Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9822

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Gergenti .
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de Pfeudonymi» pag . 60 hat eben diese« Schnitzer begangen . Das Amt eines Präs , Senken bev den» getheilten ( vbergerichte ; u Grenoble , das er diesem Scribenten giebr , bestätiget mich in den Gedanken , daß er sein Augenmerk auf unfern Jnnocenz Gentillet gehabt , welcher , wie wir in der Anm«rknng< . A ) gesehen haben , sich auf dem Titel der Schutzschrist für die Reformirten ampliflimi Senatus Prouinciae Delphinenfis prae - fidem gemnner hat . Ich inulhmaße , daß er zum Präsidenten bey dem ge - theilten Gerichte zuGienoble gemacht worden , als man den Reformirten diese Arc der Gerichtsbarkeit bey jedem parlememe im 1576 Jahre ver - williget hat . I^lc - er . Abre'ge LKronoI . Tom . V , pag . 212 . Dieses hat ihm Anlaß gegeben , den Titel des Präsidenten bey deni Parlemente sei« ner Provinz anzunehmen . Wir haben in der Anmerkung ( A ) gesehen , daß derVereinigunqsbefehl die Ursache seinerVerbannung gewesen ; und ich fuge hier dazu , daß Possevin im XVIB . ; Cap . seiner Bibliothek tet hat , es wäre der calvinische Schriftsteller , der wider den Machiavel geschrieben , nach Genf geflüchtet . Ein n ? uesMerkmaal , daß sich Allard
vergangen , da er das Weck wider den Machiavel nicht dem Vater , son - den , dem Sohne zugeeignet . Die Vorrede , welche der französische Ueberse« her vor Jvsias SimlerS Schrift über die Republik der Schweizer vorge« setzt hat , zeiget nicht das geringste an , woraus man muchmaßen könnte , daß es unser Genrillet wäre ; nichts destoweniger wollte ich ihn leicht« lich für den Urheber dieser Übersetzung halten . Einige haben ihm die - selbe beygelegt , wie laCroix du Maine sager . Sie ist zu Paris im 1 , 7z Jahre durch Jacob du Puys gedruckt worden ; die Freyheit des Koni - ges ist den , 6 August 1577 unterschrieben ( ( 3 ) . und zu Antwerpen 1580 , in 8 gedruckt . Simler hatte dieses Werk im >576 Jahre lateinisch her - ausgegeben , und war einige Monate darauf gestorben . Siehe die Vor» rede des Uebersetzers .
Ich werde in der Anmerkung ( E ) bey dem Artikel Machiavel sehr weirlaustig von dem Anrimachiavel des Gentillet reden .
ClO Nach einer Ausgabe in 8 vom 1577 Jahre ohne Namen und Ort , beym Anton Chupiu und Franciscus le Preux . Cric . Anm .
Gergentl , eine Stadt in Sicilien , ehmals Agrigentum . ober Acragas . Ich rede von derselben bloß , um die ler des Moreri zu verbessern ( A ) . Seine Auslassungöfinden erforderten eine lange Abhandlung ; denn er hat die allermerk - würdigsten Dinge vergessen , die von Agrigent gesagt werden können ( B ) .
( A ) Ich rede von Verselben bloß , um die Fehler des Mo - reri»u verbessern . ^ I . Es ist nicht wahr , daß dies« , Stadt ihren men von dem Berge Agragas bekommen hac , Stephan von By - zanz , welcher drey andere Wortableitungen anführet , - gedenket dieser nicht im geringsten . Viele Städte in Sicilien führen den Namen ihrer Flüsse ; Durie beym Stephan von Dy ; anz . Diese hat nach der erste» von den dreyen Meynungen , die von diesem Schriftsteller angeführet worden , auch unter diese Zahl gehöret . Thucydides Libr . V , und Ari - ftarch . beym Scholiastei , des PindaruS in 0d . II Olymp , sind dieser Meynung . Es ist gewiß / daß sie an dem Flusse AcragaS gebauet gewe - sen . Siehe den Polybius im IX B . 7 Cap . Aelian . var . Hift . Libr . II , cap . 33 , den Scholiastes des Pindarus aus dem Aristarch , wie oben , und den Thucydides ebend . Allein nach dem Polybius , beym Stephan von Byzanz , ist dieser Fluß wegen der Gegend und ihres guten Erdreichs so genennet worden . Ich übergehe die andere Meynung , nach welcher die Stadt ihren Namen dein AcragaS , Jupiters und der Asterope Sohne schuldig gewesen . II . Ist es nicht wahr , daß Virgilius des Gebirges AcragaS gedenket ; die zween vom Moreri angeführten Verse
Ardiuis inde Acragas , oftentat maxima lange Moenia , magiiaiiimum quondam generator equorum
Virgil . Aeneid . Libr . III , vers . 704 .
bedeuten lediglich und handgreiflich eine Stadt , die an einer Anhöhe gelegen : III . Ware es uöthig gewesen , den Schriftsteller zu nennen , welcher ge - sagt hat , daß dieIonier unter der Anfuhrung des Gellus oder Ge - lons den ersten Grund ; u Agrigent geleger haben : Denn dieser Schriftsteller muß sehr apokryphisch seyn , weil ihn Cluver nicht gekannt , oder nicht würdig geschätzt hat , anzuführen . Er hätte besser gethan , wenn er diesen Gellus oder Gelon weggelassen , und mit dem Thucydi - des gesagt hatte , daß die Einwohner von Gela eine Pflanzstadt nach AcragaS , 108 Jahr nach der Stiftung von Gela geschickt hätten . Im VI B . zu Anfange . Wie aber Gela vom Anriphemes , dem Anfuhrer eines Haufens Rhodier . und dm , Entimus , dem Haupte eines Haufens Cretenser gemeinschaftlich gebauet worden , und daß sie ihnen die Gesetze der Dorier gegeben , so wollte ich Agrigent lieber sür eine dorische Pflanz - stadt , als für eine jonische nehmen . ES ist dem Thucydides , welcher die Zeit und Namen der Stifter bemerket , hier ein wenig mehr zu glauben , als dem Strabo , welcher nur auf eine unbestimmte Art gesagt , daß Agri - gent den Joniern zugehöret . Strabo , Lib . VI , p . 187 - Mir deucht nicht , daß er es mehr als einmal gesagt hat , und ich bin gewiß , daß er sehr sel - ten von dieser Stadt geredet : also rechne ich diese Worte des Moreri , dieserwcgen nennet sie Strabo gemeiniglich das ionische Agri -
fem , sür den IV Scknitzer . Ehe wir weiter gehen , muß ich saqen , daß >olvbius in des IX 93 . 7 Cap , von Agrigent , als von einer Pflanzstadt der Nhodier redet . Es hat sich ein großer Fehler in den Cluver cinge - schlichen , den sein Abkürzer nicht verbessert hat . Man findet darinnen , Sicil . Antiq . Lib . I» c . p . w . 108 , daß die Einwohner zu Gela Agrigent in der yy Olympias gestiftet . Er hätte 49 , und nicht 99 setzen sollen : Denn dieß ist Cluvers Rechnung : er setzet die Stiftung von Syracus ins 2 Jahr der 11 Olympiasftinf und vierzig Jahre darauf , ist Gela , nach dem Thucydides im VI B . zu Anfange , von den Rhodiern und Cre - tenjern gestiftet worden , und , nach eben diesem Schriftsteller , haben die von Gela , 108 Jahre nach der Stiftung ihrer Stadt , eine Pflanzstadt nach Agrigent geschickt ; sie haben sie also in der 49 Olympias geschickt . V . Hatte er wegen der Ueppigkeit der Agrigentiner in ihren Hausern und bey ihren Gastmahlen nicht den Aelian anführen sollen , ohne zu sa - gen , daß er den Plato anführet : denn ein sinnreicher Spruch , der vom Plato kömmt , hat unvergleichlich mehr Stärke , als wenn er vom Aelian kömmt . Diogenes Laerz im VIII B . im Empedokles , eignet dem Empedokles dasjenige zu , was Aelian dem Plato zugeeignet hat . VI . Ist rs falsch , daß uns Divdor aus Sicilien berichtet : ti hatte Alcamon in Agrigent nach dem PhalariS geherrscht , und Alkander , Theron und Thrasideu« waren Alkamon« Nachfolger gewesen . VII . Ist den setzen einer guten Erzählung nichts mehr zuwider , als wenn man die Zeit , da die Stadt Agrigent von den Earthaginensern genommen den , mit derjenigen verbindet , da sie ein Stück der römischen Republik geworden : denn der Zustand der Agrigentiner hat sich auf verschiedene sehr ansehnlichere Arten seit der Zeit verändert , seit sie im 4 Jahre der ? z Olymvias « von den Earthaginensern geplündert worden , bis dieRo - mee sich dieser Stadt bemeistert . Dieß ist lunter wahrendem andern pu - " ischen Kriege geschehen , und nicht damals schon , da sie Syracusa einnah - nun ; denn seit eben dieser Eroberung . haben ihnen die Carthaginenser , die Meister von Agrigent waren , die Lebensmittel abgeschnitten . Cluu . Sicil . Antiq . p , 1» . welcher des Titus Lwius 24 und - 5 B . anführet . VIII . Er hätte die prächtige Beschreibung , die uns Diovor aus Sicilien davon hinterlassen hat , nicht auf die Zeit anwenden sollen , da sie dem Joche der Römer unterworfen worden . Diese Beschreibung betrifft den blühenden Zustand , darinnen sich die Agrigentiner befanden , als sie die Carthaginenser in der 93 Olympias angegriffen haben . Die Stadt hatte sich von dem abscheulichen Zustande erholet , darinnen sie die - II Band .
ser Krieg versetzt hatte - man findet auch im Cluver ebend . wo er den Diodor aus Sicilien im 16 nnd 19 B , anführet , daß ihre Kräfte seit der ausgestandenen Verwüstung zu verschiedenen Zeiten verdoppelt worden , da sie in dem von mir angezeigten Jahre in die Gewalt der Carthagi« nenser gefallen : allein , dieß heißt , die Zeiten vermengen , ^wenn man mit den , Moreri saget : daß sie eine der blühendsten Städte des romi - fdyeli Reiches , groß , schon und ungemein bevölkert gewesen , da die Römer , die Carthaginenser daraus verjagt , und sich fest dar« innen gesttter haben . IX . Empedokles , der Philosoph , und kles , der Poet , sind nur eine Person ; er hätte nicht zween berühmte Agrigentiner daraus machen sollen . X , Reder Cicero nicht von dem Tempel und der Bildsaule - Herkuls , die man in Agrigent gesehen hat , als von einem der allersthonste» Werke des Altrrbums . Aufs höchste redet er nur von der Bildsäule also , und von den Tempel saget er , daß ihn die Agrigentiner , als einen sehr heiligen Or angesehen haben , Herculis teniplum eit apud Agrigentiiios non loige ä foro , fane fan & uin apud illos et religiofum . Cicero in Verrm Aö VI c . 43 . Die Bildsäule betreffend , saget er , daß dieß eine der »llerschönsten ist , die er in seinem Leben gesehen - aber er gesteht , daß er ken Kenner da - von gewesen , und daß er seinen Augen mehr Beschasstiguy gegeben , als er Erkeuntniß davon erlangt hätte . Ibi elt ex aere fimUacrum ipfui» Herculis , quo non facile quiequam dixerim me vidifle ptlcrius : tarn , etfi non tarn nniltum in iftis rebus intelligo , quam muta vidi . daselbst . Wenn Moreri in Absicht auf die Dinge Erkennniß gehabt hät« te , die einen Leser am meisten rühren , so würde er einer ganz besondern Umstand , diese Bildsäule betreffend , darzugeseht habe , : daß man ihr nämlich die Lippen und das Kinn durch starkes m , dächiges Küssen nutzt gehabt . Ri & us eins ac mentum pauIo fit aftriius , quod in pre - eibus et gratulationibus non folum id venerari , verim etiam ofculari tdlent . Ebend . XI . PliniuS hat dasjenige von dem agigeutinischen Salze nicht gesagt , was ihm Moreri beymißt ; sondern nur , d ß es da«Feuerau« , stehe , ü»d aus dem Wasser springe . Von diesen zween Eicischaften hat reri die letzte vergessen , nnd die erste übel erzählet ; denn e will , PliniuS hätte gesagt : daß dieses Sal ? im Leuer schmelze . W^n , er diese« hätte er - zahlen wollen , so hatte er andre Leute , als den Plinim anführen müssen ; Die Worte dieses Scribenten in des XXXI B , 7 Ca ; 807 S bey mir Agrigentinus ( / « / ) ignium patiens ( * ) ex aqua exilit , bedeuten nur5 daß dieses Salz in dem Wasser spritzele und herausfahre , das Feuer aber leide , ohne darinnen zu spritze ! , , .
( * ) MeursiuS im Antiqonus muthmaßet , auf deryzz S , daß man impatiens lesen müsse . Der P . Harduin über diesen ) rt des PliniuS aber , verwirft diese Muthmaßung .
Wenn Moreri den Solin , oder den h . Angustin anqesihret hätte , so würde er keinen Tadel zu befürchte» gehabt haben , Hielsind die Worte Sollns im V Cap . Salcin Agrigentimnn fi igni iunxers , dilToluitnr vftione : cui fi Iiquor aquae proximauerit , crepitat veuti torreatur Der h . Augustin führet diese Naturbegebenheit ivider die Unalänkia - » an , welche alle Wunderwerke der Religion verwerfen , so bal» sie die ftw , tesgelehrcen nicht erklären können . Er stellet diesen Unqkubia n ? e - natürliche Dinge vor , davon die Philosophen keinen Grund gben könnm und er machet mit den Seltsamkeiten des Salzes von Agrig , n dm An - fang . Agr . gentmrun 8 , c , Ilse lälem perbident cum 5uer * admotui ign , yclut in aqua fluefeere : cum vero aquae velut in igne : repitare . De Ciutt . Dei , Lib . XXI , c . ; , , mgl ? ichen c . 7 . Man merke wid - gen , d'eden Moreri erwanvertheidigen wollten , daß es ein ungemen großer Unterschied ist , im Feuer schmelzen , nnd das Feuer ausstehen , ohne Irinnen zu Witzeln . Ich will nichts von den falschen Anführungen sagen . Man führet an ? Iin . L . zi c . Er sollte bemerkt haben , daß es im 7 Ca» , ist . Thucydides im VI B . und nicht im V , und Lluuer . in Sicilia Antiq . jnb nicht in Defcr . Ital . Ich will nur zum Beschlüsse dieser Anmerkung s , . gen , daß eine große Menge Artikel in des Moreri Wörterbuche sind , die nicht weniger mir Fehlern angefüllt sind , als dieser .
( B ) hat die allermerkrvkrdigsten Dinge vergeben , die noit Agrigent gesagt werden können . ^ Ich habe ihm bereit« fen . daß er nichts gesagt , weder von . denjenigen Andachtsküssen , welche die Lippen de« ehernen Herkules der Agrigentiner ganz platt gemacht ten , noch von den wunderbaren Eigenschaften des aqrigenliscken ^al : eS Er ist nicht weniger tadelnswürdig^ daß er nichts von den Eigenschaften der Seen gesagt hat . die bey dieser Stadt waren . Das Wasser derselben ist salzig gewesen , wie das Meerwasser , allein die Menschen sind darinnen nicht zu Grunde gesunken ; auch diejenigen , die nicht schwimmen konnten , sind wie Holz darauf herum geschwommen . 'L ? iy „ T * ii a4»« , rüv ph ytBeniXW - izMTTn , tiJv Si M & w iii y * i ro7t ßoic J - fam rgfon Apud Agrigen .
tiiFu laciis fiint giiltu marino , natura plane diuerfa : nain et natandi infeii in 11s Iignorum in inorem fupernatant . Strabo Lib . VI , p . 189 . Wie vieleseltsame Dinge könnte man nicht aus dem Xlll B . des Dio - dor« au«Sicilien , die Ueppigkeit der Agriaentiner , ihren Reichlhuni und ihren Aufwand betreffend , ziehen , die man bey Bewirthung der Fremden E - e e

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