Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10190

Goulu .
ein Buch wider dasjenige gemacht , welches du Moulin von dem Berufe der Pastoren heraus gegeben hat ( D ) . Ueberdieses hat man von seiner Arbeit das Leben des Franciscus von Saleö Bischofs von Genf , und die Leichenrede des Nicolaus le Fevre , Lehrmeisters Ludwigs des XIII ; allein man saget , er habe sie niemals gehalten ( E ) . Dir Wahrheit zu sagen , so haben ihm
' " ' - kjjjt * — - - - - - Sache auf^die viel Redens von ihm gemacht
on Gedanken gemacht ,
_ . . ^ r ^ dieses Stück , das nur
im Manuscripte herum gieng , so sehr , daß dieses zu der SchuHschrift Anlaß gab , welche Ögier , ° sein guter Freund , heraus ben hat , worinnen dem Bruder Andreas sehr hart begegnet wurde . Das Exemplar davon , das dem P . Goulu gebracht ward , der damals General des Ordens war , wurde für einen Ausforderungsbrief angenommen , der ihn in einen rasenden Zorn versetzte . Er gab zween Bande Briefe wider den Balzac heraus , die mit einer entsetzlichen Heftigkeit angefüllt find . Er gab sich darin - ncn den Namen phpllarchuo , das heißt , Prinz der Jlarcer , wie es seine Gegner übersetzet haben ; und man darf nicht zwei - fein , daß er nicht feil , Augenmerk auf das Gmcralar der Feuillanten gehabt , da er sich unter diesem falschen Namen verlarvet .
der schonen Danken angeredet ° ; und ihnen erklaret , daß , wenn sie nur das geringste Her ; hatten , sie verbunden waren , den , Balzac nur den Spiycn ihrer Haarnadeln die Augen auszustechen , oder , wenn sie barmherzig seyn wollten , ihm zun» wenigsten der Strafe zu unterwerfen , welche die Hofdamen den Johann von N7eun hatten wollen ausstehen lassen . Dieß war die Ruthe . Der Ei ! er des P . Goulu , der also die ganze Welt in einem Buche wider einen Schriftsteller empörte , dessen ganzer Fehler weiter in nichts bestund , als daß er sich einiger frostigen , etwas allzufreyen und unehrbaren Gedanken be - dienet , und die Hiße und Hyperbolen seiner neugebohrnen Einbildungskraft nicht genug unterdrückt hatte ; dieser Eifer , sage ich , der unter der Presse hervorgekommen war , richtete nicht das größte Uebel an . Das Uebel seiner Kundschafter , die er überall harte , so weit sich die Gewalt seines Anus erstreckte , und welche , wo sie nur den Fuß hinsetzen konnten , bey allen Gesprächen tausend nachtheilige Dinge wider den Balzac ausstreueten ( G ) , nach Art der Andächtigen ( H ) , war viel gefährlicher . Da - mals ist Goulu sehr berühmt geworden ( I ) . Eines Theils hatte er fast alle Mönche zu Anhängern ( K ) , weil Balzac von ihrer Literatur mit allzugroßer Verächtlichkeit geredet hatte ; und andern Theils alle diejenigen , die auf den Ruhm dieses jungen Schriftstellers neidisch waren . Man hat eine Menge Schriften für und wider ihn heraus gegeben f ; und man ist so gar vis
haben ( N )
/ » ) 8 . Romuald Threfor Chronol . aufs 1629 Iah» , b ) L ? bbe , de Script . Ecclef . Tom . I , pag . 582 . c ) Zu Paris 1615 . d~ ) Dieß ist derjenige , den Balzac Dom Andreas von S . Den»« nennet , in den Briefen , die er nach ihrer Versöhnung an ihn geschrieben . Siehe die Anmerkung ( C ) zu dem Artikel Balzac ( Johann ) u . s . w . e ) Im XVBriefe des IBandes . / ) Siehe die französische Bibliothek des Sorel , VII Cap . g~ ) Menage Anmerkungen über Ayraults Lebenp25 - . S . Romuald , Journal Chronol . Tom , I , p . »4 . b ) Script« fuis mir 11m quantum adulteratam eloquentiae puritatem rcuocauerit , confcraauerit , illuftrauerit .
vor
Gerichte vertheidigre , stecken ; u bleiben . ^ Ich gebe einen von den feinden des P . Goulu zum Gewähremanne an , nämlich den la Motte - Aigron , in der Antwort , an den Phyllarchus . auf der 74 u f - S welcher das Abentheuer auf eine solche Arc erzahlet , woraus aus einer großen An / zahl von Umständen , handgreiflich erscheint , daß das Unglück , nichts mehr vorbringen zu können , dem Sachwalter . Johann Goulu . das erste - mal begegnet , da er vor Gerichte geredet . Man getrauet sich nicht , zu versichern , daß ihm bey Unternehmungeines zweytcn Versuche« , ein alei - cher Zufall aufgestoßen sey ; sondern man bringt auf der ? ; S . vor . eS yät - ten es einige gelaget , und man behauptet auf der 8° und kS . daß er nie« mals aeprediget , so laiige als er ein Weißbarfußer , oder Feuillante gewe - fen Allein Balzac laßt uns das Gegentheil in diesen Worten , ehen , Relation a I»ienandre , ? art . I , paß . m . , 09 . „ «wein Büdniß . saget er , wird in einem Hause der Gallerien des Louvre als eine Seltsamkeit ge - ''zeigt , es ist von der Hand des Malers der Helden und Heldinnen , und ! , gleicht ihm so natürlich , daß nichts als die Sprache fehler . Ob gleich „ einige sagen , daß dieses Stillschweigen nicht so wohl ein Mangel der „ Kunst , als eine von den Eigenschaften meines Widersachers ist , und daß . . er , wenn er im Parlemente eine Sache vertheidiget , oder im Capitel „ geprediaet , denn er ist ein Sachwalter und Prediger gewesen , die „ Gewohnheit gehabt , seine Ernsthaftigkeit so zu beobachten , und öfter« „ zu schließen , ohne daß er das geringste gesaget hat . Die Lästermäuler „ machen sich ein Vergnügen , darüber zu kurzweilen , und führen unter „ andern Beyspielen den stummen Redner an , dem vom AusoniuS . in fei - „ nem 47 Sinngedichte so übel begegnet worden , und über dessen Gemäl - „ de er zum Beschlüsse eines Sinngedichtes also spottet was machet RufuS auf seinem Lehrstuhle ? Eben das , was er auf seinem Bilde macht .
Ich will eine andere Stelle anführen , nicht , weil sie dieser Begeben - heit gedenket , sondern weil sie dazu dienen kann , diejenigen aus dem Irr - »Imme zu bringen , welche glauben : daß es kein großes Verbrechen sey , die Worte eines Schriftstellers unredlicher weise anzuführen , um denselben verhaßt zu machen .
Betrachtung über das Verbrechen der falschen Anführungen .
Ich behaupte , daß diese Bosheit von der Notarien ihrer nicht unter - schieden ist . die einen schriftlichen Vergleich verfälschen . Wir wollen einen Mann hierüber hören , dessen Beredsamkeit sehr majestätisch ist : Man muß mir gesteben , saget Balzac vcuvrc , diverlez , Difc . XIV , pag . m . 377 . daß e« keine kleine tvirkung der Vorsehung Gottes ist , daß sie sich ver ersten Jlcbcnsatt sichtbarlich widersetzet , die ein fo gefährlicher Mensch erkiest hatte , und ihn durch diesen be , rühmten Unfall aus der Gerichrsstube verjagt bat , der ihm bty vollem Gerichtstage begegnet ist . Der unglückliche Streich der seine Zunge getroffen , ist unendlichen Familien heilsam gewesen ; Oiefi ist ? um amen Glücke der rvitwen und Kaisen geschehen , die in stine - Hände gefallen wären ; und vermutblich har Gott an diesem Tage da« arme Ronigreich vor vielen Bänden falscher Vertrage , und Testamente , von gleicher Art , bewahret , womit ihm sein schöner Geis ? gcdrolxc Dieses gründet sich auf das Vor - geben , daß Goulu dasjenige verfälscht und betrüblich erklärt haben soll ,
was er aus dem Balzac angeführt . Man sehe wegen dieses Verbrechens die Tarnungen an den kleinen Verfasser der kleinen Bücher , die unter wahrendem Kriege der erdichteten Rotte zu Rotterdam >69 , und 169» , erschienen sind . Uebrigens redet der Lobspruch des P . Goulu , den ick in der folgenden Anmerkung anführen werde , von ihm , als von einem Menschen , der sich unter den berühmtesten Sachwallern hatte hervor , thun können . Foro iam adfuetus , vbi celeberrimus inter Iuriscon - iultos tunc tempori» eminere poflet . Man muß einem Lobspruche da« Borr , cht nicht streitig machen , daß er erschlichen ist ; allein so weit muß man es auch nicht treiben , daß er mit Gewalr erlangt worden wäre .
( B ) Er hat den Vrden der N ? eifibarfüßcr erwählt . - - - und das Generalar desselben erhalten . ] Diejenigen , welche gesaget . haben , ( als Menage in seinen A nmerkungen über AyraultS Leben , 252 S . ) daß er dasselbe zweimal gehabt ; haben sein Lob , in der andern Ausgabe seines heil . Dionysius Areopagita , nicht zu Rathe gezogen . Diese Aus - gäbe ist von >629 , in 4 . Der P . Visch hat dieses Lob seiner Biblioth . Script , fecri Ordini» Ciftercicnfis , p . 220 eingeschaltet . Dieses Lob belehret uns , daß er seit seinem Probejahre bestundig einige Bedienung in dem Orden gehabt , und daß er endlich zu der höchsten erhoben worden , die er sechs Jahre über verwaltet , worauf sie durch den Rath und Beysiker demjenigen gegeben worden , der ihm gefolgt ist . Hieraus «hellet , daß sich la Motte Aigron bettiegr , wenn er auf der 72 S . sager , daß Dom Johann Goulu seit drey Iahren General seiner Gesellschaft iff . Er hat dieses 1627 oder >» - 8 geschrieben : P . Goulu ist zu Anfange des 1629 Jahres gestorben , da »r nicht mehr in dem Amte gestanden , da« er sechs Jahre verwaltet hatte . Witte , Diar . Biograph , in Appendice , sa« gel , daß dieser p . General von der Versammlung des Ordens der Tistercienser gewesen . Er hätte sagen sollen , von der Versamm - lung ver Feuillanten , welche ein Zweig voi» dem Tistercienseror - den ist .
( C ) ( Bc befliß sich , das - Handbuch des Epiktews % « - und dieXVerke des heil . Dionysius Areopagira in die französische Sprache 51 , übersetzen . ] Ich habe nicht jede Uebersebung nach ihrem Alter genennt j allein hier sind sie in einer bessern Ordnung . Die erste ist die Ueberletzung des heil . Dionysius Areopagita gewesen , welche 160g gedruckt , und 1629 und 1642 wieder gedruckt worden . Die andere ist de« Epiktetus gewesen : sie ist 1609 erschienen , und man sieht aus der Druck - frcyheit , daß er sie für die Königinn Maria von Medieis unternommen hat . Die dritte ist die Uebersetzung der Homilien des heil . Basilius über das Hexameron gewesen , welche 1616 gedruckt worden . AuS Carls von Visch Bibl . Ciftercienf .
( D ) Er Hat ein Buch wider des Du Moulin seines , von dem Berufe der Pastoren gemacht . ] Ich si»de einen großen Unterschied unter dem Mönche von S . Romuald , und dem la Motte Aigron ; nicht allein in Bettachrung der Eigenschaft dieser Antwort , welche dieser sosehr verachter , als sie jener lobet ; sondern auch in Ansehung der Zeit , da sie gemacher worden . Dieß ist bey Lebzeiten des Franciscus von Sales schehen , wenn wir dem Mönche glauben , der uns in seinem schen Schatze unterm 1627 Jahre erzählet : daß dieser Prälat , da er das Buch von dem Berufe der Pastoren wider den Du Moulin gelesen , ge -
urthet -

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