Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4411

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Cappadocien .
( A ) U ? ir höben verschiedene XVerke vom Raimund Capisuc - chi . ^ Hier sind die Titel : Controuerfiae Theologicae , Scholafti - cae , Morales , Dogmaticae , Scripturales , ad mentem Diui Thomae Aqiiinatis refolutae : man hat eine andere Ausgabe davon , welche von dem Verfasser übersehen und vermehret worden . Appendices ad Con - trouerfiai fupra di & as . Vita beati Ioannis Chifii . Cenfura feu tum ad Librum de cuku et Veneratione Sanöorura Veteris Tefta - menti . Difcurfiw de gradu virtutum in San & is canonizandis reqiii - fito . Die römische Bibliothek des Prosper Mandosi , woraus dieses ge - nommen ist , giebt ein Verzeichniß von vielen Werken dieses Verfassers , die zum Drucke fettig gewesen . Es ist eines darunter , de Contritione
et Attritione , und eines , de Opinione probabili . Man hat in eini - gen Streitschriften bemerket , daß der P . Capisuechi die Erklärung de« 'Bischofs von Condom gebilliget hat , ob sie gleich Meynungen enthält , die dieser Billigungsschrist zuwider sind . Siehe die Untersuchung der Lehrarten , welche von den - Herren , Key dcr Versammlung der ( Eletifey in Frankreich , im Jahre 16L2 vorgetragen worden . Basnage , der damals reformirter Prediger zu Rouen gewesen , und e« seit 1685 zu Rotterdam ist , ist der Urheber dieses vottrefflichen Werke« . ES ist im Jahre 1684 zu Rotterdam , bey Heinrich von Graes , gedruckt worden , ob gleich auf dem Titel Cöln , bey Peter Marteau steht . Di» Auszüge des Capisuechi sieht man auf der ziz und zi ; S .
EappadlXttN , ein Land in Asien , zwischen Cilicien , Armenien , Colchis , dem Pontus Euxinus , Paphlagom'en , Gala - tien u . a . m . gelegen " , ist nach und nach , auf unterschiedliche Art eingetheilet worden . Ariarathes , welcher der erste König darin - nen < ' WM» '' ^ ^ 'J . ~
eö noch zu den Zeiten des Strabo und unter dem Könige Archelaus gewesen , nach welchem es zu einer Provinz des römischen Volkes aemachet worden c . Dieses Land hatte einen Ueberfluß an Pferden , Eseln und Mauleseln d . und man hat auch gesa - zet : daß die Maulesel daselbst nicht unfruchtbar aewesen - . Hieraus holte man die Pferde , die absonderlich für die Person des Kaisers bestimmet waren , und deren sich zu bedienen , auch den Bürgermeistern verbothen war f . Es lieferte auch eine große Anzahl Sklaven ( C ) , falsche Zeugen und durchsichtige Steine ( D ) ; allein das Geld gieng daselbst nicht sehr im Schwange ( E ) : man buch vortrefflich Brodt daselbst & ; und in diesem Lande waren die besten Becker von der Welth . Die Römer , welche " " ^ ^ ^ Ä ' ' * . * . « * . w II
rmtden^ntgen ^ ^ ten Dieses könnte Anlaß zu glauben geben , daß die Einwohner Kappadocienö unter einer Gemischten Regierung , halb an - irchisch , gelebet hätten ; allein ich kann mich solches kaum überreden . Soviel ist wohl gewiß dabey , daß
und halb monar . . tönig nicht entbehren können ( < ? ) .
. . Es gab in ihrem Lande viel MagoS , und viel andachtige Oerter ( t^ ) . muß daraus nicht schließen , daß dieses den plumpen , unwissenden und unvernünftigen Nationen eigen ist ; denn in schen Dingen kamen sie den Griechen und Römern nicht gleich ; und es finden sich Völker , die wegen ihrer großen Barbarey und Dummheit gar keine Religion haben . Man wird in den Anmerkungen einen Theil von dcr Historie derer Prinzen sehen , die über Kappadocien geherrschet haben ( I ) . Sie hielten ihr Hoflager gemeiniglich zu Mazaka * , einer auf dem Gebirge Ar - geus gelegenen Stadt , und welche den Gesetzen des' Charondas^iace , die von einem Vorsanger erklaret wurden , den man zu
gelegenen w«uot^ uno
dieser Verrichtung erwählte Diese Stadt war an dem Flusse Melas erbauet , der sich in den Euphrat ergoß . Ein Köm« von Kappadocien , welcher dm Einfluß dieses Flusses verstopft , hat alle herum liegende Ländereyen überschwemmet , und ndch diesem daselbst viele Inseln , nach Art der cykladischen , gemachet . Er brachte daselbst einen Theil seiner Lebenszeit auf eine kin - dische Art zu ^allein dieser Zeitvertreib verursachte ihm Schande und Schaden . Der Fluß durchbrach die Damme seines Ein - flusses , das Wasser trat wieder in seine alten Ufer , und der Euphrat , in welchen eö fiel , trat aus , und richtete unglaubliche Ve> wüfhmge» in Kappadocien an . Die Galater^welche in Phrygim wohnten , erlitten viel Verlust durch diese Überschwemmung , und wollten den Schaden ersetzt haben . Sie forderten von diesem Könige in Kappadocien drey hundert Talente , und nahmen die Römer zu Richter» , . Er mußte auch den Ciliciern den Schaden ersetzen , welche Verlust hatten , da der Fluß Carmale seine Dämme durchbrach , dessen Ausfluß er verstopfet hatte Man kann die Nachläßigkeit des Strabo nicht enr - schuldigen : er hat sich zu sagen begnüget , daß dieser Prinz Ariarathes geheißen . Würde man es einem guten Schriftsteller heutiges Tages wohl verzechen , wenn er emsthaft erzählet : daß Carl , König von Frankreich , oder der Päbst , Johann , einen Weg gebessert hätten ? Würde ein Leser diesen Carl , oder diesen Johann , unter den Königen und Päbsten , von gleichem Na - men , herauöwickeln können ? Man hat es in dem Moreri gewaget , zu bestimmm , wer dieser Ariarathes gewesen . Vielleicht bat man noch mehr Unrecht , als bey vielen andem Dingen , die man ohne Aufmerksamkeit gesaget hat ( K ) , und deren bung man in meinen Anmerkunqen so wohl , als die Beurteilung einigerIrtthümer Justins und Appians , sehen wird . padocien , insgemein zu reden , ist nichts wenHer , als ein witziges und gelehrtes Land gewesen : gleichwohl sind einige sehr be - rühmte Schriftsteller daraus entsprungen . Strabo und PausaniaS sind von dieser Zahl . Ueberhaupt hat man geglaubet , daß * " ' ^vr'u— " —esem Redner zu werden ( X ) ; allein der heil . Basilius und der heil . Gregorius von Na -
dieKappadocier fthr ianz haben eine Ar »esser wurden ( M )
egel gemacht . Man hat bemerket , daß die Pferde aus Kappadocien mit dem Älter
» ) Strahn , Libr . XII . zu Anfange , b ) Ebendas . 368 S .
Siehe auch des Herrn Bocharr phaleg , III B . XI Cap .
c ) Ebendas . 367 , 36s © . J ) Lloyd führet dießfalls verschiedene Schrift - steller an . Siehe auch des . yerrn ivocyarr pvateg , III B . Xl Cap . * ) Thcophraftus vulgo parcre ( mulmt ) in Cappadocia tradit , fod eile id aniraal ibi Ali generis . Plin . Libr . VlII . cap . XLIV . f ) Bochard . Phaleg . Libr . III . cap . XI . g ) Athen . Libr . III . p . iij . A ) Ebendas . 112 S . * ) Strabo , Libr . XII . pag . 372 . i ) Ebendas . 371 S . I ) »ji / vouptc» , Sc In» aüro7 ( ifyrytrriit r£v yenmt
01 trofa 'pufmick voiuhoI . Legura dccantatorem deligunt , qui ipfis eft Lcgum interpres , vt Romanoruin funt Iuri» confulti . Strabo , Libr . XII . pag . 371 . in ) Aiargtßkt i^av - reit iraiuTo iittfaximäni . Puerilem ibi vitae partem exegit . Ebendaselbst . » ) Ebendaselbst .
( A ) Ariarathes iß der erste Ronig darinnen gerveftn . ^ Stra - bo , der dieses im XII B . 386 S . saget , berichtet uns nicht , wenn dieser Ariarathes gelebet hat , und wir finden in dem Diodor aus Sicilie» , einigen Anlaß ? zu zweifeln , daß der erste König von Cappadocien , Aria - rathes geheißen hat . Wir finden darinnen , daß Atossa . die Schwester des Cambyses , des Cyrus Vaters , die Gemahlinn des Pharnaces , KS - niges von Kappadocien gewesen , und daß sie ihm einen Sohn gebohren , der den Namen Gallus gehabt . DiodorusSiculus , in Eclogis , Libr . XXXI . p . m . 1164 . Dieser ist der Vater des Smerdis , und Großvater des Arianes , und Aeltervater de« Anaphas gewesen , der einen Sohn von gleichem Namen hinterlassen , welcher der Vater eines sehr rapfern Prinzen , Namen« Datames , gewesen . Dieser , welcher in einer Schlacht von den Persern erschlagen worden , hat das Königreich seinem Sohne , Ariamnes , hinterlasim , der es funftig Jahre besessen , und zweene Söh - ne , den Ariarathes und HoloferneS . gehabt . Sie haben beyde in Kap - padocien regieret , und einander zärtlich geliebt . Ariarathes , der sich mit den Persern bey dem Kriegjzuge nach Aegypten vereiniget , hat sich daselbst viel Ruhm erworben , und'ist von dem Könige Ochus , mit Eh - ren überhäufet , zurückgekommen . Er Hat zween Söhne , den Ariara - thes und Arysas hinterlassen . Der älteste ist dem Holoferneö , seinem Oheime gefolger , welcher ihn , weil er keine Kinder gehabt , an Kinde« starr angenommen hat . Hier sieht man also viel Prinzen , die vor dem Aria - rathes , dem I diese« Namens , in Kappadocien regieret haben . Moreri , wel - cher unter dem Worte Kappadocien , zwischen dem Pharnace« und die - fem , nur sechs »Personen setzet , hat nichr wohl gerechnet : und weil er saget : daß man nichr wisse , wie sie geheißen , so zeiget er , daß er dm Diodor an« Sicilien nicht gelesen hat . Ich weis nicht , ob ihn Appian nicht gelesen , oder ob er ihn keine« Glauben« würdig gehalten hat ; al - lein ich wei« wohl , daß er schreibt : man könne nicht gewiß sagen , ob Kappadocien vor Alexanders Zeilen besonde« Könige gehabt , oder ob H
eine Provinz der persischen Monarchie gewesen ? Appianu» inMithri .
daticis p . m . 117 .
( IT ) Die pcrser theilten dieses Ronigreich in 5wo Satrapien . Die Macedonier behielten diese Eintheilung . ^ Dieß saget Strabo im XII B . 36» S . Allein wir haben vom Diodor au« Sicilien ver - nommen , welcher von Kappadocien als von einem Lande redet , das von einem einzigen Könige regiert worden , der den Persern nicht »nterwor - ftn gewesen . Ich bekenne , daß er saget , e« habe Anapha« so viel . herz , haftigkeit gehabt , daß er lieber die Regierung von Kappadocien verlassen , al« den Persern eine Schätzung bezahlen wollen ; und im Grunde glau - be ich , daß die Könige von Kappadocien , den Königen von Persien zin« - bar gewesen : aber kurz , er redet nicht von dieser Art der Dependenz ; er jaget nicht« , welche« zu erkennen gäbe , daß Kappadocien etliche Sa - trapien von der persischen Monarchie enthalten hätte , und er saget alle - dasjenige , wa« nöchig ist , eine andere Meynung zu geben . Wir wollm zu dem übrigen schreiten . Er bemerket , daß Ariarathes , König von Kappadocien , sich in dem Besitze seiner Staaten erhalten habe , in der Zeit , daß Alexander Persien unter« Joch gebracht , und sich mit an - dern Kriegözugen beschäffriger hat , welche ihn verhinderten , an denselben
S gedenken . Diodor . Sicul . Libr . XVIII . u . 920 . Gleichwohl saget
" int«« Curtiu« , daß dieser Held sich zum Meister von Kappadocien« . macht , und einen Stadthalter darinnen zurückgelassen . als er von da aufgebrochen . denDarius aufzusuchen . Quint . Curtius Libr . III . c . IV . Allein man muß glauben , daß sich dieser Stadthalter nicht lange dariw nen erhalten hat ; denn wir lesen in demselben Quintus Curtm« , daß man nach Alexander« Tode dem Eumene« aufgetragen , Kappadocien bi« nach Trapezunt zu beschützen , und den Ariarathes zu bekriegender sich allein geweigert hatte , sich zu unterwerft« . Et bellum cum Arbathe gereret : folus nie detreöabat imperiuin . Ebendas . X Buch X Cap . siehe den Freinsheim übe , diese St»lle : erzeiget , daß man Ariarathes und nichr
Arbares

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