Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10318

634 Gregorius .
( A ) Anfänglich war er nur ein Schullehrer irt Ungarns Dich Iudiciutn de Controu . Luther . et Reform , ann . 1650 . Defiderium
ist der Begriffs den man sich machen würde , wenn man bloß den Spize - et Studium Loneorä . Ecclef . ann . 1651 . Siehe Daille repliqueaAdai»
lins zu Rathe zöge : wenn man aber die Leichenrede in Frehers Schau - ? art . II , chap . XIV , p . m . 86 .
platze p . Z94 , 39s ansieht , so findet man , daß der Baron Gregorius Hör - Man merke , daß . Dalläus den Jesuiten Adam noch hatte beschuldigen kön -
wach , da er zu Scepnz 1595 eine neue Schule angelegt , den GraweruS tun , daß er den Titel von dem Buche unsers Grawerus nicht wohl über -
auf Empfehlung des Aegidius Hunnius zum Rector derselben gemacht , setzet hätte . Dieß ist die wahre Übersetzung : Die calvinischen Abge -
und daß GraweruS daselbst die Philosophie und Theologie gelehret hat . schmackcheiren , welche viel abgeschmackter sind , als alle ariöve
( L ) Zuflucht nahmen . ] P . Adam , da er einZBuch wider den Dallaus ge . ( q jst f0 rvohl in seinen mündlichen Disputationen , als in
macht , hat , ich weis nicht wie viel Deutsche , einen Aegidius HunniuS , tv seinen Schriften hiyig gewesenZ Er hat eine Unterredung mitAm -
nen Zephirius , einen Gibelin , einen Philipp Nicolai , und einen Granve - imgen 1604 aus dem Schlosse Schochwitz gehabt , und sie mit Noten dm *
rus vorgebracht , ( so nennet ihn Dallaus in der Gegenantwort II Th . rfen lassen , welche nichts als seinen Eifer für das Lucherthum zeigen . Verita -
$6 S allein er sollte sagen , ( Arawerus ) welche eine große Anzahl Laste - tis Lutheranac amore notulis quibusdam afperfis euulgatum ( Collo .
rangen wider die Reformirten wiederhohlet und vergrößert haben . Er quium cum Amiingo ) . Niemais hat er sich zum Vortheile seiner Partie
hat sich vornehmlich auf einen Tractat des GraweruS gesteist , der zum angestrenget , als bey dieser Gelegenheit . 8mß . . Izri ^eln et fer -
Titel hat , saget er , die allerabgeschmacktestcn Abgeschmacklheiren uore 8piritus SanÄi motus ftrenue et mafcule aduerfus hoftium quo -
dcr calvlmschcnAbgeschmacktheiten . Der lateinische ^ . itel ist : Ab - rumui , cohortes depugnauit , nec quiequam omifit , quo veritatis coe -
furda abfurdoruni abfurdiflitiia , Caluiniftica abfurda , hoc eft mm - lefbis doörina afieri propugnariqtie queat , CVM PRIMIS in gra -
äa Demonftratio Logica et Theologica aliquot horrendortun para - „ illimo illo Colloquio cum Amiingo habito . Spizelius , in Templo
doxorum Calumiani dogmatis , m articulis de perfona Chrifti , Coena Honoris referato , pag . 43 . Man urtheile , wie sehr er sich Wider den
vornm . , Baptif . no et Praedeftinatione . Ienae 1612 , , n 4 . dieß ist die Sebastian Lamius erhitzet , den er bey einem Syuodo des CalvinismuS
andre Ausgabe . Hier ist die weise Antwort des Dallaus , allem sie ist «n überzeuget . Quemadmoduin etiam in Synodo Htingarico - Keysmar -
wenig unhöflich für den Schriftsteller , davon ich in diesem Artikel rede . ccnf , anno 9 - habita , Sebaftianum Lamium heterodoxiae Caluinianae
. . Dieß sind Bruder , die im Zorne sind . Man muß ihrer Leidenschaft com . iat . Ebend . Ohne Zweifel hat er ihn als einen falschen Bruder
„ verzeihen , und wir miMen uns nitt dem Zeugnisse trösten , welches ihre angegeben , der unter dem Namen eines lutherischen Predigers die Arr -
„ Heftigkeit selbst der Gute «nser« Sache , m dnIrrung g>cb«t , d«e wir chümer der Calvinisten ausbnitete , und dieses einzige konnte schon einen
. . m , r ihnen haben . Wem . sie hattmsowui densiemcht kalten Geist erhitzen . Außer dem hat er wider ihn bey einer Kirchen -
„ zu Schimpfworten kommen . E» ist gewiß der ^rrthum , der sie de . Versammlung disputiret . Der Umstand des Ort« war ganz allein «er ,
„ schämet . Die Wahrheit hat mehr Sanftmuth und Emgezogenheit , mögend , ihm die Galle in Bewegung zu fetzen . Wir müssen nicht ver -
„ und ist nicht gewohnet , sich also zu erhitzen . Denn daß Luther und sei - gessen , daß man ihn das Schild und Schweröl desL . mherrhums ae -
„ ne Schüler im Zorne gewesen . wenn sie die Unflatereyen und Abscheu - nennet hat . Ebend . 40 S „ lichkeicen beschrieben haben , die ihr daraus zusammen getragen habet ,
„ das zeiget die Unordnung und Ausschweifung ihrer eignen Worte zur ( D ) Seine Schriften sind , n großer An ; ahl . Z Die bloßen Titel
„ Gnüge ; wie , um das übrige zu übergehen , dieser lächerliche Titel des werden die Ausschweifung seines Eifers zeigen . Bellum Caluini et Iefu
„ Buches eines ihrer Mitglieder anzeiget , den ihr vorgestellet habet , die Cbrifti , zu Magdeburg 1605 . Harmonia praecipuorimi Caluiniano -
„ allerabgeschmacktesten Abgeschmacktheiten der calvinischen Ab - mm et ? botinianomm . zu Jena »6i» in 4 . Ich habe schon seine Abfur .
„ geschmackrheiren . Ein gelehrter Aiann würde l , immermehr so när - da abfurdorum angefuhret 11 . f . w . Sein Anti - Lubinus , hoc eft , Elen -
„ reden , wenn er seine Sinnen beysammen hatte . „ Er endiget das - chu , paradoxorum et emblematum Caluinifticorum D . Eilhardi Lu -
selbe Capitel mit diesen Worten : Sie sind , Gott sey Dank ! nicht alle bini , de prima caufa et natura mali , zu Magdeburg 1606 in 4 , ist gleich -
so Hiyiq , wie eure Gidelliner und eure Granvcren ! Ls giebt wohl ein Werk wider die ^Calvinisten , obgleich Eilhard Lubin allezeit als
viel qcUndece und handelbarere darunter , und der sei . Doctoc Ca - ein Lutheraner gelebet hat , wie Baillet im I Bande der Anti p . 351 versi -
lixtus , ein Gottesgelehrter ; u - Helmfiädt , der gelehrteste von al - chert ; denn ohne Zweifel har ihn Grawerus im Verdachte gehalten , daß er
len Lutheranern seiner Zeit , hat es durch ; wey oder drey Äü - in gewissen Dingen des Calvinus Meynung sey . Ich übergehe die Titel
cher , die er über diese Materie herausgegeben , zur Gnüge an den seiner andern Bucher . Man findet sie in Spitzels Templo honoris rc -
Tag geleget . Diese beyden Bücher sind : terato pag . 40 , und Paul . Frehers Theatro vir . Illuft . pag . 39y .
©tXAOl'tU^ der I . mit dem Zunamen der große , zu Rom , jau6 einer patricischen Familie gebohren , hat so viel Geschicklichkeit bey der Verwaltung des RathöherrnamtS gezeiget , das ; ihn der Kaiser IusiinuS , der jüngere , zum Präfectus vonRom erhoben« . Er hat diese Würde verlassen , so bald er begriff , daß sie ihn an die Erde bände , und sich in ein Kloster ( A ) , unter die Zucht deö Abts Valentius verschlossen K Er wurde von dem Pabste PelagiuS dem II . gar bald daraus gezogen , der ihn zu seinem sie« bemen Diakonus machte , und als Nuntius nach Constantinopel schickte , um Hülfe wider die longobarden anzuhalten . Er kam nach dem Tode des Kaisers wider in Rom an ( B ) , und diente dem Pabste Pelagius einige Zeit als Secretar ; hierauf erhielt er Erlaubniß , sich in sein Kloster zu begebene . Als er die Ruhe der Einsamkeit daselbst zu genießen dachte , so wurde er von der Clerisey , dem Rache und dem römischen Volke zum Pabste erwählet ; und sah sich genöthiget , dieses Amt anzunehmen d , nachdem er alle ersinnllche Mittel angewendet hatte^dasselbe abzuwenden ( C ) . Es erschien aus seiner Aufführung , daß man keinen Menschen erwählen können , der diese große Würde besser verdienet hätte , als er ; denn außer , daß er gelehrt war , und für sich s'Ibst an der Unterweisung der Kirche so wohl in Schriften als Predigten arbeitete , so wußte er die Gemüther der Prin -
lander unternommen ( v ) , und dieselbe durch Hülse einer Frauensperson , nach dem gewöhnlichen Laufe der Religionsverände - rungen sehr glücklich zu Stande gebracht / . Seine Grundsätze wegen des Gewissenszwanges sind nicht übereinstimmig sen , und er »st zuweilen in eine große Gelindigkeit verfallen ( E ) . Es ist auch sehr schwer in einer der Vernunft so widrigen Sache , Regeln zu haben . Dagegen ist seine Sittenlehre , in Ansehung der Keuschheit der Geistlichen , sehr strenge gewesen ( t ) ; denn er hat gewollt , daß ein Mensch , der seine Jungferschaft verlohren hatte , nicht zum Priesterthume zugelassen werde - , sollte , und er hat die angehenden Ordensleute deswegen befragen lassen . Er hat die Witwer von dieser Notwendigkeit ausgeschlossen , in so fern sie in ihrem Ehstande ordentlich gewesen waren , und seit diesem lange Zeit in der Enthaltung gelebet hatten . Er ist auch sehr strenge gegen die Verleumdung gewesen ( G ) . Ueberhaupt verdienet er den Zunamen des großen : allein wegen des Misbrauchs der Lobeserhebungen , kann man ihn nicht entschuldige - , , mit welchen er sich in die Freundschaft eines Kronenräubers ein - geschmeichelt hat ( H ) , dessen Hände noch von dem allerabscheultchsten Königsmorde rauchten , den man in der Historie nur se - hm kann . Dieß ist ein sehr merkwürdiges Beyspiel der Dienstbarkeit , darein man verfallt , wenn man sich bey großen Eh - renstellen erhalten will . Wenn man seine Schmeicheleyen gegen den Kaiser Phokas mit denjenigen vergleicht , die er gegeil eine sehr boshafte Königinn von Frankreich verschwendet ( I ) : so muß man gestehen , daß ihn diejenigen , die ihn gezwungen , Pabst zu werden , besser gekannt haben , als er sich selbst gekannt hat . Sie haben an ihm den Grund aller der Arglistigkeiten und aller der Kunstgriffe gesehen , die man nöthig hat . sich große Beschützer zu machen , und der Kirche den Segen dieser Welt
. rw . . l . Sö» * ff'tlr'rtt« Sa»« ( Wa^ . 1^ . l . . . . . . / r . . n * . 1 f
uiunieben . Nach vieler Wahrscheinlichkeit ist der Elser , den er gegen den Ehrgeiz des Patriarchen von Constäntinopel bezeu - aethat , unordentlich gewesen ( K ) . Eö ist nicht gewiß , daß er die schönen Denkmaler der alten Pracht der Römer vernichten las - sen ( L ) , um dadurch zu verhindern , daß dleieniaen , d«e nach Rom kamen , nicht mehr Aufmerksamkeit auf die Triumphbögen u . s . w . als auf die heiligen Dinge wendeten . Gleiches Urthal mus ; man von der wider ihn gemachten Beschuldigung fällen , daß er unzählige Bücher der Heiden ( M ) , und namentlich den Tttus Llvius verbrennen lassen ( N ) . Er ist den 10 Man 6oa ben . Ich werde keine Anmerkung wegen seiner Werke machen , lch verweise memen Leser zu dem Du Pin , dessen Werk ner ist , als dieses Wörterbuch ftyn wird . Bald hätte ich die Zuneigung dieses Pabstes gegen die Psalmodie , der Kirche vergeben ( 0 ) .
Das Werk , welches Dom Dionysius Sammarthan ? unter dem Titel der Historie des h . Gregorius des großen , hat drucken lassen b , war noch nicht erschienen , als ich diesen Artikel gemacht habe . Ich habe diese Historie durchgelaufen , und sie würde mir eins be - ständige Lobfchrift dieses großen Pabstes zu seyn scheinen , wenn der Verfasser m'cht oft die Lobsprüche mit vielen Anmerkungen unterbrochen hätte , welche die Materien erklären und die Sachen erläutern , oder die Widerlegung einiger andern Scribenken auemachen . Er giebt in seiner Vonede ein Verzeichniß derer , welche das Leben unsers Gregorius ausgesehet haben , und hier tadelt er etliche Fehler des reformirten Predigers , Peter du Moulin , außer demjenigen , den man in der Anmerkung ( C ) hen hat . Er scheint nicht sehr vergnügt mit dem Maimbourg zu seyn ( P ) , er widerleget den Cardinal Baronius , den Mönchs»
MM 'Wir
fand dieses Pabstes betreffend , und bestreitet einige Meynungen des Goussainville . Dasjenige , was er wider die Eenturiato . en von Magdeburg beobachtet , ist mir einer falschen Cririk vermischet . Wir wollen es h' gefunden , daß er den Pabst Gregorius in dem geringsten radelte , er hat die Partey eines

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