Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-9813

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Gentillct .
torum . Seine Leichenrede , nebst dem Verzeichnisse seiner Werke , ist in der Sammlung des Witte ; allein man muß in Acht nehmen , daß ihm in demselben Verzeichnisse einige zugetheilet werden , die seinem Druder gehören , als der Tractat , de Iure Belli , der de Legationibus , und daß man darinnen nichts von seinem Buche , de antiquis Italiae Linguis , noch von seinen Noten über den Tacitus , noch von seinen Quaeftionibus ad Africanum lurisconfulttii» , saget . Dieß sind drey Werke , deren er in seiner Auslegung über die Schuhschrift gedenket .
( v ) Es wird seiner in Bongars Briefen gedackt . Z Wenn ich mich recht erinnere , so wird er sast allezeit durch die Worte , Scipio notier , und dergleichen bedeutet . Die lateinische Sprache erlaubet und billiget diesen Gebrauch ; allein der französische Ueberfetzer hat groß Unrecht ge» habt , an diesen Stellen , Monlieur Scipion , zu setzen . Dieß ist eine Unwissenheit ; denn wenn er gewußt hatte , daß vom Scipio Gentilis gehandelt wird , so würde er gesaget haben , Monteur Gentilis , und
nicht Monfienr Scipion . Dieser Fehler findet sich in der Ausgabe ven Haag 1695 .
Man merke , daß diese Gewohnheit , die Leute im Lateinischen bald durch ihren Taufnamen , bald durch ihren Familiennamen zu benennen , Anlaß zu Jrrtniimern giebt , und ich bilde mir ein , daß sie Ursache ge - wesen , warum König , den Gentilis , den Arianer betreffend , sich geirret hat . Er redet zweymal von ihm , ohne wahrzunehmen , daß dieß allemal eben derselbe Keber ist . Er redet unter dem Worte Gentilis . und un * ter dem Worte Valentin»« , von ihm . Am ersten Orte , Bibliothec . pag . 341 . giebt er ihm nur den Taufnamen Johannes , und setzet voraus , daß Valentinas ein Zuname von seinen» Vaterlande ist . Auf der 826 Seite aber giebt er ihm Valentinus zum Geschlechtsnamen , uudJo« Hannes zum Taufnamen . Die erste Quelle dieses Jrrthums ist ver - muthlich , daß es Bücher giebt , worinnen man diesem Menschen nur schlechtweg , und ganz kurz den Namen ValentinuS giebt , welcher die Hälfte von seinem Vornamen oder Taufnamen gewesen .
Gentillet , ( Jnnocentius ) gebürtig von Vienne , im Delphinate a , hat km XVI Jahrhunderte geblüht . Er hat Eon -
troversbücherherausgegeben , ; as -
samkeit und viel Eifer wider !
Parlementssachwalter zu Toulouse „ t . .
Parlementspräsident von Grenoble annimmt f . Er bericktet in einer Vorrede daß er wegen der Befehle verbannet wor - den , die man in Frankreich wider die Reformirten herausgegeben hatte . Eil , ige versichern , daß er bey der Republik Genf Syn - dicus gewesen , und daß er sich unter dem Namen , loachimus Vrfinus Anti - Iefuita ( ß ) , auf dem Titel verschiedener seiner Werke , die er herausgegeben , versteckt hat . Ichglaube , daß sich Allard betriegr , wenn er versichert ' , daß Vincenz tillct ( L ) sein Sohn , Txatb und nachmaliger Präsident bey den , getheilren ( vbergecichte zu Grenoble , den Äntimachia - vel in , 157z Jahre , eine Vorstellung an den Ron ig Heinrich den lll , verschiedene Gesetze , die Police ? betreffend , gemacht , und Joftae Simmlers Buch von der Republik der Schweizer überseyec hat . Ich bewundre , daß mal , so wenig^ besondre Umstände von dem jeden eines Mannes findet , der sich durch seine Schriften , und durch seine Aemter hervorgethai , hat ; und ich kann mich nicht genugsam verwundern , daß diejenigen selbst , welche die Bibliothek der Schriftsteller seiner Provinz aufgesetzt , seinetwegen nicht sechs Zeilen vollmachen können , und daß sie darinnen viele Schnitzer begangen haben .
a ) Allard , Biblioth . de Dauphine , p . 114 . b ) Siehe die Anmerkung ( B ) . 0 Siehe die Anmerkung ( A ) . ( A ) lLr hat Controversbücher herausgegeben , welche ihn Hey Her protestantischen partev scl'ärzbar gemacht . ^ Er hat dasjenige für sie gemacht , wasQuadratuö , Ar»tidcS , JusiinuS der Märtyrer , Meli - ton , Tertullian , und etliche andre , für die Christen der ersten derte gemacht haben , ich will saaen , eine Schutzschrift . Er hat sie dem Könige von Navarra zugeschrieben , der nach diesem König von reich gewesen . Die Zueignungsschrift ist den k des Hönnings 1578 terschrieben . Die zehn Jahre darauf gemachte Ausgabe , ist stark vermeh - ret und wohl verbessert worden , und man merke , daß er dieses Werk Larei - nisch und Französisch herausgegeben . Hier ist der lateinische Titel : Apologia pro Chriftianis Gallis Religionis Euangelicaefeu Reformatae ; Quadoce - tur huius Religionis fundamenta in facra Scriptura iaaa efie , ipfam - que Nim ratione , tum antiquis Canonibus , comprobari . Die be , der ich mich bediene , ist die andre , und voll Genf , bey ^acob Sroer ,
>588 in 8 . Er erscheint hierinnen unter diesem Titel : Authore innO - centio gentilleto iurisconfulto clariflimo , et^amphüinu Senatus Prouinciae Dclphinenfis praeiide . Das Werk , welches er titelt hat , Le Bureau duConcile acTrente : auquel eft monftre' qu'en plufieurs pointts iceluy Concile eft contraire aux anciens Concileg et Canons , et i l'autorite' du ROY , ist i ; g6 in 8 gedruckt worden .
Er hat es demselben Könige von Navarra zugeschrieben , und die Zueig - nungsschrift den 12 des Heumonats 1586 unterzeichnet . Er nennet sich schlechtweg , Innocent Gentillet , Jurisconiulte Dauphinois . Er hat dasselbe Buch Lateinisch , in eben diesem Zahre , unter folgendem Titel , herausgegeben : Lxamen Concilii Tridentini : in quo demonftra - tur , etc . Es sind verschiedene Ausgaben von diesem Werke gemacht worden : die letzte , wenn ich mich nicht irre , ist die von Gorkum in Hol - land 1678 . Man merke diese Worte der Zueignungsschrift : Daidi also sehe , Sire daßdieTadler eurer Erklärung , ihre ganze nung auf die Rircl , enversammlungen von Trident gründen , so habe ick dafür gehalten , daß mir die Pflicht , die icb dero sten und meinem Varerlanve schuldig bin , sattsam anbefehlen , die Muße , die mich der Defehl , den man den Vercinigungsbefehl nrnnet , in meiner Verbannung genießen laßt , zur Erschütterung dieses Grundes anzuwenden . Das Mandat , davon er redet , ist dieses , daß der König von Navarra überall halte kund machen lassen , bey der Entscheidung einer freyen Rirclie , »Versammlung , wegen der Re - liqionsstreitigkeiten , ju bleiben , die in Frankreich wären . Diese Er - ttärung ist im 1585 Jahre kund gemacht worden : der Vereinigungsbefehl aber in eben demselben Jahre . Man muß also sagen , daß Gentillet an diesem Werke nicht vor demselben Jahre gearbeitet habe , und daß sich solg - lich Voetius bekriegt , wenn er Polit . Ecclef . Tom . IV . pag . - 71 . saget , baß dies ? « Buch Lateinisch unter dem Titel : Hittorica Relatio et lit« Concilii Tridentini , im 155f> Jahre herausgegeben worden . Er sebct dazu , daß es zu Arnberg 1615 gedruckt worden . Man merke , daß die Kirckenversammlung zu Trident , im , 556 Jahre , noch nicht ge - schlössen gewesen .
( B ) Einige versichern , daß er bey der Republik Genf , Sxn - dicus aeweftn , und sich unter dem Namen . loachimus Vrfinus An . ti . Ieft . it» , versteckt hat . ] Man betrachte nur diese Worte des Plac - ciiiS . de Anonyniis , pag , 60 . ANTIMACHIAVELU nomine vulgo inßgniuntur commentarioriim de rcgno - - - «bri tres - - - qui citantur fub nomine Innocetuii GENTILETI JCti Delpbinatis o / im Tolofanae curiae Aduocati , dein Geneuenßs Reip . Syndici . Dieses zu beweisen , führet er den DrsudiuS auf der »69 . »44 Seite , der Riblio - theca Claffica , den VeetinS auf der 124 . 209 . 211 . - 18 Seite , des l Ban« des der theologischen Disoutationen ; den Pellerus auf der * 05 Seite des Politicus fceleratus impugnatus ; den Eonring in der Vorrede seiner Ausgabe von dem Prinzen Machiavells , und den Keckermann im I Cap . des Confilii de loc . commun . an Dieß sind fünf Schriftsteller , die er anführet : ick habe nur die drey ersten zu Rache ziehen können , aber nichts darinnen gesehen , welches bemerkte : daß Genrillet vor dem Parlemen - te zu Toulouse Rechtssachen geführet bätte , noch daß er einige ? Amt bey der Republik Genf gehabt . Man muß auch bemerken , daß ihn Pellerus -
Iurisconfultum Delphcnfem , betitelt , welches sehr geschickt ist , einem zu bereden , daß Gentillet aus Holland , und nicht aus dem Delphinate ge« wesen . Baillet im II Bande der Anii , 131 Seite bemerket : es wolle die gemeine Meynung , daß der Urheber VesAntimachiavells , em - Hugonotte aus den , Delphinate , Namens Innocenlius Gentillet sc ) - , der anfänglich ein parlementssachwalter zu Toulouse , und nach diesem S / ndicus der Republik Genf gewesen . ( » )
§ ( - ) Auf der 4z Seite des Citadin de Geneue , findet man unter den berühmten Rechtsgelehrten , die ihre rechtlichen Aussprüche in Genf gegeben haben , den JnnocenriusGentillet . Allein . es wird nicht gesaget , daß er ein Amt gehabt hätte . Crit . Anm .
Des Ioachimus Ursinus Anti - Jesuita betreffend , so zählet PlaeeiuS auf der - 75 Seite , de Pfeudonymis , fünf Werke , die unter diesem fal - scheu Namen erschienen sind . Das erste ist betitelt : Concilii tini Hiftorica Relatio , et nulütas folide et ex fundamento demonftra - ta , und ist zu Amberg 1615 , in 8 gedruckt . Das andre hat zum Titel : Apologia pro Chriftianis Gallis Religionis Reformatae , zu Genf 159g , in 8 . Das dritte wird genennt : Stupenda Templi Iefuitici : es ist in drey Theile abgetheilr , und zu Frankfurt und Amberg 1610 in 8 , gedruckt worden . Der Titel des vierten ist : Flofculi blasphemiarum lefuitica - rum , ex tribus Concionibus luper beatificatione Ignatii Loyolae hau bitis decerpti , vna cum Sorbonae Parifienfis Cenfura . Dieses Werk ist 1612 in 4 gedruckt worden . Da« fünfte ist zu Amberg im 1611 Jahre in 8 gedruckt worden , und hat »um Titel : Hilpanicae Inquifitionis , et carnificinae fecretiora , vbi praeter iMiui originern . . . exern - plis illuftrioribtis tum Martyrum , tum articulorum , et regularum inl quifitoriarum in fine adieäis per Ioacbimum Vrßnum Anti . lefuitam de Iefuitis , qui Inquifitionem Hifpanicam in Germaniam et Bohe - miam vicinam introducere moliuntur , praefantem . VinceMius Mol» ler , Bürgermeister zu Hamburg , und Aeltervater des Placcius , hat mit ftiner Hand den Nanien Jnnocentius Gentillet . in dem ersten von die« sen fünf Werken bemerket : dieses und etliche andre Gründe , haben den Placcius bewogen , zu urtheilen , daß dieses der wahre Name des erdichte» ten Joachim Ursinus wäre . Ebendaselbst 276 S Baillet im I Bande der Anti , auf der 197 Seite ist dieserMeyuung gefolget , und er giebt im II Bande auf der »> Seite , eben diesem Genrillet ein Werk , das zu Frank - furt im 1612 Jahre , unter dem Titel gedruckt worden : Antifocinus , hoc eß , folida confutatio errorum , quos olim Arriani , etc . Ich Habs nicht Bücher genug , dieses weitläuftig auszuführen .
( C ) Ich glaube , daß sich Allard bekriegt , wenn er versichert , daß Vincen ; Gentillet , u . s . w . ] Er bemerket , Biblioth . de Dauphine , pag . nq . HJ . zum ersten , daß die Untersuchung der Kirchenversammlung zu Trident ein Werk des Jnnocenrius Gentillet ist , eines Schriftstellers , sager er , der unter Heinrichen dem III gelobet hat ; und darauf setzet er dazu , daß Vincen ; Gentillet sein Sohn » , - den Anrimachia - vell im «573 Jabre gemacht habe . Dieß heißt wider den Gebrauch der Zeitrechnunaskundigen verstoßen ; denn wenn sie das Alrer berühm - ter Männer bemerken , so setzen sie einige Zwischenzeit unter den Vätern und Söhn - n , Lehrmeistern und Schülern , ob es sich gleich sehr öfter« zu - trägt , daß die Zeit des Ansehens des einen , mir dem blühenden Zustande des andern zusammen trifft . Der Bibliothekenschreiber des Delphinars , ist dieser Regel nicht gefvlget . Er sehet den Vater unter Heinrichen den III , und giebt dem vo> nehmsten Buche von dem Sohne den Platz , mrter Carl dem IX . Dieser Jrrthum ist geringer , als derjenige , den ich gleich anzeigen will . Er hätte nach der durchgängigen Meynung sagen sollen , daß der Antimachiavell ein Werk des Jnnocenrius Gentillet , und nicht seines Sohnes sey . Ich habe keinen Bibliothekenschreiber gefunden , der diesesVincentiu« Gentillets , eini« Sohnes des Jnnocentius , aedacht hätte ; und es ist gewiß , daß la Croix Du Maine , in der französischen Bibliothek , auf der 97 Seite , dem jnnocentius Gentillet , alle die Werke bepleget , die Allard , als Schriften des Vincenriue anmerket . Es ist wahr , daß sich la Croir Du Maine bey dem Taufnamcn betricgr : er hat Lranciscus , anstatt Innocemius gesetzet . Keckerman beym Placcius ,
de

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