Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9843

Gifanius .
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iis non panini adiutos fuilTe , qui poft Lambintm auöorem illum Collectaneis illuftrarunt . Vtique enim in Luaetitm habentur Coüctta - nca Giphanii . Thomafius , de Plagio litterario , p . >96 .
( E ) Seme Streitigkeiten mir öem Äambt'i , haben in der lehrten Republik Aufsehen gemacket . ] Lawbin Hat sich nicht bloß in seinen offentlicken Lehr stunden beklaget , daß ihn Gifanius bestvhlen hatte ; er hat seinen Widerwillen auch in der Borrede siines Lueretius bezeuget , da er ihn zun , brittenmale heraus gab . Hier sind die Verse , die seine Schmähungen betreffen , tvelche er auf dem Lehrstuhle ausgestoßen . Douza , Sat . I , p . 336 .
Nec libet antiquam plagii renouare qucrelam :
Quod te , felicem quondam , Lambine , cerebri ,
Et vidi et pleno meuiini pofuifi'c theatro Parifiis , tunc cum miferandus et hoftibus ipfis ,
Fannius introrfum detraäa pelle pateret ;
Indignum fcelus , et nullo fttis igne piandum .
Man lese auch diese Verse der II Satire , auf der 733 S .
Non vt ineptus Fannius hic Fidentini genus , et plagii olim Conuiftus , Lambine , tibi , cum fronte retedla Furtiuis rifurn mouit cornicula plumis .
Gifanius , ohne daß er in der Vorrede genennet ist , wird darinnen wie ein Hund tracttrt : die allerhestigsten Schimpsworte schneyen darinnen über ihn . Fgo autem nunquam adducar , vt eum nominatim defcribam . Lamb . in der Vorrede der dritten Ausgabe des Lucretiusp . XXVIII , beym thomasius 197 S . P . XXVI , ipfe Giphanim eft , quidem oninium mor - talium , qui vnquam fuerunr , qui funt , qui erunt iniuftiflimus , auda - ciilimus , impudentiflimus , p . XXX , audacem vocat , arrogantem , impu - dentem , ingratum , petulantem , infidiofum , lallacem , infidum , nigruni , f . feq . vnum ex omnibus mortalibus nulla re niagis , quam feritate , importunitate , contumacia , fuperbia , audacia , confidentia , et impuden - tia excellentem . Ebend . Der Grund dieser entsetzlichen Schimpswor - te ist , daß Gifanius aus dem Lucrez des Dionysius Lambinus dasjenige geraubet hatte , was ihin gut geschienen , das übrige aber getadelt , ohne zu bekennen , wo er daS gute hergenommen hatte . Omnia fere , quae in eo Lucretio recta funt , mea funt : quae tarnen iftc aut filentio praeter , mittit , ant maligne laudat , aut fibi impudenter arrogat . Sic vnde re - prehendendi anfam arripere poteft , ibi mihi petulantilfime infultat , in eo nie improbiilime infeäatur . Lamb . p . XXIX , beym Thomasius . Man inerke , daß ich die vom Thomasius angezogenen Anführungen aus Lambins Vorrede verbessert habe . Gleichwohl ist eS wahr , daß er in sei - ner Vorrede bekennet , es wären ihm Lambins Auslegungen lehr nützlich gewesen Dionylio autem Lambino et Adriano Turnebo duobus Franciae ornamentis , quantum debeatur praemii , quippe qui de hoc graiii ( fimofcriptoreoptimefintmeriti , oratione mea quidem nequeam adfequi . Neque fane viri illi praeftantiffimiaine id vt faciam exfpe - äant aut volunt , fatis inclaruit eorum induftria et eruditio incredi - bilii . . Hoc tantuin vcreque teftatum relinquere pofliun ac debeo , illorum niaxime laboribus et folertia adiutuni efle in his cuiusque - modi Emendationibus ac Notis comparandts . Gifan . Praef . in cret . fol . m . * * 2 . Dieß find Lobsprüche genug ; allein sie kamen zu späte , und konnten die auf der vorhergehenden Seile geschlagene Wunde nicht heilen ; wo er gesagt hatte , daß man einen weit bessern Lucrez lieferte , als Lambins seinen ; und daß Lambin mit aller seiner Gelehrsamkeit der Welt nicht den wahren Lucrez habe schaffen können . Man vergülde diese Pille nur so viel Lobsprüchen . als man will , so wird sie doch immer bitter bleiben , sie wird den bösen Geschmack beständig beHallen , und die Galle und alle andere bösen Säfte in Bewegung setzen . Hier ist die ganze Stelle : man nehme sie , wie man will , so ist sie unhöflich : Tandem D10 - nyfius Lambinus libros manu defcriptos complures feliciflime na - 6his ; adiutus ctiam docHlT ! virortim , in iis praecipue Adriani Tur - nebi , et loh . etiam Aurati opera , ipfe incredibili diligentia et erudi - tione praeditus , a pluribus vsque turpiiTimis mendis Lucretium libe - rauit . Sed quia tain foede eilet contaminatus , vti adhuc praeftantif - fimus Poeta nomine tantum fuerit notus ; illi recufantibus medici - nam adhibere eruditis viris , vt fi defperatus eilet ac dcpofitus : effi - cere ille quamuis doftus et diligens ( quod pace viri dodtilf . didhim velim ) non potuit , vt purum ac merum habercmus Titmn . Nos igi - tur etfi id quoque praeftare non potuimus , fpero tarnen id nos con - fccutos , vt multis iam partibus mclior et einendatior in hominum manibus efle poöit optinnis Romani fennonis auöor . Ebend . fol . * * verfo . Ich wkis eben so wenig , als Thomasius , ob sich Gifanius wider den Lambinus verantwortet hat : Quid Douzae , quid Lambino ipfi , ad iftas «cufationes refponderit Giphanius , fateor ignorareme . Thomaf . p . 198 . Ich weis nur , daß er sich gegen den Muretus darüber beklaget , und aufs Wiederbeschuldigen gelegt hat . Thomasius erzählet aus der 199 und 200 S . alle die Stellen aus den Briefen des Gifanius an den Muretus , und des Mnretus Antworten . Er hat vorgegeben , daß seine Verbesserungen über den Cicero und den Cornelius Nepos dem Lambin als ein erlaubter Raub geschienen , utib ihn überbieg einer chen Lügen beschuldiger : Lambin , saget er , hat sich der Freundschaft aller Flamander , die zu Pari« studieret , ausgenommen des Gifanius geruh - met . und derselben ein Dutzend genennet , deren Namen er nickt einmal gewußt , wenn er sick keiner Arglist bedienet hätte . Hier sind die Worte des Gifanius : De Lambino , QeC rtjt meiStiat ! in quem vt omnia pul - chre conueniaut , accipe et aliud eins ftratagema . Cum Lutetiae thyrfum , non Lucretianum illüm , fed fuum in mc quatere inftituiflet , ( ego interim dorni virgam tarn pueriliter peccanti minitabar , ) prima concione dixit , cum Belgis omnibus familiaritatem fibi efle , nie vnum fibi male cupere : protulitque duodeeim fere Belgirum nomina , qui tum ibi agerent ftudiorum caufa , ( confertnda funt cum his , quae feri - ilt Lambin . ad Left . tei tiae ed . Lucret . / > . XXXf , XXXIL " ) Midti ex his admirari hanc publicam teftationein et citationem , quod illum ne fa - lutaflent quidem me autem vterentur familiariflime : imo eo ipfo tempore epigram'mata in illum partim proferipfiflent , ad me accur - rerunt , et acumen Lambini , artesque eins oratorias mihi expofue - runt . Mirantibus omnibus , vnde eorum nomina collegilTet , lntetue - nit mox eins conuiäor Bruxcllenfis , qui ferupulum illum nobis exe - mit : fe . namque rogatum et cosÄum fuifle Lambino petenti dorni II S«nd .
aliquot Belgarum nomina diflare , caufae ignarum . Atque ita res in rifurn abiit . Gifanius ad Muret . Epift . LXXVIII , Lib . I , inter Epifto - lasMureti beym Thomasius aoo S . Es ist ja eine sehr ärgerliche Sa - che , daß die schönen Wissenschaften diejenigen , die sie treiben , nicht vor der Unordnung der Leidenschaften bewahren können .
Muretus ist nickt der einzige gewesen . der gegen den Gifanius seine Klagen ausgeschiittel hat . Man hat unlängst einen Brief bekannt macht , den dieser an den Tl^odor CanteruS im 1587 Jahre geschrieben hat , worinnen man folgende Worte findet : Praeterea nofti , quemadmo - dum mea compilarit , meque traciarit Lambinus in Acmilium Pro - buni , cuius rei teftes habeo epiftolas Mureti , quas et tu iam deuulga - tas viderepotuifti , et Puteani , cuius audloritate Lambinus abutitur in . iiiti etc . Siehe die Briefe , die Matthäus , Professor der Rechte zu Lei - den , im 1695 Jahre heranögegeben hat , auf der 97 S . Gifanius hat an denselbenCanrerus im 1567 Jahre folgendes geschrieben : Ille qui ea ful - niina in me iacit anne vt diuinaui eft Ludouicus Carrion , quem mihi nomen amieiflimum putauit . Certe eum eile indicauit Dn . gus . Sic Lucretiana mea vbique vapulant , fed tua et tui fimilium amicitia fretus vana illa fulmina eile iudico . Ebend .
Beyläufig will ich sagen , daß Scaliger nicht sehr geschickt ist , zu über , reden , daß Gifanius kein gelehrter Dieb gewesen wäre . Gif«nius , sa - get er in den Scaligeranen auf der 9z S . ist gelehrt gewesen , sein SUu cretius ist sehr gut . hatte ihm seit dem etwas gutes über den Lucretius ; ugesij ? icrt , das er behalten und gesagt hat , er habe nicbts erhalten , und sick desselben bedienen wollen - - - U - p hatte den , Ä . . Frmerius seinen Aulus Gellius gestohlen , derzum Drucke fertig war .
( F ) Die Ursache , warum er sick mit dem ersckrecklickei Sci - cpp>u»3 gexanket , war eine Strafe der ÜVicdervergeltung . Z Nach - dem Scioppius vom Conrad NitterShusius , bey welchem er zu Altdorf gewohner , ein Empfehlungsschreiben an den Oberrus Gifanius , Professor zu Ingolstadt , erhalten hatte , so hat er sich in die Gewogenbit dieses Professors eingeschmeichelt , und . nachdem er einen frey ? n Zutitt in sei , nem Hause erlanget , eines Tages Gelegenheit g funden . in Awesenheir des Herrn die Bibliothek zu durchstanker» , und ein ManuscriptdeS Sym« machus daraus zu entführen . Er hat auch alles , was er «wollt , aus einem geschriebenen Werke des Gifanius abgeschrieben , und Materialien dariniien gesunden , sich für einen Kunstrichter aufzuwerfen : lud da hier - auf Gifanius seine Klagen ausbrechen lassen , so hat der clehrte Dieb hundert Schmähworte wider ihn ausgespien . Dieß ist derjenige , was ScaligerS Freunde zum Nachtheile des Scioppius erzähle . In aede» primum , mox in anitnum , poftea in bibliothecam abfntis penetra - uit Giphanii , cuiMs . Syinmachi codicem fubduxit : libro vero Obfer - uationum linguae Latinae inuito domino percurrit , et iis , quae vo . luit , furtim fublegit . E quibus partim , partim emendtionibus Plan . tinis , quas e Caincrarii membranis deferiptas in fuo Krtershuiius co . dice adnotarat , partim etiam reliquiis fchedarum Modi , quas ab am - pliflimo Velfero , fummo litterarum patrono aeeepera i duos illos , quibus primum innotuit , libellos corrafit - - - Quod quidem plagium cum paflim voce paflim litteris teftaretur Ci»hanius , in prae - ceptorem fuum et doäiflimum hominem erupit hae< vipera , et quae . cunque vndique poterat conuitia in eum contorfit Siehe die 0 ( 1« tire Hercules tuam fidem . Wobey ein Anhang ist , K itelt : Vita et Pa - rentes Gafpar . Scioppii , pag . >45 , 146 . Hier ist die ll'twort des Sciop - pius . I . Führer er zwo Stellen aus seinen Werk - n> die Vorrede seiner Verifimilium , unb den 1 ; Brief seiner Sufpeöarun teöionum an , wo» rinnen er die Verbindlichkeiten erkennet , die er gege ; den Gifanius wegen der Mittheilung des Manuscripts vom Symmachs hat . II . Beken - ntt er , daß diese zwo Stellen eine bloße Spötterey > , d ; Ifta Scioppum» non ferio fed ioco tantum feripfiffe . Oporinus Giibinius , Amphot . Scioppian . pag . 130 . Denn , setzet er dazu , GifaniuS^at mir dieses Ma - nuscript nur einmal gezeigt , und da ich es ein ander , al verlangt , mir zur Antwort gegeben : N7cin - Herr , den S>'mmtf ? us von mir fordern , ist eben so viel , als wenn man micb unErlaubnißbä - the , bey meiner Frauen ; u scblaftn . Syrnmachum >me petere per . inde eft , atque vxorein meam vtendam poftulare . Cbenb . 139 III . Daß Gifanius , welcher dieses Manuseript zu Venelg aus dem Bü - 6 ) ervorratHe des CardinalS Bessarion gestohlen , dasselbe »eber ben , noch von andern heraus geben lassen wollen . Erat über ille Symmachi ex Beflärionis Bibliotheca Venetiis , furto Giknii fublatus , ( velut Wolfgangus Zundelinus indicium Scioppio fecit , ^em yje que vt ederet , neque vt Rittershufio id petenti edendumkret vllis preeibus aut muneribus induci potuit . Ebendas . IV . pius , da er es gem so einrichten wollen , daß die Welt dieses Sclihes nicht so lange entbehren sollte , dem Gifanius tausend Liebkosungen erweftn . un ! » ihn öfters zur Mahlzeit gebethen hätte ; daß aber dieses alles »rgeblich gewesen , obgleich dieser Professor sehr gern zu seinen Freunder , zu Gaste gegangen wäre . 8cioppius ne litterarum ftudiofis über ciusmool diu . tius deberetur , Giphanium creberrime ad coenam vocando dc - . ntlce - re ( vix enim vllam diem toto anno elabi fibi Gifanius finebat , qüi , feris coenaret , ac plerumque Menelai Homerici exemplo inuocatui amicis condiceret ) etSymmachi copiam ab co impetrare ftuduit , fed fruftra . Ebend . 140 © . V . Daß er sich bcv Erblickung dieser Hals , mit drey Rechtsgelehrten verbunden , dieses Manuseript in ge -
„ tim zu entführen , und daß er dasselbe , nachdem eres gebraucht , den an - dern Tag wieder in seinen Platz gestellet . VI . Daß die Sckarfsinnig - feit , mit welcher er errathen , wo dieses Manuseript gewesen , alle List der Kunstrichter übertreffen , die den Symmachus ausgelegt hätten . Vnica illa coniediura fua , quo loco Symmachi codex in Gifanii Bibliotheca fitus foret , omnium Criticoruin quotquot ei fcriptori operam naua - runt , ingenium et acumen longe fuperauit . Ebendas . VII . Daß es falsch sey , daß er dieses Manuscript gestohlen hätte , weil er es nur eine Nacht behalten , damit sich andre desselben bedienen können . Rem que malo furto acquifitam poflcflbri fuo nequaquam fubduxerit ( ut tu mentiris ) fed vfum eius vnius no & is lucubratione cum alii» communicauit , Ebend . 141 S . VIlI . Das andre Manuscript betref - send , bekennet er , daß er es durch Vermittelung des Abschreibers des Gi - fanius in Händen gehabt , und das beste heraus gezogen habe ; aber nicht , um sich dasselbe zuzueignen , weil er vielen Personen Abschristen davon nehmen lassen , welche Liebhaber des guten Lateins gewesen . Cum'ei nii amanuenfis librum illum obieruationum attulifiet , cum iisdem Eeee » Iuris .

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