Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10046

Gonzaga .
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junger thorickter Prahlhans , und von Ser Ehrbegierde außer sieb gebwebt / den andcrnGriecken in Oer Hitze der Gelackt ein Zeichen gegeben , und verbothm , nickt auf den - Hcktor zu schießen , wie - Homer sager :
Die Ehre werde mir von keinem weggenommen ,
Ich werde , ob wohl spar , doch nichr zu langsam kommen .
( I ) Ich kann kaum glauben , rvas man von seiner Gelehrsam - fett vorqiebr . ^ Balzac berichtet uns eine sehr merkwürdige Sache , Lntret . VI . zu Ende auf der 7 - und 73 Seite bey mir . „ Ich will denen „ zweenen Franzosen , von welchen ich geredel habe ( ^ ) , noch al6 ein „ Einschiebsel einen dritten beysügen , den ich vergessen gehabt , und den ihr „ wohl schwerlich errathen werdet . Dieß ist der lehrverstorbene Mar - „ schall Biron ; dieser Mann , der nach nichts al« Blut und Flammen „ gedürstet , und von welchem Torquato Tasso in der Person des ArganteS „ gesaget hat -
„ Imxstientc incflorabil , fiero ,
„ Ne l'araie infaticabile et invitto etc .
„ Einer von unser , , Freunden , der ihn gekannt , hat folgendes von ihm „ geschrieben . Der König hat den Marschall von Biron zu der Köni - „ ginn Elisabeth geschickt , den er in seinem Beglaubigungsbriefe , das „ allersckarffic Uverkzcug seiner Siege , nennet . Der Marschall hat „ sein Amt rühmlich verrichtet , indem es ihm eben so wenig an Geist als „ an Muth gefehlt . E« ist anderswo gesaget worden , daß er , um sich nach „ der Dummheit der Zeit zu bequemen , gewollt , daß man ihn für dumm „ halten sollen . Allein es ist gewiß , daß er bey seinem Naturelle viel er - „ langte Geschicklichkeit gehabt . 5f „ kommen , wo der König auf einem (
„ quetmeistern die Auslegung eines g , _ ,
» . nem Marmorsteine eingegraben war : so nahm es der Marschall bey ihrem „ Unvermögen über sich , und darauf ist er voller Schaam zur Thüre hinan« - „ gegangen , daß er mehr davon verstanden , als die Requetmeister dersel - „ den Zeit . , , Ich bin fast überzeuget , daß man den Sohn für den Vater genommen hat : denn wie der Barer das Lesen nnd die gelehrten Ge - spräche geliebt , und alles , was er merkwürdiges sagen hören , in seine Schieibtaseln geschrieben hat ; so ist er es vermutlich gewesen , der die Erklärung des griechischen Verses in seiner Schreibtafel gefunden , und sie dargebothen har . Allein ick ) mag nichts hiennnen entscheiden : man wird in der folgenden Anmerkung eine Sache sehen , die meine Ungewißheit verursachet . Perefixe in der Historie Heinrichs des Großen , auf der 574 Seite bey mir , saget , daß Biron , der Sobn , sehr unwissend , aber ungemein neugierig auf die Wahrsagungen der Sterndcw ter , Wahrsager , Geomantisken , und andrer Betriegcr gewesen . Uebrigens geht Balzac hier nicht rund genug heraus ; er gebraucht sich der Kunstgriffe der ruhmsüchtigen Schriftsteller ein wenig ; er ge - traut sich nicht , denjenigen zu nennen , den er' anführet ; er hoffet , daß die - ses Stillschweigen , die Leser auf die Vermuthung bringen soll , er habe aus einer Quelle geschöpfet , die der übrigen Welt unbekannt ist ; nnd Aleichwohl ist dasjmige , was er erzählet , aus einem gemeinen Buche ge - nommen , ich will sagen , aus der Historie des Aubigne , III Band V B . Xll Cap . 668 . 669 S . Ich habe in der Anmerkung ( C ) bey dem tikel Cavalcante , eine dergleichen Anmerkung gemacht .
( * ) ( St hatte auf der 71 Seite , von dem Givry und vom Urse geredet , die beredt und gelehrt gewesen , und in Prosa und in Versen haben schreiben können .
K ) Dasjenige , was man von seiner Erinnerungskraft let , verdienet angeführet zu werden . ^ Ich habe eben geiget , daß er bey feines Vaters Schwester , der Frau von Brisamburg , erzogen worden . Hier sche ich noch dazu , daß fick beytbm niemals einige ^ . ust zu den Wissenschaften , sondern nur skerszu den Waffe» gefunden , welches Ursache gewesen , o . ßibnsein Vater der Marschall von Biron , ein kriegerischer LNann unS ein starker Ratbolik , von seiner Muhme weggenommen , einige Zeit mir sieb in öi» Provinzen Xainronge , Aulni» und Angoulmois berum geführt , und in der katboliseben Religion unterweisen lasten - - Also Machte sieb Carl von Biron , der bis in das ftckszehnte Jabt seines Alters , zu den XOi\Jen> sckaften unfähig gewesen , in dem Rriegsbandwerke so gesckickt , daß er nichts für unmöglich gehalten , worüber sein Vater sehr viel Vergnügen empfand ; und man hat eine wunderbare Sacke an ibm beobachtet , daß , da er 5» Brisamburg , von einem gelehrten Manne , einem Maltheser von Geburt , Namens Manduca . m der - Historie unterwiesen worden , ( ob er gleich damals nickt viel davon gelernet , ) er gleickwobl nackmal» ein Erempel daraus anqefübrr . und allerband - Historien , mir einer unvergleicklicken Art erzählet hat , ob er gleich von Natur kein Redner gewesen . Cayet ( hronol . Septcn . fol . 319 .
( L ) - Heinrich der IV , hat ihn zu seinem Schwiegersöhne cken wollen . ) Ich habe dieses in den Zusätzen des Le Labvureur , zu den Nachrichten des Castelnau , im II Bande >z - Seite gelesen , und mir druckt , daß meine Leser allhier gern ein gutes Stücke voller merkwürdi - gen Sachen lesen werden . „ Wenn der Herzog von Biron wider Hein - „ richs des IV Person , keine verrätherische Anschläge gemacht , so kann „ man doch nicht »Eignen , daß er solches wider seinen Staat gethan , und „ daß er nicht im Berstandnisse geweftn , denselben zu zerstücken , und sol - „ che» den' Könige von Spanien , und den , Herzoge von Savoyen , sei , „ nem eingebildete' . ' . Schwiegervater , zum Raube preis zu geben . Der „ König ist durch seinen Abfall , um so viel mehr zum Zorne gereizetwor - „ den , da er ihn so sehr geliebt , daß er auch im Sinne gehabt , ihn zu sei - . . nem Eidame zu machen , und mitCatharinen Henrietten , seiner Tochter , . . nachmaliger Herzoginn von Elboeuf . zu vermählen ; um dem Herzoge „ von Vendome , die Krone desto besser zu versichern , den er durch die . »Vermählung mit der te . Er hat dieses Vorhaben , wenig Tage nach dem Tode dieser seiner „ Beyschläserinn , zu Fontainebleau , dem Herrn Du Vair , damaligen „ Staatsrache , in einer besondern Unterredung entdecket , nachdem er sei - „ ne Betrübniß gegen ihn ausgeschüttet , und ihn genöthiget hatte , ihm „ seine Gedanken davon nicht zu verheelen . Wen» Eure Majestät , „ sagte er zu ihm , ein - Herzog von Toscana , von Manma . oder Ur , „ bino wären , ( weil Italien voller Beyspiele der Grausamkeit , sonder - „ lich bey Einführung der unumschränkten Regierungen ist , die bey ihrem „ Ansänge fast alle tyrannisch gewesen , ) so wollte ich glauben . daß „ sie , wenn sie dero Freunde und Anverwandten ausrotten lassen , „ die unehlichen Rinder würden auf den Thron seyen können ; „ allein da Sie ein so gütiger Ronig von Frankreick , und ganz : „ bemüht sind , so wie dero Vorfahren zu leben , so würden sie , große Gefahr dabey laufen , das Reick gänzlich , und wohl gar „ das L . eben zu verlieren . Ihr irret euck , antwortete ihm der Konig , „ in Frankreick wird man alles gewohnr . Da also der König da« „ Mittel verlohren hatte , dem Herzoge von Vendome die Regierung zuzu - „ wenden , so hat er ihn zum größte» des Königreichs machen wollen , und „ ist in seinem Vorhaben fortgefahren , ihm den Herzog von Biron zum „ Schwager zu geben ; allen , es sey nun , daß dieser dabey nicht densel - „ bei , Vorlheil gefunden , hat , oder daß es ihn geärgert , daß er auf Be - „ fehl zu einer Partie verbunden ward , die seiner Herrschsucht , nicht wie „ zuvor , eine Genüge thun konnte , so hat er sich thörichter weise mit der „ Hoffnung kützeln lassen , daß er die Tochter de« Herzogs von Savoyen , „ zur Gemahlinn haben könnte , die von väterlicher und mütterlicher Sei - „ te vom Könige , Franciscus dem I , und Kaiser Carln dem v , abstamm - „ te . - - - - Da eben dieser Du Vair vom Hose in die Provence „ durch Dijon zurück gegangen , so hat er ein langes Gespräch mit dem „ Sccretär des Herzogs von Biron gehabt : und wie er ihm einige Ver , „ wunderung bezeugte , daß ein Herr von seinem Alter , Stande und Ver - „ mögen , sich nicht verheirathete , so hat er ihm einiges Licht von seinen Ab - . . sichten dnrch diese Antwort gegeben : die Großen lasse» sich solche hohe „ Unternehmungen in den Kops setzen , daß sie sich selbst nicht mehr kenneu „ können . In der That hatte dieser Herzog von Biron , der einen trotz« - „ gen und hohen , ja fast unbändigen Geist hatte , nur an schweren „ nnd fast unmöglichen Dingen ein Gefallen ; er hat alle Hoheit der an - „ der» beneidet , und die Eifersucht , die er gegen den Herzog von Monfc ' „ morancy , wegen seines ConnestableramtS hatte , hat sich auch bis auf „ Louisen von Budos , dessen Gemahlinn , erstreckt . Er hat mit ihrschvn „ bey Lebzeiten ihres Gemahls , von , Heirathen sprechen lassen , als einer , „ der sein Nachsolaer zu werden glaubet ( * ) : und die Sache wäre auch „ unter ihnen geschlossen gewesen , wenn ihr Schicksal seine Einwilligung „ dazu gegeben hätte ; allein beyde sind in der Blüte ihrer Jahre und „ den größten Anschlägen gestorben , und derConnestable hat sie überlebet . , »
( * ) Der Verfasser de« historischen Discurses , von dem Glücke und Unglücke der - Lieblinge , in den Zusätze« zu den Nachrichten deöCastel - nau , redetauf der >z ; S also : der König hat besagte» Marschall , zur Vergeltung seiner Dienste zum Herzoge und Pair gemacht , ihm große Fahrgelder gegeben , und nur des Connestabels Tod erwartet , der damals schon sehr alt war , um ihm auch diese« Amt aufzutragen .
( M ) - , - und sick gerühmet , ibm das Leben gerettet z» baben . ] Ich habe diese« in des G . Soßi Historie Heinrichs des großen gelesen . Dieser Schriftsteller führet im IVB . auf der 46 - Seite , diesen Prinzen also redend ein : So ein großer Ronig als ick auch bin , so habe ich doch einen von . meinen Soldaten vom Tode errettet : ohne mich wäre er vor meinen Augen getodtct worden ; ja id ? habe diesen tapfcrn Rriegsmann dem Feinde den Rücken zukeh - ren sehen . ( Bs ist außer Zweifel , daß dasjenige , was der Ronig gesagcr , bekannt genug gewesen : an der Grenze bey der Verfolgung des Farnese , der sich zurück zog , ist ein Geftckte zu Pferde vorgefa ! - len , bey wclckem der Feind mit erHolter Rraft den Biron ange - fallen , und sein Pfcrd mit einer Lanze durckstocken . Er hat in den» Treffen bey Fontaine Francoise , ganz mit Wunden bedeckt , einen Streich über den Ropf bekommen , wovon ibm die Augen , we - gen des aus der Wunde geflossenen Blute« , verdunkelt worden . Der Kiinia hat ihn auö diese» beyden Gefahren gerettet . Peter Mal - thäus erzählet dieses im IV B . der Friedenshistorie , auf der 286 Seite , mit mehrerer Nettigkeit . Er hat mir gut gedient , saget der König : allein er kann nickt leugnen , daß ick ihm dreymal da» Heben gerettet habe . ? ck habe ihn bey Fontaine Francoise dermaßen verwundet und betäubet aus den Händen der Feinde gerissen daß ich so wohl einen Soldaten zu seiner Rettung , als einen «cid * her» wegen des Zurückzugs , abgegeben habe ; denn er sagte mir , daß er nickt im Stande wäre , an etwas zu denken , nock mir zu dienen . Auf dem Rande diese« Geschichtschrcibers steht folgende« : „ In dem Gefechte bey Fontaine Francoise , hat der König den Marschall „ von Biron , mitten aus dem Feuer heraus geholt . Einer von den Die - „ nern seiner Majestät sagte zn ihm , daß es allzu kühn wäre , sich blind - „ lings unter die Feinde zu werfen . Es ist wahr , antwortete der - König , „ aber wofern ich es nicht thue , und nicht anrücke , so wird sich Biron sei - „ ne ganze Lebenszeit viel darauf einbilden . „
( N ) Jck will nur zween Schnitzer des Moreri bemerke» . } Er saget , daß die Baronie Biron zum Herzogchume und zur Pairie er - hoben worden , nachdem der Marschall von seiner Gesandlickaft in Eng - land zurück gekommen . Dieß aber ist falsch . ( * ) Die Erhebung ist vor dieser Gesandtschaft ungefähr drey Jabre hergegangen . Er setzet dazu , daß Biron , da er das Amt eines Adnnrals vcrlohxen , uns einige kleine Ursacken zum Misvcrgnügcn gehabt , verrätherische Anschläge wider den Staat gesuhret . Dieß ist auch falsch : er legte die Admiralsschafc im >594 Jahre fteywillig nieder , und war wegen dieser Abtretung reichlich belohnt worden .
( * ) Dieser Fehler steht in dem P . Anselm , Hiftoir . des grands Offi - ciers , p . an .
Golnaaa fCacilia von ) muß unter die allertugmdhastesten und gelehrtesten Frauenspersonen gezählet werden , die im XV Jahrhunderte aelebet haben . Sie ist in den schönen Wissenschaften vom Vtctorin von Felln mit unvergleichlichem Erfolge unterwiesen worden : denn von ihr , wenn ich mich nicht betriege , muU man dasjenige verstehen , was man in eimm von dm Büchern des Ambrosius von Canialdoll liest ( A ) . ^hre Mutter , Paula Malatesta , eme wegen chrer Tugend , Wissenschaft^

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