Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10179

Szc»
Goulart .
alsRequetenmeister und Rath zu ziehen . Cadura demum fubftitit lurn ciuilis anteceflor in fummo laudis atque exiftimationis loco pofitus . Quod cum profpexifiet ab ipfa Augufta Taurinorum Subaudiae Dux ctc . Es ist hierinnen viel versehen . Govean hatte sich viel naher hö - ren lassen , seitdem er von Lahors weggegangen war : er hatte in der Nachbarschaft des Herzogs vonSavopen , zu Valencia im Deiphmate lesen : und es ist nicht zu Quer« gewesen , da ihn dieAnerbiethungen die - ses Prinzm suchen müssen ; er war ihnen über zwey Durcheile des ges entgegen gegangen . Außerdem hatte die Prinzeßinn Margaretha , Heinrichs de« II Schwester und Gemahlinn des Herzogs vonSavoyen , ihn ihrem Gemahle angepriesen ; Thuan . lib . XXXVIII , p . 770 . die , weil sie gelehrt war , allezeit neugierig gewesen ist , sich nach denjenigen zu erkundigen , die sich in Frankreich durch Verstand und Gelehrsamkeit . her - vorthaten . Nicolas Antonio giebt vor : es habe Govean annoch 1595 gelebet ; denn , saget er , Tesauro der jüngere , gedenkt seiner unter diesem sichre in seiner>9 Qiiaeft . forenf . rühmilci , . Wenn ich dieses Werk te , so würde ich vielleicht darinnen sehen können , daß dieses Lob nicht auf den Govean gienge , von dem wir reden ; sondern aus seinen Sohn : und wen» ich auch dieses gleich nicht darinnen finde , so würdeich dennoch nicht unterlassen , zu glauben , daß Govean bis 15h ; gelebet hätte ; denn Vinet redet vonibm in der spanischen Bibliothek beym Schottus 47 ; S - als von einem Menschen , der nicht mehr qelebet hat , qui Taurinis deceffiflc fertur Ii - bellorum fupplicum magiiter : Vinet , sage ich , der 1587 gestorben ist . Thuan . lib . LXXX VIII , p . 137 - Nicola» Antonio , der fälschlich voraus fegt daß Govean >noch am Leben gewesen , tadelt den Elias Vinet , dm er unrecht Elias VenetuS nennet , welcher Fehler auch in der spanischen Bibliothek des SchottuS sieht , daß er geglaubet , es sey Govean 60 re alt , gestorben . Der Richter gründet sich daraus , daß Govean 1539 zu Toulouse die Rechte gelehret hat . Er hat Siecht , daraus zu folgern , daß Govean , der 1595 noch gelebet , älter gestorben ist , als Elias Vinems ge - glaubet hat . Diese Folgerung ist nicht so stark , wenn man voraus setzet , daß Govean 1539 das Recht studieret hat ; gleichwohl ist siejuoch stark genug , weil Vinet beobachtet , daß Govean in der Schule zu Vourdeaux gelehret , ehe er die Rechte zu Toulouse studieret hat . Allein ein Rector einer Ciasse ist ge - meiniglich über zwanzig Jahre alt , und also würde Govean 159s stens sieben und siebenzig Jahre alt gewesen seyn . Was hat man denn also wider den Nicoiao Antonio zu sagen , wird man ftagen ? Ist Vinet nicht rechtmäßiger weise mit seinen eignen Waffen geschlagen worden 7 Ich antworte New ; denn weil er 1587 gestorben ist , so hat er nicht voraus setzen können , daß Govean im >59 ; Jahre noch gelebet , und lediglich aus dieser Voraussetzung kann der Tadel des Nicolas Antonio e . neu guten Grund ha - ben . Es ist ganz gewiß , daß er nicht gewußt hat , zu welcher Zeit Vinet gesior - ben . seine Beurteilung ist ein unumstößlicher Beweis dieser kleinen wissenheit . Er hat auch nicht gewußt , daßThuanus de« Govean gelo - bet hat ; denn wenn er es gewußt hätte , so würde er diese Stelle ange - führet , und sich nicht mit einer andern begnügt haben , wo dieser große Geschichtschreiber vom Govean nur bey Gelegenheit redet . Ich bekenne , t>aß er ihm daselbst bey Gelegenheit auserlesenere Lobsprüche giebt , als wenn er cx profeßo von ihm redet ; denn er setzet ihn unter die Hei« 11c Zahl derer Schulgelehrten , die durch ein sehr seltsames Glück nichts schulfüchsisches an sich haben . Such«mau Turnebua und VXvxetUB , sind die drey andern , die cr nach dem Gefchmacke Ronsards in diese Zahl setzet . Sieh« oben im Artikel Buckanan in der Anmerkung ( II ) die le aus dem Tluianus . Wie außer diesem , Thuanus Goveans Tod unter das i ; 6 ; Jahr gesetzt hat , so würde Nicolas Antonio nicht ermangelt haben , ses Verseheu anzuzeigen , welches nach ihm entsetzlich ist . Viele Leute , und unter andern Allard ausder 119 S . der Bibliothek des Delphinats , und nig auf der 356 S . der Bibliotheca venu et noua , folgen hierinnen dem
Thuanus ; allein Andreas Schottus ist nicht unter dieser Zahl , weil er auf derzoi S . der Bibliotheca Hifpanka versichert , daß Govean izüüge - lesen , und nachdem 1570 Jahre Kinder gezeuget hat .
( K ) Einige behaupten , daß er den großen Cuja ; am Verstände überrrosftn . Z Anton Faber will , daß Govean und Cujaz die zween vor« trefflichsten Rechtsgelehrren ihrer Zeit gewesen wären ; jedoch mit diesem Unterschiede , daß Govean einen viel glücklichern Geist gehabt , und , weil er sich allzusehr aus sein gutes Naturell verlassen , geglaubet , daß ihm die Arbeit weder nützlich noch rühmlich sey ; da hingegen Cujaz , dessen Verstand nicht so durchdringend gewesen , als ein Mann gearbeitet , der überzeugt gewesen , daß man durch vielen Fleiß die Sachen selbst entdeckte , die man nur mit der größtenScharfe des Verstandes erreichen könnte . Diejenigen , welche Latein verstehen , werden gern sehen , auf was für Art Anton Faber die , ses Urtheil ausgesprochen hat . Tulit aetas noftra in Iurisprudentia viros non paueos , fed praecipuös , fi quid mei ingenii est , ( caeterorum pace dixerim ) Anton . Goueaniun et Iac . Cuiaciuru . llluin vt mihi quidem videtur , multo feliciore ingenio ad Iurisprudentiam na - tum : fed qui naturae viribus tarn confideret , vt diligentiae landein fibi non necefläriam , minus etiam fortafle honorificam putare videre - tur . Hunc contra minus lucido praeftantique ingenii acuminc , fed qui afliduo labore ea quoque fe adfequi pofle crcderet , quae folis ingenii neruis parari queunt . in Praef . Lib . VII et feq . Conieä . ad Petrum brum beym Leiter in Not . ad Vitas ClarilT . Iurisc . p . 200 . Cujaz selbst geht nicht weit von diesem Gedanken ab ; er würde dem Govean die Lauf« bahne willig abgetreten haben , wenn er ihn so fleißig als scharfsinnig er« kannt hätte . Adoleftens ( Cuiacius ) Antonii Goueani Iurisconfulti genium admirabatur , fed in diligentia hominis notata , nihil deterri - tus eft , deterritum iri fe clicens a iure tra£tendo , Ii homo Lufitanu» tanto ingenio , tamque fubtili , labores ciuilium ftudiorum ferio fufei - pere ac fubire voluiflet - Papyr . Maflb in Vita Cuiacii , p . 300 , 30J .
Pasquier giebt dem Cujaz den Vorzug über den Anton Govean . Da ick , saget er ( Recherches Liv . IX , ch . X , p . 90z , ) die drcy Classln derer durckgieng , die über das Reckt geschrieben haben ; So habe ick in der ersten umer »en Glossatoren großen Staat aus demAc - cursius gemackt , in der andern aus demÄartolus - - - Und unter denen von der dritten , rvelcke inir die - Humanisten 5» nen , nen erlaubt seyn wird , gebe ick unserm Tuja ; den ersten plan , der wohl niemals seines gleicken gehabt , nock sckwerlick jemals haben rvird . Und unter diesen letztere sehe ick keinen einzige , » , der zierlicher geschrieben , als Govean und Duaren , in dem wenigen , das uns so rvohl der eine als andre von ihren Werken geiajftn haben , und von diesen zweenen gebe ick dem Govean Sie erste Stelle . Ich kann nicht begreisen , wie man sagen kann , daß Duaren wenig geschrieben hätte ; denn seine Werke sind ein großer Foliant u ) .
< - - ) Duaren hat lange nicht so viel geschrieben , als Cujaz . Dieses hak Pasquier sagen wollen , nicht im IXB . 1o Cap . 9O2S . sondern im IX B . 39Cap . 9o2S . nach der Ausgabe von 1643z« verstehen . Crit . Anm .
( L ) ? ck rverde etwas von seinem Sohne , Manfried Govean , sagend Er war zu Turin gebohren , und hat sich sehr stark gemaä>t , in gebundener und ungebundener Rede zu schreiben . Er hat die schönen Wissenschaften , und das bürgerliche nud päbstliche Recht wohl verstanden« und sich bey dem Herzoge von Savoyen . seinem . Herrn , in Hochachtung gebracht , der ihn mit einer Rathsstelle in dem Rache zu Turin und im SraatSrache beehret hat . Er ist >613 gestorben . Man hat Lonstlia von ihm : Notae et Animaduerfiones in Opera Iiiiii Clari : Carmina : Orazione funebre nella morte diFilippo II , Re di Spagna . Aus diS ©hiliniTheatro P . II , p . 189 .
( BOtllßtt ( Simon ) gebürtig von Senlis , und reformkrter Prediger zu Genf , ist einer von den unermüdetsten Scribeu° f«n dieser letzten Zeiten gewesen ( A ) . Wenn er seinen Namen nicht unter ein Buch setzte , so bemerkte er ihn durch dies ? drey Anfangsbuchstaben S . G . <ö . welche sagen wollten , Simon Goulart von Gentio a . An diesem Merkmaale hat ihn der P . Labbe h mit Recht für den Urheber der Randglossen und Summarien zu erkennen geglaubt , welche die Jahrbücher des NicetaS Choniateö in der genfer Alisgabe von 1593 begleiten . Goulart ist zu Genf sehr alt 1628 gestorben ( B ) . Die ordentliche schrift seiner Zueignungöbriefe ist von S . Gervais , welchen Nainen man einem Theile von der Stadt Genf giebt . Wenn man nicht wüßte , daß er die Briefe auch so unterschrieben , die er nicht heraus zu geben bestimmt hatte c , so könnte man ohne Zweifel glauben , daß er sich dieser Unterschrift dämm bedienet hatte , weil sie seine Arbeiten den Katholiken nicht so verdächtig machte , als der Name Genf gethan haben würde . Er hatte eine weitläustige Erkenntniß von allein demjenigen , was in die Büchermaterien lief , und dieserwegen hat Heinrich der IH , da er gern den Urheber kennen wollte , der sich unter dein Nainen Stephanuo Iunius Bruruo verkappt hatte , um eine ganz republikanische Lehre auszubreiten , ausdrücklich einen Menschen an den Simon Goulart geschickt , der sich darnach erkundigen sollte ; allein Goulart , der das ganze Geheimniß wußte , wollte es nicht entdecken , aus Furcht , die Theilhabenden in Gefahr zu bringen d . Scaliger hat viel von ihm gehalten ( C ) . Ein Sohn des Simon Goularts ist Prediger der wallonischen Kirche zu Amsterdam gewesen , und hat die Partey der Arminianer mit fer angenommen ( D ) .
a ) Man nennet ihn in dem Bücherverzeichnisse von Oxford , Simon Goulartius Sanlifienfis , Syluaneöinus . Man hätte ein fiue zwischen die zwey letzten Worte setzen sollen , i ) De Scriptor . Eccl . Tom . II , p . 765 . c ) Man sehe die Briese , die er an Scaligern ge - schrieben , in der Sammlung , die vom Jacob von Reves zu Harderwick 16 - 4 herausgegeben worden . <0 Siebe seine Leichenrede , die Tron , chin , Professor der Gottesgelahrtheit , gehalten hat . '
( A ) Sr ist einer von den unermüdetsten Scribenten dieser letz - tcn Zeiten gewesen . ] Dieß erscheint au« der großen Anzahl Bücher , die cr entweder mir Noten oder Summarien geziert , wie er über alle vom Amnot übersetzten Werke PlutarchS gethan , oder ausgelegt , oder ins Französische übersetzt , oder auS seinem Kopfe geschrieben hat . Die TDot cken des duBarta« sind eines von denen Büchern , darüber er Ausle , gungen gemacht . Er hat nicht nur die historischen Meditationen des Camerariu« in unsre Sprache gebracht , sondern er hat auch viel Zusätze beygesüget . Er hat eine große Sammlung von seltenen und merkwür - digcn Historien gemacht . LaCroix du Maine zeiget viele ftanzösische Ue - Versetzungen vom Simon Goulart an , der Historie von Portugall des Oso - rius , der Chronike Carions , etlicher Tractate Theodorets , der Bücher des Zohann Wier vom Betrüge des Teufels . Man füge die Uebersetzung aller Werke deö Seneca dazu , die zu Paris in zween Quartbänden 1590 erschienen ist . Eben dieser Verfasser hat verschiedene andächtige und moralische Tractate von den Zeitläuften verfertiget . Aubigne redet von diesen letztern mit Lobe ; denn nachdem er die Titel etlicher Bücher von dieser Gattung gegeben , so fährt er auf diese Art fort : ECelckm icb noch die verschiedenen gelehrten / nachdrücklichen , und an Grün»
den macktige Sckriften beyfügen will , welckc Simon Goulan von Senlis bey verschiedenen Gelegenheiten berausacgeben hat , ein
glljann , der die - Historie ; u sckrciben würdig wäre , wenn ihm
meprofeßion , erlaubte , ju sckrciben , ohne darüber ; » urtheilen .
Aubigne , Hill . Univerf . Tom . III , Liv . III , ch . 23 , p . m . 401 .
Sich habe bemerkt , daß Simon Goulart Noten und Summarien zu ArniotS Plutarch gemacht hat . Man muß auch sagen , daß er V - rglei - chungen dazu gesetzt hat , von welchen Varillas im XIB . der Historie öud - wigs des XI , zu Anfange , auf der z ; 8 , Z59 S - kein vortheilhaftes Urtheil fällt . So geschickt , saget er , ; ur Zeit on ( B ) ren

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.