Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9902

Gleichen .
Tode
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so vielen Gefährlichkeit ! , , umgeben , die so nachtheilig , die so »nehrbar war ; sie ist gleich das erstemal , da sie den Sklaven sieht , vollkommen entschlossen dazu :
Vt vidi , vt perii , vt memalus abftulit error ,
Virgil . Ed . VIII . v . 41 .
593
konnte sie mit vielen andern ausrufen . Opera gesaget
Wie richtig hat man in einer
Gott Bacchus kömmt zurück aus femen Morgenländern ,
Sein Wagen ist umringt mit seiner Siege Pfändern ,
Er lacht die Liebe alls ; allein der Liebe Macht Hat tausend Sklaven mehr , als er , in« Joch gebracht .
Ich weis nicht , ob die Frau von Ville - Dieu die Historie unser« Grafen von Gleichen in eine» Roman gebracht hat . Dieß wäre ein schönes Feld für ihre Feder gewesen ; und so trocken auch Hondvrfs Erzählung ist , so würde sie dennoch «twaci sehr artiges daraus gemachet haben . * Man merke , daß der Triumph der Liebe hier nur das schöne Geschlecht angeht ; denn der Graf ist gewißlich nicht , als «in Verliebter , sondern als ein Edelmann zur Vielweiberey geschritten , der es überdrüßig war , ein Sklave zu seyn , und Bauerarbeit zu thun . Nun wollen wir auch beobachten , daß die Thar dieser türkischen Prinzeßin , bey weitem nicht so schändlich gewesen , als der Tochter des Nisns , oder der Tochter des Pte> «laus . Siehe den Artikel Amphitr / on , im Texte , zwischen den merkungen c ) nnd d ) . Vielleicht ist sie auch noch eher zu entschuldigen , als der Tochrer des MinoS ihre . Sie hat auch einen viel glücklichern Erfolg gehabt , als die Verrätherey dieser dreyen Prinzeßinnen und an - derer dergleichen Schlachtopfer der Liebe , und Zierrarhen des wagens der Venus . Man schreibe dieserwegen dem männlichen Ge - schlechte keinen Vorrheil zu ; denn es giebt genüßlich viel mehr Männer , die ihre Mägde Heirachen , als Frauen , die ihre Diener Heirachen .
* Was Herr Bayle hier von einer französischen Feder wünschet , das ist von einer deutschen längst erfüllet worden . Hofmannö - waldau , der das Liebeöhandwerk verstund , hat in seinen fe« eine so fchcme Begebenheit , als dieses Grafen von Gleichen sei - ne war , nicht übersehen können . Er hat sie vielmehr auf der 56 und folgenden 0 . der breßlauische» Ausgabe , von 1699 . nach seiner Art erstlich erzählet , und hernach sowohl einen Brief des Grafen an sei - , ie Gemahlinn , als eine Antwort von dieser , an denselben erdichtet . Ich will aus beyden mir etwas weniges anführen , das nach des Herrn Bayle» Geschmack« seyn möchte , und was er uns selbst angeführet haben würde , wenn er eS französisch gehabt hätte . Der Graf ent - schuldiget seine Liebe gegen diese Türkinn folgendergestalt :
Wie sollt ich . liebstes Weib ! nicht eine Seele lieben ,
Die mich dir wieder bringt , und meine Fessel bricht ?
Nicht me»ne , daß mich hier ein Geist der Wollust treibet ,
Zeit und auch Ungelück hat dieses langst verjagt .
Denn wem der Tugendstamm recht in der Brust bekleibet . Der höret leichtlich nicht , was ihm ein Laster sagt .
Zht soll ich ihren Dienst durch meinen Leib belolme» ; Die Münze , so sie sucht , ist meines Mundes Kuß ,
Sie acht mein Herze mehr , als ihres Vaters Kronen , Und liebst du deinen Mann , so lieb auch ihren Schluß !
Ich werd hinkünftig sie mit deinem Namen nennen ;
Scheint dir die Zahlung groß , die Schuld ist ungemein :
Wer nur vernünftig ist , muß dieß mit mir bekennen , Der Gott , der Zucht befiehlt , heißt uns auch dankbar seyn .
Dein Glimpf muß ihre Treu , wie sichö gebührt , bezahlen , Daß du mich schauen wirst , hat ihre Hand gelhan .
Dir bleibet auch der Kern , sie sättigt sich mit Sclplen , Du hast das beste Drodt , sie nimmt die Brocken an . : c .
Und die Antwort der Gräfinn hält , wegen de« zweifelhaften Pun - cre« , folgende Erklärungen in sich :
Wa« aber schreibest du , und trachte , ? itt zu wissen ,
Ob die Erlösungsart mir auch verdrießlich fällt ?
Wie sollt ich mchr die Hand zu tausendmal ? » küssen ,
Die mir mein Bette füllt , und dich inFreyheit stellt ?
Ich will sie wahrlich nicht nur für ein Weib erkennen , Die bloß in Fleisch und Blut , wie ich und du , besteht :
Ich will sie ungescheut stets einen Engel nennen ,
Der nur zu unserm Schutz mit uns zu Bette geht .
Ich will mich ihr , als Magd , zu ihren Füßen legen , Ihr Wollen soll forthin mir ein Gesetze seyn .
Ich halte sie im Ernst für utifers Haufe« Segen ,
Und geb ihr selbst mein Herz zu einem Zimmer ein .
Wie sollt ich Thörichte , die Schale nicht verehren ,
Darauf der Himmel dich mir überreichen will ? : c .
Dein Leitern sey gegrüßt ; doch will ich ihrentwegen ,
Auf kein zu großes Bett immittelst seyn bedacht .
Denn wird die Liebe sich mit uns zu Bette legen ,
So wird der kleine Raum bald werden weit gemacht . G .
( D ) <£in Abt hatte etwas von dieser - Historie sagen hören ; al - lein er hat den wahren Zustand der Sache nicht gewußt . ] gendes hat er den 12 des Brachmonats , 1674 , an den Grafen von Bußi - RabUtin geschrieben Lettrcs du Comte de Bufli Rabutin , Tom . IV . p . 114 . >> ; . holländischer Ausgabe : „ Ich besuchte verwichenen Tages «die Frau von - - - und wie man von dem Herrn von - - - «redete , welcher dem Pabste eine Bittschrift überreicher hatte , daß man »ihm erlauben möchte , noch eine andere Frau zu heirathen ; so , wieder „ heil . Stuhl , saget man , einem deutschen Grafen , der an seiner Frau »nicht genug halte , zum Heile seiner Seelen erwiesen hat , bey der jeinu «gen noch «ine andere Frau anzunehmen . Die Frau von , - - « «die zuvor eingeschlummert war , wachte bey dieser Stelle auf , und sagte „ seufzend : ach ! daß sich iko nicht mehr solche Männer , wie dieser finden . , . Man sieht augenscheinlich , daß er die Dinge vermengt , und daß er aus zwoen Begebenheiten nur eine machet : er menget dasjenige , was den Gra - fen von Gleich ? « betrifft , und dasjenige , was den Landgrafen von Hessen angeht , wie Kram und Rüben unter einander , und er weis weder die ll Bans .
Umstände von der einen , noch von der andern Sache . Die Erlaubniß , die der päbstl . Stuhl , wie man vorgiebt , einem deutschen Grafen verwil - liget , ist nicht auf das Unvermögen der Gemahlinn gegründet gewesen . Diejenige , die man einem Landgrafen von Hessen zugestanden , hat sich eben so wenig auf diese Ursache gegründet ; ob eö gleich Thuanus saget . Man sehe die Anmerkung ( QJ bey dem Artikel Luther . Ich will nicht dasür stehen , daß der Abr den Gesetzen der Historie , was den Ein« fall und den Seufzer der Frau von - - - betrifft , besser , als bey dem übrigen gefolgt sey . Vielleicht hat er diese Betrachtung selbst erfunden , und sie gleichwohl an den Grafen von Rabutin als eine historische Sa - che geschrieben , damit er seinen Brief mit etwas kurzweiligem beschließen wollen . Dem sey , wie ihm wolle , so habe ich mich unlängst bey einem Manne besunden , der fünf bis sechs Jahre verheirathet ist , und bemer , ket , daß er , nachdem man ihm diese« ganze Stück aus dem Briefe des Abts erzählet halte , fast seufzend gesaget , daß wenn sich nicht mehr der - gleiche» Männer , wie dieser fänden , sich eben so wenig Frauen fänden , die wie diese beschaff™ wären . Ich wollte , daß er eine Betrachtung ge - macltt hätte , daß nämlich die Dame mit Unrecht vorausgesehet , als wenn unsere Zeilen geringer waren , als die vergangenen . Dieß 'ist falsch : die Ehmanner von dieser Art , sind allezeit sehr selten gewesen , in den vor - hergehenden Zeiten so gut , al« in den itzigen .
( E ) Der Urheber der XV Vergnügungen des Ehstandes , scheint voraus 5»» setzen , daß es sich sehr oft »urraqe , daß sich eine Frau , wegen »er falschen Meinung von dem^Tode ibces Ehmannes , wieder verhcirathe . ^ Denn diefi ist seine XIII Vergnügung des Ehstandes , auf der >54» . f . S . rouenfcher Ausgabe von >596 : der Titel saget , daß dieses aus einem alten vor vier hundert Jahren geschriebenen Ma - nuscnpte genommen worden : <£in Edelmann , saget er , der mir sei , ner Ehfrau fünf , sechs oder «cht Jahre , mehr oder weniger , in großem Vergnügen und Gemächlichkeiten gelebet hatte , wollte sicb Ähre und Ansehen erwerben - - - ! & r gieng ungefähr mir einer Armee übers Meer , um Ehre und Ritterschaft zu er , langen - - - deswegen nahm er Abschied von seiner Ehfrau mit großer Detrübniß ; welche so völlig traurig war , als man sagen konnte : allem er war ein Mann , der Ebre liebte , und nichts konnre ihn abhalten . - , - - >£c reist und empfiehlt seine Ehfrau und Rinder , die er , nach seiner Ehre , mehr , als alles in ver Xvelr , liebte , seinen besten Freunden . Allein es er - eignet sich , dqß er auf der See von den Feinden genommen wird , wo er ; um Unglück , oder aus andern Ursachen , drey , vier oder mebr Jahre bleibt , daß er nicht zurückc kommt . Die Frau iff in großer Äekümmerniß , bis sie eines Tages sagen ho - ret , daß er gestorben wäre , worüber sie eine verwundernswür - dige Trauer erhebet : allein sie kann nicht immer weinen , sondern »rostet sich , Gott ilob ! dermaßen , Saß sie sich wieder mit einem andern verbeirather , der ihr gefallen , und ihren Ehmann gar bald vergeben bar . den sie so sebr gelieber . Die iLiebe gegen ih , re Rinder , das Uelleben , die Rü»se , die Umarmungen und JLitb * kosungen , die sie ihrem Ehmanne erweisen sollen , sind vorbey und vergessen : und wer sie mir ihrem lenren Manne bane geben sehen , würde gesager haben , daß sie ihn mebr liebte , als sie denjenigen , emals gelieber hatte , der wegen seiner - Herthas - rigkeir , ein Gefangener , oder in einer andern Noch war . Seine Rinder , Sie der ehrliche Mann geliebet , werden aus dem - Hause gerhan : und man hat das ihrige . * u ihrem großen Nachtkeile , verrhan ; also spielten und scherten sie mit einander , und machten sich einen guten Tag . Allem , es gefi el dem Glücke , es also , n fügen , daß der gute Edelmann , ihr Elimann , sehr gealtert und abge - rissen nach - Hause kommt ; denn er harre zwey , drey bis v ! er Jahre , die er gefangen gewesen , seine Gemächlichkeit nicht habt , und da er sich seinem Lande näherte , fragte er nach seiner Frau und Rindern , weil er sehr gefürchter , sie mochten ben , oder in einem andern großen Elende seyn . Man be - denke , wie vielmal der gute Mann in seiner ängstlichen Ge - fangenschafr daran gedacbc , und sich vielleicht sehr geplaget ha - ben wird , indessen , daß es sich seine Frau wohlgehen lassen : und vielleicht hat derjenige , den sie juletjt genommen , in wahrender Zeit , da er an sie gedachr , nnd Gort geberben , daß er sie erhal« ren wolle , sie in seinen Armen gebabr , und keine Gefahr geachtet . Allein , da er sagen hören , daß sie verheiracher wäre , so urtbeile man von seiner Serrübniß , die ihn bey dieser Leitung überfallen . e - - Allein , nach seiner Zurückkunfr ins L . and , und nack wisser Erkundigung der Sache , hat er , als ein ehrliebender Mann , sie nicht wieder annehmen wollen , und der andere , der sie genommen , und sich gute Tage mit ihr gemacht hatte , hat sie gar bald verlassen . Also hat sie ihre Ehre verlobren , und ist vielleicht von allen ausgelacht worden . Der ehrliche beherzte Mann würde darüber eine immerwahrendeÄetrübniß haben , und seine Rinder , durch den Fehler ihrer Mutter , einiger maßen geschändet werden , daß weder eines , noch das andere , so beyde leben , sich wieder verheirarhen kann .
( ? ) Das hamburgische Tagebuch wird mir einen guten Zusäy darbierhen . 1 Dartis , wenn er von einem Histörchen des le Noble , Zu - lima , oder die reine JLiebe betitelt , reder , beobachtet , daß der erste begriff von diesem Roman aus einer Nachricht der Urkunden des - Hauses Gleichen genommen worden , welches von dem Prinzen aus Xvestphalen , dem vornehmsten - Helden dieser neuen - Historie , abstammet . Er hat Eberhard geheißen , und ist so glücklich ge , wesen , da er in der Schlacht bey Joppen gefangen worden , die der Sultan Noradin wider die christlichen Rreuzfahrer ecetron - - nen . daß er die Tochter dieses Sultans verliebt gemacht . Sie bat die Retten seiner Sklaverey »erbrechen helfen , sie ist mir ihm nach Europa gegangen , und seine andere Gemahlinn , naci , dein Tode dersenigen geworden , die er einige Zeit uiwr , ehe er da» Rreu , angenommen , geheirather hattet JLc Noble führet zum unverwerßichen Zeugen der Wahrheit dieser - Historie das Grab - maal an , worinnen die Gebeine diesesprin ; en und seiner zwoen Ge - mahlinnen ruhen . Man sieht es , sager er , annocl , ni - Hersurt . in v ? estphalen , wo er sein - Heerlager gehabt . Dieß ist der Grund , worauf er das Verstandniß einer gottseligen Ä . iebe aebauer halt Veren Endzweck vornehmlich die Sekehrung der Sulraninn und Ff endlich

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