Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10274

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Grandier .
den , iß es erschienen , daß sie ihn niemals gesellen Batten . Der p . Tranguille bat es auch in einem von seinen Bückern bo wiesen , daß sich Oer Pfarrer niemals in ihre Sachen gemischt hatte .
Gleich diesen Augenblick erinnere ich mich , daß ich dasjenige in den Svr - berianen gelesen , was ich zu Anfange dieser Anmerkung gesaget habe . Die Stelle ist merkwürdig . Man findet darinnen , daß ( ßuillet den Teufel dieser Nonnen heraus gefordert , und ihn in Furcht geseyet hat , und Saß die ganze Teufeley darüber verstummet ist ; daß L . obardemont , ( es sollte heißen Laubardemvnt , ) sich darüber geärgert , und wider den Ouiller gesprochen hat , welcher , da er gesehen , daß die ganze Mummerey ein Spiel rvar , welches der Cardinal Richelieu spielen ließ , dem seligen Rönige , «dieser Ausdruck tauget nichts ; er bedeutet Henrichen den IV ; und die Absicht des Verfassers ist , von wigen dein XIII zu reden ; ) eine Furcht einzusägen , Oer sich von Narur sehr vor dem Teufel gefürchtet , geurrheiler . daß es für ihn weder in £ . o«£>im , noch in gan ? Frankreich gut feyn würde , und sich von da nach Italien gemacht hat . Sorberiana , Voce Quillet . p . 172 .
Naude bekräftiget dasjenige , was die Ungnade dieses Verfertigers des Allsforderungsbriefes betrifft . Wir wollen seine Worte hören : Da sich „ Duncam und Ouillet den Betrügereyen der Nonnen zu Loudun wi - „ versetzten , so hat jener von dem Eardinale Richelieu , einen derben V'rweis „ bekommen , und ist tapser bedrohet , dieser aber gezwungen worden , bey «dem Marquis von Coeuvres in Rom zu dienen . „ Naude' Dial . de Ma - fcurat . p . 310 . „ .
( ? ) Die Richter wurden - - - alle von den Femden Gran - diers erkiest . ^ Menagens Anmerkung hierüber , scheint mir Werth ab - geschrieben zu werden , iüs ist jti bemerken , saget er aus der 342 Seite , in Wilhelms Menage Leben , daß keine Unschuld vor der rvahl der Richter sicher ist : man gebe einem Ankläger selbst die Wahl der Richter , er wird durch molinistische Richter , alle lansenistische Bischöfe ; und durch lanstnistische Richter , alle molmtfftfche Bischöfe verbrennen lassen . Hier ist ein« Materie zu Bttrachtun - gen . Man sehe etwas gleiches in der Anmerkung ( B ) , des Artikels Monraigu C Johann ) . Der Auwald des bevollmächtigten Gerichts , Namens Dernau , Nach bey dem Obergerichte zu lä Fleche , hat einen Traetat von der Besitzung der Nonnen zu Loudun , zur BertheidigunH desllrtheilS der gevollmächtigten Nichter , gemacht . Rcmarq . etc . p . 342 .
( G ) Auf die Aussage des Astharorhs . ^ Dieses läßt sich aus dem andern schriftlichen Aussätze der Exorcisten schließen , in dem zwanzig - sten Bande des Mereure Franeois , paß . 760 , 762^ Es sind drey Besitzungen gewesen : bey der ersten haben die Teufel , bis auf einen , sich zu nennen geweigert ; sie haben nur geantwortet , daß sie Feinde Gottes wären ; bey der andern und dritten , haben sie sich durch ihre Na - men und ihre Würden zu erkennen gegeben , und namentlich den Gran - dier angeklagt . Es ist zu merken , daß sie französisch geantwortet , ob sie gleich die Exoreisten lateinisch angeredet ; allein weit mehr verdienet es »ine Beobachtung , daß ihr Zeugniß in den Gerichten angenommen wor - den , und in einem Processe zum Beweise gedienet bat , wo der Ange - klagte verurtheilet worden , lebendig verbrannt zu werden . Hat man denn das Zeugniß nicht gewußt , welches die ewige Wahrheit dem Teil - fel giebt ? Johannis am VIII , 44 . Ich finde Segmiis Gedanken sehr selten . Ks scheint , saget er ( Mercure Franeois , Tom . XX . pag . 777 . 778 ) daß dieses nicht so wohl ein Urtheil der Menschen , als vielmehr Gottes ist , welcher die Teufel aus der - »solle gehe« lassen , diesen Gottlosen zu beschämen : denn es ist eine wunder - bare Sache , wie die Teufel sich rvider ihn erhoben , und ihn zwungen haben , ; » erkennen , dafi sie feine Ankläger wären . Ich überlasse der Sorbonne zu beurtbeilen : ob man die Ursachen Her Verwerfung wider sie annehmen sollen , da sie im Namen Gottes geredet , und offenbare Merkmaale der Wahrheit gegeben , daß sie 5» reden gezwungen gewesen . Man hat eineiiAbscheu , wenn man daran denkt , daß christliche Nichter die Ursachen der Verwerfung sür nichtig gehalten haben , welche wider dergleichen Zeugnisse angefuhvet vw den ; denn es ist ein Glaubensartikel , daß sie Väter der Lugen sind . Es wird
zu nichts dienen , wenn man anführen wollte , daß sie die Kraft der Beschwo ,
rungen am Lügen verhindert ; man hatte kurz zuvoe das Gegeutheil erfahren . Das andre schriftliche Verfahren enthält , p . 761 . ebenda , , daß so lange und so beständig mir Beschwörungen fortgefahren , so viele Fa - Ifen , öffentliche und besondre Gebethe gehalten worden , daß der Oberste der Teufel und seine Gesellen , nachdem sie versprochen , den - Hexenmeister so gewaltig , und an einem solchen Theile des L . eibe» ; u schlagen , daß die Stelle so sichtbarlich als greiflich ftvn sollte , und nach wiederholter Bekennrniß , daß er der All , macht Gottes weiche , und der Erklärung , daß er dieses Rloster auf ewig verlassen wolle , endlich den 13 des Weinmonats >6z - aus dem Rörper der besagten Priorinn gefahren sey , und seine Ausfahrt durch sieben Auswürfe bezeichnet habe , e die sie durch ihren Mund weit von sich gespieen hätte : auch wäre der Teufel aus dem Rorper der Schweiber Clara gefahren , der sie besessen aehabt , und darauf Hatten sich die Nonnen ohne Unruhen . ihre Derter ohne Plagen , und da« ganze Rloster , in heiligem Frieden befunden . Allein sie haben ihr Versprechen nicht gehalten . sie haben die Erorcisten Hinters £tcht geführt ; die meisten nen haben sich den - 0 des wintermonats de , selben 163 - Jahres , von den bösen Geistern wieder beunruhiget und geplagt gefunden . Ebendas . 762 S - r • n •
( Hl , - , Nebst dem von ihm verfertigten Manuscripte , wider den ehlosen Stand der Priesters Menage , welcher von dem Bouillaud sagen hören , daß man keinen Beweis hatte , daß Grandier das Buch gemacht hätte , ( in den Anmerkungen aus der34ZS . ) ist nicht m Abrede , daß man e« nicht unter seinen Schriften gesunden hätte . In der Historie des Edicts von Nantes , im II Bande 538 S . saget maii , daß Grandier dieses Buch herausgegeben hätte . Menage setzet darzu , daß es nicht übel gemacht sey . daß es an eine Frauensperson gerichtet wäre , nnd sich mit diesen Versen beschlösse :
Wenn sich dein artger Geist auf dieses Wissen legt .
Wird dein Gewissen nicht durch Qual und Angst bewegt .
Er hat dieses ohne Zweifel aus dem Briefe Seguins , desArztsvon Tours , erfahren , der in den französischen Mereur eingeschaltet ist ; vielleicht
hätte er dasjenige nicht unterdrücken sollen , was man darinnen findet , eS hatte nämlich Grandier auf der Folter bekannt , daß er dieses Werk - chen geschrieben hätte . Dieser Arzt hat nicht Unrecht gehabt , pag . 729 . des XX Bandes zu sagen , daß dieses Büchelchen Verdacht gege - den , es sey Grandier verheirarhet gewesen . Man merke , verfol - get er , Saß es an seine liebste Bevfchläferinn gerichtet ist , deren Name durchgängig so wohl , als auf dem Titel verschwiegen ist t > * Ich kann euch nicht verheelen , fährt er fort , daß mir dieser Tractar sehr wohl gemacht , und bis auf den Beschluß sehr wohl zusammenhangend scheint , welcher leyrere in der That hinkt , und das Gift entdeckt . Nicht Sa» geringste fielet auf die sauberey , und es scheint vielmehr , daß man das Gegenrheil dar - aus schließen könne , wenn man nicht von andern Orten zulang - liebe Beweise hätte . Er hatte sich kurz zuvor dieser Worte bedienet : iüv ist übrigens ein sehr beherzter , und man kann sägen , ein star - ker und solcher Geist gewesen , den der Präsident , wie er mir ge - sagt , so gar auf der Folter bewundert , und dessen Verlust be - daurec har . Die Leichenrede des Scävola Sammerthan , welche zu Loudun vom Grandier gemacht worden , ist unter den Werken Sammar - thans gedruckt . Menage in den Anmerkungen 346 S .
( I ) Menage - - - giebt die Besitzung dieser Nonnen für ein - Hirngespinnste aus . ] Er findet es in dem Leben Wilhelms nage p . 82 . sehr wahrscheinlich , daß dieselben bloß von der Mutterbeschwe - rung geplagt worden , und saget in den Anmerkungen p . 339 . daß dier verdiene , des Gabriel Naude Verzeichnisse , von den großen Männern , die mir Unrecht der Zauberey beschuldiget worden , deygefügr zu werden . Gleichwohl bekennet er , p . 344 . er habe von der Privrinn derUrsulmer zu Loudun sagen hören , daß ihr ein m I Theile seiner Reisen , » . 9 S . läßt nicht die geringste Ursache zurück , an dem Betrüge zu zweifeln ; es wird also nicht »»dienlich sey» , sei - ne Worte hier anzuführen . Er hat diesePriorinn der Ursuliner , den 8 May 1645 , besucht , und wie sie ihn über eine gute halbe Stunde vor dem Sprachgit - ter warten ließ , einigen listigen Streich vermuthet . Er hat sie gedeihen , ihm die Merkinaale zu zeigen , die der Teufel , der sie besessen , auf ihre Hand ge - druckt , da man ihn beschworen hat , ( nach dem Menage hat ein Engel diese Merkmaale , nach geendigter Besitzung , eingegraben . ) Sie hat es gethan ; cr hat mit blmrorhen Buchstaben , auf der Oberfläche der linken Hand , von dem Gelenke der Hand , bis zum kleinen Finger , Zefus , darunter gegen die Schulter zu , Maria , weiter un - ren , Joseph , und noch weiter unten , in der vierten Äinie , % von Salles , gesehen . Sie hat ihm alle Bosheiten des Priesters Gran - dier erzahlet , welcher verbrannt worden , weil cr ihr Rloster bezaubert gehabt . Und gesager , es hätte sich eine Rathsperson der Stadt , desien Frau cr geschändet , darüber bey ihr beklaget ; und da» ? sie ihn , ungeachtet der starken Gewogenheit , die dieser Unglückselige durch seine Zauberkünste bey ihr verursachet , und davor sie die Barmherzigkeit Gottes bewahret , gemeinschaftlich angegeben hatten . Endlich har Monconis Abschied von ihr genommen , und ihre - Hand noch einmal zu sehen verlanqt , welche sie ihm sehr poflich durch das Gitter gereicht : er hat ihr zu er - kennen gegeben , daß die Röche dieser Buchstaben nicht mehr so hoch wäre , als da sie gekommen , und daß diese Buchstaben , wie es ihm schiene , sich schieferten , und die ganze - Haut der - Hand sich zu erheben schien , als wenn es ein - HSurchen von eingetrock - neten Srarkenwasser wäre . Er hat mir dem äußersten seines Nagels , durch eine leichte Anrührung , ein Stück von dem Schenkel des M . weggenommen , worüber sie sehr erschrocken : oh gleich der Play so schone geblieben , als die übrigen Stellen ihrer - Hand , und damit ist er vergnügt gewesen . Ich zweifle nicht daran , die Entdeckung einer so großen Windmacherey , welche so viele Leute närrisch gemacht , ist für einen solchen Menschen , als er , ein unschätzbarer Schatz gewesen . Die neue Historie der Teufel von Lcüdun , 469 S wird uns belehren , daß , da die Runzeln des Alters , die - Hand dürre und mager gemacht , und d . ie Schmicrereven , die man zur An - frischung dieser Namen gebraucht , nicht mehr wollen , die - se gute Mutter alsdann gesaget , daß Gott ihr Geberh erHörer , und diese Namen verloschen lasten , welche Ursache gewesen , daß eine Menge ileuresie beunruhiget , und öfters bey Verrichtung ihrer Andacht , gefrort hatte . Man wird auch darinnen auf der 3^4 Seite finden , daß Eerisantes die Geschicklichkeit gehabt , einen Namen auf eine Hand zu zeichnen , und daß dieKammermägdchen der Königinn 1652 , über die Emgrabung der Urfuliiierinneu , ihr sApötte getrieben haben .
( X ) Man sollte so gar sägen , daß er überhaupt dassenige be - streiten wollen , was von den Zauberern gesaget wird . ] In der That spottet er über den ersten Auftritt dieser entsetzlichen Tragödie , und er zieht Beweise zu Grandiers Rechtfertigung daraus . Dieser erste Auf - tritt besteht darinnen , daß eine von den Nonnen , die des Nachts auf ihren kleinen , aber sehr keuschen Faulbettchen , gelegen , ( Mercure Francoisj Tora . XX . p , 749 . ) ein Gespenste erblicket , das ihrem verstor - benen Beichtvater geglichen , und welches bekannt , daß er es wäre , und darum wieder käme , ihr sehr sonderbare Erkenntnisse mitzutheilen . Der Entlchluß ist blSauf den andern Tag , zu eben derselben Stunde , verschoben worden : das Gespenste ist wieder qekommen ; man hat ihm , wiedaS mal , geantwortet , daß man ohne Vorwissen der Privrinn , nicht weiter mit ihm handeln könne . Hierauf ist dieses Gespenste dem Grandier vollkommen ähnlich geworden , es har der Nonne verliebte Dinge vorgeschwayet , und sie durck so unverschämte als unkeusche . '^leb , kosungen , zu verführen gesucht * - ? Sie har sich geguälr ,
niemand

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