Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Golms .
concordia litterarum et religicnis Ienac , xt volunt habitam , iam olim falfimoniam efle merani , cdita cpiftola ipfe oftendit , et nuper fuppo - fiticii iftius foetus parens Melchior Haiminsfeldus Goldaßus fe prodi - dit . Miraeus in Vita L ; pf . ju Ende Z5 0 . bn ) mir . Allein es giebt so sehr eingenommene Leute , die in nichts nachgeben wollen , und wider die aller - klärsten Beweise fchußfrey sind . Es giebt dergleichen Leute , die hals - starrig behaupten , daß LipsiuS diese Rede eben so gehalten , wie Goldast vorgegeben hat . Man lese folgendes , Placrius , de Pfeudonymis , p . 219 . Iufti Lipfii nomine , de duplici concordia Htterarum et religionis , editas Orationes , ( * ) non efle ipfius , fed Melchior'ts Go / dafli , Miraeus in Vita Lipfii , pag . ni . 67 . refert . Carolus etiam Scribanius Iefuita , cap . vlt . defenfionis pofthumae , Lipfii operibns in folio praefixae , quot iain ante inenfibus , quam Orationes iftae habitae perhibentur , Lipfiutn Iena difeesfifle , audadter feribit : fed vide refutationem hu -
iusce mendacii Fadtam , a Sagittario in Lipjto Proleo , Franeofiirti 1614 edito . Ich verlange die Unbeständigkeit . des Lipsius in Religionssachen nicht zu leugnen .
( * ) Er Hätte nicht in der vielfachen Zahl reden sollen ; denn es ist nur eine Rede gewesen .
( X ) Man hat sich über seine etwas rvunverliche Gemüthsart beklagt . ) Da ihm sein Gönner Schobinger geratheu , nach Lausanne zu hen , wenn es daselbst wohlfeiler zu leben wäre , als zu Genf : so setzet er diese Einschränkung dazu ; Modo acrebris migrationibus in pofterum abfti - neas , quae neque e re neque pro exiftimatione tua morofitatis nefcio cuhis fufpeöum te apud nonnnllos fecere , qui id mihi Tiguri nuper obiecerunt . Siehe den LVIII Brief , der im >688 Jahre gedruckten Sammlung . Er ist zu St . Gallen im Hornunge >602 unterschrieben .
mer , die Gotteegelahrtheit und Arzneykunst ; er legte sich auch mit großem Eifer auf die mathematischen Wissenschaften , seinen , zwanzigsten Jahre verließ er die Akademie Leiden , wo er essehr weit gebracht hatte , und begab sich auf ein Landhaus ° , mit dem Entschlüsse , zwey Jahre daselbst mit keiner andern Beschädigung , als den Studien , zuzubringen ; allein er wurde durch starkes Studieren bald krank ; und ward genöthiget , seinen Vorsatz zu unterbrechen . Er wurde von den Arbeiten und Lehren des gelehrten Erpenius dermaßen eingenommen b , daß er sich demselben gänzlich ergab . Er that mit der Herzoginn de la Tri - mouille eine Reise nach Frankreich , welches Gelegenheit gab , daß er nach Rochelle berufen ward , daselbst die griechische Sprache zu lehren . Er stund diesem Amte nicht lange Zeit vor c , weil die bürgerlichen Kriege , die sich endlich durch die Eroberung die - ser Stadt endigten , dem Golms ein Verlangen machten , nach Holland zurück zu kehren . Einige Zeit darauf , folgte er dem Ab - gesandten d , welchen die vereinigten Provinzen an den König von Marocco schickten , und er machte sich die Rachschlage wohl ui Nutze , die ihm Erpenius gal ) ( B ) , sich die vollkommene Erkenntniß des Arabischen zu erwerben . Er schien so neugierig , und von den Wissenschaften und Sitten der Araber so wohl unterrichtet , daß er sich bey den Lehrern und Hofleuten ungemein beliebt machte . Er erhielt auch viel Proben der Gütigkeit vom Muley Zidan , Könige von Marocco ( C ) . Er bediente sich vieler Bücher , die den Europäern unbekannt waren , und unter andern der Jahrbücher des alten Königreichs Fch und Marocco ; welche er zu übersetzen beschloß . Er verfertigte auch viele Sammlungen , die Historie der Serifs betreffend . Er führte durch dieses Mittel dem Erpenius tausenderley schöne Schätze zu , welche diesem Professor große Dienste geleistet haben würden , wenn ihn n'cht eine ansteckende Krankheit kurz darauf weggerücket hätte . Golms leistete , ohne die geringste Betrachtung der Gefahr , welcher er sich aussehte , seinem lieben Lehrmeister bey dieser Krankheit alle ihm mögliche Dienste , und verließ ihn nicht eher , als bis er ihn hatte den Geist aufgeben sehen . Er wurde in der Profeßion der arabischen Sprache , zu seinem Nachfolger erwählet c , nach dem Rathe , den der Verstorbene vor seinem Tode gegeben hatte ; und er verwaltete dieses Amt auf eine so gelehrte Weife , daß man dem unvergleichlichen Erpenius , nicht den geringsten Vorwurf zu machen Ursache hatte f . Allein in wahrender Zeit , da er andern eine Genüge thar , so war er mit sich selbst nicht zufrieden ; er glaubte , daß ihm noch viele Dinge mangelten , und daß er dieselben nicht anders erlangen könnte , als wenn er sich an die Oerter begäbe^ die der Quelle an : nächste»» wären . Erhielt also bey seinen Obern um Urlaub an , eine Reise nach der Levante zu thun s . Er hielt sich anderthalb Jahre zu Aleppo auf^ hierauf that er einige Reisen in Arabien , und gegen Mesopotamien , und kam zu Lande nach Constantinopel . Seine Wissenschaft und seine Klugheit ließen ihn überall Freunde und die nöthige Leichtigkeit finden , sich eine Reise unter diesen barbarischen Völ - kern zu Nutze zu machen . Er fand Türken , die ihn in schönen Bibliotheken herum suchen ließen ( D ) . Mit einem Worte , er ließ em so gutes Andenken seines Namens zurück , daß es auch seinem Bruder sehr nützlich war b , der einige Zeit darauf eben Hieft Reise unternahm . Unser Golius kam nach Verlauf von vier Jahren , mit schonen Manuscripten , und im Gedächtnisse mit unzähligen seltsamen Dingen beladen , nach Leiden zurück Er hatte seine alten Vorlesungen kaum wieder angetreten , so fah er sich zu andern berufen ( E ) ; denn er wurde zum Professor der Mathematik^ an die Stelle des Willibrord ( vnellius , ernennt . Er bekleidete diese zwey Aemter , ungefähr über vie . zig Jahre , mir Ruhme : und ob sie gleich alle Muße eines arbeitsamen Mannes erschöpfen konnten , so fand er dennoch Zeit , an schönen Werken zu arbeiten , die das Licht gesehen haben ( F ) , und dre zu unternehmen , d / e jenen nichts nachgeben würden , wenn er so lange gelebt hätte , daß er die letzte Hand daran legen kon - nen ( G ) . Das löblichste bey seinen Arbeiten ist gewesen , daß er sich mit Eifer darauf gelegt , seine Erkenntniß der Sprachen , zur Fortpflanzung des Glaubens unter den Ungläubigen ( H ) , und zum Tröste der Christen , nützlich anzuwenden , die unter der T»ranney der Mahometaner seufzen . Er hat einen Briefwechsel mir den allergelehrtesten Mannern in Europa gehabt k , und ist von den gekrönten Hauptern sehr hoch geschätzt worden icein Temperament ist so dauerhaft gewesen ( I ) , daß er fast beständig einer vollkommenen Gesundheit genossen . Er ist den 28 des Herbstmonats 1667 gestorben , nachdem er alle schen Ehrenstellen bekleidet , und sich so wohl durch feine Tugend und Gottesfurcht , als durch feine Gelehrsamkeit in Ansehen ge - setzt hatte . Er hat vernünftig von Sachen geurtheilet ; denn er hat die Aufführung beweint , die man bey denReligionsstreitig - ketten beobachtet ( K ) . Er hat zween ^>öhne hinterlassen , davon ich in der Anmerkung ( L ) reden werde .
a ) Bey Naalswyk gelegen . Es hat seinem Vater zugehört ein Jahr , d ) Im 1622 Jahre . - ) Im 1624 Jahre . / ) ttac mo non renatum in Golio Erpenium , et corpus tantum hominis , non virtutem Profeflons mutatain credere : ipfe non credulus illis , omnia in fefe requirere , et licet haud quaquam arrogaret fibi magiltri fummam , tarnen ne hac quidem contentus efle . loh . Frider . Gronouius , in Orat . funebri Iac . Golii , pag . is . g ) Die offenen Briefe , die ihn , der Prinz von Oranien , Friedrich Heinrich , ertheilet hat , sind den 30 des Wintermonats >< , 25 unterschrieben , h ) Er ist ein Mönch gewesen . Siehe den Artikel - Hcmclar . » ) Quadriennio circumaäo cum inaeftimabili quo bibliotheca publica fuperbit , rariifimorum librorum tnefauro , quem mente ac peftore condiderat , huc regreiTus intermiflä docendi tnunia repetiit . Gronou . [ Orat . fun . I . Golii , p . 19 . Das Verzeichniß der Manuseripte , welches er mit - gebracht , ist mehr als einmal gedruckt worden , h ) Gronovius nennet viele davon , und unter andern den Cartesius . Siehe in dem Leben dieses Philosophen vom Baillet , dieFreundschast des GoliuS gegen ihn . / ) Aus seiner Leichenrede , von Johann Friedrich Grvnoven , ten . Die Jahrzahlen fehlen überall , man hat sie auf dem Rande * — r " ' " 6 ) Er ist Professor der arabischen Sprache zu Leiden gewesen . <7 ) Nur f ) Hac in Sparta ornanda iam fatisfaciebat omnibus , haud quaquam fibi : ne .
( A ) 15c war aus einer alten und ansehnlichen Lamilie . 1 Sie
war ursprunglich aus Leiden , wo Lranciscus Golius , der Uraltervater desjenigen , davon wir reden , ungefähr : im , 45z Jahre , Schöppe gewesen ist . Cornelius und Gilbert Golms , seine zween Enkel , sind Raths - Herren in eben dieser Stadt geworden . Sie sind Söhne Theodor , chs Golms gewesen , welcher , weil er sich zwey - oder dreymal verheirathet hatte , auf seine Nachkommen verschiedene Grade der Verwandtschaft , mit einer großen Anzahl guter Familien gebracht hat . Ein andrer Theo - dorich Golms , der von diesem entsprossen , ist der Vater unsers Jacobs gewesen . Er hat ein ansehnliches Amt besessen , Feudonim Hollandiae achiarius . ( Gronov . in des Joh . Golius Leichenrede , 6 Seite , ) und ist einer von den «Bürgern in Leiden gewesen , die am meisten zur Erret - tung der Stadt , unter währender Belagerung beygetragen , davon die Historien so vielgeredet haben . Seine Ehfrau , die Mutter unferöPro - fessors . hat Anna Hemelar geheißen , l ebendaselbst , ) und einen Bruder ge - habt , den ich einen Artikel bestimmet habe ; suche den Art . Hcmelar , ( Joh ) wo ich vom perer Golm» , Jacobs Bruder , rede» werde .
( B ) ( Sc bat sieh die Rathsckläge zu ! ? uye gemacht , die ihm Erpenius gab . ] Er hat ihm unter andern Dingen aufgetragen , sich nach dem Ursprünge gewisser Sprnchwvrter zu erkundigen , und zu UN - tersuchen , auf was für eine Gewohnheit oder Neigung der Volker , viele
darzu sehen müssen .
arabische Ausdrückungen und Wörter gegründet wären , die er nur muth - maßlich verstünde , und von welchen er weit bessere Erlauterungen , nach seiner Meynung , würde gebe« können , wenn er in den Ländern selbst ge - wesen wäre , wo diese Sprache im Gebrauche ist . Allein wir wollen uns der Beschreibung bedienen , die man von allem diesem , in dem von mir angeführten Buche findet . Intellexerat ( Erpenitu ) vnmn fibi deefle , quod terras , in quibus viget atque in vfu habetur Arabismus , non in . coluiflet , non accelliflct . Qiium enim multa in pronitu haberet verba , prouerbia , vocabula , quae quid fignificarent , diuinabat magis et fufpicabatur , quam nouerat , quod de rerum forinis , hominum aöionibus , locorum habitu , vnde et vbi illa nata efl'ent nunquam ocu . Iis iudicaflet : hoc praeeepit , inculcauit , infixit noftro , vt quiequid eiusmodi fiue natura illic , liiie ars , fiue confuetudo nobis ignarum . peperiflet , aut introduxilfet , diligentiflime obferuaret , accurate de . feriberet , annotaretque vna cum iignato cuiiisque nomine , et fi no - fcerentiir , caulis nominum . Gronouius , in Orat . funebri , I . Golii ,
( C ) hat viele Proben der Gütigkeit vom Mule^Aida» , Ronige von Marocco erhalten . ^ Er hat ihm einen sehr wohl ge - schriebenen Brief vom Erpenius uberbracht , und sich selbst durch seine angenehme Manieren auf eine glückliche Ärt beliebt gemacht . Nec pri . uata tantum humanitate , fed et Ixrperatoris ipfms Mulei Zidani ( quam

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