Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Goldast .
endlich ihre Vermahlung mit Sem rvestphSlischm prin«n gewe - fert . Hamburgis . Tagebuch , von 26 August , 1695 . 142 S . Er iaget unter dem zc , des Herbstmonats , >695 , auf der - > ? , 220 , 221 S . ebendas . daß die Nsmanschreiber verbunden find , der Historie zu folgen , wenn sie in einer Vorrede den Grund ihrer Erdichtungen angeben . Gleichwohl , setzet er dazu , hat diese» le Noble in der Nachricht nicht gethan , Sie er seiner Zulima vorgeseyet har ; wie es aus dem Auszuge ei - nes Briefes erhellen wird , den ich über diese Materie von guter - Hand erhalten habe . Hier ist er : „ Man sieht rvobl aus dem , „ was ihr aus dem kleinen Suche des le Noble anführet , daß er „ alles verwirrt har . Eberhard , - Herzog von WestpKalen , ist ei - „ ne Person , die durchaus in der - Historie unbekannt tf ? ; und „ rvenn er zur Zeit des saracenischen Prinzen Noradin , im XII „ Jahrhunderte , gelebet , wie konnte er der Stammvater dieser „ Grafen von Gleichen fevn , welche ihre Grafschaft von Carln „ dem großen , erhalten Häven wollen , und wenigstens viel alt« ?
„ sind , als die senftit des Meers angeführten Rriege . Das - Hans „ der Grafen von Gleichen ist erloschen , und ich glaube , daß das - „ scnigc . was man aus derselben Urkunden gezogen zu haben „ vorgiebr , eben so fabelhaft , als das übrige dieses kleinen Ro - „ mans ist . Unterdestcn ist es wahr , daß man eine , von einigen „ neuern Chroniken bekräftigte Sage har . welche enthalt : daß „ ein Graf von Gleichen , der seine Erlsserinn von senftit des „ Meers mit sich qebracht , und seine erste Gemahlinn noch le , „ bendia angetroffen , Mittel gcftmden hat , sie alle zwo in gutem „ Verständnisse miteinander , und , wie man sager , mit Genehm - „ Haltung der Rircke , zu behaltm ; wobey sich wenig«Xchrschein , „ lichkeit findet . Das kann man gewiß glauben , daß steh weder „ zu iLrfurrh , noch zu - Hervorden , ein Denkmaal des - Herzogs „ Eberhards von Xvestphalen findet . Die Graftn von Gleichen „ sind Nachbarn von Erfurt in Thüringen gewesen , und haben „ mit - Hervord in N ) estphalcn , keine Gemeinschaft gehabt . , ,
Goldast , " ( Melckior HaimniSfeld ) gebürtig von Bifchofszell b im Schweizerlande , lind ein Protestant vom Genfer Glaubensbekenntnisse , isi ein sehr gelehrter Mann des XVII Jahrhunderts gewesen . Seine Familie war nichtreich ( A ) , und er hat niemals em großes Glücke gemachet ; so daß er sich mehr durch die große Anzahl Bücher , die er geschrieben , und deren Ausga - ben er verschafft , bekannt gemacht hat , als durch seine öffentlichen Bedienungen . Eine im 1688 Jahre gedruckte Sammlung von Briefens K ) zeiget , daß er sich im 1598 Jahre zu Bischofszell aufgehalten . Daß er im folgenden Jahre zu St . Gallen , bey einem angesehenen Manne gewohnt , der sich für seinen Mecänas erklaret , und Schobinger geheißen hat . Daß er in eben diesem °fahre zu Genf gewesen ist , und mit Vassans Söhnen , deren Lehrmeister er gewesen , beym Lectius gewohnt hat ( C ) . Daß er noch im 1602 Jahrezu Genf gewesen ist , und sich über sein Elend beklaget hat . Daß er in eben demselben Jahre nach Lausanne gegangen , weil er daselbst mir weniger Kosten , als zu Genf leben können , und daß er kurz darauf nach Genf zurück gegangen . Daß er auf des Lectius Empfehlung dem Herzoge von Bouillon , als «vecretär gegeben worden . Daß er diese Bedienung nicht lange behalten ; denn er ist in , Monate Hornung i6oz zu Frankfurt gewesen . Daß er im 1604 Jahre zu Forsteg eine Bedienung gehabt . Daß er im 1605 ^ahre zu Bischoftzell gewohnt , wo er sich beklaget , er wäre wegen seiner Religion nicht sicher ( v ) , die ihn auch so gar bey seinen^Anverwandten sehr verhaßt gemacht . Daß er im 1606 Jahre zu Frankfurt gewesen . Daß er sich daselbst verhcirathet , ^ ^ 1 fw er rtofoftott hnß htpJiMirhfpn fcihcv freunde , wegen einer
Chatte bereits viele Bücher August 1Ö35 e . Seioppius
aeben hat , davon er selbst Urheber gewesen . Es scheint , daß man sich über seine etwas eigensinnige GemüthSart ( K ) , und über seine Unredlichkeit beklaget hat d .
a ) Aus den latei . uftl ) en Briefen , die man an ihn geschrieben , erhellet , daß man ihm ohne Unterschied Goldaftuc , oder Goldinaßus , oder Guldinaftus genennet har . Seine Vornamen sind lateinisch gegeben worden , Melchior , oder Melior Heiminsfeldius , oder Haiminsfel - diiis , oder Hamenueltus , oder Hamenuelto und Haraeneuelto . b~ ) Auf Lateinisch , Epifeopocella . Moreri bekriegt sich , wenn er saget , daß er von Hemmöfeld gebürtig sey . <0 Witte , in Diario Biograph , d ) Siehe die in der Anmerkung ( G ) angeführten Stellen .
( A ) Seine Familie war nicht reicht Dieses erhellet aus eini - gen Briefen Conrads Rittershusius , bcu welchem Goldast in der äkost gestanden . Goldast war weggegangen , ohne seinen Wirty zu bezahlen» und hatte nach seiner Zurückkunst in seinem Vaterlande viel Zeit verstrei - chen lassen , ehe er ihn vergnüget hat . Rittershusius beklaget sich , in dem III Br . der 1688 gedruckten Sammlung . darüber , und stellet vor , es hätten ihn die Fleischer , Becker und Brauer dermaßen geplagt , daß er Geld auf Zinsen borgen müssen , ihren Verfolgungen ein Ende zu machen . Cr sehet dazu , er hoffe , daß ihm Gvldast den Hauptstamm , nebst den Zinsen wieder geben würde , und daß Taurellus , und einige andre , es also mit ihren Kostgängern zu halten pflegten , die cs brauchten , daß man ihnen bergre . Sein Brief ist den August , <98 unterschrieben . Im folgenden Jahre hat Stuckiu« an eben diesen Gvldast geschrieben , ( sein Brief ist der neunte in der gedachten Sammlung , ) daß sia ) Juttershu - sius beklagt , er habe die 5 - Goldgüldcn nicht erhalten , die er ihm schuldig wäre ; dieserwcgen ermalmec er den Schuldner , sich schleunig abzufinden , und saget ihm , daß nian sich bey seiner Mutter darüber bek agen wurde , wenn er es nicht thäte . Ein andrer Brief de6 Rittershusius , der XI m der angezogenen Sammlung , unter dem 8 des Herbstmonats isv9< berichtet , daß er bezahlt worden , und qnittiret ihn über die Zinsen ; das ; aber viel üble Gerüchte vom Goldast in Alrdorf herum gingen , weil er dalelbst viel Schulden gelassen hätte . Dieß aber ist kein Beweis , den man wider seinen vorgegebenen Adelstand anführen kann . Wir erfahren vom Sca - liger , daß 'Goldast ein Edelmann seyn wollen . Goldast hat sich für «Mich ausgegeben , und sein Stammhaus , in der Gegend von St . Gallen , ange - geben . Scaligerana , 9 ; Seite bey mir . Man kann ein Edelmann seyn , ohne das Geld zur Kost zu haben . Seioppius bemerket : daß Goldast seinen Namen ein Wörtchen angehangen , das nur dem Adcl gehörte : Fratribus quidem certe hoc vno nomine nobilior , quod ille fe tan - tum Heiminsfeld , hic autem Heros notier , pro confuetudine plerae - que nobilitatis ab Heim'msfeld cognoininat . Obor . Grub . Araphot . Sciopp p in Allein hier ist ein gutes Merkmaal von Gvldast« Armuth . Wenn er Bücher drucken lassen , 's» har er Abdrücke an die Stadträthe und Kirchengerichte geschickt , damit man ihm eimgeG - Ichenkegeben so - len . Man hat ihm etwas weniges mehr geschickt , als die Bucher ge - kostet , und seine Freunde dachten Wunder was sie thaten , wenn sie ihm dergleichen kleine Geschenke zuweqe brachten . Diese armselige delschaft hat ihm seinen Unterhalt gewinnen helfen . Ein Prediger , Namens David Lange , hat ihm von Memmingen geschrieben , daß ihm der Rath des Orts in dorn Einschlüsse , vnuin mnnmum aureum schicke , und das Kirchengerichte einen andern für daö Exemplar seines Buches . Siehe den , z , Brief der Sammlung .
( B ) ( Sine Sammlung von Briefen . ) Hier ist der Titel : Viro - rurn clariflimorum et doctorum ad Melchiorem Goldaltum hpiltolae , ex Bibliotheca Henrici Guntheri Thulemarii I . C . editae . Franco - furti et Spirae 1688 in 4 .
( C ) ( Bt hat ) u ( Stnf beym Lectius gewohnr . Z Dieser ist einer von den Professoren bey der Akademie gewesen . Die Sammlung der Brie - fe , davon ich geredet habe , entölt einen , nämlich den 56 , der frftr empfindlich wider ihn ist . Er beklaget sich , daß Goldast und seine Schüler , da sie von ihm weggegangen , ihm kein ansehnliches Geschenke gemacht hätten ; al» lein Goldast seines TheilS beklaget sich , daß er sie geiwthiget hätte , hun -
derterley Dinge , als Oesen , Bänke , Schlösser , Schlüssel , u . d m . unrecht - mäßiger weise zu bezahlen . Man muß bekennen , daß diejenigen , welche Kostgänger auf hohen Schulen halten , mehr als zu oft einen stinkenden Geiz blicken lassen . Wenn es keine Professoren sind , so ist das Uebct eben nicht groß : allein was für Schande für die Gelehrten ! was für Un - ehre für ihren Stand , wmn sich mich Professoren auf einen filzichten Ge - winn legen .
( P ) Er hat 1605 in Bischof« ; ell gewohnt , wo er sich bekla , get , ( man sehe den LIX Brief , ) nicht sicher zu fepn . ] pius erzählet , es habe ihm Aodocus Mezlcr , VicariuS der Abtey zu St . Gallen , gesaget , daß Goldast allda Diebstahls halber ins Gefängniß ge« setzet worden sey . Er setzet dazu , daß Goldast um Erlaubniß gebethen hatte , ein kleines Gütchen bey St . Gallen zu kaufen , wo die lutherische Frau , die er zu heirathen willens gewesen , Gewissensfreyheit hätte ; denn ihn betreffend , >0 würde er gar leicht ein Katholik seyn . Gommodnm eas litteras legeram , cum officii caula vifum ad nie venit D . Iodocus Mederns , illuftriffimi Principis et Abbatis S . Galli vicarius , iihunque Melchiorem ad'iuc viuum probeque Tibi notum eile affirniauit . Id - que vt credibilius taceret praeter alia hoc quoque de eodem narra - liit , expofuifle eum libi in fermone , in quanto apud Sangalienfes pe - riculo lerne ! verfatus fiierit , cum illi fiirti nomine in cal - cercin fe compegiflent : petiifle etiam , vt praedioli cuiusdam in Sangallenfi ter . ritorio emendi ab Abbate poteftas tibi fieret , ita tarnen vt vxori , quam ducere in animo haberet , I . utheranae Religionis libertas falua eilet : nam feipfuin quidem Catholicum facile futurum . His ego au - ditis coepi de ipfo non defperarc futurum , vt fato aliquando fratris Vtatur , et fublime putius quam humi ptitiß - at , cum praefertim nemo , qui faciem eius viderit , non confeftim patibulo dignum iudicet . terim nos velut Ciceronem Vatinii inorte nunciata , cuius paruin cer - tus dicebatur auflor , refpondill'e legimus , vfura fruevmr . Seioppius , in Oporini Gnibinii Amphot . Scioppian . pag . 108 . Seioppius ist hier verdächtig , thcils n * cil er ein Lästerer gewesen , theils weil er in der Enu bildung gestanden , daß Goldast dem Sealiger die Materialien dargebo - then hatte , die Satire Munttern , Hypobolimaeus - n verfertigen . Hein qu> tibi omnium illorum , quae de Scioppii natalibus , vita , ftudiis , ac fortnna in Satyrain et Confutationein tuam coniecifti , auflor fuit . Ebendaselbst >u S . imgleichen 332 S . Man wende dieses auf die - An - merkung ( . H ) «n .
( E ) ( Bv hat bis 1610 zu Frankfurt in schlechten Umstanden ge - wohnt . ^ Dieses erhellet aus dem 278 Briefe der Sammlung , der ihm vom Quinnus Reuterus , Aufseher des Collegii der Weisheit zu Heidel - berg geschrieben worden . Er ermahnet ihn , sich in dieses Eollegium , als ein Kostgänger zu begeben .
( ? ) - < - und die Absichten feiner Freunde , ihm eine gute Bedienung ; u versckaffcn , krebsgängig werden stl ? cn . Z Sie be - mühten sich an dem Hofe des Cburfurstcn von der Pfalz , ihm das Amt eines Raths im 160z Jahre , bey Sr . Churfurstl . Durchl . z» verschaffen . Der LXGI Brief redet davon , als von einer geschlossenen Sacbe ; allein in dem CXCIV Br . bezeuget LingelSheim , daß diese Sache krebsgänaig würde ; und in dem CCIX Br . daß sie gänzlich zu Wasser geworden . Da - malS hat der Churfiirst von Maynz , unferm Goldast'eine Bedienung angebothen . Dieser hat Lingelsheimen um Rath geftaget , ( man sehe den

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