Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-10010

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Gontaut .
bctt den Coflc / ihren Befreunden , errettet : and der Leldzeuqmeistee Viron , der einige Feldschlangen ao da« Thor des Zcughausc« zen lassen , har die U ? mh der Würger aufgehalten , und einige von seinen Freunden aufgenommen , unter andern , Jacoben , den andern Sohn des de la Force , welcher , da er damals nur 10 oder 12 Jahre alt gewesen , sieb unter den Rorpern seines Vaters und seines ältesten Sruders geschickt verstecket harre , vie in einem Seue ermorder worden , wo sie alle drey geschlafen .
( ? ) Die Ursache des Verdachtes , als ob er den - Hugonotten geneigt wäre , ist ihm unendlich rühmlich . 1 Ich will mich , der Worte eines von den besten unserer Geschichtschreiver bedienen , Mezerai , Hift . de France , Tom . II . p . 267 . aufs 1572 Jahr : „ Biron scheint „ beständig einige Neigung gegen die neuen Meynungen behalten zu haben , „ seit dem er bey dem verstorbenen Könige von Navarra in Hochach - , . tung gewesen , nichts destoweniger har er seine ganze übrige Lebenszeit „ bezeiget , daß er ein sehr guter Katholik gewesen , und allezeit , so oft wi> „ der die Hugenotten Krieg geführet worden , dabey so viel Treue und „ Herzhafrigkeit gezeiget , als kein anderer . Allein dieses hat Anlaß zu „ glauben gegeben , daß er sie nicht gehasset , weil er nicht zugeben können , „ wenn man ihnen das gegebene Wort brechen wollen , und daß er , bey „ Aussetzung des letzten FriedcnscdictS , der königlichen Frau Mutter öf - „ terö zu verstehen gegeben : es sey der Majestät des Königes viel anstän - „ diger , sie bis auss äußerste zu treiben ( 5 ) , als einen Vertrag zu ma - „ chen , welcher , wie er wohl voraus sähe , nicht gehalten werden sollte . «Aus dieser Ursache , und weil er ftey und allzuausrichtig gewesen , haben , ihn die königliche Frau Mutter und die Guisen auf die Rolle der „ Bluthochzeit von Paris setzen lassen : wenigstens hat er dieses geglau - „ der , und es seine ganze Lebenszeit nicht vergessen können .
( * ) Man hat sich verwundert , daß sich kein einziger Staatsminister , Ludwigs des XIV , erkühnet , eben dasselbe zu sagen , da sich derselbe mit der Herausgebung so vieler Befehle wider die Reformisten beschäfftiger . Es hat endlich zur öffentlichen Gewalt kommen müssen ; worzu sind denn so viele gerichtliche Unistande nöthig gewesen ? Man sehe die Nouvcllen von der Republik der Gelehrten , im Wintermonate , >685 , 126z Seite , wegen der Verfolgungsart , deren sich die Königinn von England , Maria , bedie - nel hat .
( G ) Niemals hat ein mann von seinem Stande allgemeinere ben gehabt . ] „ Als er gestorben , ist ein Mann gestorben , di r zu allem sebr „ geschickt war , so wohl was die KriegS - alS was Scaatsgeschäffce betrifft , wel - „ che er so gut gehandhabet und verstanden , als kein Herr in Frankreich . Es „ hat ihn auch die königliche Frau Mittler , wenn sie eNvaS großes im Werke „ Ixitte , allezeit holen lassen , er mochte in seinem Hause oder an einem andern „ Orte seyn ; und ihre größte Hülfe von ihm erhalten . Er selbst , wenn „ er gescherzet , hat gesager , daß er ein Hans in allen Ga»en wäre , den „ man zu allem brauchte , wie eS auch wahr gewesen , und daß er sich mir „ ihr sehr wohl verstünde , sowohl was die Friedens - als KriegSaeschäfft'e „ betrase , worinnen er , so wohl in Ansehung des Commandirens . als Aus - „ führenS , vortrefflich geschickt gewesen . Er hat das Lesen sehr gelieber , und „ es in seiner Jugend sehr stark getrieben . Er ist neugierig gewesen , al - „ les zu untersuchen und zu wissen ; so , daß er gemeiniglich Schreibtafeln „ in seinem Schiebsacke getragen , und alles dasjenige , was er Gutes gesehen „ und gehöret , so gleich in besagte Tafeln gesetzet und geschrieben ; so , daß es bey „ Hofe , als ein Sprüchwort herumgegangen , wenn jemand etwas gesa - „ grt , daß man zu ihm gesprc chen : du hast dieses gewiß in BironS „ Schreibtafeln gefunden oder gelernet , so gar hat der Schreiber , des „ Königs Heinrichs Narr , bey den göttlichen Schreibtafeln BironS schworen « - - und ich habe verschiedene sich über ihn verwundern „ sehen , daß er , der niemals große Geschässte mit ftemden Ländern abgehan - „ delt halte , und noch weniger Gesandter gewesen war , um solches be> , er zu
verstehen , alsein Herr von Lansac , Rambouillet , Marschall von Retz nnd " andere Courierreuter , mehr davon gewußt hat , als sie alle und ihnen , so wohl ' . 'von ausländischen als inländischen Sachen Lehren gegeben . . . Brantome , Memoires , Tom . III . p . z ; 6 . Wir wollen dieser Stelle noch etliche Stucke aus dem Lobe beyfügen , welches Mezerai , «ist . de France , Tom . III . p . 10 - 6 , dem Biron gegeben hat : Schatte einen lebhaften und durchdrin - genden Geist , eine ftrrige , starke und einnehmende Rede , ein hohes und kriegerisches - Herz : er ist nmmcr und tbärig von Person , arbeitsam und kühn , sehr begierig zu lernen und sehr austnerk - sam , so geschickt in den - Hosstreichen , und bey dem Frauenzimmer als tapfer , im Rriege gewesen * - * Er hat sich einen Ruhm daraus gemacht , sich zu allem zu schicken , die Sraar»gcschassle so wohl ; u verstehen , als die Kriegskunst . Er bat sich in alles ge - mischt , und machte sich selbst was zu thun , wenn man ihm nichts zu thun gab : er har sich gerühmet , , die Geographie und - Historie vollkommen ju wissen : er hat mit seiner eigenen - Hand gen und Landkarten entworfen , und gesager , daß dieses Stücke eines großen Feldherrn waren , daß er auf oem Papiere dasjeni , ge zeigen könne , was er im Felde auszuführen wisie .
( H ) hat den XVein ein wenig zu viel geliebet . ] Mezerai faqer nur , daß er an lustigen Einfällen und gutem Essen und Trinken Lust gehabt ; daß er nicht lange im Dene , aber lange beym Tische geblieben , und so lange getrunken habe , bis er lustig geworden . Allein eine Antwort , die man Heinrichen dem IV zuschreibt , treibt die Sache viel weiter : „ Als der Herzog von Savoyen eines Tages die
„ schönen Thaten und großen Dienste des Biron« , Vaters und Sohns , ge» „ gen ihn gelobet , so hat der König geantwortet , es sey wahr , daß sie gut „ gedienel hätten ; allein er habe große Mühe gchabr , die Trunkenheit „ des Vaters zu mäßigen , und die Hitze des Sohnes zurücke zu halten . » , Percfixe Hift . de Henri le Grand , p . m . 320 . aufs 1600Jahr .
( I ) Tr hat die Gelegenheiten verabsäumet , dem Leinde einen entscheivenden Streich zu versetzen . ] Brantome erzählet im III Bande der Memoiren , z ; o S . daß man gesaget : es härte Biron , wenn er nach der Scharfe verfahren wollen , dem Könige von Navarra viel mehr Uebels thun können . Ich rede von der Zeit , da Biron in Gwenne , unter Heinrichen dem III , cvmmandiret hat . Ein andermal , da der Herzog von Parma zu Caudebec gewesen , har der Marschall von Biron seinem Sohne überö Maul gefahren ; der dem Könige vorgesteller , daß er den Feinden den Uebergang verwähren wolle , wenn man ihm vier tausend Musketierer und zwey tausend Reuter gäbe . Wir wollen uns der Worte des Brantome , auf der 368 S . bedienen : Zvicserwegen gab der Marschall seinem Sobne , vor dem Könige , einen starken Verweis , und sagre zu ihm : er wäre wobl der Mann , der geschickt dazu wäre ! und bezeigte sich dabey so schwierig , daß er Oadurch das Vorhaben hintertrieben . Den Abend darauf har er ihm gesager und vorgesteller , wie er wohl wüßte , vaß er diesen Streich ausgeführer haben , oder geblieben styn würde : allein man müsse das Verderben eines solchen Feinde« von Frankreich niemals auf einmal sehen ; denn wenn derselbe einmal ganzlich überwunden und zu Grunde gerichtet wäre : so machten sich die Römge aus ihren Heerführern und Soldaren nichts mehr , und be« kümmerren sich nickt weirer um dieselben , wenn sie solchen erleget hätten ; und also müsse man allezeit den Rrieg . wie einen guten Acker , pflegen und bearbeiten , sonst würden diejenigen , die ihn geackert ben , und hernach brach liegen ließen , vor - Hunger sterben . Hier ist eine viel kornichrere und zierlichere Schreibart zugleich : Der Mar« schall von Biron ist beschuldiget worden , verschiedene Rotten zu erregen , damit er Gelegenheit haben wollen , seine Geschicklichkeit und sein Ansehen zu üben , und den Rrieg zu verlängern , nicht aus Äegierde , Beute zu machen , sondern beständig der - Herr und Führer der Geschaffte zu seyn . Mezerai , Hift . de France , Tora . III . p . 1026 . Siehe auch den Dauila , Libr . XIII . p . in . 806 . Man sieht zuweilen unter den Gottesgelehrten eben dergleichen Ehrgeiz Herr - sehen . Man sehe in den Gesprächen , über die Ladale chimerique , p . 191 . wie man diese Grundsätze des Marschalls von Biron , auf einen weltlichen Doctor angewendet har .
( Ii ) Er ist - - - in Ansehung der Todesart , damit ihn die Narivitatsteller bedrohet , ganz leichtgläubig geworden . J In der großen Historie des Mezerai von Frankreich , im III Bande , auf der 1024 S . findet man folgendes : „ Ich habe von jemanden , der die« „ sen Marschall wohl gekannt hat , eine gedenkenswürdige Sache erzählen „ hören . Er hatte seine ganze Lebenszeit durch , über die Wahrsagungen gekurz - „ weiter , welche gleichwohl die , Neugierde der Königinn Catharina von Me« „ dicis , bey Hofe sehr in den Schwung gebracht hatte : allein , kurz vor „ seinem Tode , da er einige scheinbare Wirkungen davon gesehen , hat er die , „ sen Dingen mit so vielem Aberglauben Beyfall gegeben , al« er zuvor „ Unglauben dagegen gehabt , und angefangen , diese Wahrsager um „ Rath zu fragen . Da ihm nun einer von diesen Leuten sechs Monate „ vor dieser Belagerung zuvor gesaget , daß er von einer Canonenkugel „ bleiben würde , so hat er sich die Wirkung dieser Prophezeyung dermaßen „ ins Gemüt V gedruckt , daß er allemal , wenn er schießen hören , wie er „ gegen seine Freunde bekannt , vorFurchr gezittert , und den Kopf gebückt „ hat . Diesesmal , nämlich , da er mit einer Falevnerkugel vor Epernay „ gerödtet worden , und als er die Kugel pfeifen gehöret , zur Vermeidung „ des Schlusses sich zu Boden geworfen ; so ist er , zum Unglück , der« „ selben so wohl begegnet , daß er feinem Tode entgegen gegangen , und „ selbst jene Vorheilagung erfüllet hat : welches vielleicht nicht erfolgt „ wäre , wenn er darüber gespottet hatte . , . Dieser Geschichtschreiber ist , bey Erzählung solcher Dinge , viel aufmerksamer , als ichs geglau . bet habe .
( L ) Man erzahlet eine beträchtliche Sache von der Güte sei« nes Magens . ] Wir wollen den Mezerai am angezogenen Orte wei - tcr hören : „ Er hatte sich bey unzähligen Belagerungen großer Städte „ und blutiger Gefechten befunden , und in sieben Schlachten oder großen „ Gefechten , als Haupt , commandirer , wo er viele Wunden bekommen „ hatte . Und ob er gleich von Arbeiten und Wunden ganz krüplicht ge - „ wesen , und bereite 68 Jahre zunicke gelegt gehabt ( * ) , so ist er dennoch „ von einer so vollkommenen Gesundheit gewesen , daß die Wundärzte , „ die ihn geöffnet , ihn einzubalsamiren , bey ihm nicht die geringste Speise „ im Magen gefunden , ob er gleich nur eine Stunde nach der Abend - „ mahlzeit war erschossen worden ; ein Merkmaal einer großen natürlichen „ Hitze , welche die Verdauung in so kurzer Zeit zuwege bringen können . „ Duplex in der Historie Heinrichs des IV , auf der 93 S saget , daß e« eine Stunde darauf geschehen , da er eine gute Mittagsmahlzeit gehalten , und 58 Jahre alt gewesen .
( * ) Davila , im XIIIB . auf der 806 S . saget , daß er in sein 6 ; Jahr gegangen . Aubigne , im III Bande , auf der z68 S . leget ihm auch nur 6j Jahre bey .
Gl ) NtaUt , ( Carl von ) Herzog von Biron , ein Sohn des vorhergehenden , war einer von den größten Feldherren seiner Zeit ; allein er hatte den Fehler , selbst von seinen Kn'egßthaten mit unerträglichem Hochmuthe zu reden . Er hatte das Kriegs - Handwerk , unter dem Marschalle von Biron , seinem Vater , bey guter Zeit erlernet , welcher nichts vergessen hatte , ihn zu beför« dem , noch zu machen , daß er würdig schiene , befordert zu werden ( A ) . Er hat das Amt eines Admiralö von Frankreich ,
Zayre , uno , a ) ime , 0 gleich oen neuen Herz . . 1 , .
Erzherzoge den Frieden von Vervins beschwören zu lassen . Im Monate Kenner , 16 - 22 , wurde er in die ^ „ das Bündniß mit den Cantons zu erneuren . Er war im vorhergehenden Jahre nach England ubergegangen , der Königinn Eli - sabeth , im Namen des Königes , Glück zu wünschen . Diese große Königinn erwies ihm außerordentliche Ehre . Man hat etliche Fabeln in die Erzählung desjenigen gemischt , was sie bey dieser Gelegenheit qethan har ( C ) . jedermann weis das klägliche En - - de des Marschalls von Biron : es wurde ihm , wegen einer abscheulichen Verrächerey , die er — * K— - -
Mit dem Herzoge von Savoyen , wider

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