Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10517

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Gropper . Grotius .
XVI Jahrhunderte , und von dem Pabste , Paulus dem IV , zur Card ! « sehe seinen Artikel in des Moreri Wörterbuche , und setze^daselbstdazu^wie er sich ungemein darü -
Gropper , ( Johann ) Er^diaconuszu Cölln , im . Man s«
„ gestorben wäre , als ihn Gropper schriftlich widerlegen können» wie er „ sicks vorgenommen hatte . » vu Preau , ttittoire de l'Eglile , Tom . IL fol . 475 . S . den Surius , aufs 154z Jahr , 384 Bl .
Maimburg leugnet nicht , daß Gropper , der einer von denen dreyen Doctoren gewesen , die sich bey dem Gespräche zuRegensspurg , mir Bu - cern unterhalten hätten ; allein , setzet er im I Bande der Historie des Lu - therthumS , - 6 ? S . holländ . Ausgabe , dazu , dieses darum gesche« hen , rveil dieser Prediger ; u Strafiburg , der durch Vie Gründe Überführer war , die dieser vortreffliche Mann bey dieser Un -
nalswürde erhoben . .
ter berget gcfimten , daß ihn Sleidan verdächtig machen wollen , als ob er einige Zeit auf der Seite des Luthcrthums gehan .
( A ) Er hat sich « , daß ihn Sleidan verdächtig mache , » wollen , als sb er einige Zeit auf der Seire des Lmherthums ge , hangen harre . ] Sleidan bejahet im XV B . auf dem 367 Dl . daß Gropper dem Erzbischofe zu Cöln , Hermann von Wida , den Martin Bucer beständig sehr angepriesen hatte , der sich auch des Predigramts desselben Bucers , zur Einführung der Glaubensverbesserung in seinen Staaten , 1543 , bedienet habe . Wie aber Gropper Hindernisse dabey in den Weg geleget , so will ihn Sleidan für einen Ueberläufer gehalten ha - ben , welcher , nachdem er Freundschaft mit diesem Prediger gehabt , ihn heftig bestritten hätte . Huius libri , ( das ist des Antididagma , davon ich in der Anmerkung ( C ) , bey dem Artikel Xvida , rede , ) fuit author , vt ahmt , et archite & us , Groppenis . Nam is , etfi Bucero fiiefat ad - modum familiaris ante bicnnium in comitio Ratisbonac , quamqiiani indc domum reuerfus , vehementer eum non Archiepifcopo tantum , fed paffim aptid omnes praedicauerat , licet crebras ad eum dedifiet et amicilfimas litteras : tarnen , qunm res in eum efiet dedueta ca - fum , ab eins amicitia fc totum auertit , et principe reliöo , cui for - tunam omnem debebat , in aduerfariorum caftra tranfiit . GropperS Empfindlichkeit betreffend , will ich einen Abschreiber des Surius ren : „ Sleidan - - - will uns weis machen , - - - daßGrop - „ per ein Ketzer gewesen , und Bucer» allezeit sehr Werth und hoch ten harte . Allein , dieser so lobenswürdige Mann hat in einem Buche „ sehr wohl bewiesen , welches er dem Kaiser , Carl dem V , zugeschrieben ,
„ daß es eine bloße Verleumdung gewesen , was man von ihm gesaget , und er „ bezeuget auch an einem andern Orte , daß Sleidan , ( den er einen bos - „ Hasren Ignoranten der Reichsgeschässte nennet , ) in seiner mit Lügen , , angefüllten Historie fälschlich gelogen , wenn er dergleichen von ihm sa -
l Zwinglius bereits ge» rhan harre , und wieder ? ur katholischen Rircbe zurück zu kehren . Dem sey , wie ihm wolle , so bemerker des Surius Abschreiber , daß Grop - per bey seiner Zurückkunft von diesem Gespräche zu Regenspurg , Du , cers Kücher genau angesehen , und die Grandhafrigkeir des Ge , fahrten zu erfahren , sie mir den Artikeln verglichen habe , die bey gedachtem Gespräche waren verglichen worden . Damals har er unzählige puncre gefunden , die denjenigen gerade wider , steinen , die Z>uccr in diesem Gespräche angenommen und gebil , liger hatte . und deswegen har er einige häßliche rviderspre , chungen desselben Sucer» , so große Jrrrbümer , L . ügen unS Got , teslasternngen angemerker , dergleicben die Manichäer niemals sagen können . Nc ? enn jemand oieses genauer zu willen verlan , aer , so muß er lesen , was der gelehrte LverbarS von Silly ( Euer - Hardus Billicus» oder vielmehr Billichiiis , ein Carmeliter , ) zur Ver , theidigung des Urrheils von der Universität und ( Tlerifey zu Cölln , wider die Verleumdungen Mclanchrbons , L>ucers und an . dere , geschrieben hat , daselbst wird er dieses viel weirlauftiger abgehandelt finden . Du Preau , wie oben . Surius und sein Abschrei - ber fuhren diese« an , damit sie Anlaß zu sagen haben , Sleidan sey ein Lügner . Sie erhitzen sich hier und an hundert andern Oettern , auf ein» wülhende Art , wider ihn .
„ ger ; unv oap sily «jutcc iiuu ; UHU uuu ; iii flu vvi .
„ Cölln , nicht allein wider sein und aller Katholiken Wissen , sondern auch „ zu ihrem Verdrusse eingeschlichen habe , und er nennet an eben ben Orte , den Bucer einen verdammten und ewig unglücklichen Men - „ sehen . Sleidan würde gewißlich eine solche Lästerung nicht gesaget ha - „ ben , ohne daß er seinen Lohn dafür bekommen hätte , wem , er nicht eher
GrotlUs , ( Cornelius ) auf holländisch , van Groot , das heißt der qroße , war den 25 des fvu»™™ * . . . »««NW
und da ihn die Professoren
rat sebr aeliebet . ' Hierauf gieng er nach Orleans , die Rechtsgelehrsamkeit daselbst zu studieren
derDoctorwürde würdig schätzten , so nahm er nur den Grad eines Licentlaten , und hat denselben , so lange , als er gelebet , ten Nack seiner Zurückkunft in sein Vaterland , legte er sich auf die Rechtssachen . Die Stadt Delft machte ihn aus ein - mal turn Rathebem ? und Schöppen ; und da er schöne Proben seiner Tugend und Gelehrsamkeit zeigte so machte ihn Prinz Wilbelm tum Requetenmeister . E» erfüllte die Pflichten dieses Amtes sehr wohl , bis er 1575 zu andern Verrichtungen berufen rrorden^ nämlich zu dein Profefibrarnte W nc " gelten Akademie zu Leiden . Erüehrte daselbst einige Jahre die Welz , weiöheit . und dann die Rechtsgelehrsamkeit . Er hatte sich dermaßen m dieses Amt verliebt , daß er eö gegen die Stelle eines Rathes , bey dem großen Rathe , die ihm etlichemal angetragen worden , nicht vertauschen wollte . Er starb 1601 , und ließ keine Kinder nach . Er hat einige juristische Werke hinterlassen , die nicht gedruckt worden sind " ( C ) . Er hatte einen Bruder , Na - mens , Johann van Groot ( D ) , der des Hugo GrotiuS Vater gewesen , von welchem ich reden werde . Sie sind beyde des van Groot Söhne gewesen , des ersten von seiner Familie , der diesen Namen gcsühret hat ( E ) , und 1567 gestorben ist b , da er zum funftenmale in Delft Burgermeister war .
a ) Aus dem Buche , IlluftriurnHollandiae et Weft - FrifiaeOrdinumAlma Academia Leidenfisbetitelt , und zu Leiden 1Ä14 gedruckt .
t ) Ebendaf . in Iano Grotio .
herausgegeben hat : Edidit Comm . ad 4 libros Inftitutionum Iuris ci - uilis , item 2 tomos Obferuatiomim feiidalium , ( Biblioth . vet . etnou . p . z66 . ) und er führet den Swercius und Meursius an , die nichts weni - ger , als dieses , sagen . Swertius saget ausdrücklich : fibrös nullos edi - ait , fed elaboratos . . . contcriplit . Meursius redet weder von herausgegebenen , noch ausgearbeiteten Büchern .
( v ) tLr hatte einen Bruder , Namens Johann von Groot . Z Er hat . nachdem er die Schulstudien zu Delft getrieben , seine Philoso» phie und Rechtsgelehrsamkeir zu Douai studieret . Er ist nach der Stif« tung der Akademie zu Leiden , nach Holland zurückgekommen . und bey seinem Bruder , Cornelius van Groor , Professor der Rechte auf dieser Universität , bis 1582 geblieben . Hieraufist er nach und nach zu den Aemrern , eines Schoppen , eines Bürgermeisters zu Delft , und Pflegers derAkade«
( A ) Er war zu Delft gebohren , wo feine Familie seit vier hundert Jahren berühmt gewesen . 1 Hier sind die Worte des Schriftstellers , den ich in dem Texte des Artikels angeführet habe : Pa - trem habuit Hugonem Grotitim virum antiqua virtute et opibus pol . lentem , ex patricia Grotiorum familia , qiiae in repub . Delphenfi toti« quadringentis annis continnis illuftris , etiam hucusqiie confulatibus et fumniis reipub . honoribus decorattir . Academia Leidenfis , p . 76 . Dieser Schriftsteller ist nicht richtig , und hat Erläuterung nöthig . Sei - ne Wort» bnvegen offenbarlich , zu glauben , daß die alte Familie derer von Groor , von Sohne auf Sohn , bis auf unfern Cornelius Gro , tius fortgeseher worden : allein dieß ist falsch ; sie ist ungefähr 14Z0 auf die Spindel gefallen . Dietrich von Groor , Bürgermeister zu Delft , welcher wegen verschiedener Abordnungen berühmt gewesen , hat nur eine Tochter gehabr , welcher , da er sie mit dem Cornelius Cornetz verheirather , sich versprechen lassen , daß die aus seiner Ehe entspringenden Kinder den Namen von Groor führen sollren . Die Ausführung da - von , hat in der Person de« Hugo von Groot , des Cornelius Vater , den Anfang genommen . Die Corners waren von einem ftanzösischen Edel - manne entsprossen , der sich zur Zeit der Herzoge von Burgund in Hol - land verheirarhet hatte . Man sehe die Stelle , die ich in der Anmerkung ( £ ) anführe .
( » ) iSc hielt sich vornehmlich an die platonische . ] Der fasser seines Lebens , auf der 77 S . redet mit diesen Worten davon : Phi - lolbphiam Platonicam , quippe quam folam inter humanae fapientiae lcctas magis diuinam ( vt reuera eft ) iudicatiit , adeo auide amplexus eil , vt omnia Platonicorum scripta perferutatus fiierit , memoriae in . tixerit , ae per totajn vitam manu ac mente volutauerit .
( C ) iSt * har nur einige iuristische U ? erke hinrerlasien , die nicht gedruckt worden sind . 1 Wir wollen denselben Schriftsteller noch wei - ter hören : „ Ll / >ros »uffos edidit , ftd elaboratos quusdam commentarios „ ad diuerfas Iuris partes cunfcripßt . Inter juos Abfolutiflimum Com - „ mentarium ad qiutuor libros Inftitutionum iuris ciuilis . Ad omne« „ titulos quatuor primorum librorum digeftonnn . Duos Tomos „ Cominentariorum et Obferuationum feudalium . Singularem Tra . „ datum continentem quinquaginta differentias feudorum , a feudis „ Hollandicis . „ Dieses hat König nicht in Acht genommen ; dmn er giebt die meisten von diesen Werken für Schriften aus , die der llrheber
mie zu Leiden erhoben worden , ( er ist viermal hiiitereinander Bürger - meister gewesen , ehe er Pfleger der Akademie geworden . Academ . Lei - denf . ) und hat sich kein Bedenken gemacht , den Doktorhut der Recht«« Gelehrsamkeit anzunehmen , da er bereits Pfleger gewesen . Ebendaselbst . tNan hat etliche VDerke von seiner Arbeit , mit vieler Zierlichkeit geschrieben , wenn man dem Moreri darinnen glauber ; allein er be - rriegr sich ; er giebt einer Sache noch einen großem Umfang , die Meur« siu« bereit« ein wenig zu sehr erweitert hat . Hier sind die Worte , aus de« Meursius , Athen . Bat . pag . 205 : Pater QHugonis ) erat Ioannes Grotiu« , cuius exftant carmina , et Lipfii ad ipfum litteraes Doufae - qiie verfus , nec pauca , aliorum monumenta ipfius inferipta nomini . Dieses bedeutet augenscheinlich , daß Johann Grorius Verse gemachet , die der Presse überlassen worden . Weil man aber in dem Leben des Grorius die ganze Stelle des Meursius , außer diesen Worten , cuius cx - ftant carmina , angeführet hat , so ist essehr wahrscheinlich , daß sich Meur - siiiS in diesem Stücke betrogen har . Patrein habuit loannemde Groot
- - . ad quem exftant Lipfii epiftolae , illuftris viri Iani Douzae verfus , et non pauca aliorum monumenta eins nomini inferipta . ta Grotii init . apud Batefium , p . 420 . Außerdem ist es ganz gewiß , daß Johann GrotiuS die Dichtkunst verstanden hat . LipsiuS bezeuget es : Negas agnofeere te Deas , idque carmine quod agnolcant ipfae Deae .
- . . Carmen totum approbum , nee critica ilÜ a me nota . Epift . XVII . Centur . I . Mifcellan .
( E ) Hugo van Groot iß der erste von seiner Familie gewesen , der oiejen Ngmen geführet h» ? r J Dieses findet man in dem Leben ' . * lÜ

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