Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10621

Guadagnolo . Guagnin . Gualdrade .
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he oben die Anmerkung ( D ) , ) aus einer Zärtlichkeit des Gewissens , eine Unterschrift geweigert , und zwar zu einer Zeit , da ihn diese Weigerung des Amtes beraubte , und daß er ( siehe die Anmerkung ( H ) , ) den stuhl bey der Universitär Padua ausgeschlagen , weil er daselbst die sreye Uebung seiner Religion nicht gefunden hätte : was werden wohl diese von der Verwegenheit desjenigen denken , der ihm die Gottesleugnung Schuld gegeben hat ? Was werden sie von ihm denken , wenn sie sehen werden , daß dieser vorgegebene Gottesleugner denjenigen geantwortet hat , die ihm diese Wahl vorgetragen haben : entweder das L . and ge - räumet , oder Sie Religion geändert : ich will lieber das erste , als das letzte ; kann ich mein Leben in keiner Stadt zubringen , so will ich
aufs Land , oder in einen Wald gehen : Gott wird mir ja einige Kräuter oder Wurzel» verschassen , die meine übrige kurze Lebenszeit erhalten werden . Cum iuhn - etur ad alt am Religionem tranfire , aut exire jvrast hoc malo , inquit , quam illiid . Si non licebit viuere in vrbe , lice - i>it in agris aut in fihiis . Aliquid femper Deus fuppeditabit radicis aut herbae , quod fpiritum hunc alat , non diu moraturum . Venator , in Paneg . Gruteri , p . 272 , Sind dieses wohl Zeugnisse der Gottes - leugnung , oder der Neligionsgleichgültigkeit ? Sind es nicht vielmehr Be - weise eines wahren Eifers , der allem Lärmen und allen Uiigewittern vorzuziehen ist , womit man tausend Zänkereyen unterhält , und alle ande - re Gemeinschaften verdammet ?
Guttdagtwll ) , ( Philipp ) Leser der arabischen und chaldäischen Sprache zu Rom , in dem Collegio der Weisheit im XVII Jahrhunderte , ist einer von den Vornehmsten gewesen , den man zur arabischen Ueberseßung der Heil . Schrift gebrauchet hat , nachdem die Gesellschaft , de Propaganda fide , beschlossen hatte , hierinnen dem Verlangen einiger morgcnlandischen Prä - laten ein Genügen zu thun , welche dem Pabste , Urban dem VIII , ungefähr 1624 , eine Bittschrift überreichet hatten . Es wurde dem Erzbischose von Damascus und dem P . Guadagnolo aufgetragen , die Ueberfetzung zu verfertigen ; allein , einige Zeit darauf blieb diesem letztern die Last allein über dem Halse . Unter der Regierung Innocentius des X . hat er große Linderung erhalten , denn er durfte die Ueberseßung nur verbessern . Er ist zu Rom den 27 Marz , 1656 , gestorben Man machet viel Wesens von einem Buche , das er wider einen mahometanischen Lehrer geschrieben hat ( A ) .
« ) Aus dem Giornale de Letterati , den 29 Jenner 1672 , wo man dieser Ueberfetzung der Bibel gedenket , die endlich zu Rom , 1671 , in drey Foliobanden erschienen ist .
( A ) Man machet - - < von einem Bücke , das er wider ei - „ en mahomeraniscken Lehrer gesckrieben hat . ] Dieß ist eine Schutzschrist für die christliche Religion , wider die Einwürfe des Ahmed Ben Zin Alabedin . Er hat es zu Rom 1631 lateinisch , und dann i6z ? arabisch herausgegeben . Theodor Hackspann , in Tradtatu ad Librum
Nizachon R . Lipmanni adiedto , p . 343 . apud Crenium de Philologia , p . 22i . erklaret sich , daß er wider die mahometanische Lehre nichts Keffers , als dieses Buch , gesehen habe . Man merke , daß vom P . Guadagnolo , guae Arabkae inftitutiones , 1642 , in Folio herausgegeben worden .
GuagNtN , ( Alexander ) gebürtig von Verona , ein naturalisirter Pohle , hat sich so wohl durch seinen Degen , als durch seine Feder berühmt gemacht . Er hat ansehnliche Bedienungen bey dem vohlnischen Knegsheere gehabt ; und ist , da er seine Tapferkeit , so wohl in den liefländischen lind moldauischen , als moscowitischen Kriegen , hervor getban , unter der Regierung Si - gismund Augusts , nicht allein mit dem Jndigenate « . beehret , sondern auch mit der Statthalterschaft von der Festung Witepök versehen worden . Er hat diese Würde vierzehen Jahre besessen . Er hat sich endlich zu den Wissenschaften gewendet , und eine Historie von Pohlen geschrieben ( A ) . Er ist zu Cracau , 1614 , sechs und siebenzig Jahre alt gestorben . Er ist niemals heirathet gewesen . Er hat den Titel : Lome ; Palatinus Laterancnfis et Eques auratus b geführet .
<0 Das ist das Vorrecht , für einen pohlnifchen Edelmann zu gelten , b ) Aus dem StaravolfciuS , p . 101 , 102 . 'Ex«rovr * S« . Scri . ptor . Polonicorum .
( A ) ige hat eine Historie von Pohlen geschrieben . ) Hier ist der Titel davon , nach der Frankfurter Ausgabe , 1584 , in 8 . bey Johann We - chel : Kerum Polonicarum Tomi tres : quoriuu prirnus ornniurn Poloniae Reguin ; a Leeho prime gentis Duee , ad Stephanum Batho - reum , etiamnum Regem : tum Prineipem Lituaniae , chronologicam recenfionem , ac fingulorum res geftas compledlitur : adieöa recens Hiftoriarum in noftram aetatem incidentium continua narratione .
II . Prouinciarum , quae vno Sannatiae Europaeae nomine vulgo vc - niunt , chorographicam deferiptionem continet . III . Res fingulari - ter a Polonis in Valachia geftas , Orationes item et Epiftolas feeptri Polonici negotia concernentes habet . Alexandra Guagnino , equite
Gualdrade , eine florentinifthe Dame , ist wegen ihrer Keuschheit berühmt : sie hat vor dem Kaiser Otho dem IV « , zu so gelegener Zeit , einen Beweis davon gegeben , daß sie , anstatt der Belohnung , stehenden FusseS , das Vergnügen erhalten , sehr vorrheilhaft verheirathet zu werden ( A ) , wie man hier unten sehen wird . Dantes hat ihrer gedacht , und dieß auf eine sehr rühmliche Art : denn wenn er von von einem berühmten Kriegshelden redet ( B ) , so bezeichnet er ihn durch den Titel des Enkels der Gualdrade .
aurato peditumque praefeßo aufhöre . Der Buchhändler , Sigismund Feyerabend , der die Druckkosten verleget , hat das Werk dem Marcus Fugger , Herrn von Kirchberg und von Weißenhorn , zugeschrieben , und von großen Diensten gereder , die Anton Fugger , sein Vater , und Johann Jacob und Georg Fugger , leine Vettern , der kaiserlichen Stadt Aug , spurg geleistet haben , als Kaiser Carl der V den Aufstand der Einwoh , ner züchtigen wollen . Starovolscius beobachtet , daß Guagnin diese Chromke von Pohlen , >578 , puro et nitido fermone Latino , aufgefetzet , und sie vom Martin Paskowsky , 1611 , ins Pohlnische übersetzen lassen .
* Exut . Script . Polon . p . 102 .
a ) Er hat zu Anfange des XIII Jahrhunderts regieret .
( A ) Sie hat , anstatt der Belohnung , stehenden Fusses das gnügen erhalten , sehr vortheilhafr verheirathet ; u rverden . ^ Die - fts zu erläutern , will ich mich der Worte eine« Auslegers des Dantes bedienen . Grangier , Comment . für le Chant XVI . de l'Enfer de te , p . i82 - Diese Dame , saget er , ist in ihren jungen Jahren eine Tochter des - Herrn Belnicion Barti von Ravignans , einer alten Familie aus Floren ; und eines Astes von der von Ademares . Lines Tages crauZete sick , daß der Raiser tho der IV , da er sick in Floren ; bey einer Gescllsckaft von Damen befand , die tvet gen des St . Jobannesfestes gehalten ward , von der Schönheit dieses Frauenzimmers ungemein gerükrec worden , und gefraget hat , wem sie angehörte ; worauf Bellnicion , ihr Vater , der sick nahe bey besagtem Raiser befand , in aller Gegenwart gcantwor - tet ; daß sie die Tochter desjenigen wäre , der sick eine Ehre dar - aus mackte , sie von ihn , küssen " jtt lasten . Die Tockter , welcke diese N ? orte ihres Varers horte , und von einer zuckrigen Sckam - haftigkeit angetrieben worden , ist hurtig aufgestanden , und hat gcsaget : Mein Vater , ick bitte euck , seyd nickt so freigebig mit einer Sacke , die mick so nahe angeht . Denn ihr werdet mir erlau - ben> euck zu versickern , daß mick niemals ein anderer , als mein rechtmäßiger Gemahl , küssen wird . Der Raiser voller wunderung über eine so zücktige und vernünftige Antwort , bey so jungen Jahren , hat unncrzüglick einen von seinen Baronen , Namens Guido , kommen lasten , und gewollt , daß er sie so gleick heirarhen sollte , dabey er ihr zum Brautsckave Cassentin und ein Theil von Romagna gegeben , und ihren Gemahl mit dem Graftntitel beehret hat , woher die Familie der Grafen Guido ihren Ursprung genommen . Besagter Guido und Gual« drade haben zween Söhne gezeuget , Xvilhelm und Ruggier .
( L ) Zvgnres , wenn er von einem berühmten Rriegshelden redet , so bezeicknet er ihn mit dem Titel eines Enkels der Gualdrade . ] Dieß ist in dem XVI Gesänge seiner Hölle z . daselbst finden wir diese Worte :
Qi'efto , Forme dl cui peftar mi vedi ,
Tutto che nudo , e dipelato vada Fu di grado maggior , che tu non credl : tt ePotc tu della buona Gualdrada :
II Band .
Guidoguerra hebbe nome ; e in fua vita Fece col fenno aflai , e con la fpada .
Das heißt nach Grangiers alter Ueberfetzung :
Geile ombre meprifee Dont tu me voys piller les pas , quoy qu'alter£
Son corps foit du tout nud et pele' , d'une gloire Et rang plus grand il fut , que tu ne feaurois croirfc Iceluy fut nepveu de la bonne Gualdrade ,
Qiii euft nom Guido . guerre , et en fes jours aflez Par le glaive et confeil fe maintient en parade .
Dieser Uebersetzer an ebendemselben Orte , auf der 181 S . seiner Ausle» gung , sager noch überdieß , daß Nuggier Guidoguerra , der schönen Gual , drade Enkel , ein beherzter Ritter , ein Mann von großem Ver - stände und Rache gewesen , so , daß er in der Scklackt bey Bene - vento , zwiscken Carln dem I , und Manfreden für die vornehm , ste Bewegungsursacke des Sieges angesehen worden , den Carl der I erhalten hat , weil er sick als tl>brisrer der 400 verbanne , ren florentinischen guelsiscken Ritter dabey befunden , die kurze Zeir darauf nack Florenz zurück gekehrer , und mit - Hülfe Carla die Gibellinen au» besagter Sradr verjaget haben . Wir wollen beobachten , daß sich Grangier selbst widerspricht ( f ) , wenn er sich auf der folgenden Seite , wegen des Grades dieser Verwandtschaft also er - kläret : Besagter Guidon und Gualdrade haben zween Sohne gezeuger , tt>ilhelm und Ruggier , und von Ruager Guidoguer , ra , der deswegen der Gualdrade Neffe ist . Ebend . 18 - S - Wie kann man sich so gröblich bekriegen ? Ist es nicht handgreiflich , baß der Sohn des Sohnes der Gualdrade , der Enkel und nicht ein Nesse dieser me ist ? Ich glaube , daß das Wort nepote , dessen Dantes sich bedie - net , hier als nepos in gutem Latein genommen werden muß : Paul Sar - pi Hiftoria de ! Conciho Tridentino , Libr . I . p . 75 . und der Cardinal Palavicini , Moria del Concilio di Trento , Libr . III . cnp . XVII . num . 5 . p . m . 546 . bedienen sich desselben , den Enkel Paulus des III zu bemerken . Man kann also sagen , daß nepote , oder nipote , im nischen manchmal einen Enkel bedeutet : davon hätte uns Francesco Alunno in seinem Wörterbuche der vom Dantes , Pettarcha , Boccaz « . a . gebrauchten Ausdrückungen , Nachricht geben sollen . Es ist betitelt : P p p p Deila

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