Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10056

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Gonzaga .
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gtÄÄftWftwfcÄiP Rich , U°i . . h« - V°r«°b . ns g - j - igt . . H w - . d . 2 , 1Xrefe™ was MM ihr zu Ich» Mg - rachm , n - chd - m st - sich jum Kl°st - r>«bm « , dmd»ch gemach - hatte . ^°1y hat etliche Fehler begangen ( C ) .
a ) Siehe die Anmerkung ( B ) und zwar die angeführte Stelle aus dem Matthäus Bossus . l>~ ) In dem Artikel Conradus .
tet , denselben zu ermahnen , daß er den Frauen in Bononien nicht erla» - ben sollte , ihre Ausschmückungen wieder zu nehmen .
( * ) Ein weniq zuvor hatte er von der Paula , von der Mutter der Blesilla und der Eustochium , die in den Schriften des H . Hieronymus so berühmt sind , geredet .
( C ) Joly hac etliche Fehler begangen . ] Wir wollen seinen Di - seours nicht abkürzen ; es möchten viele Leute dasjenige gern sehen wol - len , was ich auslassen modrte . MOenn man diese Zeiten recht betrach - ter , saget er in der holländischen Reisebeschreibung , p . >6z , >64 . so fcann mar» sagen , daß sie an gelehrtem Frauenzimmer viel fruchtbarer gewe - sen , als anvre , obgleich die Unwissenheit unter den Manns^erso - nen damals groß rvar . Denn er gedenket ; u Ende des 1 ; hunderts einer par»la von Gonzaga , der Tochter des Marggrafen von tNanma . einer Nonne ; einer Baptilka , der Xvitrve des - Herrn von Arimini ; der Tochter des Johann Feruffini , eines maylandischen Rechtsgelehrren , bey welchen Margaretha , ihre Mutter , eben so viel Mühe angewender , sie die griechische und lateinische Sprache zu lehren , als Thomas Morus nach dieser Zeit gehabt hat , dieselbe seine Tochter zu lehren ; von der Jsot» Nogarola von Verona , von welcher der Cardinal ] ärion , der sie ausdrücklich besucht hat , saget : daß dieß eine mehr göttliche , als menschliche Jungfer gewesen ; ( S . in den Dames Illuftres des la Loste p . 721 ) von Violanten , der tvitwe des Prinzen von Lesene und nachmaligen Franciscanernonne ; welche alle vom Matth«»« Bossus , einem Veroneser und regulären Augusiinerdomherrn , in Recuperationib . Faefulanis , ad Kessar . Card , de honefto cultu Foemi - miiiamm Ep . z et 102 angesühret worden . Man begeht mehr als einen Fehler , wenn man saget , daß die gelehrte Frau , Paula genannt , derer Matthäus Bossus gedacht hat , am Ende des XV Jahrhunderts gele» bei hat , und eine Tod ) ter des Marggrafen von Manrua , und eine Nonne gewesen ist . Sie ist aus dem Hause von Malatesta gewesen , und weit sieden ersten Marggrafen von Mantuazum Gemahle gehabt , wie Bossus in denen von mir in der vorhergehenden Anmerkung angeführten Wor - ten versichert , so muß man sie nicht ins Ende des XV Jahrhunderts tzen ; denn dieser Marggraf ist im 1444 Jahre gestorben ( * ) , nachdem er viele Kinder mit ihr gezeugt . Wenn es wahr wäre , daß er sich im 14 , 0 Jahre mit ihr vermählet , wie Marolleö im I Bande feiner Nachrichten auf der 427 S . versichert , so wäre der Jrrthum des Joly noch sichtbarer . Man füge die Beobachtung des Matthäus Bossus dazu , daß sie ihre Tochter Läeilien zum Nonnenleben vorbereitet hat : er saget nicht , daß sie sich als Witwe in den Klosterstand begeben . Ich habe die Briese dieses Schriftstellers nicht ; also kann ich nid ) t sagen , ob die gelehrte Baptist« mit dem Herrn von Arimini verehljcht gewesen . Ich weis nur , daß er es in dem andern Werke nicht saget , welches Joly'angeführet hat . Ue - berdieß weis ich , daß sie aus dem Haufe von Malatesta gewesen , das zu Arimini geherrscht hat , fuit et Baptifta Angularis forniae , fapientiae , honeftatis ac eruditionis mulier . Leand . Albertus , Defcr . Italiae , p . 456 ; und allenfalls bin ich versichert , daß sie viel Ansehen in der gan - zen Stadt gehabt ; denn ihr Beyspiel , ihre Ermahnungen und Verord - nungen . haben die Frauen zu Arimini genöthiget , sich sittsam zu kleiden , und die langen Schleppen an denRöcken abzuschaffen . Eine solche Ver - besserunq ist kein Werk einer Dame , die von mittelmäßiger Gewalt und Verdienste ist . Dieß ist eine von den schwersten Unternehmungen , die man sich nur in den Kopf setzen kann . Dem sey , wie ihm wolle , so wol - len wir das schöne Lob der Lange nach ansehen , welches Matthäus Bossu« dieser christlichen Heldinn , de irnmoderato Cultu Foeminarum , p . Z - 7 , gegeben Hot . Baptiftam infignetn Ariminenfe folum habuit fingulari humüitate , pariter et litterarum ftudiis praeditam , quae adeo animi ornamenta corporalibus praetulit , vt nihil vnquani praetermififle vifa fit , qtiod ad prineipis aut praefeniis aut futurae deeus , et orna - mentuni vllo paöo potuerit attinere . At cacteris fuis rebus geftis omissis inuenio illam etiam viuente viro , ne dum humili habitu in - ceflifle , verum caeteras conciues et populäres hortatu fuo imperioque temperatiflimis ornamentis , breuiflmiisque veftium eaudis vfas fuifl'c . Sßolatcrran , Commentar . Vrban . Lib . VI , p . 203 , hat von der Gelehr - samkeit dieser Frauen geredet , und beobachtet , daß Leonhard Amin und viel andre Gelehrte , ihr Bücher zugeschrieben haben . Man gebe wohl Acht , daß ich nicht zu leugnen verlange , daß es keine Nonne , Namens Paula von Gonzaga , gegeben habe ; ich sage nur , daß Matthäus Bossus nicht von derselben geredet hat ; er ist eher gestorben , als sie in« Kloster gegangen ist : sie hat nur im XVI Jahrhunderte gelebt , und ich habe kei - nen einzigen Schriftsteller gesehen , der sie nicht als eine sehr andächtige Nonne lobet . Man sehe den Hilarion von Eoste auf der 707 S des l Band , von den Lobspruchen der berühmten Damen , wo er saget , daß man sie zur Heiligen erklaren wollen .
( A ) - - f Von ihr muß man dasjenige verstehen , was man in - t ■■ des Ambrosius von Lamaldoli findet . ] Man lese sein Hodoeporicon , daselbst Ivird man aus der 34 S . finden , daß Vi - ctvrinus Feltrius die schönen Wissenschaften zu Mantua mit vielem Ruhme gelehrt , und die Kinder von dem Herrn des Orts unterwiesen hat . Dieß ist Johann Franciseus von Gonzaga gewesen . Er hatte eine Tochter von ungefähr VIII Jahren , die bereits die Declinationen und Conjugationen in der griechischen Sprache gewußt , wovon sie in wart des sehr gelehrten Ambrosius , Generals der Camaldolenser , eine Probe abgelegt , da er 14z - , durch die Stadt Mantua reisete . Prineipis filiani 06I0 ferrne annorurn ita inibuerat ( Viflorius Feltrius ) vt rer iarn et feriberet , Graecaque et nornina et verba inoffenfe decli - naret , non fine admiratione noftra . So redet Ambrosius in seiner Reisebeschreibung , das heißt , der Besuchung verschiedener Klöster von dem Orden , darüber er General gewesen . Ich will etwas sagen , welches nach meinem Bedünken von einer jünger» Reise verstanden werden muß . Ich schreibe es aus dem Joly , Avis Chretiens et moraux pour l'Inftitu - tion des Enfam , pag . 347» ab . „ Dasjenige , was von einer andern „ Tochter , in dem Leben des Ambrosius ( * ) , Generals von dem Orden der „ Camaldolenftr gesaqt wird , ist weit merkwürdiger . Da Ambrosius von „ dem Pabste Eligmiüs dem I V auf die Kirchenversammlung zu Basel ge - „ schickt worden , ist er durch ein Schloß , Gorda genannt , in dem mantua - „ nischen Gebiethe gereiset , wo er zwey Kinder gefunden , davon das eine , ein „ Knabe von 14 Jahren , 202 Verse , die er gemacht , vor ihm mit solcher An - „ much hergesagt ( * * ) , daß er nicht geglaubt , daß Virgilius sein VI Buch „ der Aenejs besser vor dem August könne hergelefen haben : Er hat nicht „ gemeldet , wer dieser Knabe gewesen . Allein , das Mägdchen betreffend , „ findet man folgendes : Adfuit puella quoque Prineipis filiadecennis , , ferme , Graeceadeofcribens eleganter , vt tantundem in quolibet a fe „ erudito homineAmbrofius defiderauerit . Es hat sich auch die Tochter „ des Herzogs ( 5 ) von Mantua von ungefähr X Jahren gezeigt , welche mit „ so vieler Zierlichkeit griechisch geschrieben , daß es Ambrosius bey allen Ge - » . lehrten nicht besser verlangt .
( * ) Libr . III hiftoriar . Camaldulenf . cap . 24 . Autore Auguftino rentino Monacho Camaldulenfi , Ausgabe von Florenz 1575 , in 4 .
( * * ) Der Urheber dieser Historie saget , es habe Ambrosius dieses in dem Z5 seiner Briefe erzählt .
( t ) Die Herren von Mantua sind damals noch nicht Herzoge gewesen ; sie haben diesen Titel erstlich seit i ; zo geführet .
Ich glaube ohne Mühe , daß in diesen zwoen Reisen von einer einzigen Tochter gehandelt wird , und daß diese Tochter diejenige ist , welche die Materie dieses Artikels ausmacht .
Man merke , daß Bierorin von Felln , ein sehr berühmter Mann gewe - sen ist . Leander Albertus saget in seiner Beschreibung Italiens auf der 749 S . folgendes von ihm . IlJuftrarunt Feltrium ingenia quaedam uobilia nominatim Viöorinus memoria noftrorum auortun linguae Latinae , quae tarn diu pcrierat , redu£tor ac inftaurator .
( B ) paula Malaysia - - - eine wegen ihrer Tugend - ' - berühmte Dame - - « prägte ihr die Verachtung der ZVelt ein . ^ Leander Albertus lobet sie an dem angezogenen Orte auf der 456 S . sehr , und saget , daß sie von allen Schriftstellern selbiger Zeit mit Lobsprüchen überhäuft worden . Paula , Franeifci primi Gonzagae Mantuani Marchionis coniux , non folum dxceUenii formae pulchri - tudine ( venuftiflima quippc totius Italiae häbehalur ) fed etiam multis virtutibus , littcris , prudentia , fanflitateque decorafa . Außer dem , get er auf der 6c>8 S da er von eben diesem Franciseus von Gonzaga det , der von dem Kaiser Sigismund , den 22 des Herbstmonats , 43 ; zum Marggrafen von Mantua erhoben werden : Vxorem habuit leöiflimam foeniinani , religione , fapientia , pudicitia , litterisque decoratam , Paulam Malateftam , ab omnibus illoruin temporum feriptoribus ob fingula -
. res virtuos mirifiee laudatani . Wer wollte auch eine so unvergleich - liche Frau nicht gelobt haben ? Sie ist für die schönste in ganz Italien gehalten worden , und gleichwohl hat sie alle Zieracheu des Körvers ver - achtet , und nichts in Edelgesteinrn und Schmucke verthan ; aver aufs Bauen , aufs Ausbessern der Kirchen , aufErnährung der Armen , auf Aus - stattung junger Mägdcheii u . d . tu . hat sie viel verwendet . Eben diese Neigung hat sie unserer Cacilia emgeblasen , wie unS Matthäus Bessus berichten wird , de immoderato Mulierum Cultu , pag . m . 327 . Habuit Mantua Paulam Gonzagam illuftrem foenünam vniuerla Italia cele - berriniaiu , qiiam Ii dixero corporis cultum contemfirte , omnem fuam rem in aedificandis inftaurandisque delubris , in pauperum Chrirti necellitatibus , in locandis nuptuique tradendis rirginibus , quae qui - dem maxima funt , erogafle ; fi nihil vnquani illam omififle , quod ad veram humilitatem , culmenque virtutis conducat , fi omnis denique ingenioli niei vires in eiuslaudibusexpendam , paruni dixifle me pro - fecio fempcr agnofeam . Primahi Paulam , cuius modo mentionem feeimus^ * ) . imitataCaeciliam virginem fuam filiam litterarum peri - tiffimam fuo educatu , fuaque imitatione ad tantam faeculariuin or - namentorum , vt ita dixerini , naufeam perduxit , et ad religionem in - flammauit , vt apud patrem , prinium Mantuae Marchionem vincere eins propolitum cupientem , catifam conftantiffime agere non fit verita . Diese Worte sind aus einem Discourse genommen , den Matthäus Bos - suö , ein regulärer Domherr zu Verona , an den Cardinal Bessarion gerich -
( * ) Volatew . Ltbr . lv , pag . „ 3 . Leand . Albertus , Defcr . Ital . p . 6oR . ist in den Rechnungen des letztern ein Fehler : Er führet eine schrift an , welche bezeuget , daß dieser Marggraf im Monate März . 407 ungefährXIIJahre all gewesen , ( Volaterran im IVB . u ? S leget ihm XIV Jahre bey ) und dann setzet er seinen Tod in den - z des WeinmonatS 1444 , und giebt ihm 54 Jahre . Der Abt Marolleö im I Bande seiner Nachrichten auf der 427 S . ist mit ihm , wegen dieser zwoen Zahlen , einig .
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rm^Gemahl beständig qeliebr^ und ihin in seinen Widerwärtigkeiten treue Gesellschaft geleistet ( B ) . Allein über alle Tugen> den hat sie die Reuschheit geliebet ; welches sie öffentlich durch die Schärfe bezeugt , die sie gegen Die Frauen ausgeübt , welche «in böses Leben geführer ( C ) , Sie hat 5 Kinder , zween Söhne und drey Töchter , gehabt , - oert Ubald de la Rovers , ihr alte -
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