Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10168

Govean .
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Sinapiuorus , der Senffrefler genannt , ) übergeben worden , um öffentlich gezüchriaer m roerden . Beza hatte vom Aymon de la Boye , einem protestantischen Märtyrer , welcher >54 , zu Bourdeaux ver - brannt worden , und von etlichen Schülern geredet , die man den Tag dar - auf gefangen genommen , weil sie in Verdacht waren , ein Pas - quill gemacht ; u haben , welches man an derThorpfosteangeschla , gen gefunden harre .
( L ) wenn es wahr ist - - daß Anton Govea - , M Grenoble gelehrer har . Z Da ich nicht die Bücher habe , die ich gern hätte , so lasse ich unzählige Dinge in der Ungewißheit . Diejenigen , welche sie darinnen gelassen , da sie gleichwohl alle Galtungen von Bibliotheken zur Hand gehabt , sind viel tadelnswürdiger , als ich . Allenfalls werde ich doch einige l'cfet zu dem Entschlüsse bewegen , die Entscheidung zu suchen . Ich wiederhole hier diese Anmerkung mit so viel wenigerm Bedenken , da ich überzeuget bin , daß man dieses Wörterbuch nur stückweise lesen wird . Also würde eine Erinnerung , die nur einmal geschähe , die Gefahr laufen , unbekannt zu bleiben .
Andreas Schottus würde mich dessen sehr wohl versichern kön - nen , was ich in dem Thuanus von der Profeßion zu Grenoble lese , wenn ich nicht sähe , daß er an dem Orte selbst , wo er saget , daß Govean in dieser Stadt gelehret , ohne Aufmerksamkeit schriebe . Hier ist dessen ganze Stelle aus der spanischen Bibliothek , auf der 401S . Cadur« ius annos aliquot magno concurfu docuit , et Valentiae Delphinatus anno a Chriftonato 1555adtit . de vu / gari etpupiUari fubßitutionediftabat . To - lofae 6 antea anno Andreae natura atque animo fratri , beneficiis vero parcnti librum de iure accrefcendi infcripiit . Gratianopoli ad legem Falcidiamquacperdifficilis eft , didtabat anno 1566 ( * ) . Quartopoft anno vxorem ibi domutn duxit , ex eaque liberos fuftulit Petrum et Manfredum , quorum illum Petrus Bertrandus Cadurcorum Epifco - in baptismatis fönte fufceperat .
( * ) Paul Freher , der dieses in seinem Schauplätze p - 849 - abgeschrie - ben hat , setzet das >555 Jahr , und hat es auck zu Anfange gesetzet . Dieß sind zween grobe Schnitzer .
Der natürliche Sinn dieser Erzählung ist : I , daß Govean dasRecht zu Lahors eher gelehret , als er es zu Balentia gelehrer hat , das ist , vor dem >555 Jahre . Zum II , daß er es zu Grenoble «566 gelehret , und daß er sich daselbst >570 verheirathet hat . Zum III , daß der älteste von sei - nen Söhnen , durch den Bischof zu Cahors , zur Taufe getragen den . Diese dr ^Mai^ merke , daß Stephan PaSquier , Kecbercb . I^iv . IX . ch . XXXVIl . pag . m . 898 . versichert , es Habe Antonius Goveanu« das Recht zu Gre - noble gelehret , und sey daselbst gestorben ; er bekriegt sich zum mindesten , was das letzte betrifft . Ich habe ans dem XII Dr . des II B . der Briefe des Languet erfahren , daß Govean Professor zu Grenoble gewesen ist . Fi ( Cuiaciu ) Valentiae fuccedet Gribaldus , pukhrum fane par , vbi ipfe et Loriotus coniun & i fiierint , et habuerint Gratianopoli vicinum Goueanum , qui vtroque eft longe fceleratior .
( F ) <£3 ist noch eine andre Betrachtung über die Erzählung des Thuanus ; u machen . ^ Hier sind leine Worte im XXXVIII B . auf der 769 S . Ab Aemilio Ferreto , qui Anemone ius ciuile doce - bat , cum Lugduni priuatis ftudiis intentus defideret ( Antonius Gouea . ttus ) ad illius perplexac feientiae profelfionem euocatus eft . Die ge des Discurses bezeuget , daß Ferret den Govea nicht ermahnet , die Rechte zu studieren , sondern zu lehren , und es ist auch aus den Worten klar , die ich angeführet habe , welche Du Rier also ubersetzet hat : Ae - milius Ferrer , der das bürgerliche Recht * u A ? ignon lehrte , hat ihn eingeladen , dahin zukommen , und diese arbeitsame unSsckwe - re Wi , sinschaft zu lehren , da er gesehen , daß er seine Zni : m fLion mit privarsiudien zubrachte . Man kann also sagen , daß diese Worte des Thuanus bekräftigen , es sey Govean vom Ferret nach Avignon gezogen worden , uni daselbst die RechtSgelehrfamkeit zu lehren . Man kann hieraus zwo Schwierigkeiten ziehen : die eine ist daher genommen , daß , da Thuanus gesager , es habe Govean die wahre Art , das Recht zu erklären , gar bald eingesehen , und sich dadurch in solche Bewunderung ge - setzet , daß Cujaz darüber in Unruhe gerathen , er dazu setzet : Igitur nus Tolofae primum , dein Diuione Cadurcorum , poft Valentiae et Gratianopoli ins ciuile magna auditorum frequentia profeffus eft . Also ist die Zergliederung der Erzählung diese . Govea . der vom Ferrer nach Avignon gezogen worden , daselbst die RechtSgelehrfamkeit zu erklä - ren , ist gar bald ein vortrefflicher Ausleger des bürgerlichen Rechts ge - wordenso daß er auch so gar bey dem großen Cujaz eine Eifersucht er - wecket hat Er hat also die Reckte erstlich zu Toulouse , dann zu Ca , borg , endlich zu Balentia und Grenoble bey einer großen Anzahl Zuhö - tn gelehret Kann man diesen großen Historienschreiber nicht fragen , wo " Ävignon aelassen bat ? Hat er sich nicht handgreiflich widersprochen ? Hätte er nickt wen sollen , daß Govean zuerst in dieser Stadt gelehret bätte ? Die andre Schwierigkeit ist daher genommen , daß in der spa - n'schen Bibliothek , wo man einen Auszug von Goveans Leben g . ebt , aus seinen eignen Schriften gezogen worden , zwar saget , daß er d . e Rcchtifgelehrfamfeit su Calwrs , zu Balentia . und zu Grenoble gelehret , allein Avignon und Toulouse betreffend , nur saget , daß er das Recht mit tres fere annos in Iuris citiilis ftudio operam dedit Aemilio Feretto Auenione profitenti , fuae memoriae facile prineipi ; quemque paren - teni alterum appellare Lib . II . de Iuris dictione non dubitat : neque ex eo tempore a Iurisconfultorum libris longius vnquam oculos di . mouit . Tolofae mox tanta in ftudio afliduitate , tantaque eft vfug contentione , vt maiore non poffet . Biblioth . Hifp . Schotti , pag . 300 . Guichenon , Hift . de Savoie , Torn . 1 . p . 678 . würde die Erzählung vie - ler Leute umkehren , wenn er mir Grunde gesaget hätte , daß der Herzog von Savoyen 1 * * 9 eine Akademie zu MondeviS gestiftet , und daselbst un - ter andern gelehrten Männern auch den Anton Govean zum Professor gemacht habe .
( G ) Er hat i54 - ; u Paris unter seinem < ! >heim gelehret . ^ Als Andreas Govean , der Nesse , >534 nach Bourdeaux gieng , war er etliche Jahre zu Paris Aufseher desCollegii der H . Barbara , an der Stelle seines Obeims , Andreas Goveans , gewesen . Andreas apud patruum Grammaticam primum , mox Philofophiam profeffus , ab eodem fcho - lae illi tandem praefeäus fuit . Vinet . in Biblioth . Hifpan . pag . 475 . Weil nun dieser >54 - Aufseher zu Paris gewesen . Illic ( Lutetiae ) An - tonium Goueanum vidi primum an . a Chrifto nato 1542 quum doce - ret apud patruum ; ( ebendaselbst , ) so muß man sd ) ließen , daß er sein Amt wieder angetreten , da sein Neffe nach Bourdeaux gegangen ist ; dieses hätte Elias Vinet ausdrücklich bemerken sollen , seine Erzählung verstände licher zu machen .
( H ) Er ist bej ? einigen für einen Gottesleugner gehalten wor , den ^ „ Er hat in Grenoble rechtliche Gutachten gegeben , er hat auf „ der hohen Schule zu Balentia gelesen , er hat in diesen zwoen Städten „ einige Werke geschrieben . Er ist auch ( * ) beschuldiget worden , daß er „ übel von der Gottheit geredet habe , und er hat sich deswegen rechtferti - „ gen müssen . welches er in einem vortrefflichen Disenrse gethan , den „ man ebmals in dem Büchersaale Ennemonds von Rabot von Ilms , „ ersten Präsidenren bev diesem Parlemenre , im Manuskripte gesehen hat , „ und weswegen Gordes , Berweser des Königes in dieser Provinz , Ur , „ sache gefunden , sich zu seinem Beschützer außuwerfen . Diese Freyheit „ zu reden , hat den Calvin genöthiget , ihn in einem von seinen Wer - „ ken einen Gottesleugner zu nennen . „ Allard , Biblioth . de Dauphin ? , p . ng . 119 .
Dieß bedeutet klärlich , daß er zu Grenoble und Balentia ange - klagt worden ; allein es ist keine Wahrscheinlichkeit , daß die Anklage an irgend einem Orte wiederholt worden . Der Verfasser hat sich ver - muthlich übel ausgedruckt . Er hat sagen wollen , es sey Govean in ei - ner von diesen zwoen Städten angeklaget worden . Er hätte wohl than , wenn er dieses ohne Zweydeutigkeit erkläret und bemerker hätte , ob der Proeeß zu Grenoble oder zu Balentia angestellet worden .
Wenn das Werk , daraus ich diese Worte entlehne , aus zweyen oder dreyen Foliobänden bestünde , so würde man dem Verfasser eine so mibe , stimmte Anführung verzeihen ; allein es ist ein Duodez von - - 4 Seiten . Der Verfasser hätte sich also die Mühe nehmen können die Stelle zu suchen , wo Calvin so übel vom Govean geredet hat , und er würde den Lesern ein großes Vergnügen gemacht haben , wenn er sie angeführet hätte ; denn er würde sie der Mühe überhoben haben , acht oder neun Folianten durckzublättern . Ich werde diesen Fehler nicht begehen , so groß auch niein Werk ist : ich werde die Worte Calvins anführen , und die Seite anzeigen , wo sie zu finden sind . Agrippam , Villanouanum , Doletum , et fimiles vulgo notum eft , tanquam Cyclopas quospiam , Euangelium femper faftuofe fpreuiffe . Tandem co prolapfi funt amentiae et fii - roris , vt non modo in Filium Dei exfecrabiles blasphemias euome - rent , fed quantum ad animae vitam attinet , nihil a canibus et porcii putarent fe differre . Alii ( vt Rabclaefus , Deperius , et Goueanus ) guftato Euangelio , eadem caecitate funt percufli . Cur iftud ? nifi quia facrum illud vitae aeternae pignus , facrilega ludendi aut riden - di audacia ante profanarant ? Caluinus , in Traft , de Scandalis , in Volumine Tradtatuum Theolog . pag . 90 . coLi . Genfer Ausgabe 1611 . Wir erfahren aus diesen Worten , daß Govean ein Spötter gewesen , und daß er anfänglich die Parrey der Reformirren gebilliget hat . Diese Sa - che ist nicht sehr bekannt . Hier sind also zween Verse wider den Govean , wegen seine« Unglaubens :
Antoni Goueane , tua haec Marrana propago ,
In coelo et cellis non putat efie Deum .
Sie dienen zur Antwort auf folgendes Distichon , welches er wider »inen Rath bey dem Parlemente zu Bourdeaux , und nicht zu Toulouse gemacht hatte , wie man in dm ersten Sealigeranen , auf der L6 S . versichert Siehe de« Menage Antibaillet , Tom . I . pag . 263 . wo er zeiget , daß dieser Rath Briand von Vallee geheißen hat .
Dum tonat , in eellas propero pede Vallius irnas .
Confugit : in cellis non putat effe Deum .
Man findet diese vier Verse in den ersten Sealigeranen , nebst einigen andern Dingen , die dem Govean Ehre bringen . Goueanus dottus erat vir , et Valens dialefticus , optimus poeta Galliens ; nec enimHifpanum iudicaueris , adeo bene Gallice loquebatur . In den andern Scalige - ranen , wird die Gottesleugnung , die Calvin dem Govean schuld giebt , für eine Lästerung ausqeqeben ; Goueanus fmk dodhis Lufitanus . uinus vocat illum Atheum , cum non fuent ; debebat illum melius
( I ) Nicolas Antonio ist hier nicht gan ? richtig gewesen . ) Er versichert in der spanischen Bibliothek I Bande 97 S . daß Anton Go - vean ungefähr 15Z9 , die Rechte zu Toulouse gelehret hat : allein Elias Vinet verdienet mehr Glauben , da er den Andreas und Anton Govean besonder« gekannt , und vom Andrea« Schottus gebethen worden , ihm die Historie davon zu schreiben . Er saget weiter nichts , als daß Anton Govean 15Z9 , bereits die Rechte zu Toulouse studieret hat . Litteras ante
profeffus eft , quam ego , qui veni annoChrifti 1539 , quo tempore To . lofae iam operam iuri dabat . Vinet . in Fpift . ad Schott , in Biblioth . Hifp . pag - 47 ? - Jedermann sieht den Unterschied , unter die Rechte leh - ren , und die Rechte studieren . Nicolas Antonio sehet dazu , daß Go - vean ein wenig hernach Professor zu Paris und zu Bourdeaux gewor - den , und sich endlich zu Cahors aufgehalten habe , wo er die RechtSge - lehrsamkeit mit dem größten Ruhme gelehret ; welches , da es vi« nach Turin erschollen , den Herzog von Savoyen bewogen , ihn in seine Dienste .
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