Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9997

6o2 ©otttauf .
( A ) Er hat verschiedene U ? erke herausgegeben . ^ Seine Got - 1664 zuBourdeaux ein kleines Buch , diflertatio Theotogica de Proba -
tesgelahrtheit , Clypeus Doclrinae Thomifticac betirtelt , ist erstlich zu bilitate genannt , drucken lassen . Das Tagebuch der Gelehrten vom
Bourdeaux in 16 Duodezbänden im >666 Jahre , und dann zu Paris in 30 März 166 ; , hat einen sehr guten Auszug davon gemacht . Seil» leb -
fünf Foliobänden i66y gedruckt worden . Diese letztere Ausgabe ist mit tes Werk ist , Manuale Thomiftarum , zu Beziers 1680 , in sechs Duo -
verschiedenen Vorreden'und Dissertationen vermehrt worden , und bat dezbänden gedruckt . Er hat eine ganze Philosophie zum Drucke hinter -
nicht so viel Druckfehler , als die erste . Den Spaniern ist sie gar zu kurz ; lassen ; allein man findet , daß dieselbe allzuweirläuftig und nicht nachdem
sie nennen dieselbe nur ein artiges Handbüchlein der Theologie . Er hat Geschmacke unserer Zeit ist .
GoNtAUt ( Armanduö ) Bawn von Biron wurde im 1577 Jahre zum Marschalle von Frankreich gemacht . Er war seit dem 5 des Wintermonats 1569 Feldzeugmeister gewesen , und hatte zuvor alle Kriegöbedienungen durchwandert " . Unter so vielen schönen Thaten , die ihn berühmt gemacht , verdienet keine mehr Lob , als die Treue , die er gegen den König Heinrich den IN . von welchem er nicht geliebt wurde ( A ) , und gegen Heinrichen den IV , beobachtet , der von der römischen Kirche offenbar abgesondert war . Niemand hat nach dem Tode Heinriche des III so viel beygerragen , daß die Krone Heinrichen dem IV erhalten worden , als er ( B ) . Er ist auch von diesem letzten Prinzen ungemein bedauret worden , da er bey der Belagerung einer Stadt in Champagne geblieben b , ehe die Ligue gedämpft worden . Wenn er auch weiter nichts gerhan
Zahl der Verbannten gesetzt worden ( E ) : wie er aber als Feldzeugmeister , in der Bastille , wohnte , so hat er die bösen An - schlage der Würger wohl zu vernichten gewußt . Die Ursache des Verdachts , als ob er den Hugonotten geneigt wäre , ist ihm ungemein rühmlich ( F ) . Niemals ist ein Mann von seinem Stande von allgemeinem Gaben gewesen ( G ) . Er war nicht allein zu allen Kriegsbedienungen geschickt , sondern auch ein sehr guter Gesandter . Er liebte die Bücher und Unterredungen der Gelehrten , und schrieb alles in seine ^>chreibrafeln , ^vas ihm merkwürdiges vorkam . Er war sehr hitzig ; und liebte den Wein ein wenig zu sehr ( H ) . Er hatte noch einen andern Fehler , der vi - l großer , als diese zweene , war , lind welcher den Prinzen sehr oft viel Nachchell zuzieht : daß er nämlich die Gelegenheiten verabsäumte , dem Feinde einen entscheidenden Streich zu ver - setzen ( l ) . Er hat gefürchtet , daß dieses die Unordnungen des Krieges endigen , und daß der Hof ihn alsdann ohne einige Bedie - nung nach Hause schicken möchte . Man saget , er sey , nachdem er lange Zeit über die Weissagungen der Nativitatsteller ge - spottet , wovon der französische Hof damals eingenommen gewesen , in Ansehung der Todesart , damit ihn diese Leute bedrohet , vollkommen leichtgläubig geworden , ( K ) . Die Beschwerlichkeiten , die Wunden , die Jahre haben nicht verhindert , daß er nicht sehr bey Kräften gewesen , und man erzahlet eine beträchtliche Sache von seinem guten Magen ( L ) . Er hat viel Kinder hinterlassen . Ich werde von dem Aelresten reden .
a ) Siehe die umständliche Beschreibung im Brantome , Memoires Tora . III , pag . 326 . et fuiv . Der P . Anselm , welchen Moreri abgeschrieben , hat nur einen Auszug aus dem Brantome gemacht . t~ ) Bey Epernay den 26 des Heumonats 1592 .
( « ) Bayle hätte noch darzu setzen können , daß Biron , der Vater , dem Herzoge von Anjou in die Niederlande gefolgt , daß er zu Antwerpen gewesen , als der Prinz diese Stadt zu übenvaltigen gesucht , und daß man ihn anfänglich im Verdachte gehabt , als wenn er einer von den vor - nehmsten Urhebern der Verrätherey gewesen : daß aber in der Folge , da nach dem Abzüge de« Herzogs von Anjou , ein Brief Biron« an den Herzog , worinnen er diese Unternehmung widerrache» und verflucht , in den Kleidern dieses Herzogs gefunden worden , auf den Haß der Bürger von Antwerpen gegen den Biron , alle ihre Hochachtung und Wehige , wogenheit gefolgt sey . Dieß saget Busbec im XIX Briefe seiner sran - jösifchen Gesandtschaft . Crir . Anmerk .
( A ) Heinrich der III , von dem er nicht geliebt worden . ^ Er war in seine Ungnade gefallen , weil er sich dem Frieden widersetzt hatte , der im > ; ? z Jahre vor Nochelle geschlossen worden . ( Man merke , daß Brantome bereits gesagt hatte , es hatte sich dieser Prinz heftig wider den Biron erzürnt , und ihm bey dem dritten bürgerlichen Kriege , vor der Schlacht bey Moncontur mit dem Degen gedroht , siehe die Anmerk . ( v ) ) Heinrich der III , der damals nur Herzog von Anjou gewesen , hatte die - sen Platz bereit« etliche Monate belagert , und kein ander Mittel gesun - den , sich mit Ehren au« der Sache zu ziehen , als einen Frieden zu schiie« ßen ; denn die Fortsekung der Belagerung war gefährlich . und der De - aierde der königlichen Fr . Mutter , den Herzog von Anjou wieder zu sehen , und seiner eigenen Absicht entgegen , nach Pohlen zu gehen , und von demsel - bei , Königreiche Besitz zu nehmet , ; so daß eS seine Mutter und er sehr gen , gesehen , daß man die Belagerten zu einem Vergleiche vermochte . Biron hat altes gcthan , was cr gekonnt , den Römg und die Ro , niginn abzuwenden , keinem Vergleiche Gehör ut geben , und daß man ihm mit Verluste seines Gebens fceye - Hand lassen sollte , daß er die Stadt auf Gnade oder Ungnade in einem Monate , oder aufs längste in fünf XVochen , ohne das geringste zu wagen , und 5» verliehren , durch eine gute Blskade in seiner Gewalt ha , ' den wollte . Dieser Rath und diese Briefe richteten für dießmal nichts au» - - - - da nun Biron gesehen , daß er bey dieser Sacke nichts über den Ronig , die Römginn . und den Rönig von Pohlen gewinnen konnte , so ist er darauf gefallen , sich anderswo zu melden , uns hat an den Cardinal von Lothringen , und einige Ser vornehmsten Räche geschrieben : daß sie diese Aufhebung der Belagerung und Siefen Frieden verhindern , und ihm freye - Hand lasten sollten , dem Rönige nach einem Verzuge von scchs rvo , chen , Sie Stadt Rochelle zu unterwerfen , und sie ihm viel unter - thaniger zumachen , als sie jemals gewesen , welches auck gewiß war . Der Cardinal ? Oer ein wahrbaster Störenfried in denGe , fthästren war , ließ sich angelegen fiyn , diesfalls st ine Streiche zu spielen und die Räche zu gewinnen , den Ronig und die Rom , ginn von diesem Vergleiche und Frieden abzuziehen , welche ihre Majestäten und vornehmlich die Ronigmn dermaßen überlastig , ten , daß sie fcern ander Mittel zu finden wüsten , sich davon loszu - wickeln ; als daß sie durch den Abt von Gadagne . welchem sieal - les vertrauten , an ihren Sohn , den Ronig von Pohlen . Birons schöne Streiche und - Handthierungcn wider sie . schreiben und melden ließen , daß cr mir ihm reden sollte , wie es sich gekörte , und mir Bedroyungci , ; und zugleich schrieb cr an besagten Cardinal und die a»Ser»Rärhe , dieser Sache wegen , sehr trotzige und bedroh , liche Briefe ; welches er sehr wohl thun konnte , denn er hac mir seiner eigenen 'Hand , wie ich weis , deswegen so beherzte und so scharfe Briese geschrieben , daß sie alle darüber erstumer und er , schrocken , sö , daß sie sich nicht mehr getrauten , em einzige« tvört« chen davon hören zu lasten . tDas den Biron betrifft , wclchcr , ohne daran zu denken , eines Morgens bey dem Rönt ge feine Auf , Wartung machte , so empfing ibn'der Röntg von Pohlen in fei - . nem Rleidergemacbe , wo damals Rath gehalten wurde , welches sehr enge und mir wenig Leuten vcrsihen war / auf eine Art , die
nicht vergessen wurde , wie man sag - t ; denn beym ersten Empfange sägte cr diese XDotte zu ihm : Rommel doch her , mein artiges - Herr , chen , ich habe Nachrichten von euch erfahren , und ihr wollet mir heimliche Streiche spielen und nach Hofe schreiben : ich weis nicht , was mich zurücke halt , daß ich euch nickt den Degen durch den / Leib stoße und todt zur Erde niederlege ; oder noch bester , daß ich euch keine Comi . iissarien geben laste , die sich nach eurem ^ . eben erkundigen , nnd eure - Handlungen untersuchen , die ihr wi - der mich , den Rönig , uns seinen Staat vorgenommen habet , und euch daraufdenRops herunter schlagen laste . Und kommt es euch zu , wioer meinen ^Villen und meine Absichten zu handelnd Ihr , des sen Herkunft ich wohl weis i Xüas wärer ihr ohne den Rönig , und mich i und ihr vergesset euch ; ihr wollet beherzt thun , ihr wollet Rochelle einnehmen , sager ihr , in einem Monate oder sechs lochen , und woller die Ehre davon haben , und mich derselben berauben < ihr styd mir alizunahe getreten , ihr kleiner Naseweis . - - - Ihr Haber mich fünf Monate warten lassen ; und iyo , da ich mit Ehren herauskommen kann , wollet ihr mir hinderlich seyn , und nehmet euch vor , da zubleiben , zu erobern und durch diese «Lhreübcr mick zu siegen . Ick will euck lehren , einen ßen Felvherrn auf meine Unkosten zu spielen , und nicht auf eure . Brantome , Eloge du Marechal de Biron , Tom . Iii , feiner Memoires , pag . 540 . Biron hat seine Entschuldigungen , so mit als er gekonnt , ganz sanftmüthig gemacht , ( ebend . 344 ) und der Ronig vonPohlen hat ihm seit der Zeit , und auch nach seiner Zurückkunst aus Poh - len allezeit eine sehr kalte Mine gemacht . Ebendaselbst z . > ; Seite . Allein er hat ihn sehr wohl empfangen , ( ebendas . 346 S . ) da er dem Könige im Augustmonate 117 ; seine Aufwartung gemacht , nachdem er von der königlichen Frau Mutter , auf die Bitte des Herzogs von Guise , verlanget worden , welcher keine andere Rriegsbefeblshaber , als den Biron , und den von Srrozze by sich haben wollen , den - Herrn von Chore , des Connestable von Mommorency Sohn , mit seinen Reitern derb zu züchtigen . Biron hat sich in diesem Kriege sehr wohl gehalten , und ob man gleich gesaget hat , daß er die Partey der Ligue genommen haben wurde , wenn ihm die angebothencn dreyßig tausend Thaler in die Hände wären gegeben worden , so ist es doch viel wahrscheinlicher . daß er alle diese Vorschläge verworfen hat . Andere , und zwar die vernünftigste Partey , sagen , daß cr sich in der That bkv die - sem Gastgebothe befunden , ihre Worte und Anschläge angehört , die er verworfen ; und auch die , welche von der Religion , nnd von Ausrottung der Ketzerey handelten , worüber er gespottet . Krantome , Memoire» , Tom . III , pZß - Z5Z , 354 - So viel ist gewiß , daß der Rönig nach dieslm , in diesem Rriege , keinen bessern und gerreuen» Diener ge - fxmöen . , - - Nach des von Guise Cove , fand er sich bey fernem Ronige zu recht gelegener Zeit ein , und hat seinem - Herrn , der ihn sehr nochig hatte , nnd ihn auch mir großer Freude pfing . in großer Noch beigestanden ; denn qanz Frankreich war gleichsam wegen der Ermordung des von Guise , wider ihn schworen . Ebendas . 354
( L ) Niemand hat so viel , als er , beigetragen , , * # , sie Rrone für - Heinrichen den IV zu erhalten . ^ W " ° wollen den tome weiter hören , ebendas . „ Nach des Königes Tode , da er sich vor - . . längst unter den Soldaten , fo wohl Franzose» , als Fremden . ein Ansehen „ erworben , so , daß ihn alle liebten undanbcrheren . hat er sich ihrer sowohl „ versichert und sie gewonnen , daß dieß ein großer Streich , ja der schönste „ gewesen , de» er in Staarssachen gethan : denn der König von Navarra „ ist ohne Widerspruch einhällig . und mit Genehmhalturg aller , an „ die Stelle des verstorbenen Königes gesetzet worden , , - - so , daß „ alle Welt dafür halt , und es auch leicht zu vermiitben ist , daß ihn der „ Marschall zum Könige gema . - br ; wie er es auch , so wie ich l abe sagen „ hören , ihm seit dem mehr als einmal zu sagen und vorzuwerfen ge - „ wüßt hat : denn die Katholiken hatten ihn , als einen Hugonotten , ver -
lassen .

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