Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10208

Goulu .
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urtheilet . e« sey der P . Goulu allein würdig , dem Cardinale Perron in den Arbeiten wider die Ketzerey zu folgen . Allein la Motte Aigron giebt auf der 91 , und 92 S . vor , daß sich dieser P . nach dem Tode des Coeffs - teau aufgeworfen , diese Antwort zu machen ; und er wundert sich , daß er j ick erkühnet . sick für denjenigen ? u halten , der den großenRämpfen folgen konnte , die Coeffeteau wider den Du Moulin gehakt . Franciseus von Sales ist einige Monate vor dem Coeffeteau gestorben ; er hat also die Antwort des P . Goulu nicht gesehen , wenn sie nicht eher , als zu der vom la Motte Aigron bemerkten Zeit unternommen worden . Damit man aber wisse , auf weicher Seite der Fehler liegt , so muß ich melden , daß des P . Goulu Buch wider den Du Moulin 1620 erschienen , und Coeffeteau erstlich 1623 gestorben ist .
( E ) Man hat - - - die Leichenrede des XI . le Levre - - - allein man giebt vor , daß er sie niemals gehalten . ) La Motte Aiaron behauptet es ausdrücklich ; also muß man dasjenige mit einiger Behutsamkeit lesen , was in dem Wörterbuche des Moreri unter dem Artikel Nicolaus le Fevre gesaget wird : daß Johann von S . Fran - ciscus , ein Feuill ante , seine L . eickenrede gehalten . Balzac imUITH . seines Berichts an Menandern , führet eine Stelle daraus an , davon die Schreibart sehr schwülstig und hart ist . Sie ist das erstemal 1612 ge - druckt worden : der Urheber hat seinen Namen erstlich bey der andern Ausgabe 1616 davor gesetzt . Die dritte Ausgabe ist mit zween AbHand - lungen vermehrt worden ! Biblioth . Ciftercicnf . Carls vonMsch .
( F ) Es stieß ihm 1627 eine Sache auf , die viel Redens von ihm aemackr . ] Dieß ist der Zeitpunkt der Streitigkeiten Balzacs mit dem P . Goulu ; de»» dasjenige , was diesen ins Feld gebracht , ist die von je - nem herausgegebene , und den 8 April 1627 im Drucke fertig gewordene Schuhschrift gewesen . Der erste Band der Briefe des Phylarchus , der
haben , wenn sie gesaget , der eine , in den Anmerkungen über AyrautS Leben auf der 2 ; - S . daß der prior 6 - 5 , bey dem Cardinale Barbarini , Legaten in Frankreich , zu sehr gelegener Zeit bedient hätte . C'S ist gewiß , daß des Prior OgierS Buch , eher , als die Briefe des PhylarchuS das Licht hen , und daß Balzac 1625 keine Irrungen mit dem P Goulu gehabt .
Richeler , hat in dem Leben der französischen Schriftsteller vor einer Sammlung von Briefen auf der 42 S . eben denselben Fehler begangen , als Menage . Der P . Goulu , saget er , ist noch weiter wider den Balzac losgezogen ; denn er hat eine beißende Critik wider seine Schriften ge - macht , und dieses würde diesem beredten Manne einigen Verdruß haben verursachen können , wenn nicht Ogier , ein junger Geistlicher , durch eine Schutzschrift gezeigt , daß dieser gute P . Unrecht hätte . Man sollte gewisser maßen in der Geschichte dem Rache folgen , den Cartesius in An - fthung der philosophischen Betrachtungen gegeben hat , nämlich jedes Ding von neuem zu untersuchen , ohne auf dasjenige zu sehen , was andere davon geschrieben haben . Allein eS ist ungemein gemächlicher , bey dem Zeugnisse eines andern stille zu stehen , und dieses ists , was die Zeugen der Falschheiten so erstaunlich vermehrt .
( G ) Seiner Kundschafter - - - rvelcke bey allen Gesprä , ckcn taufend nackrheilige Dinge wider den Bakac ausstreuten . ] Der Beweis hiervon findet sich in den Relationen an den Menander . Man sieht darinnen , ( Oeuvres diverses , pag . 310 . Ausgabe vonRuan , >658 , in 8 . ) daß Balzac an allen Oettern unter dem Gehorsame des Generals der Feuillauten nicht anders , als das Ungeheuer genennr wor - den , und daß er bloß unter diesem Namen den Probemönchen und Laien - drudern bekannt gewesen . Man sieht darinnen Balzacs Klagen wider die Erfindungen und Kunstgriffe der Verläumdunq . „ Es ist nichts vergessen „ worden , ( saget er auf der zz6 S . ) meinem Widersacher ein Ansehen „ zu geben , und meinen guten Namen zu vernichten . Man hat eine „ Staatssache , aus einem Schulgezänke , und einen allgemeinen Krieg der „ Gelehrten , ans einem kleinen Sylben - und Wortspiele gemacht . E« sind „ viele Fabeln zu meinem Nachtheile , und noch weit mehr zum Vortheile „ meines Feindes ausgestreut worden Man hat alle Stimmen erkauft : „ Man hat ganze Gemeinschaften bewegt . Man hat ganz Frankreich „ scintthalbcn gebethen . Es hat weder an Rednern , Poeten , nochSchma - „ rutzcrn gefehlt , die auf seinen Sieg geprediget , gesungen , und in guten „ Gesellschaften getrunken haben . < - - Ebendas . 339 S . Nichts „ von den Streichen , die außerhalb dieses Königreichs gespielt worden , „ noch von der abscheulichen Abschilderunggedenken , die von mir an „ allen Höfen der Christenheit bekannt gemächt worden : so ist es euch genug , „ dasjenige zu wissen , was zu Paris in der ersten Hitze des Krieges vor , „ gegangen ist . Man hat drey Monate lang , eine gewisse Anzahl Leute „ von seiner Pactey alle Morgen aus ihrer Wohnung gehen , und sie „ zween und zween ihre Abtheilung für sich nehmen sehen , mit dem Be - „ fehle , mich in allen Häusern anzuschwärzen , und überall ihre Läster - „ lehre auszustreuen : in dem Vorsatze , das Volk wider mich zu empören „ und zu reizen , dasjenige meiner Person zu thun , was ihr Oberer mei - „ nein Buche gethan harre . - - , Sie haben , ihren Haufen zu ver - „ mehren , Menschen aufgesucht , die durch die öffentliche Stimme verdammt , „ durch ihre Ueppigkeiten uttd ihr ärgerliches Leben verschrieen und in ganz „ Frankreich wegen der ubeln Meynungen , die sie vom Glauben haben , „ und wegen der Verachtung , die sie gegen unsere heiligen Geheimnisse zei - « - gen , bekannt sind . Sie haben diesen Leuten angebothen , wer sollte eS »sich wohl einbilden ? allein es ist gleichwohl wahr , daß sie ihnen den „ Schutz wider die Jesuiten angebothen ; daß sie solche in den Unruhen des „ Gewissens und wider die Drohungen der Gesetze versichert : es ist wahr , „ daß sie ihnen ihre Gunst und ihr Zeugniß versprochen . im Fall sie der ' . Gottlosigkeit , oder eines andern Hauptverbrechens beschuldiget werden »loilten ; in so fern sie sich bey dieser Gelegenheit nur mir ihnen vereini , „ gen , und wider mich unter den Fahnen meines Widersachers den Krieg . . erklären wollten . , ,
. ( W - - - Nack der Gewohnheit der Andächtigen . Z Hier U " d ihre Sitten . Einiae schreiben Lasterschriften , welche d . e andern m den Gesellschaften herausstreichen ; lind es ist keine Zungendresckerey , die fie nicht durch dieses Mittel bey unzähligen Leuten in gute
schlüsse verkehren . Dieß ist eine Comodie . die in allen Ländern gespielt wird . Diese Leute geben sich durch so merkliche Streiche zu erkennen , daß es nicht schwer gewesen , sie ganz natürlich abzumalen . Dieß ha - den vor kurzem etliche aufgeweckte Köpfe in Paris gethan , als die Frau des Houliers , der Herr de la Bruyere , der Abt von Villiers , u . a . m . Allein was gewinnt man , wem' man sie abmalet ? Ihre Kunstgriffe und ihre Rotten sind deswegen nicht weniger zu fürchten .
( I ) Damals ist der p . Goulu sehr berühmt geworden . Z Außer demjenigen , was ich gleich itzo aus dem Berichte an den Menander an - geführt , ist hier noch eil , anderer Auszug , welcher unvergleichlich beweist , daß dieser Streit den Namen des P . Goulu auf allen Seiten herum fliegen lassen . Ebendas . 337 , 333 © . Einige von seinen Anhängern haben versickert , daß er ein Breve von dem pabste erhalten . - - Andere haben gesager , daß die Versammlung der Clerisey Abge - ordnete an ihn gesckickt , sick mit ihm über den glücklicken gang seiner Nassen ) »erfreuen . Es ist keinprin ; noch eine prin , zeßmn , kein - Herr nock Dame von Stande , denen er nickt seine Bücker mit Gepränge überbringen laßen , meistenrheil» wie Ge - bethbücker eingebunden . Sie sind über den Xbein , die Dona» und übers Xveltmeer gegangen . Sie sind über die Alpen und pv - raneen geflogen : sie haben sick in alle Unterredungen gemischt , und in allen Staats ; immern eingescklicken . Man hat gan»e Waagen damit beladen , sie in die Belagerung vor Rockelle ju schicken . - - - Sein Bildniß wird als eine Seltsamkeit in ei -
nem - Hause der Galerien des L . ouvcrs gezeigt . - - - N7an muß nickt vom - Hofe seyn , oder keine rühmlicke Neubegierdeha - ben , wenn man die Figur dieses furcktbaren Prinzen nickt gese - hen hat . Ebendas . 309 S .
( X ) Er hat - - - fast alle die tNoncke 3» AnHangern ge - habt . ) Ich habe mit gutem Rechte eine Ausnahme gebraucht , weil Balzae auf der 34» , 343 S . erkläret , daß eine Menge ehrlicher Mon - cke den Fehler de» P . Goulu öffenrlick geradelt hatten . Ganze Grdcn , ( saget er , das heißt , wie er uns selbst ein wenig weiter unten berichtet , ) die Vornehmsten ihrer Gesellsckast , haben meiner schuld seugniß gegeben , und wider die Unredlickkeit meine» Feindes protestier . - - - Unter den seinigen selbst haben sich welcke gefunden , die nickt sehr vergnügt mir seiner That gewe - sen . - - Er hat von den Alten und Ernsthaften die Ä . ob , sprücke nickt erhalten , welcke ihm die Jungen und Muckwilli - gen gegeben haben . - * - Außer diesem iff in seinem Staate nickt alles so wohl , vereiniget und einig , daß nickt ein oder der andere Theil abgesondert wäre , der leiden müßte , oder Verden an - dern beiden verursackte . Dieser ehrwürdige Rärper har seine Xvunden und seine verborgenen Besckwerlickkeiren . Und wenn ick ein Mann wäre , der sick den Zwiespalt luXlutyn macken wollte , den ick ? entdeckt habe , und das Misverstandnist der kran - ken Geister ; u erhalten suckte , so konnte ich einige merkwürdige Streiche spielen ; und es ist gewiß , daß mir Nackrickten . sogar : aus Italien , angebothen , und mir ) U überliefern versprochen worden , welcher ick mick nickt habe bedienen wollen . Auf der 316 S giebt er zu erkennen , daß , wenn er nicht alle seine Kräfte wider einen Mönch qebraucht hätte , solches darum geschehm sey , weil er den Hugenotten nicht das Vergnügen zu lachen geben wollen . Vielleicht hat sein Beystand la Motte Aigron das lateinische Buch auS eben dieser Bewegungsursache nicht herausgegeben , womit er in der Antwort an den PhylarchuS auf der 71 , 322 S . dem P . Goulu gedroht hat . und worinnen er viele Geheimnisse entdecken wollen . Man sebe . was das heißt , wenn man in Diensten der Kirche steht : mangetraut sich nicht , jemanden auf« äußerste zu treiben , und ob man solches gleich hätte rhu» können : so geht man doch die Strafe , aus Furcht , den andern Religionen Gelegen - heit zum lachen zu gebe» . Ich habe in der Anmerkung ( L ) zu dem Ar , tikel Accius von einem Menschen qeredet , welcher , da er seinen Sohn von dem Advocatenhandwerke abwendig machen wollen , um ihn zu dem geistlichen Stande zu bewegen , ihm einen sehr guten Grund angeführt hat : allein er hat einen andern vergessen , der noch besser ist , nämlich die so gleich berührte Straflosigkeit .
( L ) Er ist den 5 Jenner 1619 gestorben . ] Der Urheber von dem Lobe des P . Goulu , und Peter von St Romuald , von welchem ich diese Jahrzahl entlehne , setzen dazu , daß P . Goulu 54 Jahre alt gestorben ist : ich habe dieses nicht angenommen , nachdem ich die Zeit des Geburtstages angenommen , die ich im St . Romuald gefunden , nämlich den 25 August 1576 . Ich weis nicht eigentlich , ob ich einem guten Wegweiser gefolgt bin ; denn vb er gleich , als ein Bmedictinerbarsüßer , sich in einer solchen Sache nicht betrogen zu haben scheinen sollte : so kann man doch außerdem nicht leugnen , daß er sich nicht selbst widerlegt hätte , weil er in dem Aus - zuge seiner Schatzkammer und in seinem chronologischen Tagebuche ge , saget ; daß P . Göulu , §4 Jahre alt , gestorben wäre . Es ist eine erbarm - liche Sache , daß man verbunden ist , sich so unrichtiger Schriftsteller zu bedienen : eS wäre besser , wenn man mit Leute , » zu thun hätte , deren Fehler einige Richtigkeit unter einander haben . Zum wenigsten sollte man melden , wenn man sich bald einer , bald einer andern Rechnung be« dienet , welche diejenige ist , wodurch man betrogen worden . Dem ley . wie ihm wolle , so kann man den la Motte Aigron vieler Nachlaßigkcir beschuldigen , welcher , da er 1628 , wider den P Goulu geschrieben , ihm auf der 10 , S - sechszig volle Jahre gegeben , und ihn aus der 72 S . un - gefähr vierzig Jahre älter , als die Samarirancrmn machet .
( M ) Balzac hat darüber seine ZUagen in hohem Tone ange - stimmt . ] Man sehe sein lateinisches Gedichte , Crudelis Vmbra telt , und den Brief pag . 24z pariser Ausgabe >6 ; > in 12 . wo er diese zween Verse des Ovidms so sinnreich auf seinen Feind gedeutet hat .
Ergo et adltuc nrefuendus erat ? Cinis ipfe fepulti
In capiit hoc facuit ? tumulo quoquc fenfimus hoftem ?
Dieses läßt Ovidms im XIII B . 50 ; V . seiner Verwandelungen die Hf ; kuba vom Achilles sagen , der das Opfer der Polyxeua verlangt . Peter von St . Romuald saget in seiner ckrcnologischen Schatzkammer aufs , <529 Jahr , es sey die Grabschrift des P . Goulu vom Corneille gemacht . Man merke , daß der Herzog von Vendome , ein natürlicher Sohn richs des IV , und Franeifca von Lothringen , seine Gemahlinn , die Grab - schris ! aus das Grabmaal des P . Goulu setzen lassen , die man daselbst
sichr .

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