angegriffen hatte . Er hat die Geheimnisse der Liebe darinnen so lebhaft ausgedrückt , daß man vorgiebt , er fey Ursache gewesen , daß verschiedene Frauenspersonen einen schandliclxn Schiffbruch erlitten . Dieß scheint einen Grundsatz des la Fontame sehr machtig zu bestreiten ( C ) . Ich weis nicht , ob sich Guarini durch einen solchen Grundsatz wurde haben vertheidigen wollen , und ob er es nicht viel kürzer gefunden hatte , zu einem viel gemeinern Gedanken Zuflucht zu nehmen ( D ) . ^ch glaube nicht , daß etwas Stärkeres in seinem Werke ist , als der Auftritt , der von der Gräsinn de la Suze so schön ins Französche übersetzet worden ist . Es wird darinnen eines von den unbegreiflichsten Geheimnissen der Natur berühret ( E ) . Die Zahl - der Ausgaben und Uebersetzungen des Partor Fido ist unglaublich Der Cavalier Guarini ist 1613 zu Venedig in einem Wirthshause gestorben ( F ) . Sein Leichengepränge , das ihm von der Akademie der Humoristen gehalten worden , bezeuget , daß er in großem Ansehen gestanden har c .
Er ist der Urenkel Guarins , des Veronesers , gewesen , und hat die Moralphilosopbie in der Akademie zu Ferrara gelebret . So großen Ruhm er sich auch durch das Gedichte erworben hatte , davon ich geredet habe : so hat er doch den Namen und ^irel eines Poeten nicht leiden können ; denn er bildete sich ein , daß dieser Titel denen keine Ehre machte , die ihn führten , und sie der Verachtung aussetzte . Wenn inan seine Verse liest , so bildet man sich ein , daß er dieselben mit der größten Leichtigkeit gemacht hat ; allein dieß ist ein Irrthum : sie haben ihm viel Arbeit ( G ) , viel Veränderungen und viel Ausstreichens gekostet . Er bat den Fehler nicht gehabt , Vermögen zusammen zu scharren , und da er die Pracht ein wenig liebte : so har er , als , hin das Glücke
Maria von Felm , Herzoge von Urbino , ergeben ; ohne daß ihm alle diese Verändewngen der Herren etwas anders eingebracht ,
al»

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