Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10153

628
Govea» .
( t ) Hier sehet der Verfasser eine Summarie : Lob de . ? - Herrn Clauöin , des jungern , der Ehre aller Musikkundigen .
( 0 ) , - Er machet eine artige Anmerrunz rvider die , eni , gen , die einen so geschickten Musittünstler nicht von der Nieder - menelnng ausgeschlossen Habens Hier sind leine Worte : „ Man - „ delot ( * ) hat seine Pflicht vergeblich angewendet , die Niedermche - „ lung von dreyhundert Calvinisten zu verhindern , und hauptsächlich , „ des vortrefflichen Musikkünstlers Gaudimels ( ♦ * ) , der unter dem Na , „ men , ClaudinS des jünger» , so bekannt gewesen . Sein größtes Ver - „ brechen ist gewesen , daß er die schönsten Melodien zu Marots und des „ Beza Psalmen erfunden , die bey der Predigt gesungen worden , und um „ ihn deswegen zu strafen , so hat man das römische Gesetze in keine tung gezogen , welches gegen Personen , die in ihrer Art sonderbar „ sind , gelinde ist ; weil das gemeine Wesen durch ihren Verlust mehr „ Schaden , als durch das Beyspiel ihrer Bestrafung Vorrheil erhalten „ würde . „
( * ) Er ist in Lion Statthalter gewesen . Man sehe den Thuanus im LH D , 1083 S . der den Schein , welchen Mandclot gezeigt , als wenn er das Blutbad gemisbilliget , und die Urheber desselben hätte strafen wollen , für eine schimpfliche Comödie hält .
( * * ) Man fordert den Varillas heraus , einen einzigen Schriftsteller anzuführen , der gesaget hätte , daß Mandelot vornehmlich gewünschet habe , diesen Musikkünstler zu retten .
Die Gelindigkeir des römischen Gesetzes , davon Varillas redet , wird die Neubegierde einer großen Anzahl Leser reizen ; sie , verde» hier eine sehr merkwürdige Seltsamkeit finden : allein wie sie wissen , daß er so gar beu historischen Materien , als dem Hauptgegenstande seiner Studien , der Welt so viel weis gemacht , so werden sie ihn bey einem Artikel der RechtSgelehr'amkeit , einer Materie , die nicht in sein Hand^verk lauft , nicht für allzuglaubwürdig halten . Damit ich sie also aus der Ungewiß - heir reisse , so will ich ihnen eine bessere Bürgschaft geben , nämlich das Zeuqniß eines weit gelehrtem Mannes , als er , und welcher zweeu sehr ernsthafte Schriftsteller angesühret hat . Girac bemerket wider den Costar . Sc & XXVI . p . m . - z ? . folgendes : „ Unser Lehrer sündiget auch „ wider die Regeln der Nechtsgelehrstunkeit , da er sich manchmal darein „ mischet , zuweilen rechtliche Fragen abzuhandeln : es ist höchst falsch , „ daß ein Werkmeister um so viel mehr gestraft zu werden , verdienet , se „ unvergleichlicher sein N>erk ist , und >e mebr er sich der Ein - „ bildungskrast der Zuschauer bemächtiget . Alle Rechtsausleger haupten das Geqentheil : und dieß ist ein Gebrauch , der sehr oft von „ Prinzen oder Obergerichten beobachtet worden , daß sie denen das Leben „ schenken , die in irgend einer Kunst vortrefflich sind , ob sie dasselbe gleich „ durch ihre begangemn Missetharen zu verlieren verdient haben . „ Hinc apparet ratio eins , quodpallim iuris vtriusque Interpretes adnotarunt , fcilicet poenam eile vel remittendam , vel minuendam delinquenti , ob infignem cius peritiam , feil ex eo quod artifex fit celebris magnique neminis , etc . Couarr . Lib . II . Var . Refol . cap . IX . n . 6 . Siehe lul . clari 8cnt . l . ib . V . § . im . qu . 6o . n . - 6 . et alios .
( E ) U ? enn man ans die UnterschriftGoudimel«Acht gegeben hatte , so würde man seinen Namen nicht so verunstaltet haben , wie man gerha» hat . ] Thuanus nennet ihn Gaudimelus ; Gisbert VeetiuS , ? 0>it . Ecclef . Tom . I . p . 5Z4 - Gaudimellus ; Varillas Gau« dinel , Jeremias von Pours , Guidomel . „ Ebendieser Guidcmel hat „ die Psalmen Davids verfertiget , die zu Paris von Adrian le Roi , und „ Robert Balaard im 1565 Jahre gedruckt worden . Er hat auch neun - „ zehn geistliche Lieder gemacht , die zu Paris vom Nicolaus DuChemin , „ iw gedruckt worden . „ leremie de Pours , Divine Melodie du St . Pfalmifte , Liv . II . chap . XLI . p . 581 .
( F ) Ich werde da»Sinngedichte anführen , wo man tet , daß er vielmehr Gelindigkeir in den ^Vellen - - - - als - - - in seinem Vaterlande gesunden haben würde . ] Es steht auf der 79 S . eines Buches , das zum Titel hat : Meliffi Schedi - asmatum Reliquiae , und welches 1575 in 8 gedruckt worden . Es ent - hält verschiedene poetische Stücke auf den Goudimel , die nicht vom Me« lissus sind .
Prenfus ab externo fi Goudimel hofte fuifles ,
Vedlor in Ionio , Mufice clare , mari ;
llle tibi vitam vel non voluiflet adenitam ,
Lenitus cithara carminibusque tuis ;
In tutos aliquis vel , ficut Ariona , Delphin Tergore portaler , te quafi naue locos .
Audiuere tuos Galli modulosque probarunt Indigenae , decori queis tua Mula fuit :
At datus es letho , licet infons , inque cruenti Stagnanteis Araris praeeipitatus aquas .
Proh fcelm indigenum ! nam barbanis hollis in hoftem Barbaricum , laniis mitior efle folet .
Ich würde es wohl den lateinischen Poeten vergeben , was den Historien^ schreibern nicht zu vergeben ist , daß sie beym Goudimel etliche Buchstaben weggelassen , verändert oder zugesetzet haben ; denn dieses Wort ist ein wenig zu rauh , in die lateinische Poesie zu bringen .
( G ) Ich glaube , daß dieser Musiklünstlcr au« der Lranche . comre gewesen ] Ich muthmaße es daher , daß sein Geburtsort , an der Doux gelegen , einem Flusse , der durch Besanzon fließt .
Goudimel ille mens , mens ( eheu ! ) Goudimel ille eft Occifus . Teiles vos Arar et Rhodane ,
Semineces viuosque , fimul violenter vtrisque ,
Abforptos vifi plangere gurgitibus .
Sequana cum Ligcri fleuit , fleuitque Garumna ;
Praecipue patrius fleuit amara Dubis .
Ich habe diese Verse auf der 79 Seite des Meliffi Schediasmatum r» liquiae gesunden .
GovMll , ( Andreas ) fl lateinisch Goueanus , gebüttig von Bria in Portugall , war Ausseher des Collegii von St . Bar - bara ( A ) zu Paris im XVI Jahrhunderte , und hat drey Neffen darinnen erzogen , die sich durch ihre Wissenschaft sehr be - rühmt gemacht Huben . Der König von Portugall hat ihnen den Unterhalt zu Paris dargereicht . Martial Govean , der älteste von diesen dreyen Brüdern , wurde ein guter lateinischer Poet , und gab eine lateinischc^prachlehre zu Paris heraus . Andreas Govean , . . . v tia • - dem Collegio der h . Barbara , und endlich wurde er
er dieses Amt wohl führete , so wurde er nach Bour - . _ ^ . Er gieng 1534 dahin , und stund daselbst seinen
Pflichten mit einer Sorgfalt vor , die der Jugend sehr nützlich gewesen ( B ) . Dieses bcwog den König von Portugal ! , Johann den III , ihn wieder in seine Staaten kommen zu lassen , ein Collegium , wie das von Guienne , zu Conimbra aufzurichten . Govean reiste 1547 von Bourdeaux ab , und nahm einige gelehrte Leute mit sich , welche die Jugend zu unterweisen geschickt waren ( C ) . Er verwaltete zu Conimbra ebendasselbeAmt , daß er zu Bourdeaux gehabt hatte b . Er war Willens , nach dieser letzten Stadt zurück zu reisen , nachdem er zwey Jahre darauf verwendet , das Collegium zu Conimbra in gute Aufnahme zu bringen ; allein er ist vor die . str Zeit c , im Brachmonace 1548 / fünfzig Jahre alt , oder etwas darüber , gestorben d . Er ist Priester und Prediger gewe - sen ( D ) , und hat nichts drucken lassen e . Anton Govean , der jüngste von den dreyen Brüdern , war der berühmteste unter allen . Man sehe im Moreri , was Thuanus von ihm gesaget hat f ; es wäre unnöthig , es zu wiederholen . Ich werde nur be - - merken , daß wenn es wahr ist , wie ThuanuS versichert , daß Govean die Rechtsgelehrsamkeit einer großen Anzahl Zuhörer zu noble gelehret hat * ( E ) , man sehe übelgethan , in der Bibliothek des DelphmatS zu sagen , daß er in Grenoble , und auf der hohen Schule zu Valenz« , ? vechtoc , utachten ertheilec hat . Es ist noch eine andre Betrachtung über die Erzählung des Thua - - nus zu machen ( 5 ) . Statt eines Zusatzes des Moreri will ich sagen , daß Govean 1559 die Rechte zu Toulouse studiert ; daß er bereits zu Bourdeaux in dem Collegio gelehret , wo sein Bruder Ausseher gewesen war ; daß er 1542 zu Paris unter seinem Vetter qelehret ( G ) ; daß er nach Verlauf einer gewissen Zeit nach Bourdeaux zu seinem Bruder zurück gekommen ; daß er in . dieser Stadt geblieben , nachdem sein Bruder nach Conimbra gegangen war daß er daselbst bey einigen für einen Gotteeleug - ner gehalten worden ( H ) , und daß es keine Wahrscheinlichkeit habe , daß er 1565 gestorben , wie Thuanus versichert noch 1595 , wie Nicolaus Antonio saget . Dieser letzte Schriftsteller ist nicht vollkommen richtig ( l ) . Man kann vom Anton Govean nichts rühmlicherö sagen , als was Ronsard von ihm gesaget hat * . Die Welt hat verschiedene Schriften Goveanö gesehen ,
§wohl über die Philologie , als über das Recht . Es behaupten einige , daß er den großen Cujaz am Verstände übertroffen habe . ( K ) . ; ch werde etwas vom U / ainsried Govcan , seinein Sohne , sagen ( L ) .
d ) Also nennet ihn Thuanu« im XXXVIIIB . auf der 769 S . allem Andreas S^ . ttuS , Biblioth . HifPan . p . joo . und Ribadcneira , Vita Ignatii , Lib . I . cap . III . nennen ihn Jacob . Er ist es gewesen , der den Ignatius Lojola hat stäupen wollen . £> Aus El . Vineti Epift . ad Schotturn in Bibl . Hifpan . p . 475 . c ) Schottus Bibl . Hifpan . p . 6 . 8 . Siehe auch Thuan . Lib . XVII . zu Ende . <0 Vinetus , Epift . ad Schotturn , in Bibl . Hifp . p . 475 . - ) Ebendaselbst . / ) L'b . XXXVIII . p . 769 . 770 . aufö 1565 Jahr , e ) Gratianopoli uis ciuile magna auditorum frequentia profelllis eft ; h~ ) Ex Epiftola Eliae Vineti , beym ©chottue ! , Bibl . Hifp . p . - , 75 . / ) Sl - he die'ÄNNMkung ( I ) . " " ehe in der Anmerkung ( I ) die angeführte Stelle Ronsards .
k ) Siehe
( A ) Er ist Anfseher des Collegii der heil . Sarbara gewesen . ^ lso muß man des Andreas Schottus Worte , Collegu Barbarani prae - feöus , übersehen . Biblioth . Hifpan . p . 300 . und nicht durch Aufseher
Collegii Varbarii« , wie Teißier , Eloges , Tom . I . p . 291 . thut .
( B ) Andreas Govean - , - hat seine pflichten mit einer Sorgfalt erfüllet , sie der Jagens sehr nützlich gervestn . ^ ses kann man in der Vorrede des DusinuS , vor den Briefen des Ge - lida sehen , die zu Rochelle 1571 gedmckr worden . Vbi quamdiu egerit , quem fe geflerit ( Andreas Goueanus ) et quomodo ab rege fuo in pa - triam fit reuocatus , Conimbricenfis fcholae inihtuendae gratia , quae fimilis esset Burdigalenli , in praefatione Bulini in Epiftolas Gelidae cognofci poteft . Elias Vinetus , Epilt ad Schotturn , in Biblioth . Hifpan . p . 475 .
- ( C ) Sr hat etliche gelehrte Leute mit sich genommen , die ge , schickt waren , die Jugend ju unterrvcisen . 1 @««9 Oiidjanan , und PatriciuS Buchanan , sein Bruder , sind unter dieser Zahl gewesen ; Ni - colauS Gronchi , Wilhelm Guerente , Elias Vinet , Arnold FabrieiuS , Zo - Hann la Coste , Jacob TeviuS , und Anton Mendez , smd auch darunter gewesen . Zchott . Biblioth . Hifpan . p . 617 .
( v ) Er ist Priester und Prediger gewesen . ^ Ich weis nicht , ob Beza Glauben verdienet , wenn er ihn zumDocor der Sorbonne nnv chet , ich glaube es nicht . Unterdessen ist es dienlich , dasjenige ren , was er in der Kirchenhistorie I B . JA S . davon saget . ! >uleizr i< ! nichts daraus gervorden , saget er , als daß ein armer Diener un , ter die Hände des Aufsehers von dem Collegio £>e» Andreas von Govea , eines Portugiesen , Doctora der Sorbonne , ( gemeiniglich
Sinapi -

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.