Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4449

Cappadocien . 47
der römischen Partey in dem Kriege de« AristonicuS das Leben einge , thridat . pag . «z . Die Römer haben den Ariobarzanes wieder einsetzen
büßet har . Dieser Krieg ist im Jahre 623 geendiger worden . Siehe 8i - lassen . Ebendas . Er ist kurz darauf von einem Kriegsheere verjaget
xon . in Faftis . Ich glaube auch , daß er nicht vom Ariarathes , dem worden , welches Mithridates nach Kappadocien , geschickt hatte , seinen
Philosophen , zu unterscheiden ist ; oder wenn es ja seyn muß , so müssen Sohn , Ariarathes daselbst zum Regenren zu machen . Ebendas . 120 S .
wir sagen , daß »ach dem Tode dieses Monarchen , des Gönners derGe - Hieraus hat Sylla , welcher große Vortheile über den Mithridates er -
lehrten , die zween Söhne , welche Antiochides untergeschoben hat , nach halten hatte , denselben gezwungen , Kappadocien wieder abzutreten ,
dem Throne gestrebet und einander verjaget haben , und mir einem Wor - Ebendas . >44 , 14 , S . Einige Zeit darauf ist dieses Königreich , auf An -
re , daß sie dieser Ariarathes und dieser OroferneS sind , deren Polybiuö , stiften dieses Prinzen , ( ebendas . " ) vom Tigranes angefallen werden , wel ,
Justin , Appian u . a . m . gedenken . _ Ich , für meine Person , wollte lieber cher dreymal hundert tausend Atenschen daraus »veggeführer , denen er
glauben , daß OroferneS dem rechtmäßigen Sohne der Antiochis den Thron Aecker in Armenien gegeben . Ariobarzanes , der sich vcr dem Einfall»
streitig gemacht , als daß er mit dem andern untergeschobenen Bruder dar - nach Rom gerettet hatte , ( luftin . Libr . XXXVIII . cap . III . ) ist nicht
. derdieWeltwei - eher hergestellet worden , als bis Pompejus den mithridatischen Krieg
, würde nicht so im Jahre 690 geendiget hatte . Appian . in Mithridat . pag . i«z . Man
l * * vihiv ) yi uimi / i / HWimpvvui» vvui viiivvi . il uillv lu / wfinvi
um gestritten hätte . Der rechtinäßige Sohn , dieser Prinz , de sen so sehr geliebt , und so viele Gelehrte an sich gezogen hat , 1 viel Zeit gehabt haben , das Lob zu verdienen , welches Diodor , aus Sicilien , von ihm saget , wenn er vor dem EumeneS gestorben wäre , und vcr dieser
t it den Thron seinen zivcenen vorgegebenen Brüdern ledig gelassen hätte , lso muß er den OroferneS zum Nebenbuhler gehabt haben . Man merke , bitte ich , in dem Appian , daß man nicht versichert gewesen , ob dieser Orofer - nes der Bruder des Prinzen gewesen , dem er die Krone streitig gemacht hat . vemetriu« acccptis nulle talentis pulfo Ariarathe Holopher - neineius , VT FEREBATVR , fratrem in rcgnum induxit . pian . in Syriac . pag . 79 . Es ist also große Wahrscheinlichkeit , daß ihn Ariarathes für einen untergeschobenen Sohn gehalten .
Die Söhne des Ariarathes , der in dem Kriege des Aristonicus ae - blieben war , hatten von dem römischen Volke zur Erkenntlichkeit für die Dienste ihres Vaters , Lykaonien und Cilicien erhalten , Iuftin . Libr . XXXVII . cap . I . Es waren sechs Brüder und einige darunter in ei , nem mündigen Alter ; dieß war Ursache , daß ihre Mutter , die von ei - ner entsetzlichen Herrschsucht besessen war , ans Furchr , die Regierung nicht lange zu genießen , fünft davon mit Gifte hat hinrichten lassen . Sie würde dem Jüngsten davon auf gleiche Art mitgespielt haben , wenn ihn nicht die Wachsamkeit der Anverwandten ihrer Wurh ent - rissen hatte . Da« Volk sebte ihn auf den Thron , nachdem es Laudi - cm ermordet hatte . Ebendas . Dieß war der Name dieser Rabenmut , ter . Der neue König nahm den Namen Ariarathes an , und vermähl - re sich mit Laudieen , des Mithridates Schwester , von welcher er Kin - der gehabt . Er ist auf Befehl dieses herrschsüchtigen Schwagers er - mordet worden ; ebendas . XXXVIII B . I Cap . und so gleich bemach - tigte sich NikomedeS , König in Bithynien , KappadocienS . nnd vermahlte sich mit Laudicen . So bald Mithridates Kundschaft hiervon erhal - ten , schickte er ein KriegSheer nach Kappadocien ; er verjagte die Besä - Hungen deS Nikomedes daraus , und gab das Königreich snncm Neffen wieder , dem Sohne desjenigen Ariarathes , den er durch einen gewissen Gordlus hatte ermorden lassen . Er ersuchte den jungen König , den er wieder eingesetzer , und der den Namen Ariarathes angenommen hat - te , den GordiuS zurück zu rufen . Wenn man ihm dieses verwilligre , so machte er sich Hoffnung , den Sohn durch die Hand desselben Mör - derö au« dem Wege zu räumen , der den Vater umgebracht hatte ; und schlug man es ab , so doch man ihm einen Vonvand an , Lärmen anzu - fangen . Ariarathes , welcher nicht leiden konnte , daß sich sein Vetter der Aufhebung de« wider den Gordius gesprochenen Achturtheils an - nahm , und den Endzweck dieses Kunstgriff« wohl einsah , rüstete sich zum Kriege . Er brachte mit . hülfe seiner Nachbarn ein sehr mächtige« Kriegsheer auf die Beine . Mithridates zeigte sich mit einer gleichen Macht . Er hatte 80000 Mann zu Fuße , 10000 zu Pferde , und 600 Sensenwagen . luftin . Libr . XXXVIII . cap . I . Nachdem die beyden Kriegsheere einander ins Gesicht gekommen waren , so verlangte er , mit
( einem Neffen mündlich zu sprechen ; denn er hatte wegen de« ungewis - en Ausganges einer Schlacht sich zu einem Verrätherstreiche entschlos - sen . Er verbarg einen Dolch unter seinen Kleidern , und da man ihn nach der unter den Königen gebräuchlichen Gewohnheit am Unterleib« befühlte : so sagte er zu dem Menschen , dem Ariarathe« diese chung aufgetragen hatte , und welcher sich derselben mit vieler Neugie - rigkeit entledigte : nehmet euch in Acht , daß ihr nicht einen ganz andern Pfeil berührt , als den ihr suchet . Durch diesen kurzweiligen Scherz ver - barg er das Werkzeug der Verrätherey , er zog den Ariarats
sehe , wie sich Cicero darüber beklaget , daß ein im Bündnisse stehender Prinz seine Staaten nicht genießen können . Cicero in Oratione pro Lege Manilia , c . II . Man merke , daß ihm nach dem Plurarch Kappa - docien durch den Snlla zweymal wieder verschaffet worden : erstlich , da Sylla nach seiner Prärur in dieses Land geschickt worden , den Ariebar - zanes daselbst auf den Thron zu sehen : Phitarch in Sylla , pag . q ; z . zum andernmale , nach den Siegen , die er über den Mithridates unter und nach seinem Consulate erhalten halte . Ebendas . 466 S . Wir den diese« zu Ende der folgenden Aimierkung genauer beleuchten , und die Verwirrungen Appiaii« und Justins in Ordnung bringen . Wi» müssen nicht vergessen : I . daß Pvmpeju« die Staaten des Ariobarza - nes merklich vergrößert hat , da er ihn wieder auf den Thron von Kappadocien gesetzt . Appian . in Mithridat . pag . 163 ; II . daß der Sohn des Ariobarzanes die schöne Erbschaft völlig überkommen har . Ebendaselbst .
VI . Er hat sie nicht lange behalten : denn man hatte ihn schon er - mordet , da Cicero im Jahre 702 nach Cilicien gegangen , daselbst zu commandlren . Derjenige , der damals in Kappadocien regieret , ist der Enkel Anobarzans des I gewesen , und hat in der Gefahr gestanden , wie sein Barer , ermordet zu werden . Man hatte Verräthercyen wider ihn , zum Besten de« Ariarathes , seines Bruders , geschmiedet ; allein Aria - rathes hat sich gegen den Cicero erklaret , daß sein Wille nicht bey diesen verratherischen Einschlagen wäre . Dixit ( Ariobarzanes ) ad fe indicia manifdtarum inlidiarum cfi'e delata , quae efTent ante aduentura meuin occultata , quod ü , qui ea patefacere poflent , propter metum reticuiflent : eo autem tempore fpe mei praefidii complures ea , quae fcirent , audacter ad fe detulifle : in his amantiffimum fui , fumma pietate praeditum , fratrem , dicere ea , quae is me quoque te dicebat , le follicitatum esse , vt regnare vellet : id viuo fratre fuo accidere non potuisse : fe tarnen ante illud tempus eam rem nun . quam in medium , propter pcriculi metum , protulisse . Quae cum eilet locutus : monui regem , vt omnem diligentiam ad fe - confer - uandum adhiberet : amicosque patris eius auique iudicio probates hortatus fuin , regis fui vitam , dofti cafu aGerbiflinto patris eius , omni cura cuftodiaque defenderent . Cicero , Epift . II . Libr . XV . ad Famil . Cicero hatte bey seiner Abreise von Rom Befehl erhalten , dem Ariobarzanes Vorschub zu rhun , und ihn mit aller möglichen Sorgfalt zu beschützen . Niemals hatte der Rath , wegen eines einzigen andern Königes , eine solche Verordnung gegeben ; dieß war also ein Zeugniß «wer sehr rühmlichen Zuneigung gegen diesen . Man lese diese Worte des Cicero , ebendas . Cum veftra auöoritas interceflisset , vt ego gem Ariobarzanem Eufeben et Philorhomaeum ( die Münzen geben diesem Konige diese zween Titel : sie bedeuten gottessürchtig und ein Freund der Romer . S . die Not . Variorum des Grävius , über diese Stel« le deS Cicero ) tuerer , eiusque regis falutem , incolumitatem re - gnumque defenderem ; regi regnoque praefidio cflem : adiunxiflc . tisque , falutem eius regis populo fenatuique magnae curae efle , quod nullo vnquara de rege decretum esset a noftro ordine : exifti - maui me iudicium veftrum ad regem deferre debere , eique praefi - dium meum et fidem et diligentiam polliceri : vt , quum faliis ipfiiu , incolumitas regni mihi commendata eilet a vobis , diceret , Ii quid
DiVirtrntfvxtrtiif t\i * , Man hat die Verordnung des Raths getteukich auögeführet .
Seite , als wenn er allein mit . hm reden wollte " und erstack nimG ®cero ^ " as Ansehen seines Amt - , seine Kräfte und seine Rathschlä .
SÄäS sarsfsss Äbartrcrocnbft' und ihm die Krone und
Lererer fcrutatori ab Ariarathe regio more misso , curiofius imum ShoÄ TVl™ v " ut» reSnat "
ventrem pertraftanti , ait , murret ne aliud telum inutnirtt , quam ' ' 'non . . ' Su ? d 'nfldiatonbus eius airgeti -
auatrcrtt . Atque ita rifu protedlis infidiis feuocatum ab amicis Cicero Fnift YY i \ v° * * * " '' praebui , regem regnumque feruaui .
velut ad fecretum fermoneni , infpedlante vtroque exercitu interfi - «ir s J y v c m d t vCU^' * 'c^e nu^ 11 und IV
cit . Ebendas . Er gab Kappadocien seinem Sohne zum Geschenke , der mrubiaen E^nd lvÄ' i Posier verändert , ihn zu be -
nur acht Jahre alt war : er legte ihm den Namen Ariarathes bey , ? e n der >lnm rkuna sO> b« , ^ ^abe e . ne Wor -
n „ h ihm ( V , «vs , n< inm , oct ^ " Mettung ( U ) , bey dem Artikel Comanes . zu Ende ange -
und gab ihm den Gordiu« zum Hosmeister .
IV . Die Kappadocier , welche die Plackereyen der Stadthalter de«
Mithridates nicht vertragen konnten , empörten sich , und beriefen den Ariarathes , den Bruder des letzten Königes , und setzten ihn auf den Thron , Mithridates griff ihn an , überwand ihn , und jagte ihn au« dem Königeeiche . Der Verdruß zog diesem jungen Könige eine abzeh - rende Krankheit zu , woran er kurz daraus starb . Hierauf stiftete NU komedes einen schönen Jüngling an , sich für den Bruder der zweenen letzten Könige auszugeben , und auf diese Art bey dem Rathe zu Rom , die königliche Würde zu verlangen . Er schickte seine Gemahlinn , Lau - dice , iiach Rom , um daselbst zu bezeugen , daß sie von ihrem ersten Gc - mahle drey Söhne gehabt . Mithridates , weicher diesen Bettug er - «rundet hatte , zog mit einem andern , wider denselben zu Felde : Er schickte den Gordius nach Rom ab , den Rath zu versichern , baß der Jüngling , den er zum Könige von Kappadocien eingesetzt hätte , der Sohn desjenigen Ariarathes wäre , der sein Leben in dem Kriege deö Ari - stvinens eingebüßet . Der Rath sah wohl , daß so wohl der eine , al« der
[ es Sn Ansprüchen auf Kappadocien absagen , und Nikomede« Pa - Ariobarzanes . Ucnx beschützet , inKappadocen regiert hat ; und vhlaqonien verlassen sollte , und daß sich diese beyden Völker regieren sollten , wie sie es gut fanden . Dmwls haben die Kappadocier geant .
( ir . . , . , . . - ^ <■ - - v . . . ArtikelComg / ies , zu Ende ange - führet . Dieß ist ein großer Streich gewesen .
VII . Ehe ich weiter gebe , so will ich zween Fehler eines gelehrten Auslegers beobachten : Er har geglaubt , daß hier von den , Sohne de« Ariobarzanes , des I diejes Namens , gehandelt wird ; ( Paul . Manutius in Cicer . Epift . II . Libr . XV . ad Famil . ) und daß dieser Sohn von dem Rathe mit dem Königstitel beehret worden . da Cicero Consul ge> wesen . Ebendas . Er führet wegen der letztem Sache diese Worte de« Cicero an : Ariobarzanen , - . . Senatus per me regem appcl - lauit , mihique commendauit . Cicer . Epift . XVII . Libr . II . ad Famil . Allein dieses sieht auf die Zeit , da Cicero nach Cilicien geschickt worden , niid nicht auf die Zeit seine« Consulat« . Ueberdieß ist gar keine Wahr - scheinlichkeit , daß Ariobarzanes der I , zur Zeit dieft« Consulats gestor - den wäre . E« ist also noch nicht die Fraqe gewesen , einen andem Ariobar - zane« für einen König zu erkennen . Was den ersten Jrrthum betrifft , fo kömmt er daher , daß Manutiu« nicht gesehen hat , wie es andre Kunst« richter gemacht , daß man in der oben angeführten Stelle lesen mtiflc : amicosque patris eius auique iudicio probatos . Wir haben keine
worter' , daß sie nicht ohne König leben könnten , wie wir hier oben hen haben . Der Rath hat ihnen den Ariobarzanes gegeben . lultin .
Ubv : Dkft^neue^rinz hat seine Würde nicht lange ruhig genossen . Appian erzählet , daß MithraaS und »aaoa< , hn aus Kappadocien verjsget , und den Ariarathes daselbst eingesetzt haben . Appun . m
gleichwohl ist diese flmnilie erstlich im dritten Grade erloschen . Strabo , Libr . XII . pag 273 . Es ist also billig , denjenigen für den Enkel de« ersten Ariobarzane« zunehmen , der zu der Zeit regieret har , da Cicero als Stadt . Halter nach Cilicien gegangen .
VIII . Er hat dem PompejuS'einige Kriegsvölker zugeführt , die bey der pharfalischen Schlacht wider den Cäsar gesochten , Caesar , de Bello Cm . Lib . III . cap . IV . Dieses ist ohne Zweifel Ursache gewesen , daß ihm Cäsar eine Schätzung aufgelegt hat . Es ist gew'ß , daß »r Summen
( Leide«

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.