Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10219

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Goulu . Gournai .
sieht . Menage versichert es . pag . - 5» . feiner Anmerkungen über AyraultS Leben . . . . » .
( N ) SLa motte Aigron bat Dinge von ihm bekannt gemackt . die etwa» seltsames an sick haben . ) Er saget in der Antwort an denPhy , larchuS , pae . zis : P . Goulu , da er nur noch Lehrmeister bey einem Menschen gewesen , der zu Paris wohnte , ist mit ihm in das Land An , goumois gegangen , und nebst ihm bey dem Vater des la Motte Aigron »ingekehrt . . Er ist daselbst von einem so heftigen Durste verfolgt wor - den , daß man ihm in allen Gesellschaften zutrinken geben müssen , und
daß er auch so gar gezwungen gewesen , des Nachts zu trinken . Außer diesem hat er sich sehr wohl befunden . Zu allem Glücke ist er in einem Lgnde gewesen , wo viel AZein wächst ; allein mitten unter diesein
er gefüllt gewesen , Mühe gehabt , ihn von dem Tische wegzunehmen , welches Nestor aber ganz leicht gethan hätte .
yfAoc plv fioyimi i * cxiH ) MWie« TfniZpK ITAeiov l6y' Nettif S' i yffm aftoytir ) Sei£>«y .
Alius quidem non fine labore fubmouilTet a menfa ,
Plenum cxiitcns : Neftor vero fenex , iine labore tollebat .
Homer . Illiad . Libr . XI , Verf . SZ5 .
Man findet im eilften Buche des Athenäus eine lange Erklärung von al^ len den Versen Homerö , die diesen Becher betreffen ; allein anstatt , daß man etwas darinnen finden sollte , welches dem la Motte Aigron Vor - schub rhäte . so habe ich vielmehr daselbst gelesen : man müsse nicht »erste - heil , daß kein einziger Grieche den Becher wegheben können ; sondern daß kein solcher Greis , wie Nestor , dasselbe würde thun können . Herkules , der ein starker Trinker gewesen , ( Macrob . Saturn . Libr . V , cap . XXI . ) hat einen sehr großen Becher gehabt ; allein ich bemerke nicht , daßer drey Männer gebraucht , denselben zu tragen . Starius setzet nur zw«n . Theb . Libr . VI .
Huic pretium palmae gemini cratera ferebant Herculeum iuuenes . III um Tyrinthius Heros Ferre manu fola , fpumanteinque ore fupino Vertere feu monltri vi & or , feu Marte , folebat .
Man könnte viele Dinge . Herkuls Becher betreffend , anführen , der , nach einigen , von einer so erstaunlichen Größe gewesen , daß sie sagen , er habe ihm auf dem Meere statt des Schiffes gedient . ( Macrob . Saturn . Libr . V , cap . XXI . ) Allein alle« dieses wäre hier nicht an seinem rech - ten Orte . Ich rede in der Anmerkung ( E> ) des Artikels Herkules davon .
flusse haben die mittelmäßigen Gläser diesen Durst nur gereizt . Man hat welche in dem Hause und bey den Freunden gesucht ; und da man kein recht große« gefunden , so hat man ausdrücklich ein großes machen lassen , welches zum Gedächtnisse de« Phylarchus in der Familie ausbe - wahret wird , dessen Namen es noch iko führet . 16« ist in der That groß gewesen , aber nickt in Vergleickung mit Nestors Schale ; denn man hat nicht drey Männer gebraucht , es von der Erde zu bewe - gen ; jedermann hat es ganz leicht mir zwoen - Händen aufheben können . Diese Beschwerlichkeit des P . Goulu , 324 @ . ) ist viel seltsamer , als diejenige , die ihn lange Zeit hernach , da er in währendem seinem Generalate bey diesem Manne geherberget , genötbiget . nickt« als Lleisck zu essen , da er dock ( zzc> S ) eine so frische Farbe , und völliges Ansehen gehabt , daß man nickt geglaubt harte , er habe die iLrlassung seiner Regel nothig .
°M> weis nicht , woher es la Motte Algron genommen hat , daß Nestors BÄer die Stärke dreyer Männer erfordert hat , wenn man ihn wegtra - gen wollen . Homer saget dieses nicht ; er saget nur , daß ein anderer , wenn
Gl ) Ulll ( Hieronymus ) der jüngere Bruder des vorhergehenden , ist an seines Vaters Stelle königlicher Professor der griechischen Sprache geworden ; dem er achtzehn Jahre alt " 1595 folgte * , . <£t ist nach diesem Arzt von der Facultat zu Paris gewesen . Ich rede von seinen Kindern in einer Anmerkung ( A ) . Man Hat m dem Lobspruche des Generals der Benedtttinerbarfüßer bekannt gemacht , daß er seinem jüngern Bruder die Nachfolge zu dem öffentlichen Lehramte der grie - chischen Sprache abgetreten habe ( B ) .
a ) Menage , Remarques für la Vie ä' Ayraut , p . »5« . t ) Du Breul , Antiquit . de Paris , pag . 565 .
CA ) Ick rede von feinen Rindern zur Ehsrau Charlotten von Monantheuil , von Monantheuil , DechantS der medicinis< , . . königlichen Professors der Mathematik zu Paris . Aus dieser Ehe find unter andern Kindern entsprossen , Nicolaus Goulu , der ein Buch von Lobsprüchen derer Goulu gemacht ; Jacob , Haushofmeister des Königes , der unter den Namen des Herrn von Monantheuil bekannt ist , und Martha , die Ehftau des Renatus Labitte , Parlementssachwalter« und Urenkels desjenigen Jacob Labitte , Richters zu Majenne , der das Regi - ster über der Rechtsqelehrrcn Bücher gemacht , und welchen Cujaz im I Cap . des IVB . und im XV Cap . des VB . seiner Beobachtungen mit Ruhme angeführt hat . Menage , Remarques für la Vie d'Ayraut . p . 254 .
( B ) Der General der Benedictinerbarssißer - > - hat sei , nem jüngern Bruder die Nackfolge bey dem offentlicken L . ehr - amre der grieckiscken Spracke abgetreten . Z Hier sind die ersten dieses Lobspruches : beym Larol . de Viöb , Biblioth . Cifterc ,
pag . 210 . Inter Gallos doftrina illuftres Ioannes Gulonius annume - rari meretur , quem Nicolaus pater ( Ioannis Aurati gener ac in regia Graecae Linguae profeflione fucceflbr ) fingulari naturae bonitate praeditum adolefcentem , non vulgariter et adeo felici fucceflu infti - tuit , vt ab Academiae Parifienfis curatoribus digniflimus fit iudica - tus , qui fublato e viuis parente litterariam eins profeffionem fufeipe . ret : fed in fratrem fc minorem muneris iftius funöionem paterna pietate transmifit .
Gournai ( Maria von Jars , Fräulein von ) eine angenommene Tochter des Michael von Montagne ( A ) , und durch bre Wissenschaft berühmt . Mansche im Moreri , aus was für einer Familie sie gewesen , und viele andere Umstände ihrer
zistorie . Ich habe nicht viel darzu zufügen . Man findet in den Perronianen einen sehr unhöflichen Ausdruck wider dieses Fräulein ( B ) : dieß ist bey Gelegenheit einer Satire geschehen , worein man sie gemischt , und welche eine von den Folgen des Anticoton gewesen ( C ) . Es aiebt auch ein Buch , welches zum Titel hat , der AntigournaiDie beißende Schrauberey des Cardinals von Perron hat nicht gehindert , daß er viele Hochachtung gegen dieses gelehrte Fräulein gehabt . Er ist auch einer von denen , die sie ! gelobt haben ( D ) . Sie hat ihr kleines Jahrgeld , welches ihr der Hof verwilligtc , allezeit richtig bezahlt be - kommenb . und sich niemals verheiratet . Sie ist bey Prinzeßinnen> wohLaufgenommen gewesen ( E ) . Sie hätte wohl gethan , wenn sie nicht wider die Anhänger des Anticotons aeschr^ben hatte . Elne Person von ihrem Geschleckte muß dergleichen Streitig - keiten aus das sorgfältigste vermeiden . Die satirischen Scribenten sind grobe Bauern , die kettle Maaß halten < : sie greifen die Frauenspersonen an dem empfindlichsten Orte an . Diese lst nicht allem viel alter vorgestellt worden , als sie gewesen ( 5 ) , son . dern auch als ein liederliches Mägdchen K Man hat fast zu gleicher Zeit zwey Mahrchen herausgegeben , die einander wegen des Racan und der Fräulein von Gournai nicht sehr gleichen ( G ) . Eö befremdet mich , warum Moreri saget , daß die chet dieses Frauenzimmers erstlich nach ihrem Tode herausgekommen sind #
Wenn Menage in seiner Bittschritt der Wörterbücher voraussetzet , daß die Fraulem von Gournai sich des widerwärri . gen Schicksals der alten Wörter ganz besonders angenommen , welche die französische Akademie verbannt , so hat er keine Er ,
dichtung angewendet ; denn es ist ganz gewiß , daß sich dieses Star—4 ^ ~
geärgert hat ( H ) . Ich weis nicht , ob man zum Lobe ihrer Käß ^
geweckten Köpfe viele Gedichte über diese Materie verfertiget haben wurden , wenn f »st eine Katze gewesen , deren Treue der Abt von Marolles unsterblich gemacht hat ( I ) .
a ) Siehe die Anmerkung ( C ) zu Ende , b ) Siehe die Anmerkung ( v ) . e ) Ruftica progenies nefeit habere modum . d ) Siehe die Anmerkung ( C ) . - ) Siehe die Anmerkung ( 0 ) .
( K ) Sie iß eine angenommene Tockter des tNickael vontNon^ eaane qervesen . 1 Sie hat gegen diesen Pflegevater nicht lvcniger Ehr - erbierduna und Eifer , als gegen ihren wahrhaften Vater gezeigt . A ! an wird es zugestehen , wenn man alles dasjenige wohl benachtet , was sie in der Vorrede der Versuche saget . Sie hat dieses Buch »6z ; drucken lassen , und es dem Cardinale Richelieu zugeschrieben . Die Vorrede , die sie darzu
gefügt , verdienet gelesen zu werden , undmuß vornehmlich betienange» nehm se»n , welche die Historie der Bucherundder Ausgaben lieben Das Urtheil . welches sie von den ersten Versuchen des Montagne gefällt und die Wohlgewogenheit , die sie ihm aus bloßer Hochachtung gewidmet , die sie lange zuvor gegen ihn gefaßt , che sie ihn noch gesehen , haben diesen Schriftsteller viele Betrachtui^gen machen lassen , und ihm Anlaß zur Freundschaft gegeben . Er hat sie seit dem hoch gehalten , und vori ge - sagt , daß sie zu sehr schönen Dingen vermögend >eyn wurde . Siehe Elfeis de Montagne , Livr . II , chap . XVII , zu Ende , pag . ni . 606 .
Pasquier berichtet uns im II Bande seiner Briefe im XVIIIB . etliche Umstände von dieser Gattung der KindeSannehmung . Michael von Montagne , saget er p . z84 , Z85 , hat jwe Tockter hinterlassen : die eine , welcke er aus seiner Ehe erzeugt . Sie Erbinn aller und ieder sn - ner Güter , rvelcke gur verheirarber ist ; die andre , seine angenom - mene Tockrer , die Erbinn seiner Studien : alle beyde sehr mgend - hafte Fräuleins . Allein insonderheit kann ick meinen Ärief nickt schließen , ohne daß ich von der andern rede . Diese ist vie LrSw
letn von Jars , wclcke mlt vielen großen und edeln Familien von Paris verwandt ist , diese hat sich vorgesetzt , keinen andern »Lhmann ? u haben ; als ihre Ehre , wclcke durck die Lesung guter Hücker und vor allen andern der Versucke des - ^errn von Montagne be -
und sie in ihr - Haus von Gournai mitgenommen , rvo er sich in ; wo oder dreyen Reisen , drey Monate mit aller hoflicken und er - wunscktenÄewirrhung aufgehalten . Endlick har dieses lugend - haste Fraulein , nach erhaltener Nackrickt von seinem Tode , fast ganx Frankreick unter dem Sckuye der Passe durckreist ; so rvobl aus eignem als der XDitvoe und der Tockter , Amriehe , die sie eingeladen , ihre unendlicken Tbranen undSedaurungen , mit den chrigen zu vermiscken . Die - Historie davon ist wahrhaftig würdig .
( B ) Man findet in den Perronianen einen sehr unhoflicken Ausdruck wider dieftsFräuleins Ich will die Stelle , so lang als sie ist , anführen . Als Pelletier eines Tages ; u dem Cardinale du Per - ron gesagt , daß er die Fräulein von Gournai angetroffen , welcke dem Criminallieutenant ( mick dunkt , daß dieses der Civillieute - nant zur Untersagung der Sücker ist ) eine Bittsckrift überrei - chen wollen , die Verrheidigung Ver Sutterhokerinnen verbietben
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