Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10182

Goulu .
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ren wir , daß er damals fast sein 6z Jahr zurück gelegt gehabt . Es ben wenig Leute das Predigtamt so lange geübt , als er ; denn er ist dem Calvin >564 gefolgt . 8xon , Hift . de Geneve , p . m . 26z .
( ß ) Simon Goulart ist 86 Jahre alt gestorben , und hatte sieben Tage vor seinem Tode noch geprediget . Dieses saget Aubigne auf der letzten S . seiner gemischten kleinen Werke , wo man das Lob dieses Predigers findet . Cm . Anm .
( L ) Scaliger bat viel von ihm gehalten . Z „ Goulart - - - „ hat über seinen Cyprian wohl gearbeitet . Dieß ist ein braver Mann „ gewesen , der alles von sich selbst gelernt , und das Latein sehr spat ange - - „ fangen hat , da er zu Genf gewesen . Man saget , sein Sohn gefalle fti - „ ner Kirche wohl . Goulart hat so wohl und so artig über seinen prian gearbeitet ! ich habe ihn ganz durchgelesen . Er hat seine Predig - „ ten sehr deutlich gemacht . Er hat die Werke des Montagne verstüm - „ meln lassen : Qiiae audacia in scripta aliena ! non putafiem Goular - „ tium , qnod ferius incoepit , tarn bene pofie feribere , vt fecit . „ In Scaligeranis , p . m . 97 , 9fc . Wir werden von diesem Sohlte Simon Goularts reden .
( 0 ) Einer von seinen Söhnen - - - hat die partey der minianer mit Wftr angenommen . Z Er hat eines Tage ? , da er von einem jungen Prediger , seinem Amtögehülfen , aufgefordert worden , wi - der diejenigen geprediact , welche sagen , daß , vermöge der Rathschlüsse der Verstockung , gewisse Kinder , die an der Brust , oder in dem Schöße ihrer Mutter sterben , ewig verdammt sind . Man hat ihm dieserwegen 161 ; sein Amt untersaget . Siehe Epiftolas Ecdefiaft . et Theolog . p . 414 lioausgabe . Er ist einer von den remonstrantischen Predigern gewesen , welche , weil sie den Synodum von Dordrecht nicht unterschreiben wollen , ihres Amts entseht , und aus dem Lande gejagt worden sind . Er hat sich
nach Antwerpen begeben , und etliche Briefe geschrieben , die der von mir angeführten Sammlung eingeschaltet worden . Er hat einen an seinen Vater im Monate Marz 1620 geschrieben ( es ist der 574 in der angezoge - nm Sammlung ) worinnen er eines Buches gedenket , das er vor zwey Jahren unter diesem Titel hatte drucken lassen : Examen des Opinion» de Mr . F . Bafleeourt , ( dieß war ein reformirter Prediger , der ein Mönch gewesen ) cantenues en Ion Livre de difputes , intitule , Eleöion e'ter - nelle et fes dependances . Er hat sich , nach Endigung des Wassenstill - . standes der Holländer und Spanier , nach Frankreich begeben , und sich et - liche Jahre zu Calais aufgehalten , von da er nach Holstein gegangen ist . Der 4 - 4 von seinen Briefen giebt den reformirten Predigern , wegen der Religionskriege , die damals in Frankreich herrschten , kein gutes Zeugniß . Nach , dem Wittes ) ist er zu Senliö gebohren , und zu Friedrichstadt >6 - z im 5 - Jahre feines Alters gestorben . Möllen , ? , der ihn für einen Gen - ser gehalten , ehe er den II Band des Diarii Biographici gelesen , hat die Gedanken verändernd« er erfahren , daß ihn Witte zum Senlienser ma - chet : Senlienfetn Siluanc & inum eile reöius forte tradit vir Llarilli . mus Henr . Witteniiis , Ifagoge ad Hiftor . Cherf . Cimbr . P . II , p . 213 . Ich finde die erste Meynung des Mollerus viel wahrscheinlich« , als die andre , und wie er beobachtet , daß Witte dem Sohne die Werke zueignet , die er Gonlarten dem Vater , harre beylegen sollen , so hätte er auch wahr« scheinlich sagen können , daß man die Zeit des Todes des einen , mit der Zeit des Todes des andern vermengt hat . Witte setzet den Tod Goularts des Sohnes , auf den 19 März 1628 . Man sehe , was fr seit dem in seinem Buche de Scriptoribus Horaonymis auf der 67g und 679 S . beobachtet hat .
( * ) Senüfienfis , Siluaneöintig . Witte , Diar . Biogr . Tom . II , p . 35 . Er hätte ein fiue zwischen die zwey Worte setzen sollen . Mollerus , wie oben , führet sie ohne Abtheilungszeichen an .
übersetzt , welche Aegidius von Noailles , französischer Gesandter in der Türtey , mit aus Constantinopel gebracht hatte . Diese
mit etlichen Noten des Nicolaus Goulu begleitete Übersetzung ist nebst d ? m griechischen Texte zu Paris 151 - 6 gedruckt worden . Man hatte bereits in eben dieser Stadt 1580 eine Sammlung von verschiedenen Stücken dieses Professors gedruckt ( B ) .
Er
hatte zivee» Söhne , Johann und Hieronymus , von welchen nach diesem geredet wird . Magdalena Daurat , seine Ehsrau , ist gelehrt gewesen . Ihre Grabschrifc belehret uns , daß sie die griechische , lateinische , italienische und spanische Sprache verstanoen hat . Ich borge alle diese Umstände dem Menage ab c . Man wird in den Artikeln der Söhne des Nicolaus Goulu , oder in den beigefügten Anmerkungen dasjenige sehen , was mir noch von seinen Werken zu bemerken übrig ist . Es ist einiger maaßen wahrscheinlich , daß Aubigne int 7 Cap . des IB . seines Barons von Faneste von ihm hat reden wollen . Die Stelle ist sehr satirisch ( C ) . Man wundext sich , daß Daurat seinen Eidam den Namen Goulu nicht hat ablegen lassen ( D ) .
« ) Du Breul , Antiqu . de Paris , p . ; 6 ; . 6 ) Menage , Rem . für la Vic d'Ayraut p . 252 und 501 . «• ) Ebend .
gen lateinischen Gedichten , die er herausgegeben hat , daß e gewesen ist . Menage , Rem . für la Vie d'Ayraut , p . 251 , 2
( A ) <£e war der Sohn eines Xveingarmcrs bey Chartres . ^ Wilhelnt Du - Val , der in seinem Verzeichnisse der königlichen Professoren geschrieben , daß Nicolaus Goulu ein Limousiner gewesen , hat einen Feh - - ler begangen , und vielleicht hat er ihn darum begangen , weil Dau - rat , der dem Nicolaus Goulu eine von seinen Töchtern und sein Amt ge - geben hatte , aus diesem Lande gewesen . Goulu selbst bezeuget vor eini -
~ er aus ChartreS , 252 .
( B ) Man hatte bereits - - - eine Sammlung vo» schiedenen Stücken Viesis Professors herausgegeben . ^ Nämlich die Übersetzung der griechischen Erklärung des Apollinaris über die Psalmen : eine Auslegung in griechischen Versen des Magnificats , des Lobgesan - ? eü vom Zacharias ; eines Gesangs vom Herrn Jesu Christo ; und eine Vorrede in griechischen Versen über dieErklarung des Apollinaris . Die - scs Buch ist dem letzten Fortsetzer von Gesnere Auszüge und dem Verdier Vau Puvas , welcher Zusätze zu diesem Auszüge gemacht bat , unbekannt wesen ; und es erscheint weder in den Ver - eichnissen des DraudiuS . noch in dem von Oxford , noch in Thuans . noch in des Erzbischof« von Reims seinem .
( C ) Die Stelle ist sehr sanrisck . Z Zur Ehre der gelehrten Magda - lena Daurat , wollte ich gern , entweder , daß Nicolaus Goulu zweymal verheirathet gewesen , und daß der vierzeilige VerS , den man sehen wird , feine andre Ehfrau beträfe , oder daß sich Aubigne wegen des Vaterlandes desjenigen nicht betröge , dessen er gedenket ; denn dieses würde beweisen , daß diese Satire nicht auf den Nicolaus Goulu gienge . Dem sey , wie ihm wolle , er redet so : »Es war jti Paris ein Aouvuner , ein gelehr - - rer Mann , Namens Goulu : er war böse , wenn seine Ehfrau Sie - jemaen in die Rost nabm . rvelcke die Reckte studierten , er wollte nur kleineAbcscküler haben , weswegen er einen vierzeiligen Vers gemacht , dessen Sinn besser ist , als der Reim . Hier ist er :
Du GouIu favant ne prend giiercs Les barbus pour penfionnaires :
II clioifit les petits enfans ,
Mais la Goulue les veut grands .
Dasjenige^vas eine Bermuthung geben könnte , daß hier nicht von Johann DauratS Schwiegersöhne gehandelt wird , ist , daß er nickt Professor oder Leser der griechischen Sprache genennet wird , welches demAubigiie vermuth - lich nicht unbekannt gewesen ; und ^ war nickt der Mann , der bey derglei - cken Gelegenheiten dasjenige vermeiden wollen , was die Personen be - Zeichnen konnte . Wir wollen also die Sache unentschieden lassen , wenn
man sie so haben will . Du Verdier Vauprivaö hat den Taufnamen nn , serS Manne« nicht gewußt . Daurat , saget er , Profopogr . Tom . III , p . 257 * 1 , barte eine Tockrer , Sie er an G . Goulu , ösfenrlicken JLefec ver griecbiscken Gpraclie verheirathet hat , mit welckem er eini - gen rvorrwecksel gehabt , und dm er , wenn er von ihm reder , meinen Goulu genennet .
( D ) Man wundert ftck , daß Baurat scinen Schwiegersohn de» Namen Goulu nickt hat ablegen lassen . ] Ich entlehne diese An - merkung aus Bailletö Auteurs deguifes p . ic6 . <£bat dieser Daurat , saget er , der sick des Namens Disnemandi ; u schämen und über - dreißig ; u sez ? n sckien , hat keine Sckrvierigkeir gemackr , seine Tockter - 2 - einem andern Gelehrten , Samens Goulu , aeben , wel^ier nocl ? «was unehrbarers , als Disnemandi ket , und nickt viel besser ist , als das lurco der Lateiner . Man
Wesen : lind es erlHwinf meberin N>n g^pripirfMiitien iwd 3VmiMnä . noch in I^ckk , ! ■ jo t»enrunÖetrn , Saft er Nickt IN dlc X , e»rathsr erspre -
ckung seiner Tockrer Mit einrücken lassen , den Namen Goulu verändern , uno Saß er diesen Namen nickt allein seinem iLiSame , sondern auck seinen Enkeln hat lassen wollen , und denselben s» gar be ) ' seiner Nackkommensckast unsterblick gemackt , ohne sick eine andre Freiheit , als diese ; u nehmen , daß er denselben durck das U ? orr Lulonius in böses - Latein verkehrt hat . Ohne Zweifel hat mai , Ursache , sich darüber zu verwundern ; denn eines Theils ist die Gewohnheit , seinen Namen zu verwandeln , unter den Gelehrten zu der - selben Zeit gemein gewesen , und andern Theils muß es ein wenig ver - drießlich se»n , einen Namen zu führen , der gewisse Begriffe erweckt , und . ein weites Feld zu abgeschmackten Wortspielen eröffnet . Es ist sehr wahr - scheinlich , daß , da die Familien angefangen , sich durch eigenthümliche Na - wen zu unterscheiden . man einigen Personen Namen beygelegr hat , die ihnen wegen gewisser Mängel zugekommen , . hiervon kommen vermuth - lich in allen Ländern die Familien her , die den Namen 2Mmd , Äoct'licbtr Sckwar ; führen . Aus diese Art hätte Daurat Misfallen an einenr Worte haben können , welches die Gedanken erweckte , daß er von einenr Heißhungrigen abgestammet , und daß sein Schwiegersohn keinen bessern : Ursprung gebabt . Ich übergehe die boshaften Kurzweilen , welche die Poeten von Balzacs Parte ? aus dein Namen seines Gegners , des P Goulu , gezogen haben . Man sehe das Vaticinium Galateae de exitici Pantophagi , vor der Antwort des de la Mcrte - Aigron . Man ziehe auch dasjenige hierbei ) zu Rathe , was man oben in der Anmerkung ( A ) bey dem Artickel Leuardcnt findet .
GoillU ( Johann ) ein Sohn desjenigen , von dem wir sogleich Meldung gethan haben , hatte vielleicht nicht mehr Verdienst , als ftin Vater , ob er qleich mehr Aussehen , als derselbe , gemacht . Er war zu Paris , den 25 ? lugust 1576 , gebohren« ; und »ahm sich vor , da sr zum Sachwalter ausgenommen worden war , dieses Amt ben dem Parlemente derselben Stadt zu treiben ; allein hatte das Unglücke , bey der ersten Sache , die er vor Gerichte verteidigte , stecken zu bleiben ( A ) - / und man glaubet , daß ihn dieser verdrießliche Zufall auf die Gedanken gebracht , die Welt zu verlassen und ein Mönch zu werden . Er erkieftre den Weiebarfükerorden und wurde darinnen 1604 aufgenommen . Er hat r J - I " " " " *
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. daß er bestän -
- . . Trhat sichdarmncn ««solcheHochachtunggeschet , t
vlg «n Bedienung gewesen , und endlich das Generalat desselben erhalten hat ( B ) . Sein Klostername war Dom Johann von Franciscus Weil er die griechische Sprache verstund , so befliß er sich , daö Handbuch des Eoiktetuö , die ?
Handbuch des Epiktetus , die Dissertationen
des Arrianus , einige Tractate des h . Basilius , und die Werke des h . Dionysius Äreopagita , in die französische Sprache zu übersehen ( C ) . K ^ dieser letzten Uebersetzung eine Schuhschrift der Werke dieses h . Dionysius bcygefügt . Er übersah auch
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