Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Cappadocien .
Sumnie los gekommen , und in die Freundschaft der Römer aufgenom - MM worden . Legati . . . ab Ariarathe regeCappadocumvcne - runt adveniam petendam , luendamque pecunia noxam , qnod auxiliis Antiochum iuuiflet . Ei CC talenta argenti fimt imperata . . . . T . Liuius , Libr . XXXVIII . cap . XXXVII . Ariarathes rex parte di - midia pecuniae iinperatae Eumenis beneficio , cui defponderat per cos dies filiam , remiflä , in amicitiam eft acceptus . Ebend . XXXIX Cap . Seit dieser Zeit ist er nebst seinem Schwiegervater treulich bey ihrer Partey geblieben . Folgendes zeiget seine Anstalten im Kriege , den sie mit dem letzten Könige von Macedonien gesühret . Ariarathes Cappa - • docum rex , praeterquam qnod Romanis fuo nomine auxilia poliici - tus erat , ex quo eft iundhis Eumeni affinitate , in omnia belli pacis - ( G ) Sie konnten einen Ronig nicht entbehren . ] Nach ner königlicher Familie haben sie die Verwilligung der Freyheit ausge - schlagen , die ihnen das römische Volk ertheilen wollen , und Gesandten nach Rom geschickt , zu erklären , daß ihnen die Freyheit unerträglich wä - re , und einen König zu verlangen . t> ) v & luväegi»» mmfftirrt & yMg ivvturäoti ( pfgHv ßanAix 3' »jffe» au . Tolt äir»S ( ( H ) ( Bs gab viel Magos unv andackrige Vertex darinnen . ] Sine Zwischenstelle in dem Strabo biechet den Beweis davon an . e'v
ti ry Kaxnaietlx ( xoAu y & g «Vi to t»v ( lAyuj ( pCAev , el nüguiSa UCOMVTCM - * cXkb S ) rlh ntgfatv äeüy Ug£ ) iii äfan
ko ( itü tivI ü ( «» Ixtfa TÖrnnirrtf . In Cappadocia ( etenim maxima eft ibi magorum multitudo qui Pyrethi vocantur , de multa Perfico - rum Deorum templa ) non cultro fed ftipite quodam maäant tan - quam malleo verberantes . Strabo , Libr . XV . pag . 504 . Ich rede M der Anmerkung ( A ) bey dem Artikel ( Eomane zu Ende , von der Andacht der Kappadocier gegen die Bellona von Comana , und gegen die Diana von Castabala . Hier wollen wir sagen , daß sie ein hohes Priesretthum des Jupiters an einem Orte gehabt , der Dacia geheißen und fthr rühmt gewesen ist . Strabo , Libr . XII . p . 569 . Der Tempel des Apollo zu Cataone ist durch ganz Kappadocien verehrt worden . Das Göken - bild , an diesem Orte war ein Original , nach »velchem man viel Copien auf die andern Städte gemacht . Ebendas 370 S Der Jupiter der Venasier hat der Bellona von Comana nicht viel nachgegeben : sein pel lag an einem ftuchtbaren Orte , weicher dem Hohenpriester jährlich 15 Talente einbrachte . Dieses Amt dauerte auf Lebenszeit . Es sind wohl zoov Personen zum Dienste dieses Gottes und zur Unterhaltung seines Tempels bestimmt gewesen . Ebendas . Plnrarch beobachtet , daß die Römer von den Kappadociern dm Dienst einer Göttinn gelerner , welche entweder die Luna , oder Minerva , oder Bellona gewesen . Ebend . Man setze dazu , was Maximiis von Tyrus saget , daß ein Berg der Kap - padoeier Gott , , Eidschwur und Götzenbild gewesen : o ? o« K * * * aS£ * mK xjrf äiot W « ? x " C KSy : Möns Cappadocibus et Deus et ius -
iurandum eft et ftatua . Maxim . Tyrius , Orat . XXXVIII . pag . m . 385 . Wenn er hat sagen wollen , daß sie keinen andern Gott gehabt , als einen Berg , so hat er sich gewaltig betrogen .
In dem Werke des Buonarotti findet man , daß der Berg Argeus das Sinnbild der Stadt Cajäreen in Rappavocien auf allen ih - ren Schaumünzen jgervesen , ( ttiftoire des Ouvrages des Savans . Sept . 1700 . pag . 393 . dans l'Extrait des Oflervationi " iftoriche fopra alcuni Medaglioni antichi . ) und daß die - Hobe dieses Berges ibn fast unersteiglicl ? gemacht ; rvelclies Anlast gegeben , daß " ibn die benachbarten Volker und die insonderheit von Lasärea als eine Art der Gottheit angebcther . Siehe auch Spanheims Dissertation de praeltantia et vfu Numismatum auf der 89 - S .
( I ) - Hier ist ein Tbeil von der - Historie der Prinzen , die in Rappadociengeherrscht haben . ) Wir wollen dasjenige hier be - schließen , was wir in den vorhergehenden Anmerkungen angefangen
L Wir haben den Leser bis auf die Zeit des Perdiccas geführt , wel - cher . nach Alexanders Tode , Kavpadocien wieder unter das makedonische Joch gebracht . Man hat gesehen , daß er den Ariarathes an einem Kreuze sterben lassen . Dieser unglücklich Prin , hat einen Sohn hin - terlassen , der , wie er . Ariarathes genannt war . welcher sich nach Arme - men gerettet , und einige Zeit darauf das Königreich wieder erhalten hat ; denn so bald er den Tod des Perdiccas und Eumenes nebst der Befthäff - tigung erfahren , welche die andern Kriege dem Anrigonus und SeleucuS machten , so ist er in Kappadocien mit der Kriegsmachr cinaedrunqen , welche er vom Ardoates , Könige von Armenien , erhalten hatte Er schlug den ^eldherrn der Macedonier . Amyntas , er tödrete ihn und jaa - t , sie zum Lande hinaus . Er hinterließ das Königreich seinem ältesten
Sohne Ariamnes , welcher mit dem Könige von Syrien , AntiochuS Theos , ein Bündniß gemacht ; denn er vermählte seinen ältesten Sohn Ariarathes mit Srratoniken , der Tochter dieses AntiochuS . Cr bat so viel Freundschaft gegen seinen Sohn gehabt , daß er die königliche Wurde mit ihm gctheilt . Ariarathes , welcher nach dem Tode seines Vaters allein regieret , hinterließ seine Staaten bey seinem Absterben seinem Sohne Ariarathes , der noch sehr jung war . Dieser vermählte sich mit der Antiochis , der Tochter AntiochuS des großm t , einer verschlagenen Frau , welche , da sie sich unfruchtbar sah , zu einer untergeschobenen Frucht Zuflucht nahm . Sie machte ihrem Gemahle weis , daß sie mir zweenen Knaben niedergekommen , davon der eine Ariarathes und der andre Ho - lophernes genennt worden . Ihre Unfruchtbarkeit wurde kurz darauf ge - hoben : sie hatte zwo Töchter , und nach diesem einen Sohn , der Mithri - dates genennt worden . Sie bekannte ihrem Gemahle den Bettug , und richtete es so ein , daß der älteste von diesen untergeschobenen Kindern , in Rom mit wenigem Staate unterhalten , und der andre nach Jonien geschickt worden . 'Der rechtmäßige Sohn hat den Namen Ariarathes angenommen , und ist nach den Sitten der Griechen erzogen worden . Sein Vater , welcher ganz besonders von ihm gelieber wurde , wollte ihm sichtbare Proben seiner gegenseitigen Freundschaftgeben . Er wollte ihm sein ganzes Königreich abtreten ; allein der Sohn sehte sich darwider , und gab ihm zu erkennen , daß es die Ordnung ersordre , daß er bey Leb - zeit derer nicht regierte , die ihm das Leben gegeben hatten . Er hat nach dem Tode seines Vaters regieret , und ist ein sehr ehrlicher Mann gewe - sen : er hat sich sehr auf die Erlernung der Philosophie geleget , welches Ursache gewesen , daß Kappadocien , so unbekannt es auch den Griechen gewesen war , ein gemachlicher Ausenrbalt verschiedener Gelehrten gewor - den . Oiodor . Sicul . in Eclog . Libr . XXXI . pag . m . 1164 , 1165 , Dieses findet man in den mangelhaften Stücken des Diodorus ausSicilien .
1° Appian in Syriacis pag . m . 59 . beobachtet , daß AntiochuS seine Tochter Antiochis dem Könige Ariarathes von Kappadocien zur linn gegeben , da er sich zum Kriege wider die Römer gerüstet . Also ist solches um das 560 Jahr Roms geschehen .
II . Es finden sich andre mangelhafte Stücke desselben Geschichtsckrei - bers , welche uns belehren , daß OroserneS seinen Bruder Ariarathes von dem Königreiche Kappadocien verjagt , und nach dieser Gewaltsam - feit auf eine tyrannische Art regiert hat . Er har viele Personen hin - richten lassen ; er hat hundert Erpressungen begangen ; er har die Guter der größten Herren eingezogen , und auch einen Tetnpel des Jupiters be - raubt , welcher von undenklichen Zeiten vor dergleichen Gewalttaten cher gewesen , und an dem Fuße des Berges Ariadne gelegen war . viodor . Sieulus , in Excerptis a Valefio publicatis pag . zz5 , zz6 . Wir erfahren von dem Polybiu« ( in Excerptis a Valefio editis . pag . 168 . ) daß AttaluS , König von Pergamus , den Ariarathes wieder auf den Thron von Kappadocien gesetzt und ihn aufgemuntert , von den Einwoh - nern zu Priens die 400 Talente zurück zu fordern , welche OroserneS ihnen in Verwahrung gegeben , und ihre Ländereven zu verwüsten , weil sie die - se Summe nicht ausantworten wollen . Ebendas . 17 - S . Sie haben sie auch in der That behalten und dem Orofernes wiedergegeben ; allein diese Treue hat sie einem unschätzbaren Schaden unterworfen . Ebendas . Man merke , daß Attalus , welcher den Ariarathes wieder hergestellet , dcs Eumenes Bruder und dieses die erste Verrichtung seiner Regierung gewesen . Ebendas . >6» S . Dieß giebt uns einiges Licht in der Zeitrech - nung ; deiin man weis , daß dieser Eumenes im Jahre Roms ; - / > gestorben ist , und daß Attalus nach ihm regiert hat . Es wäre also nicht vernünftig , wenn man vorgeben wollte , daß die zween Brüder Ariarathe« und Orofer , nes , Söhne des Ariararhes des Philosophen gewesen , dessen Mutter Aiitio - chus des großen Tochter war , die im 567 Jahre nach der Stiftung Roms gestorben ist ; ( Calvisius aufs Jahr der Welt 3764 . p . m . 302 . ) denn weil diese Tochter des AntiochuS den König von Kappadocien erstlich ums Jahr 560 geheirarhet , ( siehe den Appian in Syriacis pag . m . 59 . ) joist eS nicht möglich , daß ums Jahr 597 die Söhne ihre« Sohns solche er - wachsen ? Menschen gewesen seyn , wie Mansie uns vorsteller . Sie hatte diese zweene Tochter erstlich nach einer Unftuchtbarkeir bekommen , die sie bewogen , zweene Knaben unter zuschieben , viodor . SwuI . in Eclog . Libr . XXXI . pag . 1165 . Wie hatte ihr Sohn der Vater eines Ariara - rhes und eines OroserneS seyn können , welche vor dem Ende des sechsten Jahrhunderts von Rom dasjenige hätten thun können , was man in der Historie von ihnen liest ?
III . Wir erfahren von dem Justin , daß Demettius , König von rien , unternommen , den OroserneS wieder einzusetzen . Er hatte eine Schwester , welche Ariarathes zu heirathen abgeschlagen hatte , und die - serwegen hat er diesem Könige von Kappadocien alles Bose zu erweisen getrachtet . Demetrius - - - Ariarathi regi Cappadociae propter faftiditas fororis nuptias infeftus , fratrem eins Orofernem per iniu - riam regno pulfum fupplicem reeepit . luftin . Libr . XXXV , init . Er hat die Bitten mit Freuden angenommen , die Orofernes bey ihm gethan , ihn wieder auf den Thron zu setzen , davon ihn sein Bruder iinrechtmäßi , ger Weise verjagt hätte ; allein da er entdeckt hatte , daß dieser OroserneS ihn vom Throne zu stoßen suchte , so hat er ihn gesangen setzen lassen , und wei , n ihn die Furcht , daß er durch seinen Tod den Ariarathes von der Furcht eines brüderlichen Krieges befteyke , nicht abgehalten ; so wür - de er sich mit seiner Gefangenschaft nicht begnügt , sondern ihn ohne Gna , de hingerichtet haben . Man merke , daß der Anfang feiner Regierunz mir dem Jahre Roms 592 übereinkömmt : also muß man glauben , daß er vier oder fünf Jahre regiert gehabt , als er dem Orofernes einen Auf» enthalt verstärket und sich verbündlich gemacht hat , ihn wieder herzu - stellen . Er hat ihn in der That wieder hergestellet , wenn wir dem Appian in Syriacis p . m . 79 . glauben dürfen , und den Ariarathes ver - jagr ; welches dem römischen Volke nicht gefallen , das lieber gesehen harre , wenn die beyden Brüder mit einander regiert hätten . Justin stimmet mit dem Appian nicht überein : denn er »eher den AriararheS unter die Prinzen , die einen vorgegebenen Sohn des Ankiochus abge - richtet , und ihn so nachdrücklich unrerstühet , daß Demetrius , Zepter und Leben durch diesen Kunstgriff verlohren . ~ luftin . Libr . XXXV . cap . I . Allein so wohl der eine , als der andre von diesen zweenen Geschichrschreibern haben in gewissem Verstände Recht , weil uns Polnbius versichert , daß De - mettius den Ariarathes durch die Wiederherstellung des Orofernes , und nach diesem dm OroserneS durch die Wiedereinsetzung des AriararheS verjagt hat . ? olyb . Libr . III . cap . I . Dem sey , wie ihm wolle , so bilde ich mir »in , daß dieser Ariarathe« eben derselbe ist , der bey Unterstützung
der

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