Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10259

628 Gramont . Grandier .
„ gute Ma«n hat geglaubet , er könne zu dessen Lobe nicht zu starke ( * ) Man schließe hieraus , daß fich König , der seinen Tod 167 - jeher ,
„ Ausdrnckunqen finden ; allein er hat nichrs dadurch gewonnen ; denn betriegt ; denn dieser Brief Paline , ist den 15 des Herbstmonats , 1654 ,
„ der Cardinal starb bald darauf . , » unterschrieben .
Gramont , ( Scipio von ) Herr von Saint Germain , und Secretär der Kammer des Königes , war ein Proven - cer . Ich habe anderswo " geftl^et , daß er des Peirescius Leichengepränge zu Rom gesehen , und kurz hernach in Venedig gestorben ist . Er hat etliche Buchtt geschrieben ( A ) , und unter andern eines , das betitelt ist : Le Denier Royal . Traite curieux de l'Or , «t de l'Argent . Naude redet von diesem Werke mit Lobe ( B ) . Es ist ein Octavband , der zu Paris , 1620 , gedruckt worden .
« ) In der Anmerkung ( C ) , bey dem Artikel Peirescius .
( ^ ) Er hat etliche Bücher geschrieben . ) Er hat zu Pari« l'^rt sind seine Worte : ( Ziioniam re , ipfa Qoeffigatium impofithncs ) plc .
des Confequences , 1614 , in 8 . de la Nature , qualite's et pre - rumque a neceffitate dependet , aut Principum voluntate , quae lege«
rogatives admirables du Poinö , in 8 - , herauSgegebm : non adinittunt , inde cft , quod pauei adraodum reperti funt , qui de
sein Kern der Künste , welcher von vielen neuen Erfindungen handelt , Ulis Politicum quidquam monere voluerint . Qiiare vnicum tantum -
und vornehmlich von einem Geheimnisse und auserlesenen Mittel , alle modo proferain Scipwncm Gramontiwn : ex cuius nummo Regio ,
Sprachen , wie sie heißen , auch die lateinische und griechische , in einem Gallice quidem edito , plurima depromi pofliint , quae rem ipfatn
Jahre zu verstehen und zu begreifen , ist zu Aix in Provence , , 640 , in'» , praeckre illuftrent , fimulque legentium animos reficiant dulci pa -
gedruckt worden . dulo variae leÄionis , et grauillima diuerlärum obseruatlvnm» va -
( B ) Naude redet von seinem Denier Royal mit / lobe . ] Hier rietatc . Bibliogr . Politic . cap . XIII . p . 54Z . rrenischer Ausgabe .
©t'ßfltwt / ( Urban ) Pfarrer und Chorherr zu Loudun , der als ein Herenmeister lebendig verbrannt worden , war der Sohn eines königlichen Notar«» zu Sable , und zu Bovere , nahe bey Sable , gebohren . Er predigte gut , und dieß ist Ursache gewesen , daß die Mönche zu Loudun erstlich einen großen Neid , und endlich viel Haß gegen ihn faßten , da er sehr nachdrücklich über die Verbindlichkeit geprediget hatte , daß man seinem Pfarrer am Osterfeste beichte , , müsse . Er war ein schöner Mann , angenehm im Umqange , renckch mKleidung und m semer Person ; welches den Verdacht wider ihn erweckte , daß er von den Frauen geliebet würde , und daß er sie wieder liebte ( A ) . Man klagte ihn 1629 an , daß er in der Kirche , worüber er Pfarrer war , mit Frauen zu thun gehabt hatte . Der Official zu Po frier verdammte ihn , seine geistlichen Bedienungen niederzulegen , und in der Buße zu leben . Er appellirre dawider , und wurde durch den Parleinentöspruch zu Paris wieder ai , das Obergericht zuPoitiers zurückgewiesen , das ihn für unschuldig erklärte . Drey Jahre darauf wurden etliche Urselinernonnen , nach der gemeinen Meynung des Pöbels , für besessen gehalten ( B ) . Grandiers Feinde streueten so gleich das Gerüchte aus , daß diese Besitzung seine Arbeit wäre , und klagten ihn wegen Hexerey an : dieß scheint seltsam genug zu seyn : denn wenn sie ihn für vermögend ge - halten , daß er Leuten den Teufel in den Leib bringen könnte , so hatten sie sich fürchten sollen , ihn zu reizen ( C ) ; sie Hätten ihn schonen sollen , aus Furcht , er mochte ihnen sonst eine Legion Teufel über den Hals schicken . Dem sey , wie ihm wolle , so klagten sie ihn der Hexerey wegen an . Die Capuciner zu Loudun , seine großen Feinde , Hielten es für dienlich , ihrer Anklage das Ge - wichte zu geben , sich mit dem allmächtigen Ansehen des Cardinais Richelieu zu versehen . In dieser Absicht schrieben sie an den P . Joseph , ihren Mitbruder , der bey diesem Herren viel vermochte , daß Grandier der Verfasser eines Buches wäre , die Schu - sierinn von Loudun betitelt ( vi , ein , so wohl der Person , als Geburt des Cardinalö Richelieu , höchstschimpfliches Buch . Dieser große Staatsmann halte , bey vielen Vollkommenheiten , das Gebrechen , die Urheber der Pasquille , die wider ihn ge . druckt wurden , mit der äußersten Heftigkeit zu verfolgen ; daher er , da er sich einmal von dem P . Joseph überreden lassen ( E ) , daß Grandier Urheber der Schustennn^von Loudutt^ware , an den StaatSrath von Laubardemont , der seine Creatur war , schrieb , der zu Loudun die Festungswerke des Schlosses im Namen des Königes schleifen ließ , sich sorgfältig nach der Sache der Now nen zu erkundigen , und er ließ zur Genüge blicken , daß er des Grandier Verderben wünschte . Laubardemont ließ ihn im Ehrist * monate , 1635 , gefangen nehmen , und begab sich , nachdem er weitläuftige Erkundigung von der Sache eingezogen , zu dun Car - dinale , u»n Abrede mit demselben zu nehmen . Man fertigte den 8 des Heumonats , 1634 , einen königlichen Befehl aus , dem Grandier den Proceß zu machen . Dieser Befehl war an den Laubardemont und an zwölf Richter von den benachbarten Rich» terstühlen LoudunS gerichtet , welche lauter wahrhafte ehrliche , aber leichtgläubige Personen waren , und wegen dieser Leichtgläubigkeit von den Feinden Grandiers erkiest wurden ( F ) . Den 18 August - , 1634 , sprachen die Gevollmächtigten . aufdieAussage Asthawrhs ( G ) , des Teufels , von der Ordnung der Seraphinen , und Hauptes der besitzenden Teufel ; desEasas , desCeisus , desAcaos , desEedons , deSAsmodaus , von derOrdnung der Thronen ; und des Alex , des Zabulon , desNephtalim , des Chams , des UrielS und des Achas , von der Ordnung der Fürstenthümer , das heißt , auf die Aussage de^ Nonnen , die von diesen Teufeln besessen zu fern , vorgaben , ihr Urtheil : kraft dessen Urban Grandier , Priester , Pfarrer der St . Peterskirche des Markts von Loudun . und Canonicus der Kirche zum heil . Kreuz , alo der schwarzen Runst und Hexerey , und der durch ihn verursachten Besitzung an den per - sonen einiger Urselinernonnen zu Loudun und anderer im processe benennten Laven , gehörig überzeuget und ret , erkläret , und zur Vergütung dieser Missethaten verdammer wurde , öffentliche Abbitte zu thun , und'nebst den niaqi - schen Bündnissen und Charactern , die m der Gerichtoschreiberey waren , nebst den , von ihm aufgesetzten Luche , im Manusiripte , wider den ehlosen Stand der Priester ( H ) , verbrannt , und die Asche in den wind gestrcuet zu werden b Grandier , nachdem er dieses entsetzliche Urthal , ohne Bewegung , angehöret , verlangte den Gardian der Capuciiicr sn Louvun Docwr der Gottesgelahrtheit von der Facultat zu Paris , zu seinem Beichtvater . Man schlug ihm denselben ab , und stellte ihm einen Recvllecten vor - , dessen er sich nicht bedienet , wollte , indem er sagte : daß dieser sein Feind , und einer von denen wäre , der das meiste zu seinem Verderben beygetragen hatte . Man bestund darauf , ihm keinen andern Beichtvater , als diesen Re - collecten zu geben ; er , seiner Seits bestund darauf , ihn auszuschlagen : und also legte er seine Beichte nur in Gedanken gegen Gott ab : worauf er zu seiner Todesstrafe gieng , und dieselbe sehr standhaft und christlich ausstund . Als er auf dem Scheiter - Haufen war , trug es sich zu : daß eine große Fliege , von der Gattung , die man Brümsen nennet , um seinen Kopf flog , und brummte . Ein Mönch , der bey der Vollstreckung gegenwärtig war , und in dem Concilio von Quierö c gelesen , daß sich die Teufel allezeit bey dein Tode der Menschen einfänden , um sie zu versuchen ä , und gehöret hatte : daß Beelzebub ausebraisch den Gott der Fliegen bedeute , schrie so gleich , daß dieß der Teufel Beelzebub wäre , der um den Grandier herum flöge um seine Seele in die Hölle zu führen ; und man machte hierüber ein sehr kurzweiliges Lied . Di« Teufeley dauerte zu Loudun noch ein^ahr nach Grandiers Tode . Theophrastus Ronaudot , ein berühmter Arzt , der Erfinder von den französischen ^eitunaen dat " eine Lobschrift auf diesen Gradier gemachet , die als fliegende Blätter in Paris gedruckt worden ist . Dieß ist aus dem M^naae ae - Rommen welcher dte Patten dieses Pfarrers von Loudun öffentlich nimmt , und die Besitzung der Nonnen für ei'nHirnae - spinnste auSgiebt ( l ) . Man sollte so gar saaen , daß er überhaupt alles dasjenige bestreiten wollen , was von den Zaubern ge - saget wird ( K ) . Dleß h'chftchaus einer Verwirrung durch emc andere herausw . ckeln ( L ) . Seit der Auffchunq dieses Art , ' , keis , hat man in Holland / die Historie der Teufel von Loudun gedruckt ; und es erhellet aus diesem Werke augenscheinlich , daß die erdichtete Besitzung dieser Ursullnerinnen , eine entsetzliche Verschworung , wider Grandiers Leben , gewesen ist . Diese Er - zählung ist sehr merkwürdig und mit allen Stucken versehen , die diesen Proceß betreffen . Ich habe eine Sache darinnen ge - sunden , die in Betrachtung des großen Larmens , das man wider den P . Colon ( M ) gemachet , einige Verwunderung bey mir erwecket .
Man findet in dem Leben eines Jesuiten , der einer von . den Exorcisten der Nonnen zu Loudun gewesen , viele dere Umstände von dieser Sache . Ich werde nur zwey Dinge daraus anführen , davon das eine sehr erstaunlich ist ( N ) .
<0 Menage , Remarques fiir Ia Vie de Guill . Menage , p . 342 . hat sich betrogen , wenn er den 8 setzet . 6 ) Siehe den XX Band de« Mercure Francois , p . 77» . 0 Carifiacum . ä ) Certuin eft , quia ad omnes homines quando egrediuntur de corp« re , veniiint Diaboli et ad iuftos et ad peccatores . Brief der Vater dieser Kirä>enversan , mlung , an Ludwigen , römisch ? , , Koniq e " ) Itv Vita Giullelmi Menagü , und in den Anmerkungen dieses Leben« . / ) Zu Amsterdam , 1693 , in I - . sie ist ins Holländische setzet worden .
liefe

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