Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9873

Gioachino Greco . Girac . Glaphyra .
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Uebrigens erinnert mich Augustin« Gedanke . den ich hier oben an - gezeigt habe , eines Philosophen . Euer Philosoph , saget Cotin , Oeuvres galantes , Tom . I , pag . m . - 7 ; . ifi nicht sehr weise , rvenn er sich vcrheirathen will , um sein Geschleckt in Frankreick 5» Hinterlagen , rvenn er von Sem ( ßesckleckte Oer Raiser oder Regenten wäre , so wollte ick ihn gar nickt verhindern . Und wie , fürckrer M . dasi die rvelt untergehen wird i rvenn sie wegen untergehen sollte , so konnte sie sick nickt rühmlicher endi -
gen . Daß ein - Hofmann , daß ein Richter , sick verheirarhet , em Raufmann und eine Raufmanninn , da» bin ick zufrieden ; allein , daß sick ein Philosoph mit Frau und Rindern belästigen will ; und ; war ein Philosoph von der Secre Oes Zeno , diese« M . ist eine Art der Misgeburr , die viel eher verdienet , «^gerottet ju werden , als der Rühe ihre , die ehmals geredet und auf eine er - staunliclie rveise gesager haben : Rom hüte dich !
Gioachlttl ) Greco , ist unter dem Namen des Calabriero bekannt , und hat mit solcher Geschicklichkeit Schach gespielt , daß es niemanden fremd vorkommen kann , wenn ich ihm einen kleinen Artikel widme . Alle , die in ihrer Handthierung
le Larabin , Chaumond und la Salle angetroffen ; allein 00 sie sich gleich einbildeten , mehr davon zu wissen , als andere , so ist doch kein einziger von ihnen vermögend gewesen , ihin zu widerstehen : sie haben ihm nicht einmal alle zusammen die Stirne biethen können . Er iji in , Schachspiele ein lvaghalo gewesen , der in allen Staaten einige berühmte Ritter aufgesucht , nur denen er sich schlagen und eine flame brechen konnte ; und er hat keinen darunter gefunden , über den er nicht Sieger geblieben wäre . Ein aufgeweckter Kops hat Verse über diese Materie gemacht " ( A ) . Siehe oben den Artikel 23oi .
« ) Au« einem Briefe in dem Mercure galant vom Christmonate 1693»
Jevois desque tu t'avances
CA " ) Ein aufgeweckter Ropf hat Verse über diese Materie macht 1 Die meisten Leser würden mir es übel nehmen , wen» ich ih - nen dieses berichtete , ohne die Verse selbst zu zeigen . Ich muß sie also anführen .
A peine lans la carriere Contre noi tu fais un pas Que par ta detnarche fiere Tous mes projets font a bas .
Thust du nur einen Schritt , Auf die gestellten Glieder , So schlägt dein stolzer Tritt , Den ganzen Anschlag nieder .
Leder taute» mes defenfes , Tomber tous mes champions , Dans ma refiftance vaine Roi , Chevalier , Roc , et Reine Sont moindres que des Pions .
Seh ich dich näher rücken , So hört mein Wehren auf , Der Kampfer Bein» knicken ; Der Köiiiginn ihr Eciuf , Der König , Thurm und Springer Sind fast noch weit geringer , Als meiner Bauern Heer Bey schwacher Gegenwehr .
Aus einem Briefe im Mercure Galant vom Christmonare 1693 ,
Girat ( Paul Thomas Herr von ) siehe Thon , KS .
Glavtnra , die Gemahlinn des Archelaus , Oberpriesters der Bellona zu Comana in Kappadocien , schaffte ihren zween
Söhnen buch ihr - Schinhel ! Königreich - , Sie Häf '~'x~ 3 " ' * •— M - - " " " * M f
schreibet - , die nickt förmlich sagen , daß sie sich ubel aus lcn . was Maicus Antonius aus Liebe geaen sie gethan hat ;
von übler Aufführung vor ( k ) . Es ist in Betrachtung der Gemüthsneigung des Marcus äi . . . .
lieh daß er nicht aus Hochachtung gegen die Glaphyra , wegen des bloßen Vergnügens , sich eine schöne Frau zu verbinden , nen weggegeben und daß er nicht von ihr alle Erkenntlichkeit genossen hat , die em Wollüstiger zu wünschen und vorzuschreiben vermögend ist . Der Ruf von diesem Liebesverstandnisse kam bis nach Rom ; und Fulvia , deö Marcus Antonius Gemahlinn , hätte gern gewolt , daß sie Augustus , wegen dieser Untreue ihres Gemahls gerächet hätte . Ihre Begierden waren in diesem Stücke so Hitzig , laß sie den August mit einer Kriegserklärung bedrohte , wenn er nicht mit ihr so umgienge , wie Marcus Aip tmii'us mit der Gaphyra umgieng . August verachtete diese Drohung , und wollte sich lieber einem Kriege aussehen , als ein riUMaer Bubler fen der Fulvia seyn . Zum wenigsten wollte er dafür gehalten seyn ; denn er hat ein Sinngedicht darauf macht welches von Martial seinen Poesien eingeschaltet worden ( C ) . Ich weis nicht , durch welches widrige Geschicke der Glavbnra Gemahl von Cäsarn nicht eben so unterstützt worden , als seine Sohne von dem Marcus Antonius . Ich habe be - tS aeiaaet . daß er Oberpriester der Bellona gewesen ; dich war eine wichtige Wurde . Casar gab dieselbe einem großen £errn Namens Llkomedes ( D ) ; der seine Ansprüche auf gute Rechte gründete . Wo war Glaphyra damals ? Wenn sie bie Sacke ihres Ganahls vor dein Cäsar verfochten hatte , so würde sie ohne Zweifel gezeiget haben , daß die Ansprüche des Lnkomedes übel gegmndet gewesen : der Richter würde allzuhöflich gewesen seyn , daß er sich nicht zum Vorrheile emeS Prie - siers erkläret haben «ollte , der eine so schöne Gemahlinn hatte . Ich möchte gern wissen , worauf sich ein aufgeweckter Kops aearündet , wenn v gesaget " , daß die Glaphyra in dem Sinngedichte des Augustus die Comödiantinn CitherideS wäre . Wir werden in dsn folgenden Artikel sehen , daß Glaphyra vorgegeben hat , von den persischen Königen abzustammen .
a ) I^niv . vialogues des Morts , II Part . Dial . IV , pag . m . 28»
Jt »Ä Marcus Antonius nach der Niederlage desCaßiuS und Brutus in Asien aethan ) at . vifccptationes quoque cuittatum ac regum ex arbitrio iiio coiipofuit , Sifinnae Ariarathisque in Cappadocia , prae - lato Sifinna in Glaphyrae matris formofae gratiam . Libr . V , de Bell . Ciu pae m j9z . Sisinna ist mit Ausschließung des Ariararhes im 713 Wahre R - ms zum Könige von Kappadocien eingefetzet worden . Er hat diese KrrtK nicht lange genossen ; denn wir werden sehen , daß Aria , rathe« im 7 . 8 Jahre Roms in Kappadocien regiert hat .
( Ii ) Dic stellet sie - - , als eine Frau von übler rung vor . ^ Dieß geschieht , wenn er von der Veränderung des Regi - ments redet , die vom Marcus Antonius in verschiedenen Provinzen Asiens im 718 Jahre gemacht worden . Amyntas , der de« Dejotarus Secretär gewesen , war in den Besitz von Galatien , und einiger Theile Lvkaonien und Pamphylim geseht worden . Ariarathes ist aus Kap , lnLZn verjagt , und Archelau« an seinen Platz gesetzt worden : Arche pavv« . . kenen Arckelaern . die wider die Römer Knca aekukrl
Der P . Norris hat sich eingebildet , es habe Augustus dieses Sinngedicht wider den Marcus Antonius und in der Absicht gemachet , ihm diesen bösen UmganH vorzuwerfen . Hinc ( nämlich dasjenige , was aus dem Appian angeführt worden . ) argumentum obfcoeni Epigrammatis Au - guftus poftea fumlitj quod Antonio obiieit apud Martialem . Notis ad Cenotaph . Pifan . p . 225 . Aber dieser Streich geht keineswegeS auf den Marcus Antonius , sondern auf dessen Gemahlinn Fulvia , und es ist gewiß der schwerste Streich , den eine Satire einer Frau geben kann . Ich nehme mir mit so viel wenigerm Bedenken die Freyheit , hier das kleine Versehen des gelehrten Bibliothekenschreibers des Vaticans aufzudecken , da er gern sagen wird , daß er dergleichen Verse nicht untersuchet habe , und sich eine Ehre daraus mache , « wird , sich hierinnen betrogen zu haben . Sein Jrrthum ist unendlich geringer , als des Farnabius seiner , der in diesen Versen eine Betheurung Augusts gefunden hat . daß ihm die Keusch - heit lieber , als das Leben , wäre . Wir werden in dem Artikel & . ytotis sehen , daß einige wollen , daß in diesem Sinngedichte des Augustus von der Hure Cytheris gehandelt wird .
( v ) Casar hat die Xüuvtic ihres Gemahls , einem - Herrn ,
Inn« forte ich , der von denen Archelaern , die wider die Römer Krieg geführt wen - , Lykomedes , gegeben . ) Ich habe bereits in der Anmerkung ( 0 ) . batten , entsprossen , und ein Sohn der Buhlermn Glaphyra war : o< i' des Artikels Archelaus , König von Kap !
hatten
aV * «A«0C
fiiv 7MTfO ( , ix rm Äfxetiuv fWvaiv tüv vo't
. Kappadocien , gesaaet , daß ihn Hir - tius , de Lello ^lexandr . j^ikomedes nennet : wir wollen seine Worte
rWio * mv , Ix « wfit ir»lfcct iyzytv - anführen : Id ( Beüonae templum ) homini nobiliflimo Niconiedi Li .
IT« . Archelai vero huius gcnuR paterniimdedttcebatur ab Archelais , thynio adindicauit , qui regio Cappadocum genere ortus , propter ad -
öui'contra Romanos belligerauerant , mater autem ei erat fcortmn
Glaphyra . Dio , Libr . XLIX , pag . 469 , D . _ 1
( C1 Auqust hat ein Ginnfledimt varauf gemacht , welches vom Man sieht aus diesen Worten , daß einige Streitigkeiten vor dem Cäsar ,
Martial seinen Poesien eingeschaltet ^rdm . ) Weil ich es hieran - wegen des Besitzes dieses geistlichen Amte« vorgegangen : ^ allein . da
uer5am fortunam maiorum fuorimi lnutationemque generis iure mi . nime dubio , vetuftate tarnen interiniflb . Sacerdotium id repetebat .
sichre . ? / hXÄie'fllliiünzfichtige» Wörter darinnen ausgelassen . Martial . Epigr . XXI , Libr . XI . Siehe die Anmerkung ( F ) bey dem Artikel Ä . icoris .
Caefaris Augußi lajciuos Hut Je verfus
Sex lege , qui trifiis verba Latina legis .
Quod Glaphyram Antonius , hanc mihi poenam
Fuhtia conftituit , le quoque vti - - - Fuluiam ego vt - - . ? quid fi mc Manius oret
Paedicem , faciam ? non puto , Ii fapiam .
Aut - - - aut pugnemus , ait . Qiiidi quae mihi vita
Carior eft ipfa mentula ? fignacanant .
Abfoluis lepidos nimirum , Augufte , libello :
Qui / eis Rumana fmplUitaU lefui .
Strabo versichert , daß es Lykoniede« , nach dem Ärchelaus , besessen ; so scheint es , daß der Streit zwischen diesen zweenen gewesen . Dieß ist auch die Meynung des P . Norls ; denn er hat keine Schwierigkeit ge - macht , in Cenotaph . Pifan . p . 225 . zu versichern , daß Archelaus das Ober - priesteramt der Bellona so lange genossen , bis es ihm Cäsar im 707 Iah - re genommen , und dem LykoinedeS übertragen hat . Nach dieser Vor - aussetzung hat man Ursache , zu fragen , wo damals der Glaphyra Reizun - gen gewesen sind ? und warum sie sich derselben nicht gegen die Anforde - hingen des Lykomedes bedienet bat ? Sie mu»en viel stärker , als im 71z Jahre gewesen seyn : dieß ist keine Frumt , welche die Zeit besser machet . Sollte sie auch ihr Gemahl verstecket haben ? Sollte ( X lieber sein sterthum verlohren , als seine Gemahlinn Casar« furchtbaren Galante - rien auSgesetze» haben ? Dieß beweise ich nicht :
Glaphyra

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