Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4453

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Cappadocien .
Geldes von ihm gefordert ; denn dieser Prinz hat vorstellen lasten , daß er nicht bezahlen könnte , wenn Pharnaces fortführe , Kappadocien aus - zuplündern . Kex Dciotarus ad Domitium Caluinum , cui Caefar Afiam finitimasque prouincias adminilirandas tradiderat ; venit oratum ne Armeniam minorem , regnum fuum , neue Cappadociam , regnum Ariobarzanis , poffideri vaftarique pateretur a Pharnace : quo malo nifi liberarentur , imperata fefacere , pecuniamque pro . mirtam Caefari non polTe perfoluere . Hirtius , de Bello Alexandr . cap . XXXIV . Casar ist damals in Aegypten gewesen : cr ist von da aufgebrochen , den Pharnaces zu Chore zu treiben . Er ist durch Kap , padocien gegangen , und hat daselbst Verordnungen gemacht , die uns überzeugen , daß Ariobarzanes , und sein Bruder Ariararhes nicht allzu gute Freunde gewesen . Er hat diesem das Gesetze des Gehorsams aus - gelegt : cr hat wohl gesehen , daß sich Ariobarzanes vor seinem Erben ge - fürchtet , und daß der Erbe nicht von aller Begierde besreyet gewesen , die Erbschaft zu besitzen : Fratrem Ariobarzanis Ariaratem , cum be - ne meritus vterque corum de rep . eflet , ne auf regni haereditas Ariaratem follicitaret , aut haeres regni terreret , Ariobarzani attri - buit ; qui fub eins imperio ac ditione eflet . Ebendas LXVI Cap . Man kann hieraus schliessen , daß Ariobarzanes keine Kinder gehabt , und daß also die Lesart frater , in der Stelle des Cicero besser ist , als film ? . Ariarathes Ariobarzanis filius Romain venit . Vult , opinor , regnum aliquod emere a Caefare , nam quomodo nunc eft , pedein vbi ponat in fuo non habet . Cicero Epift . II . Lib . XIII . ad Attic . Dieses weist uns , daß Ariarathes nach den Verordnungen Cäsar« in Kappado - cien , keinen Theil mehr an der Regierung gehabt . Nachdem Cäsar den Pharnaceö überwunden hatte , so hat er unserm Ariarathes ein Stück von Armenien gegeben . Dio Lib . XLII . pag . 234 . Dieses hat den Mördern Cäsars einige Zahre darauf Anlaß gegeben , zu glauben , daß ih - nen der König von Kappadocien nicht geneigt feyn würde . Er hat sich nicht öffentlich wider ihre Partey erklärt ; allein er hat abgeschlagen , sich mir ihnen zu vereinigen . Diese Aufführung hat ein billiges Misrrauen bey ihnen erweckt , so daß CaßiuS beschlossen , ihn nicht zu schonen : er hat ihn angegriffen , und nachdem er ihn zum Gefangenen gemacht , hinrich - ten lassen . Dio , Lib . XLVII . pag . 39 ? . Dieß ist im Jahre Rems 712 geschehen . Wir haben in dem Texte des Artikels , Archclaus , Königs von Kappadocien , gesehen , daß Ariararhes in der Erbfolqe vonKappa - docien beunruhiget , und daß dieser Proceß zu seinem Nachtheile im 7>Z Jahre entschieden worden , und daß er , nachdem cr Mittel gesunden , sich wider dieses Urtheil zu setzen , endlich im 718 Jahre gänzlich verjagt werden ; worauf Archelaus in Kappadocien regiert harz er ist der letzte gewesen , der darüber regiert hat .
Uebrigens sind die Verwirrungen unendlich , die man bey Zusammen - Haltung der alten Geschichtschreiber antrifft . Ich will einige in der fol - genden Anmerkung berühren .
( K ) In , Moreri saget man viele Dinge ohne Richtigkeit . ) I . Hat man Unrecht vorzugeben , wie ich bereit» in der Anmerkung ( A ) beobachtet habe , daß zwischen dem PharnaceS , dem ersten Könige von Kappadocien , und zwischen dem Ariarathes , dem ersten dieses Namens , nur sechs Könige gewesen . II . Und daß wir nicht wissen , wie sie geheis - - sen . III . Archelaus hat diese Krone nach einem AriararheS , dem Bruder dieses Ariobarzanes nicht erhalten , der vomPompejus wiedereingeführt worden , sondern nach einem AriararheS , dem Enkel dieses Ariobarza - nes . ( Siehe die vorhergehende Anmerkung , Num . 6 . zu Ende . ) IV . Weil man in dem Artikel von Kappadocien . zehn Könige angiedt , die den Namen Ariarathes gehabt : so hat man Unrecht , unter dem Worte Ariarathes , zu sagen , daß Ariarathes der II , sieben Nachsolger von seinem Namen gehabt . V . Zn dem Gefechte widcr den PerdiccaS . ist die Reiteren des Ariararhes des II , fünfzehn raufend , ( Diod . Sic . Lib . XVIII . cap . XVI . ) und nicht zwanzig tausend stark gewesen . V . Ana - rarhes der V . der dem Antiochus KnegSvolk wider die Römer geschickt , ist nicht der Schwager , sondern der Schwiegersohn dieses Antiochus gewesen . VI« . Man hat keinen Deweis , da» ; cr es gewesen , Oer den Orr verdammen lassen , voo der Fluß LNela sich in Dm phrat ergießt . VIII . Man hätte nicht auslassen sollen , daß die an diesem Orte gemachte Arbeit eingegangen ist : dcnn diese Auslassung machet alles Uebrige von der Erzählung unverständlich . Man kann nicht begreifen , daß diese Arbeit die Ursache von der Uebcrschwemmung des Euphrats gewesen seyn soll . Sie ist unendlich vermögender gewesen , dieselbe zu verhindern , als zu verursachen . Und wenn derEuphrat aus , getreten ist , da das Wasser des Mela uicht mehr hinein gefallen ; so kann man nicht begreifen , warum der König von Kappadocien den Scka - den der Ueberschwemmung ersetzen sollen . IX . Der Rath von Rom hat ihm nicht besohlen , die dreyhundert Talente zu bezahlen : er hat über die Ansprüche der Galater , wegen dieser Summe geurtheilt ; und man weis nicht , was er für einen Ausspruch gethan . Es ist viel scheinlicher , daß er die Ansprüche der Kläger gemindert , als daß er sie m ihrem Ganzen lassen sollen . X . Warum beanügr man sich , den Po - lybiusund TiruS LiviuS anzuführen , ( man führet das V Buch an , es sollte da« XXXVIll und XLII feyn , ) welche nichts hiervon sagen ? Es wäre nicht so unvernünftig gewesen , den Strabo anzuführen . XI . Kein Mensch saget , daß die Stadt Ariarachc , ( es sollte heissen Ariararhia ) nach der Ueberschwemmung des Euphrats , und der Bezahlung der drey - hundert Talente , gestiftet worden : warum versichert man e« denn in dem Moreri ? XII . Derjenige , der die Stadt Ariarathia gebauer hat , »st der Schwiegersohn de« AntiochuS , ( Steph . Byzant . Voce gewesen ; es hätte also der Fortsetze ? des Moreri diese Stiftung nicht dem Ariarathes zueignen sollen , wie er thnt ; denn er sieht ihn als den Schwager deö Antiochus an . Obgleich dieser vorgegebene Schwager des Antiochus , in , Grunde sein Schwiegersohn gewesen : so folget doch daraus nicht , daß cr die Stadt Ariarathia erbauet hat ; denn sein Vater Ariarathes , ist des Antiochus Theo« Schwiegersohn gewesen . ( Diodor . Sicul . in Eclog . Lib . XXXI . pag . m . 1164 . »65 . ) Also hat man IN dem Stephan von Bvzanz vielleicht von ihm reden wollen . '
Wir wollen hier eine Ausschweifung machen ; um zu bemerken , daß Pinedo hier eine sehr unnuhliche Auslegung gemacht hat : er hat eine Stelle des Strabo angeführt , welcher uns berichtet , daß Ariarathes , der erste Konig in Kappadocien , die Cataoner mit den Kavpadociern verei - niget hat . Pinedo , in Steph . Byiant . pag . 107 . Was Hilft das zum Verstand ? der Worte Stephans vcn Byzanz ? und da er diese Stelle angeführt , warum führet er nicht auch dicjeniae an , wo Strabo eine«
viel neuern Ariarathes gedacht hat ? Berkelius , ein andrer Ausleger Stephans von Byzanz , hat sich bemühet , feinen Text besser auszulegen ; allein er hat es nicht viel besser getroffen . Er glaubet anfänglich , daß Ariarathes , des Antiochus Schwiegersohn , die Tochter des Antiochus Soter geheirathet hatte ; allein hernach beobachtet cr , daß Demetrius , des Antiochus Bruder , den Ariarathes , propter faftiditas fororis ptias , bekriegt habe . Berkelius , in Steph . Byzant . pag . 164 . Seme Meynung ist also , daß der Stifter von Ariarathia , die Schwester des Demetrius geheirathet , und sie endlich ans Ekel zurück geschickt habe . Ich gebe ihm zur Antwort , daß die lateinischen Worte einen allzuge - meinen Verstand haben , und daß es viel natürlicher ist , sie für eine Aus - schlagung der Heirath , als für eine Verstoßung zu nehmen . Ich fetze dazu , daß ein Prinz , der die Schwester des Demetrius geheirathet hat , nicht des Antiochus Schwiegersohn gewesen ist ; denn Demetrius hat den Seleukus Philopater , Antiochus des großen Sohn , zum Vater ge - habt . Meine dritte Anmerkung wider den Berkelius ist , daß er i icht gewußt hat , daß Diodor aus Sicilien , zweener Kon ge von Kappadocien gedenket , die Ariararhes geheissen , und davon einer der Schwiegersohn des Antiochus Theos , und der andre Antiochu« des großen gewesen ist . Wir wollen wieder zum Moreri kommen .
Der XIII Fehler ist , wenn man sager , daß Mithridates den fcTit'o# mcSes verjaget , Oer fidy Rappadociens bemächtiget gehabt . Man Hatte sagen sollen , NikomedeS , Konig von Bithynien . XIV . Mi - thridates hat seinen Neffen durch keinen jungen Menschen umbringen lassen ; ( Der Verfasser hat sich hier durch die Worte Justins beiricgcn lassen , im XXXVIII B . II Cap . Sollicitatoque iuuene ad colloqui - um etc . ) er hat ihn selbst gerödtet , wie ich in der vorhergehenden An - merkung Num . z . geiget habe . XV . Er hätte das XXXVIll B . Ju - stinS , und nicht das dreyßiaste anführen sollen . XVI . Der Nachfolger desjenigen , der vom MithndateS getodrct worden , ist sein Bruder und nicht sein Sohn gewesen . XVII Er hätte die Regierung von dem Soh - ne des Mithridates nicht auslassen sollen : seine Regierung , sage ick , die vor der Erwählnng des Ariobarzanes hergegangen ist . XVIII . Dieser Sohn de« Mithridates sollte unter da« Wort Ariarathes , und nicht unter das Worr Ariathes gesetzet worden seyn : denn da ihn sein Barer , anstatt seines Neffen , den er ermordet hatte , in Kappadocien regieren lassen , so hat er ihn den gewöhnlichen Namen der Könige dieses Lande« führen lassen , nämlich den Namen Ariarathe« . luttin . Lib . XXXVIll . cap . I . XIX . Die Eroberung Kappadocien ? vom Ariarathes , hat beym Mithridates keine Eifersucht erweckt , die ihn bewogen , denselben zu ver« giften . Kappadocien war vor langer Zeit erobert worden , al« dieser Aua - rnthe« eine Kriegsmacht für seinen Vater in Europa commandirt hat ; ( Plutarch . in Sylla , p . 45g . c . ) und tvenn er vom Mithridates dem Vor» geben nach vergiftet worden , so muß e« wegen einer andern Eifersucht ge schein seyn . Ebcnd . in Pompeio , p . 639 . A . XX . Es ist gar nicht scheinlich , daß Ariobarzanes ums 644 Jahr , nach der Stiftung Roms , auf den Thron gestnr worden . ( Siehe den Moreri unter dem Wcrre Ariobarzanes . 1 Ich werde es hier unten beweisen . XXI . Dieser ist es gewesen , den Mithridates aus Kappadocien verjaget , und den Sylla wieder hergestellet hat . Wauim bat man uns denn dieses von seinem Sohne gesaget ? XXII . Er ist nicht zuerst vom Tigra - ncs angegriffen worden . ( Der Forlsetzer des Moreri unter eben diesem Worte . ) Er war schon mehr als einmal wieder hergestellet wor - den , da ihn Tigranes angegriffen hat . XXIII . E« ist falsch , daß Syl , la des Tigranes Rriegsheer geschlagen hat . XXIV . Justin , wel - cher allezeit im XXX Buche übel angeführt wird , saget nirgends , weder daß Ariarathes , des Mithridates Sohn , vom Ariobarzanes überwun» den worden ; XX V . noch daß dieser , durch Hülse des Pompejus , Sophe - nus , Gordone und ein Stück von Cilicien erobert ; XXVI . noch , daß er nach diesen Siegen und Eroberungen die Rrone seinem Soli - ne , Ariobarzanes , abgetreten bat , um seine übrige Lebenszeit irt Ruhe zu zubringen . Nicht allein Justin saget nicht« von allen dir - sen Dingen , sondern ich glaube auch , daß kein einziger guter Schrift - steller davon redet . Appian saget nur in Mithrid . p . m . 163 . daß barzanes vomPompejus mit diesen Ländern begnadiget worden . Heißt dieses dieselben erobert haben ? XXVll . Man sollte wissen , daß zu der Zeit , da man erzählet , daß Ariobarzanes den Ariarathes , des Mithrida - tes Sohn , überwunden haben soll , nämlich , nachdem Tigranes über - wunden worden , dieser Ariarathes bereits gestorben war . Appian , in Mithrid . pag . m . 129 . redet vom Arcathias , dem Sohne des Mithri - dares , als von einem Menschen , welcher nach Bezwingung Maeedo - nienS , wider den Sylla gezogen , aber an einer Krankheit gestorben sey . Ohne Zweifel ist diese« derjenige , den Plutarch Ariarathe« nennet .
Wir wollen sehen , ob es wahr ist , daß feine Erwählung im 644 Jahre geschehen . Ich bin versichert , daß , wenn man alle Dinge wohl betrach - tet , die seit dem Kriege des Aristonicus , bis auf diese Wahl vorgegangen sind , man finden wird , daß darzu vier und zwanzig Jahre nicht zureichend sind . Da Ariarathes unter diesem Kriege gestorben war , weicher zwey oder drey Jahre mehr oder weniger gedauert , und sich im 623 Jahre ge , endiget Hat : so sind alle seine Sohne , außer dem allerjüngsten , von ihrer Mutter mir Gifte vergeben worden . Derjenige , der entkommen , ist aus den Thron gesetzet , und durch die verrätheriscken Streiche des Mi - thndates ermordet worden ; er hat zween Söhne hinterlassen , davon einer nach dem andern regiert hat . Der älteste hat sich dem Mithri - dates beherzt widersetzet ; er hat eine sehr zahlreiche Krieqsmacht zusam . men gebracht , und hat selbst commandirt , da er vom Mithridates er - mordet worden , welcher sich absonderlich mir ihm zu unterreden langt harre . Alle« dieses beweist , daß er kein Kind gewesen . Kappa - docien ist hierauf unter der Verwaltung des Gordiu« , Hofmeisters von dem neuen Könige , de« Mithridates Sohne , gewesen . Diese Stadt , halterschast war so strenge , daß sich die UntertHanen empört haben ; der Bruder des verstorbenen Königs ist zurück gerufen worden : er hat giert ; allein er ist vom Mithridates überwunden und gezwungen wor - den . das Land zu verlassen . Er hat nach dieser Zeit nicht lange mehr gelebt . Nlkomedcs hat , nach Erfahrung feines Todes , einen jungen Menfckcn angestiftet , der sich für den rechtmäßigen Erben ausgegeben . Seine Gemahlinn hat eine Reise nach Rom gerhan , diesen Betrug zu unterstützen . Mithridates hat dxn Gordius an die Römer geschickt , diesem Betrüge einen andern entgegen zn setzen . Der Rath hat alle Proeesse geendiget , indem er Kappadocien die vollige Freyheir gegeben . Diese« Geschenkt ward abgeschlagen . Diese« Volk hat einen Fnrsten
baben
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