Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10545

Grotius .
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vast er aber , Sa er seine Reise nodb nickt rveit fortgeseyet ge , habt , von der Roniginn genöthiger worden , umzukehren , damit sie nock einmal mit ihm reden konnte : dieses hat er auck ge - than , und iff wieder umgekehret , u . f . w .
( G ) Seine Gesandtsckaft hat ihn nickt gehindert , viele cker herauszugeben . ^ Hier wollen wir von den Werken dieses Schrift - srellers etwas sagen , zu welcher Zeit sie gemacht , oder wenn sie gegeben worden .
Bey seinem Aufenthalte zu Paris , ehe er noch daselbst Gesandter von Schweden gewesen , hat er sein Vuck von der Wahrheit derckrist - Itcben Religion , lateinisch übersetzt , welche« er zum Besten der Bootsleute , die nack Indien reisen , in hollandiscken Versen gesckrie - den hatte , um ihnen / iuf ? zu machen , eine so andacktige Poesie zu singen . Also redet Du Maurier am angezogenen Orte , p . qoz . da - von : und er hat groß Unrecht , das Augenmerk dieses Schriftstellers , bis auf diesen Puntt zu erniedrigen : denn Grotius hatte sich einen viel er - habenern Endzweck vorgesetzer ; er hat den Holländern , die nach Indien reisen , die Mittel darbiethen wollen , an der Bekehrung der Ungläubigen zu arbeiten , Propolmnu enim mihi «rat omnibus quidem eiuibus meis , fed praeeipue nauigantibus , operam naiiare vtilem , vt in longo illo marino otio impenderent potius tenipus , quam quod nimium multi faciunt , fallerent . Itaqne fnnito exordio a laude noftrae gen - tis , quae nauigandi folertia cetera« facile vincat , excitaui eos , vt hac arte , tanquam diuino beneficio , non ad fuum tantum quaeftum , fed et ad verae , hoc eft Chriftianae religionis propagationem , vterentur . Grotius , de Verit . Chrift . Relig . p . z . par . AuSg . V0N 1640 , in >Z . Dieß Werk ist vortrefflich . Die Noten , die es begleiten , strotzen von einer tiefen Gelehrsamkeit . Es ist ins Englische , ins Französische , ins Flamändische , ins Deutsche , ins Griechische , ins Persische , und ins Arabische übersetzet worden : allein ich weis nicht , ob alle diese Übersetzungen ans Licht gekom - men sind . Die Griechische ist 1637 noch nicht heraus gewesen . Etiam Graece verfus eft , fed nondum editus . Grot . Epift . CDXI . P . II . p . 872 . Grotius redet in folgendem Jahre von der persischen Uebersetzung , als von einem Buche , woran die Mlßionarien de« Pabstes arbeiten lassen : Liber mens de Veritate Religionis Chriftianae - - - qui Soci - nianus eft Voetianis , adeo hic pro tali non habetur , vt ftudio Religio - foruin Pontifidoriim vertatur in fermonem Perlicum , ad conuerten - dos , fi Dem coepto annuat , eius imperii Mahumetiftas . Ebendaselbst Ep . CCCCXLIV . p . »8> , Im 1641 Jahre Hat ein Engländer , der dieses Buch ins Arabische übersetzet hatte , die Anstalten machen wollen , daß diese Uebersetzung in England gedruckt werden sollte . Fuit apud me his die - tus Anglus vir doßifllmus , qui diu inTurcico vixit imperio , et meum librum de Veritate Religionis Chriftianae in Arabicum vertit fermonem : curabitque fi poteft , typis in Anglia edi . Is null um brum putat efle vtiliorem , aut inftruendis illarum partium Chriftia - nis , aut etiam conuertendis Mahumetiftis , qui funt in Turcico perio , aut Perfico , aut Tartarico , aut Punico , aut Indiano . Ebendas . Epift . DXXXIV . p . 914 . Diese von dem berühmten Eduard Pocok ge - machte Uebersetzung , ist zu London >660 , in z gedruckt worden . Wir wollen in dem Artikel - Henichius sehen , daß man den Grotius des ge - lehrten Diebstahls beschuldiget . Es gicbt drey deutsche Übersetzungen von diesem Werke , zwo in Prosa , und eine in Versen . * Scheffer in Sue - cia Littcrata , p . 301 . saget , daß die deutsche Uebersetzung dieses Werkes , des Valentin Musculus 1651 zu Stockholm gedruckt worden . Man hat auch zwo französische Uebersetzungen in ungebundener Rede . Die letzte ist 1692 zu Utrecht gemacht und herausgegeben worden , von einem geflüch - teren Franzosen , Namens le Jeune , der einige Zeit darauf zu Urrecht gestorben ; die andre ist schon vorlängst erschienen . Ich habe zwo Aus - gaben davon gesehen , die eine in 12 , mit ordentlichen Schriften ; die dre in x , mit Schriften , die den Buchstaben eines Schreibemeisters ahn - lich sind . Man - hat auch auf den Titel gesellt . daß sie zu Paris in der Buckdruckeöey Oer neuen Schriften , die Peter LNoreau , Sckrei - bemeister in Paris , erfunden , gemacht worden . Ich finde keine Zeit , weder auf dem Titel , noch unter der Zueignungsschrift . Der Urheber dieser Uebersetzung hat sie dem Staarsrathe , Bignon , zugeeignet , und seinen Namen nur mit einem M . unterschrieben . Man hat mir gesa - zet , daß er Courcelles geheißen .
* Diese poetische Uebersetzung , hat unser großer Opitz im >6zosten Jahre gemacht , und im , 6z , sten zu Brieg zum erstenmal ? heraus» gegeben . In der Ausgabe aller seiner Werke von >690 , steht sie im II Bande auf der 310 Seite . Grotius hat mit unferm Opitz eine ganz besondre Freundschaft gepflogen , und ihn überaus schätzt , wie man ans vielen Briefen theils an ihn selbst , cheils an andre gelehrte Männer sehen kann , die Herr D . Lindner in seiner umstand ! . Nachricht , von Mark . Opitzens , von Boberseld , Leben . To - de und Schriften , gesammlet und angeführet hat , im II Th . VII Ab - theil . ii4 u . f . S . Ich kann nicht umhin , etliche Verse hieher zu setzen , die Grotius auf diesen Vater unserer deutschen Poesie ge« macht hat .
Quod mihi mififti docliflime munus Opiti ,
Ingratt» , gratum ni foret , ipfe forem .
Multum ego , lcd multo tibi plus Germania debet ,
Aomas quae iam te duce potat aquas .
Quantum Meonidae facundo Graccia debet Patria Meonidae Graecia tota ftio ;
Quantum grandiloquo regnatrix Roma Maroni ;
Petrarchae quantum ferior Italia ;
Quantum florilegis Ronfardi Gallia Mufis Vel mea Doufaeis patrfa carminibus :
Tantum Teutonici debet Tibi nominis , et quod Nuncviget , et quantum faecla futura dabunt . etc .
Uebrigens sehe man eine vollständige Nachricht von allen Ausgaben und Uebersehungen dieses Buches in der Bibliotheca Grotiana , bey den Vindiciis , die ich weiter unten nach der Anmerk . ( . 10 anführe . CS .
Sa« unvergleichliche Werk , de Iure Belli et Pacis , ist 1625 zu Paris ■' " " " gegeben worden . Man sehe den DXXXIV Br . des Grotius im " Was die Auslegung , de Imperio Summarum Poteftatum circa Sa - ZV bie auserlesene Bibliotbek desColomie« , - ; S . ) den Trattat ss ^one Chrifti «VNU'S ksuttum iZocinum : ebendaselbst lüo S . II Sand .
die Noten über die Evangelien , ebendaselbst 7« Seite ; die Pietas Or - dinum Hollandiae , ebendas . >17 S 5 die Dissertation , de Coenae Admi - niftratione , vbi Paftores non funt , et an femper communicandum per Symbola . , 82 © ; bie Epiftolas ad Gallos , 0 . betrifft , so verweise ich meine Le'er in das angeführte Buch desColomies , wo man einige sehr merkwürdige Sachen erfahren wird . Wegen der Folioausgabe der Briefe , ziehe man den l Banb der allgemeinen Bibliothek , und hofs Polyhistor p . 2y4 . zu Rache , Allein wegen der Hiftoria Bclgica , verweise ich in die Anmerkung ( P ) . Man merke , daß man im IV Ban« de der allgemeinen Bibliothek 9 ; n . f . S . eine weikläuftige Zergliederung , der Abhandlung de Coenae Adminiftratione vbi paftorcs non funt etc . findet , welche zu London mit andern Stücken 1686 wieder gedruckt worden .
Du Maurier bekriegt nns mehr als einmal , in folgenden Worten : „ Unter währender dieser langen Gesandtschaft von zwölf Jahren , hat „ Grotius verschiedene Werke gemacht , unter andern , eine lateinische „ Dissertation wider den de la Perrere , ( er sollte sagen la Peyrere , ) der „ eine Schrift von den Praadmiten gemacht hatte . Diese Dissertation „ ist betitelt : De Örigine Gentium Americanarum Diflertatio , worin» „ nen er lehret , daß die amerieanischen Völker nicht sehr alt sind ; und „ daß sie aus Europa , entweder durch den Zusammenhang des Lan - „ des . oder durch einen Sturm gekommen sind : sager er , qui»
„ Praeadamitas eile dixerit , vt nuper quidam in Gallia fomniauit . „ Allein da Doctor LaetiuS , aus den Niederlanden , wider ihn geschrie - „ ben , so hat er eine andre Dissertation gemacht : De Origine Gentium „ Americanarum Diflertatio altera , betitelt , worinnen er den LaetiuS „ weitläuftig widerleget . . . Du Maurier , Memoire» . . . de lande , p . 417 . Es ist weder wahr , daß Grotius die Dissertation , de gine Gentium Americanarum , wider den Peyrerius geschrieben hat : noch daß die Schrift von den Praadanmcn damals ans Licht gekommen ist . Es finden sich die vom Du Maurier angeführten Worte nicht in dieser Dissertation : sie stehen in der Beantwortung des Laetius : Cui con - fequens eft , vt credantur . . . aut aliquos ante Adamum fuifle conditos homines ; vt nuper quis in Gallia fomniauit . Ich glaub» wohl , daß Peyrerius in diesen Worten gemevnet wird : allein ich bleibe noch dabey , daß die Schrift von den Präadamiten Gamals noch nicht ge« druckt gewesen . Man sehe den LII Br des Sarravius , p . 50 . Ausgabe von 1697 . Grotius hak die Meynungen dieses Mannes gewußt : und dieses hat gemacht , daß er beylaufig ein Wort davon gesaget hat . Dieß heißt aber nicht , das Werk eil , es Mannes widerlegen .
( H ) Die VerleumVungen seiner Feinde > > wegen seines To« des , sind durck den Zdcrickt des Predigers , der ihn zu dieser ley , ren Reise vorbereitet hat , auf cine unumstößliche Art widerltger worden . ^ Dieser Prediger , Namens Johann Quistorpiu« , ist Pro - fessor der Gorresgelahrtheit zu Rostock gewesen . Sein Bericht , der nn - ter den Epift . Ecclef . et Theolog . p . 8 - 8 in der Folioausgabe von >684 gedruckt ist , enthält , daß er den Grotius besucht , der ihn rufen lassen , und ihn fast in letzten Zügen gefunden ; daß er ihn ermahnet , sich zum Tode vorzubereiten , um ein we . t besser Leben zu genießen , seine S^'den zu erkennen , und dieselben zu bereuen : daß da er des Zöllners gedacht , der seine Sünden bekannt , und Gott um Barmherzigkeit gebethen hat - te , der Kranke geantwortet . id> bin dieser Zöllner : Ego ille fum Publi - canus ; daß er weiter zu ihm gesaget , er müsse zu Jesu Christo Zuflucht nehmen , ohne welchen kein Heil wäre ; und GrottuS geantwortet : in folo Chrifto omnis fpes mea eft repofita , ich seRe alle meine - nung auf Christum allein ; daß er mit lau . er Stimme deutsch , das Lied hergelaget , welches sich anfängt . - Herr Jesu Cbrisi wahr Mcnsck und Gott , u . s . w . und daß es der Kranke mit gefaltenen Händen leise nachgesprochen ; daß er ihn nach Endigung desselben gefraget , ob er ihn verstanden hätte ? und daß die Antwort gewesen , ick habe es sehr wohl verstanden : Probe intellexi ; daß er fortgefahren , ihm die Stellen au« dem Worte Gottes vorzusagen , welcher man die Sterbenden zu eritv nern pfleget , und ihn zu fragen , versteht ihr Mick i und daß Grotius geantwortet , ick vernehme eure Stimme wohl , aber ick ncrstche nickt alles , was ihr saget ; Vocem tnam audio , fed quae fingula dicas , difficulter intelligo ; daß der Kranke nach dieser ? lntwort , die Sprache verlohren habe , mid kurze Zeit darauf verschiede'' sey .
Man würde sich lächerlich machen , wenn man die Redlichkeit des CUli - storpius in Zweifel ziehen wollte . Es hat ihn keine einzige Ursache de« Eigennutzes zu lügen bewegen können , und jedermann weis , daß die lu» therischen Prediger wegen der besondern Meynungen des Grotius eben so misvergnügt gewesen , als die Ealvinisten . Patin im 7 Br . des I Bandes pag . 31 erzahlet , daß man ge'aget , man HStle die Lutheraner im Verdachte gehabt , daß sie den Grotius mit Gifte vergeben , weil er von dem Anrickrist , ; um Vortheile des pabstes , gcsckrieben hatte . Also ist das Zeugniß des Professors von Rostock ein glaubwürdiger Beweis ; und wenn man sich bey Geschichten mit einem solchem Beweise nicht be - gnugen will , so öffnet man dem PyrrhonismuS Thor und Angel , und man wird fast nichts mehr beweisen können . Es ist also für eine un - streitige Sache zu halten : 0 daß sich Grotius , da er dem Tode nahe wesen , in dem Zustande des Zöllners befunden hak : er hat feine Sünden bekannter hat Reue darüber gehabt ; er hat zu der Barmherzigkeit des himmlischen Vater« Zuflucht genommen . 2 ) Daß er alle seine Hoffnung auf Jesum Christum gesebet hat . z ) Daß seine letzten Gedanken diejeni , gen gewesen , die in dem Gebete der Sterbenden , nach dem Gebrauche der Lutheraner , enthalten sind . Man findet sie französisch in dem Buche übersetzt , welches den Titel hat , Sentimens de quelques Theologiens de Hollande für 1' Hiftoire Critique du Pere Simon p . 397 . Nun be ich nicht , daß man ein Gebet finden könne , welches mehr , als dieses , mit solchen Gedanken angefnllet wäre , die ein wahrer Christ haben soll , wenn er sich vorbereiten will , vor dem Richterstuhle Gottes zu erscheinen .
ES folget offenbarlich hieraus : l . Daß diejenigen , welche sagen , daß er als ein Sociniancr gestorben ist , ( siehe Patins 7 Br . pag . z> im I Bande ) sehr gelinde gehandelt würden , wenn man ihnen nur saqre , daß sie eines verwegenen Urtheils schuldig wären ; sieverdienen gar . Verleumder genennet zu werden . II . Daß Du Maurier eine Fabel erzählet , wenn er auf der43' S - also redet : Man hat mir erzahlet , daß ihn bey seiner Rrankhelt em kalholiscker Priester , und versckiedene lutberiscke , calviniscke , socinianiscke und wiedertaufcriscbe Prediger besucker haben , um , hn nack ihrer tNevnung zum Sterben vorzubereiten : allein in währender Zeit , da sie ihn von ReUgionsstreirigkeitcn unterbalten , und sick ein jeder ihm zu beweisen bemühet hatte , dasi ftme Religion die beste wäre , habe er nickt» anders geantwortet : Oo 00 als

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