Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9984


Gonet .
601
die Re« Zorrede ist .
Iewesen , al« denen Per , gutes rhun . sie nicht
Ine ihre De , daß derGe , die billigen ombauldS
fgeldes von bezahlt be« nd Schmie .
schwach ge - daher ge -
Igeben ; und ihrem Ber - nicht allzu -
In man sich m Todever - wenn er Ifen heraus - jistliche Liebe ! >rüder seine
f»nd dem al - igen und sich Die uw Im Sinnge -
AiiteurS .
fciunöttr ge -
I '
Id zwcv Din - Ildes ist sehr ) zu bringen ; 5 er viele Be - oerung über - nan ihn ge - der Musen i , theils die Atteln , theils Fiickliche Be - R ? ? ? an lese die . lrt darinnen
I . nseyn . alseS sdernwihigen emals ist ein belieu ; seine Nusen gewe , > e Erndce ge , hsart derer , worein das
ri , oder ver , ? entezumnr - n ansüiiren . arrons kurz .
So
So bald ich Scarron , dich kann sehen ,
A ? uß mein Vergnügen auferstehen ,
Und die Vernunft erwacht be» mir .
Mein Gram , der Herz und Brust durchdrungen Wird durch dein trefflich Buch bezwungen ,
Dieß ist mein Gegengift dafür .
Beym Herkules ! ich will e« melden ,
( Der Schwur ist alt gmig ausgeheckt )
Daß jeder Spaß von deinen Helden Mich fast aus Grab und Tod erweckt .
Nun werf ich , gleich verhaßten Krücken ,
Die Plagen von mir , die mich drücken ,
Und seh den Bettel nicht mehr an ;
Ja alles , was durch geizigs Sparen Ein Armer nur für Noch erfahren ,
Und Schmerz und Mangel dulden kann .
Ich hänge , sag ich , in den Tempel Von deinem lustigen Virgil ,
Viel tausend Elend ohn Exempel ,
Das auf mich dringet ohne Ziel .
Bey dem poßierlichen Aeneen ,
Soll mir das Schicksal Rede stehen .
Warum ich so gequälet bin .
Den Brast von den Bestallungszetteln ,
Dabey ich doch das Brodt muß betteln ,
Geb ich der lustgen Dido hin .
Man kann schließen , daß unser Gombauldvon denen gewesen , denen eS
Gombaud . Dieß ist , setzet er dazu , gleichsam ver Auszug und Rern eines - Hofes gewesen ; nicht so zahlreich , aber , u>om ich es sagen darf , viel auserlesener , als Oer in , L . ouvre : denn es bat sich diesem Tempel der Ehre nichts genähert , wo die Tugend unter dem Namen der unvergleichlichen Arrenice verehret worden , wel - che« nicht ihres Seyfall» und ihrer - Hochachtung würdig ge« wcftn .
( L ) Ich will es in eine einzige Anmerkung setzen , was ich bey seinen Schriften zu erinnern habe , und was Renner davon geur - theilet haben . J Die Historie von der französischen Akademie , auf der 339 S . pariser Ausgabe von 1672 , in >2 . belehret uns , daß Gombauld in 16 ; - Jahre weder jbte Tragödie der Danaiden , noch die TragieomodieCi - dippuS , noch die drey Bücher von Sinngedichten , noch viele andere Ge - dichte , und Briefe und Discurse in Prosa heraus gegeben gehabt ; daß aber sein Endymion , und seine Pastvral Amaranthe , und ein Band von Ge , dichten , und ein Band Briefe gedruckt gewesen sind . Der Abt von Ma - volles beobachtet , in der Suite des Memoires» p . 246 . welches Bück er >657 herausgegeben , daß Gombaud kürzlich eine vortreffliche Sammlung von Sinngedichten herausgegeben^und auf der - 4 - S . ebendaf . daß sein
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Aconr>us / ( dieses ist ebendasselbe Stück , welches Pellisson Cidivvusnen " net ) und seine unsterblichen Danaiden , worinnen man seht schone 58erfe läse , noch nicht gedruckt wäre , ? . Die Vorrede , der nach seinem Tode kern . . « gekommenen Werke belehret uns , daß die Tragödie der Danaiden aedr»^ worden , und daß der Verfasier nicht allein eine Tragieomövte Cidivvus sondern auch einen Vorrath ; u einer neuen Sammlung von Verien' vornehmlich Sonette und Sinngedichte , hinterlassen habe , wel -
~ . . che noch . nicht ans ^ . ichc gegeben worden ; weil sie solche perlo -
noch am besten gegangen ist : er hat nur zwey Drittheile von feinem nen in - Händen hätten , die sich auf dergleichen Dinge nicht sehr lahrgelde verlohren , und hak durch starkes Anhalten um den Benstand verstünden . Man merke , daß der Endymion in Prosa ist . - er ist 1624 seiner Beschützer das Drittheil viele Jahre lang hintereinander bezahlt be - ^druckt , und 16 - 6 wieder gedruckt worden . Dieß ist eine Arr eines kommen . Er ist ein jubelmäßiger und mehr als jubelmäßiger Söldling Romans .
t> ( \ * m» 'Kniitot - fiirm foi hen den , Artikel Venjerade , ) Die M
gewesen . ( Siehe die Anmerkung ( 0 ) bey dem Artikel .
Denn die Begnadigungen , die man ihm jährlich gegeben , haben über ein halbes Jahrhundert gedauert . Ein sehr seltsamer Umstand ; denn so leicht der Hof von Frankreich Jahrgelder verwilliget , und sie die ersten Jahre richtig bezahlen läßt : so eilfertig ist er auch , sich derselben zu entledigen , und die hierzu angewiesenen Gelder zu nothwendigerm Gebrauche anzu - wenden . Es zeigen sich unaufhörlich Neuankommende , und man ver - gnüget sie gern ohne neue Unkosten ; das heißt , man giebt ihnen dasjenige was andern schon gedient hat , von denen man glaubet , daß sie die Wohlthat schon lange genug genossen haben . Die alten Pensionärs sind die Verhaßtesten , sie müssen mit der größten und demüthigsten Geduld betteln , und werden ohne die geringste Schwierigkeit zurückgewiesen .
( L ) Sein Leben kat bey nahe ein Jahrhundert gedauert - , , wie er ju jemanden im Vertrauen gesäget Kar . ] Was will dieß sa - gen ? Ein Mann von guten Sitten , der eifrig für seine Religion ist ; ein solcher Mann , sage ich , der ein Geheimniß aus seinem Geburtsjahre machet , und welcher , da er sich hat entschließen können , dieses große Ge - mniß einem Freunde zu offenbaren , demselben die Verschwiegenheit so
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Meinungen wegen des Werths seiner Gedichte sind getheilt . Ei - Nige Schriftsteller geben vor , es sey das Sonnet seine Stärke , und so zu sagen sein L00S , und der THeil des ParnasieS gewesen , der ihm zu ge , fallen , tvir wollen beständig unserm Naturelle folgen , also redet Queret im Kriege der Schriftsteller auf der , z» . 139 S rvir wollen niemals die uns eigene Gattung überschreiten , und den andern die Ehre nicht miszonnen , die wir nicht wie sie , zu erwerben wis - sin . rvir wollen die Elegie dem Desporres , die Stanzen dem Tbeophile , das Sonnet dem Gombauld , das Sinngedichte dem Mainard überlassen . Andere erstrecken GombauldS Herrschaft viel weiter ; sie wollen , daß er nicht allein über das Sonnet regiert , sondern auch vom Mainard das Reich der Sinngedichte erobert habe . „ Gom , „ bauld , der große Casuiste und Gesetzgeber des Landes , hat aus der klin - Agenden Insel oder dem Lande der Sonette sehr geschickte und manier .
»l , che Sache« kommen lassen . Er hat auch aus den epktammar . kt . en „ Gebirgen drey Compagnien leichte Reuter von kleiner Große qe / öaen „ welche aber mit einer wunderbaren Lebhaftigkeit gefochten , und sebr a , ' „ fährliche Pfeile gehabt , die sie mit einer unvergleichlichen ©ef^rfliA -
ark anpreiset , daß sichres« Freund verbunden hält , nicht eher , als nach dem welckes wvo^der^Dräüdenr ^' " 'stenrhum zu
ledigen Frauenzimmer , oder einer Witwe vergeben : ob man gleich außer Täcb in^ ? w ml « ™°rTe' Pag - 5« , 57 . pari ,
dem die Gefälligkeit hat , es nicht übel zu nehmen , wenn sie gern sehen , ^ " £ Ä «sLttti , °n M^Ues begnüget sich , den
daß die wahre Zeit ihrer Geburt unbekannt ist . Man sehe die neuen <^ " ^'1^ , c französische , , Poeten - u
Briefe wider den Maimburg 76 - , 76zS . wo man eine sehr artige Srel - der Oberherrschaft in An ,
le aus den Briefen des Fontenelle anführet . Allein wir können hier , so Ln O^ltM . n^t m . Ö ( ^e " können , und die deswegen
wie bey hundert andern Gelegenheiten , sehen , daß dasjenige , was nur ein . ^ « Memoire , , p . 246 . Boileau
Eigensinn , eine thörichte Schwachheit , eine Kindheit des Alters zu seyn machet mchtS aus den Sonnetten unser - Poeten : 4 '°DlUau
scheint , gleichwoh : zu seinem Grunde eine scheinbare Ursache und eine ge - wisse Art der Gründlichkeit gehabt . Gombauld ist kein Reimschmied , kein Versmacher , sondern ein vortrefflicher Poet gewesen , der sich bey der großen Welt in Hochachtung gesetzt hat . Siehe unteu in der Anmerkung ( E ) die angeführte Stelle des Zöoileau , und die Anmerkungen deö Menage über die Gedichte des Malherbe hin und wieder , wo Gombauld gelobt und angeführt wird . Er ist fleißig in den Schlafgemächern und Ver , sammlungen des Frauenzimmers gewesen , und hatte sich folglich eine große Fertigkeit in galanten Gesprächen erworben . Wenn er sich beym
aroße Aertigkeit m gaianre» vueipraujcu chuuiim . ii . » i»v
Frauenzimmer befunden , so hat er sid ) d« ®^tcl ( ^rtsI^e * erinnert : er hat sie gelobt , und ihnen geschmeichelt . Die Rolle eines geweckten Kopfes und galanten Menschen ist sein Lo°s gewe , en ; allun dieselbe desto wohlanständiger zu behaupten , hat er nothig gehabt , daß man sein Alter nicht wußte . Er hat eine große Sammlung von gedicht - « im . 6 , 7 Jahre drucken lassen . Hätte er nicht zu befürchten^ habt , daß , wenn man gewußt hätte , daß er 90 . jähre alt wäre , man es für sehr seltsam gehalten haben würde , wenn xr un> . emen^ ^eyheittbrief M
Ein gut Sonnet gilt mehr , als ein sehr lang Gedicht :
Doch tausend haben sich vergeblich drum beniühet ,
Dieß ist die Seltenheit , die diese Welt nicht siehet .
Kaum zählt man im Gombauld , Maynard und Malleville , ^wey die man loben kann , bey einer großen Fülle .
Das andre wird so schlecht , als Pelletier gelesen ,
Und ist mir einem Sprung im Pfefferkram gewesen .
In seiner Dichtkunst , 2 Gesang V . 94 . Er saget im 4 Gesänge , V . 48 . daß der so gelobre Gombauld noch den Laden lnite . Wir wollen da« . Urtheil eines andern Kunstrichterö besehen ; ich will e6 mit eben densel - ben Worten anführen , die Daillet Jugern . für le« Poetes , Toni V png . - 5 , - 6 . gebraucht hat . „ Rosteau saget , Sentim . li , r quelques Livres' „ qu'il a lus , pag . 74 . daß man wenig Beyspiele von Poercn habe , welche „ ihre Arbeiten mit Sinngedichten geendiget hätten , die gemeiniglich „ voller scharfsinnigen Einfälle und Feuer sind ; welches besser einem jungen „ Menschen . alS abgenutzten Poeten zukömmt . Allein er febet darzu , „ man könne den Gombauld entschuldigen . daß er sich in dem lebten „ Theile seines Lebens auf diese Gattun'g von Schriften gelegt , weil die „ meisten von seinen Sinngedichten vielmehr Beurtheilüngen des bösen „ Lebens und der verdorbenen Sitten seiner Zeit , als solch ? Gala^reven „ sind , die gemeiniglich für das Frauenzimmer gemacht werden . , . Rosteau setzet etwas zum voraus , das nicht allzugewiß ist , daß nämlich Gcml'aulds Sinngedichte die letzte Arbeit gewesen , womit sich der Verfasser beschäff - tiget hat . Dieß ist eine zweifelhafte Sacbe , um nimtS ärgers zu sagen ; denn ob sie gleich daS letzte Buch find , welches Gombauld herausgegeben hat , ( ich rede also , weil ich nicht weis , in welchem Jahre die Dancnden herausgegeben worden . ) so folget daraus noch nicht , daß 'er sie nicht in seiner Jugend gemacht habe Ich will sagen , daß er bey Zeiten ange - fangen hat , und bey Gelegenheit alle Jahre etwas darzu gefüget hat .
die andern reformirten Prediger zu Paris . . . er in einem so hohen Alter die Zeit auf dergleichen Geburten verwendete ?
Jedoch er ist nicht der einzige , der diese Schwachheit gehabt . Wir wer , den sie unten , in der Anmerkung ( K ) bey dem Artikel Guyct ( Fran - ciscuS ) , bey einem mit vielem Griechisch gepanzerten Sprachlehrer sehen , welcher sich noch viel eher hätte davon befreyen sollen , als ein Hofpoet .
( v ) ( Bt hat sich sehr fleißig in dem pallaste von Rambouillet eingefunden . ^ Der Verfasser von der Vorrede nennet es , den ange , nehmen Sammelplan aller Personen von Stande und Verdien - sie» , die damals gewesen . Prcface des Traitez et Lcttres de Mr . de
G0Net ( Johann Baptista ) ein Dominicanermönch , gebürtig von Bezierö , ist auf der Universität - tu «w»
gewesen , und hat allda die Theologie öffentlich gelehrt . Er hat auch daselbst die berufenen Provincialbriese des Monrafto b ? l^ ligen lassen welches ihm den Haft und Widerwillen der Jesuiten zugezogen hat . Er hat verschiedene Werke herausaea / b^ worinnen er gezeigt , daß er m der scholastischen Philosophie stark gewesen und daft er - n den Grundsätzen der Gotte6ae ? ahrtheit ke , ' ne große Gelehrsamkeit gehabt . Er hat sich gegen das Ende seines Lebens nach B - ziers begeben , und ist daselbst den L lei " er - 68 r gestorben >> . Roncolles , der ihn m einem von wen Werken gelobt c hat vor einer neuen Ausgabe den Dankst gungebries bekannt gemacht , den er deswegen von diesem Klosterbruder erhalten hat , worinnen man ihn versichert , bey lender Gelegenheit gleiches mit gleichem zu vergelten . * ' 7 , ai " - ) Das ist Pascal , n Aus einer von Paris erhaltenen Nachricht . , ) Ich glaube , es ist die Unterweisung zur Historie .
II Sand . Gg gz ( ^ ) Ex

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